Das rechnet sich!

Eine Außendämmung, neue, gut isolierende und dicht schließende Fenster und Türen, eine neue Heizungsanlage können den Heizenergieverbrauch eines Altbaus auf einen Schlag auf Neubauniveau und noch darunter senken.

Für viele alte Einfamilienhäuser im Bestand hieße das: Anstatt 30 Liter Öl (oder Kubikmeter Gas) pro Jahr und Quadratmeter werden nur noch zehn verfeuert. Oder noch weniger. Außerdem macht der Energieausweis der „dena“ den Heizenergiebedarf bzw. Heizenergieverbrauch von Altbauten auf den ersten Blick transparent. Zudem enthält er unter anderem konkrete Vorschläge zur energetischen Verbesserung.

 

In der Energie-Einspar-Verordnung (EnEV), die den Wärmeschutz und die Anlagentechnik zusammen betrachtet, nimmt daher das Stopfen der größten Löcher eine wichtige Rolle ein.

Die Forderungen gelten bei Gebäuden mit nicht mehr als zwei Wohneinheiten, die auch der Eigentümer selbst bewohnt, erst im Fall des Eigentümerwechsels. So sollen allzu große finanzielle Belastungen vermieden werden. Das gilt auch für die Investition in eine neue Heizungsanlage, die erforderlich ist, wenn die vorhandene Öl- oder Gasheizungsanlage vor dem 1. Oktober 1978 eingebaut wurde.

Undichte Fenster

Die Fenster als dünnste Stellen des Hauses sind in vielen Fällen für bis zu 40 % der Wärmeverluste verantwortlich. Was viele nicht wissen: 60 % aller Fenster in Deutschland sind nach energetischen Gesichtspunkten überholt. Da wird es schon allein mit Blick auf die fast wöchentlich steigenden Energiekosten wichtig, das eigene Heim auf einen sparsamen Energieverbrauch umzurüsten.

Heizungsanlagen isolieren

Schon an den tropischen Temperaturen im Heizungskeller merkt man in der Regel, wie schlecht Heizkessel, Leitungen und Armaturen isoliert sind. Nicht viel besser steht es meist um Leitungen, die durch Garagen, Technikräume und so weiter geführt werden.

Eigentümer müssen bei heizungstechnischen Anlagen ungedämmte, zugängliche Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen sowie Armaturen, die sich nicht in beheizten Räumen befinden, dämmen.

Der Dämmstoff muss hitzebeständig sein, Stein- und Glaswolle kommen unter anderem infrage, daneben Hanf, Flachs, Kork und Schafwolle.

Decke zum Dachboden dämmen

Laut EnEV müssen die obersten Geschossdecken, also die Decke zwischen Wohnräumen und Dachboden, so dämmen, dass der Wärmedurchgangskoeffizient der Geschossdecke 0,30 Watt/(m2K) nicht überschreitet.

„Nicht begehbare, zugängliche Geschossdecken“, das klingt beim ersten Lesen unlogisch. Gemeint sind Dachböden, auf denen ein Erwachsener nicht aufrecht gehen, auf denen man aber durchaus Dämmstoff verlegen kann.

Ausbau zum Wohnraum kommt nicht infrage, trotzdem muss das Entweichen der Wärme aus den darunterliegenden Wohngeschossen verhindert werden. Es reicht gewöhnlich, Dämm-Matten fugenlos zu verlegen oder einen Schüttdämmstoff aufzubringen.
Mehr Infos sowie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung hier.

Dämmung der Kellerdecke

Ein Großteil der Heizenergie veschwindet im Erdreich. Das können Sie durch eine einfache Kellerdeckendämmung verhindern und somit Kosten einsparen, wodurch sich die Investition in die Dämmung schnell lohnen wird. Wir erklären Ihnen die weiteren Vorteile und geben Ihnen eine Anleitung zum Verlegen in unserem Artikel zur Dämmung der Kellerdecke.

Solarstromanlage nachrüsten

Fotovoltaik-Anlagen verwandeln Sonnenlicht nicht nur in sauberen, CO2-freien Strom, sondern auch in Geld. Und wenn man alles richtig macht, kann die Photovoltaik-Technik eine anständige Rendite bringen.

Mittlerweile kann rein rechnerisch der Jahresstromverbrauch einer Durchschnitts-Familie von 40 Quadratmetern Modulfläche auf dem eigenen Dach gedeckt werden. Doch auch kleinere Anlagen können bereits finanziell interessant sein. Im Prinzip ist beinahe jeder Altbau geeignet, der über circa 25 Quadratmeter der Sonne zugewandte Dachfläche verfügt. Weil Sonnenstrom eine der klimafreundlichsten Energieformen ist und daher förderungswürdig, gibt es nicht nur für die Einspeisung ins Netz eine über 20 Jahre gesetzlich garantierte Vergütung vom Versorger, sondern auch für die Nutzung im Haus.

 

Solarkollektoren für den Altbau?

Speziell auf Altbauten zugeschnitten sind Solaranlagen, in denen einfach das Speicherwasser zirkuliert und die bei starkem Frost automatisch leer gepumpt werden. Hierfür muss nicht eigens ein Solarspeicher mit Wärmetauscher angeschafft werden. Solaranlagen mit genügend großer Solarkollektorfläche können in Altbauten nicht nur die Warmwasserbereitung, sondern auch die Raumheizung unterstützen (die so genannten Kombi-Anlagen), jedoch kaum im Alleingang leisten. Sie werden mit konventionellen Heizzentralen kombiniert, oder – nicht nur der besseren Förderkonditionen wegen – mit umweltfreundlichen Holzheizkesseln.

Zum umfassenden Erfolg wird das eigene Solarprojekt, wenn zugleich energetisch modernisiert wird – sollte das noch nicht geschehen sein. Außendämmung und der Austausch der Fenster sorgen für erheblich niedrigeren Heizwärmebedarf. Man kommt seiner Solarheizung außerdem sehr entgegen, wenn man das Verteilsystem auswechselt. Heutige Platten- oder Flachheizkörper benötigen wesentlich niedrigere Vorlauftemperaturen als die Radiatoren alter Schule, Fußboden- und Wandheizungen verbessern erwiesenermaßen das Wohnklima und arbeiten mit circa 35 Grad Vorlauf – ideal für erneuerbare Energien. Auch eine Wärmepumpe als Partner der Solaranlage wird es mit hoher Effizienz danken. Um ganz von den fossilen Brennstoffen wegzukommen, wird der vorhandene Öl- oder Gas-Kessel auch häufig durch einen Holzpellet- oder Scheitholzkessel ersetzt.

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