Dämmen lohnt sich! Voraussetzung sind eine qualifizierte Vorabberatung aund die fachlich korrekte Ausführung. Abhängig vom betrachteten Gebäude und dessen Ursprungszustand lassen sich Einsparungen von bis zu 85% erzielen, entsprechend rechnet sich eine energetische
Sanierungsmaßnahme.

Interview zum „Dämmwahn“

Herr Dr. Ahmels, lassen wir uns in einen irrationalen Dämmwahn treiben?
Keineswegs. Die energetische Gebäudesanierung genießt einen zweifelhaften Ruf – zu Unrecht. Mit wenig wissenschaftlichen Argumenten macht die Berichterstattung in den Medien ihre Kritik häufig an negativen Einzelbeispielen fest. Hinzu kommt, dass Bürger dadurch verunsichert sind, dass die Dämmstoffindustrie an Maßnahmen zur Wärmedämmung profitiert. Dies führt dazu, dass der Trend zur energetischen Sanierung fälschlicherweise als erfolgreiche Lobbyarbeit abgetan wurde. Daher ist eine sachliche und differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema zu diesem Zeitpunkt umso bedeutender, insbesondere, da die energetische Gebäudesanierung ein essentieller Teil der Energiewende ist, ohne den die Klimaschutzziele der Bundesregierung nicht erreicht werden können.

Lohnt sich denn eine Dämmung überhaupt?
Dämmen lohnt sich! Voraussetzung sind eine qualifizierte Vorabberatung und die fachlich korrekte Ausführung. Abhängig vom betrachteten Gebäude und dessen Ursprungszustand lassen sich Einsparungen von bis zu 85% erzielen, entsprechend rechnet sich eine energetische
Sanierungsmaßnahme durch die Heiz­kosteneinsparung. Einem Hausbesitzer, der eine solche Sanierungsmaßnahme in Erwägung zieht, ist unbedingt zu empfehlen, eine individuelle Beratung eines Experten zu nutzen, um einen optimalen Sanierungsplan zu erarbeiten. Neben der Fassadendämmung sollte zusätzlich auch eine Dach-/Deckendämmung, ein Fenstertausch, Kellerdeckendämmung, Kesseltausch und gegebenenfalls der Einsatz von erneuerbaren Energien in Betracht gezogen werden. Bei der Finanzierung kann dabei auf Förderungen der KfW zurückgegriffen werden.

Beim Neubau wird heute von vornherein energieeffizient konstruiert. Aber ist auch eine Nachrüstung von bestehenden Häusern sinnvoll?

Drei Viertel des Altbaubestandes in Deutschland wurden bereits vor der ersten Wärmeschutzverordnung des Jahres 1979 errichtet – die energetische Effizienz dieser Gebäude ist unzureichend. Ein gewaltiges Einsparpotenzial im Energieverbrauch liegt also besonders im Gebäudebestand. Eine Nachrüstung von Bestandsgebäuden verringert nicht nur deren Energieverbrauch, sondern erhöht außerdem deren Wert und das heimische Wohlbefinden.

Wie sieht es mit der Nachhaltigkeit aus? Bringt das Dämmen einen kurzfristigen Effekt, der in ein paar Jahren mit einem Berg Sondermüll endet?

Dr. Ahmels: Während der Nutzungsdauer wird mehr Energie eingespart, als für die Produktion der Dämmstoffe benötigt wird, d.h. die energetische Amortisationszeit beträgt ca. zwei Jahre. Der Markt bietet ein vielfältiges Angebot an Dämmmaterialien. Zu bevorzugen sind aus unserer Sicht Dämmstoffe, die in die Wiederverwendung gehen oder einem hochwertigen Recycling zugeführt werden können. Bei Dämmmaterialien für die dieses Problem noch nicht gelöst ist, wird an der Optimierung intensiv geforscht. Grundsätzlich ist anzumerken, dass die Nutzungsdauer einer Außendämmung in der Regel mindestens 30 Jahre und bis zu 60 Jahre beträgt.

Und wie steht es mit dem Raumklima? Dämmen wir unsere Häuser nicht zu Tode?
Dr. Ahmels: Ganz im Gegenteil: Das Raumklima profitiert unter vorgenommenen Maßnahmen zur Wärmedämmung. In nicht gedämmten Wohnungen sind die Wände in der Regel kälter, was eine Ablagerung von Kondensationsfeuchte begünstigt. Kalte, feuchte Oberflächen sind ideale Bedingungen für Schimmelpilze. Wärmedämmung verringert den Wärmefluss durch die Wände, wodurch auch die Innenwandflächen wärmer sind und Schimmelpilzbildung vermieden wird. Dabei ist es wichtig, dass die Sanierungsmaßnahmen von einem Experten geplant und fachmännisch durchgeführt werden, damit Bauschäden vermieden werden. Insgesamt wird das Wohnen oder Arbeiten durch eine qualitativ hochwertige energetische Sanierung also behaglicher und gesünder.

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