Dachdämmung: Anleitung für eine wirksame Dachsparrendämmung

Dachdämmung ist in Zeiten massiv steigender Energiekosten nicht allein die Frage einer Beruhigung des eigenen ökologischen Gewissens. Die Wärme, die durch ein ungedämmtes Dach entweicht, kann aufgrund des Aufsteigeverhaltens warmer Luft im Haus mehrere hundert Euro Heizkosten im Jahr verursachen.

Die Dämmung des Dachs wird daher zunehmend wichtig. In diesem Artikel werden die Möglichkeiten zur Zwischensparrendämmung vorgestellt, es wird aber auch über andere Möglichkeiten der wirksamen Dachdämmung informiert. Die Zwischensparrendämmung ist von Heimwerkern selbst recht einfach durchzuführen und nimmt nur wenige Tage Arbeit in Anspruch. 

Grundsätzliches zum Thema Dachdämmung

 

Eine Dachdämmung kann auf verschiedenen Prinzipien beruhen: Untersparrendämmung, Zwischensparrendämmung und Aufsparrendämmung. Jede der Methoden hat ihre Vor- und Nachteile. Für die nachträgliche Sanierung eignen sich vor allem die Untersparren- und die Zwischensparrendämmung. Da erstere den Nachteil hat, dass der zur Verfügung stehende Wohnraum verkleinert wird, erläutern wir in diesem Artikel die Zwischensparrendämmung. 

Diese wird zwischen den Dachsparren angebracht, die bei ungedämmten Dächern auch von innen zugänglich ist. Problematisch können sich hier allenfalls zu kleine Dachsparren auswirken, die eine wirksame Dämmschicht nicht zulassen. Hier kann allerdings gegebenenfalls durch eine Auswahl des Dämmmaterials zugunsten von dünneren, aber effektiveren Materialien entgegengewirkt werden. 

Zwischensparrendämmung – Voraussetzungen

Zwischensparrendämmung benötigt eine gewisse Mindestdicke, die insbesondere bei schlankeren Dachbalken nicht unbedingt gegeben ist. In diesem Fall müssen die Dachsparren "aufgedoppelt" werden, dazu werden einfach Kanthölzer auf die vorhandenen Dachbalken geschraubt. Um die heutigen Richtlinien hinsichtlich Wärmedämmung einzuhalten, sind je nach Material Schichtdicken von 200 Millimetern und mehr nötig.

Für die Verlegung einer Zwischensparrendämmung muss unterhalb des Dämmaterials zwingend eine sogenannte Dampfbremse angebracht werden. Diese Folie schützt das Dämmmaterial durch Feuchtigkeitseinwirkung von außen und auch von innen, beispielsweise durch Kondensfeuchte. Da diese Dampfbremse meist nicht unter die Dachsparren gelegt werden kann, sollte sie sorgfältig um die Dachsparren herum gelegt und mit Klebstoff fixiert werden – nicht tackern, das verursacht Löcher!

Dachdämmung: Material

Mittel der Wahl zur Zwischensparrendämmung ist Mineralwolle, auf dem Markt als Steinwolle oder Glaswolle. Letztere ist etwas günstiger, muss allerdings mit Atemschutz verlegt werden. Nicht brennbar und äußerst gut dämmend sind beide Werkstoffe. Steinwolle sollte aufgrund der besseren ökologischen und dämmenden Eigenschaften der Vorzug gegeben werden.

Steinwolle und Glaswolle werden auf dem Markt in großen Paketen angeboten, in denen Matten von unterschiedlicher Dicke, Länge und Breite enthalten sind. Hier sollte schon im Vorfeld darauf geachtet werden, dass die Matten ungefähr passend sind: Der Zuschnitt von Mineralwolle ist etwas mühsam. 

Auch hinsichtlich der Steifigkeit gibt es Unterschiede: Mineralwolle wird in sehr weichen und auch vergleichsweise harten Matten angeboten, letztere sind von der Handhabung etwas einfacher, erstere sind, gerade bei zerklüfteten Dachböden, deutlich flexibler. Welche Art von Mineralwolle verwendet werden sollte, klärt man im Idealfall mit einem kompetenten Baustoff-Fachhändler. 

Vermeidung von Wärmebrücken

Oberstes Ziel bei der Durchführung von Dämmmaßnahmen muss die Vermeidung von Wärmebrücken sein: Das Holz der Dachsparren isoliert im allgemeinen ganz gut. Schwierig wird es bei Gauben oder metallenen Aufbauten am Dach. Diese müssen unter Umständen separat isoliert werden, die Konsultation eines Fachmanns spart in diesem Fall womöglich späteren Ärger durch Kondenswasser- und damit einhergehende Schimmelbildung. 

Was sind Wärmebrücken?

Wärmebrücken werden unterteilt in konstruktive, geometrische und stoffliche Wärmebrücken. Im Falle einer Fenstenische (siehe Abbildung) treffen alle drei Faktoren zusammen, was die wärmebrückenlose Dämmung eines Fensters besonders schwer macht.

  • konstruktive Wärmebrücke: Unterschiedliche Wärmeleitfähigkeit des Fensterrahmens und des Mauerwerks
  • geometrische Wärmebrücke: Entsteht durch Vorsprünge und Ecken an einem ansonsten homogenen Bauteil. In unserem Beispiel: Die Fensternische.


  • stoffliche (materialbedingte) Wärmebrücke: Unterschiedliche Baustoffe liegen im Querschnitt der Dämmung. Hier: Der Fensterrahmen. 


Dachausbau nach der Dachdämmung

Wenn die Dämmung angebracht ist, kann der Dachboden selbstverständlich noch ausgebaut werden. Dazu werden in der Regel Rigipsplatten an den Dachsparren montiert. Wie dies geht, kann hier bei Bau-Welt im Artikel Dachausbau ausführlich nachgelesen werden. 

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