Ohne Dachwartung keine Versicherungsansprüche

Gute 70 Jahre Lebensdauer geben Fachleute einem Dach, sofern es handwerklich sauber erstellt und regelmäßig gewartet wurde. Finden sich jedoch bei der Überprüfung zu viele Mängel, kann es Zeit für ein neues sein.

Bereits in den 1990er-Jahren hatte der Bundesgerichtshof die Position von Gebäudeversicherern gegenüber Hausbesitzern gestärkt: Wer sein Dach nie habe überprüfen lassen, könne im Falle zum Beispiel eines Sturmschadens nicht die Kosten für ein neuwertiges veranschlagen. Es bestehe eine Pflicht zur regelmäßigen Wartung.

Nachweisbar ist die nur, hat man ein Fachunternehmen beauftragt; sie sollte mindestens einmal jährlich und nicht allein mit dem bloßen Auge erfolgen. Nur mit der Infrarotkamera bewaffnet kommt ein Experte in ausgebauten Dachgeschossen zum Beispiel den gefürchteten Wärmelecks auf die Spur. Hat etwa raumseitig die Dampfbremsfolie, die die Dämmung vor feuchter Raumluft schützen soll, Lücken, so gelangt Luftfeuchte hinein und kondensiert. Wodurch erst das Dämmvermögen eingeschränkt wird und sich in der Folge der Schimmelpilz festsetzt. Dasselbe passiert, wird auf der Außenseite die Unterspannbahn beschädigt, auch Unterdach genannt, die Regen oder Schmelzwasser von der Dämmlage fernhalten soll.

Ausbesserung oder Runderneuerung

Ein erfahrener Dachdecker kann beurteilen, ob es mit punktueller Ausbesserung von Dacheindeckung beziehungsweise Eindeckung und Wärmeschutz getan ist, oder ob eine Runderneuerung ansteht. Besonders ein Dämmaufbau aus der Zeit, als Dachgeschoss-Wohnungen gerade in Mode kamen, sollte kritischer begutachtet werden, die weiter kräftig steigenden Energiepreise immer im Hinterkopf. Hier entspricht die vorhandene Wärmedämmung meist nicht mehr heutigen Anforderungen. Die Neudeckung stellt die beste Gelegenheit dar, bisher Versäumtes von der Außenseite aus nachzuholen. Das schreibt die Energie-Einspar-Verordnung sogar vor. Es gibt inzwischen eine Reihe von Dämmsystemen, die speziell für diesen Zweck entwickelt wurden. Auch über den Einstieg in die Solarenergienutzung sollten Hauseigentümer bei einer Neudeckung nachdenken. Wird beides gleichzeitig realisiert, können die Kollektoren oder Solarstrommodule perfekt in die Dachfläche integriert werden.

Wird der Aufbau neu erstellt, wird empfohlen, eine nach alter Manier belüftete Dämmung, das heißt, das Belassen einer Luftschicht zwischen Unterspannbahn und Isolierung, über die eventuell doch eingedrungene Feuchte rasch abtrocknen kann. Zum Abschluss des (neuen) Dachausbaus lohnt sich ein Blower-Door-Test zum Nachweis der Luftdichtheit der Konstruktion.

Dach neu eindecken

Die Vielfalt an Eindeck-Materialien, ihre Formen und Farben ermöglichen nicht nur im Neubau ein perfekt an den Stil des Hauses angepasstes Dach. Selbst historische Gebäude können heute ohne Probleme eine stilgerechte und trotzdem nagelneue, funktionstüchtige „fünfte Fassade“ erhalten.

Das Spektrum von Eindeckungsmaterialien ist derart riesig, dass man sich fast schon glücklich schätzen kann, schränken das örtliche Bauamt, der örtliche Bebauungsplan die Auswahl ein. In einigen Wohngebieten geht das über das Vorschreiben der Materialien hinaus bis hin zum Festlegen des RAL-Farbtons der Pfannen. Das andere Extrem ist ebenso zu beobachten, vor allem in jüngeren Neubaugebieten. Dort sieht man grüne oder blaue, teils blau leuchtende Dächer. Mit solchen farbig glasierten oder engobierten Ziegeln kann man Abwechslung in die Nachbarschaft bringen, muss sich anschließend natürlich auf den einen oder anderen Kommentar gefasst machen.

Dachziegel aus gebranntem Ton sind heute noch in traditionellen Formen wie Mönch- und Nonnenziegel, Biberschwanz- und Krempziegel erhältlich. Die Regel sind aber moderne Falzziegel. Spezielle Flachdachziegel kommen ab 15 Grad Dachneigung in Frage. Schmutz abweisende Modelle mit dem sogenannten „Lotus-Effekt“ sollen auch das Anhaften von Moos verhindern.

Die preiswerteren Betondachsteine bestehen aus Quarzsand, Zement und Farbpigmenten, werden getrocknet und anschließend feuerglasiert. Sie sind robust, unempfindlich und orientieren sich in Form und Farbe an den Ziegeln. Durch spezielle Beschichtungen sind Betondachsteine in den letzten Jahren weniger schmutzanfällig geworden.

In Sachen Langlebigkeit ist der natürliche Schiefer kaum zu übertreffen. Das Sedimentgestein kann je nach Abbaugebiet anthrazitfarben, hellgrau und grün bis rotbraun daherkommen. Mit den wiederum wesentlich billigeren Faserzementplatten erzielt man ein einheitlicheres, „technischeres“ Bild. Eindeckungen aus Metall – Aluminium, Titanzink, Kupfer oder Edelstahl – sind bislang auf Wohnhäusern selten anzutreffen, was am Materialpreis und an der ebenfalls aufwendigen Verarbeitung liegen dürfte.

Dachbeschichtung

Nachträgliche Farbbeschichtung unansehnlich gewordener Pfannen scheint auf den ersten Blick eine Möglichkeit zu sein, schnell und ohne großen Aufwand wieder ein schmuckes Dach zu erhalten. Die Dachdecker-Innungen melden allerdings Zweifel an. Ziegel oder Dachsteine müssten zuvor mit dem Hochdruckreiniger behandelt werden, was ihnen nicht immer gut bekomme. Auch sei fraglich, ob und wie lange sich die Beschichtung halte.

Recycling der Dacheindeckung

Der gute, alte Tondachziegel hat sich als erstaunlich robust und langlebig erwiesen. Es kam schon vor, dass sich schlaue Altbaubesitzer oder Bauherren beim Rückbau eines historischen Hauses ganze Chargen für ihr eigenes Projekt sicherten. Zeigen die Pfannen Altersspuren wie Flechten oder Moose oder haben sie einen unregelmäßigen Brand, heißt das noch lange nicht, dass ihre Schutzfunktion beeinträchtigt ist. Wird ein Dach neu erstellt, kann man die Originale sammeln, zwischenlagern und anschließend wieder verlegen lassen.

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