Um den Energiebedarf zu senken, stehen viele Maßnahmen zur Auswahl. Der Königsweg liegt darin, diese Einzelmaßnahmen zum schlüssigen Gesamtkonzept zu bündeln, bei dem die Dämmung der Gebäudehülle an erster Stelle steht.

Ein Haus mit seinen verschiedenen Bauteilen und technischen Einrichtungen bildet ein System, in dem Veränderungen an einer Stelle Auswirkungen auf alle anderen Bestandteile haben können. Das gilt auch für Maßnahmen zur Energieeinsparung: Baut man beispielsweise Wärmeschutzfenster ein, ohne die Außenwände auf einen zeitgemäßen energetischen Standard zu bringen, dann drohen Schimmelprobleme. Die Reihenfolge der Sanierungsschritte spielt ebenfalls eine Rolle: Wer eine neue Heizanlage planen und einbauen lässt und später die Dämmmaßnahmen durchführt, wird womöglich einen überdimensionierten Heizkessel  anschaffen, der in einem ungünstigen Lastbereich und damit verschwenderischer als nötig arbeitet. Grundlage einer energetischen Sanierung ist also eine sorgsame Planung, der eine fachmännische Bestandsaufnahme vorausgeht. Das leisten kompetente Energieberater. Qualifizierte Fachleute finden Sie beispielsweise in einer Online-Datenbank, die von der Deutschen Energie-Agentur (dena) betreut wird.

Dämmung ist ein Kernbereich

Eine tragende Rolle bei der energetischen Sanierung eines Hauses spielt die Dämmung der Außenhülle, also des Dachs, der Außenwände und des Kellers. Der Grund liegt auf der Hand: Durch die Außenhülle geht Heizwärme verloren. Lässt man nun ein Haus ungedämmt und stattet es lediglich mit einer hochmodernen Heizanlage aus, dann geht anschließend effizient erzeugte Heizwärme verloren – die Wärmeverluste bleiben die gleichen.

Beim Dämmen richtet sich die Aufmerksamkeit häufig zuerst auf das Dach. Das ist auch durchaus sinnvoll, denn die hier meist anzutreffende Leichtbaukonstruk­tion aus Dachstuhl und Eindeckung lässt Wärme weitgehend ungehindert entweichen. Soll das Dach ungenutzt bleiben oder lediglich als Lagerraum dienen, genügt die Dämmung der obersten Geschossdecke. Das lässt sich mit Dämmstoffen wie Steinwolle oder Glaswolle leicht und preiswert sogar in Eigenregie erledigen. Auch bei der Dämmung der Dachschrägen erlaubt Mineralwolle viel Eigenleistung. Da sie zudem bei fachgerechtem Einbau ihre Dämmwirkung mehrere Jahrzehnte lang unverändert behält, stellt sie eine ausgesprochen wirtschaftliche Option dar. Hinzu kommt, dass Mineralwolle nicht brennbar ist. Damit bietet sie einen sehr wirksamen Brandschutz. Als weiteres Plus schlägt der durch Glas- und Steinwolle deutlich verbesserte Schallschutz zu Buche.

Die gleichen Vorteile kommen bei der Fassadendämmung zum Tragen. Hier werden heute oft sogenannte Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) eingebaut. Dabei klebt oder dübelt man Dämmstoffplatten an die Außenwand, die anschließend verputzt werden. Bestehen die Platten aus Mineralwolle, erübrigen sich umständliche Vorkehrungen gegen die Ausbreitung von Bränden über die Fassade, denn dieser Dämmstoff brennt nicht.

Viele Wege zur gedämmten Wand

Ein WDVS stellt nicht die einzige Möglichkeit dar, Außenwände energetisch auf den aktuellen Stand zu bringen. Zweischalige Wände, wie sie etwa durch eine vor die tragende Mauer gesetzte Klinkerfassade entstehen, können zwischen den Schalen gedämmt werden. Diese sogenannte Kerndämmung lässt sich beim Neubau recht einfach mit Mineralwolleplatten realisieren, aber auch als Nachrüstlösung – dann werden Dämmstofflocken nachträglich in den Hohlraum geblasen, wo sie sich zur Dämmschicht verdichten.

Eine weitere bewährte Konstruktion ist die vorgehängte hinterlüftete Fassade, bei der eine Traglattung und eine Dämmschicht auf der Wand befestigt werden. Die Fassadenbekleidung kann dabei landschaftstypisch mit Holz oder Schiefer, aber auch ganz modern etwa mit Metall, Naturstein oder Kunststoff ausgeführt werden. Zwischen Dämmung und äußerer Bekleidung liegt dabei ein hinterlüfteter Hohlraum, der dafür sorgt, dass eindringende Feuchtigkeit gleich wieder aus der Konstruktion ablüften kann.

Selbst bei denkmalgeschützten Gebäuden lassen sich Wärmverluste spürbar reduzieren, wenn man die Außenwände von der Raumseite her dämmt. In diesem Fall wie auch bei den übrigen Varianten der Fassadendämmung ist es besonders wichtig, dass die Maßnahme von versierten Fachleuten geplant und ausgeführt wird, denn um das komplexe Zusammenspiel der verschiedenen Baustoffe und Elemente zu berücksichtigen, braucht es solide Kenntnisse der Bauphysik, der Normen, Vorschriften und der Ausführung.

Selbst aktiv werden

Eigenleistung kann wiederum bei der Dämmung der Kellerdecke eingebracht werden. Sie stoppt wirksam Wärmeverluste zu ungeheizten Kellerräumen hin, ist durch das vollflächige Verkleben von Mineralwolleplatten an der Kellerdecke einfach auszuführen und spart übers Jahr mehrere hundert Euro Heizkosten. Zugleich verschwindet in den Räumen darüber unangenehme Fußkälte, und das Raumklima verbessert sich.

Sanieren kostet Geld – und spart Geld

Letztendlich finanziert sich eine energetische Sanierung durch die gesparten Energiekosten selbst. Trotzdem müssen die Kosten zunächst auf einen Schlag bezahlt werden. Dabei werden Bauherren allerdings durch Fördermaßnahmen entlastet, etwa durch günstige Darlehen und Tilgungszuschüsse der KfW Förderbank (KfW). Wenn die finanzierende Bank, über die derartige Gelder beantragt werden, nicht von sich aus auf diese Möglichkeit hinweist, sollte man aktiv danach fragen.

Auch die Wahl des richtigen Zeitpunkts lohnt sich: So sollte eine Sanierung zur Verbesserung des Bauzustands, zur Modernisierung oder zur Verschönerung des Hauses immer auch Anlass sein, den energetischen Zustand zu überprüfen und möglichst zu verbessern. Viele Arbeiten fallen dann ohnehin an, die Zusatzkosten für die energetische Sanierung machen nach einer Berechnung des Münchner Forschungsinstituts für Wärmeschutz im Schnitt weniger als 30 Prozent der Gesamtkosten aus – eine Gelegenheit, die man nutzen sollte. Zudem: Eine behagliche Wohlfühlatmosphäre gibt es – eigentlich unbezahlbar, aber dennoch kostenlos – obendrauf.

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