Modernisieren mit dem Energieberater

Heizenergie zu sparen ist man der Allgemeinheit schuldig, mehr aber noch sich selber. Sollen sich die Modernisierungs-Maßnahmen rechnen, müssen sie allerdings von Sachverständigen vorbereitet und begleitet werden.

Überzeugte Modernisierer bekommen zurzeit reichlich Gegenwind. Die Eigentümergemeinschaft Haus & Grund wirft der dena, der Deutschen Energie-Agentur GmbH vor, sie würde die energetische Ertüchtigung von Gebäuden schönrechnen. Energie-Einsparungen von bis zu 80 Prozent seien die Ausnahme, die Kosten der Maßnahmen-Pakete lägen außerdem um ein Vielfaches höher als behauptet. Mit den falschen Zahlen würden gerade private Hausbesitzer zu finanziellen Abenteuern verlockt.

Dann die zahllosen Vorschriften und Regelungen, die mehr Chaos als Ordnung brächten, wie die ständig neu überarbeitete Energie-Einspar-Verordnung (kurz: EnEV; die aktuelle trat 2009 in Kraft) und die Bestimmungen rund um den Energieausweis für Gebäude.

Energieberater und Energieausweis

Der Energie ausweis oder Energie pass soll den Vergleich zwischen den verschiedensten Gebäuden in puncto Effizienz ermöglichen. Altbaubesitzer müssen ihn im Falle der Vermietung oder des Verkaufs vorweisen können. Hat man vor zu modernisieren, ist der Energiepass der krönende Abschluss der Maßnahme.

Ausgestellt wird er vom Energieberater. Man kann inzwischen von einer 'Berater-Schwemme' sprechen, derart viele Bauingenieure, Architekten, aber auch Handwerksmeister und selbst Baustoff-Fachhändler dürfen diese Bezeichnung tragen. Über die Qualität ihrer Arbeit sagt das noch nichts aus. Wichtig für den Auftraggeber ist, dass sie von den Förderinstitutionen anerkannt werden, unabhängig sind von ausführenden Handwerkern, Baustoff- oder Haustechnik-Herstellern und über gute Referenzen verfügen. Auch sollten sie in der Nähe wohnen. Man findet sie zum Beispiel in den Listen der jeweiligen Landes-Architektenkammern, der Branchenorganisationen, außerdem in denen von BAFA und dena.

Das BAFA, das 'Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle', fördert die so genannte Vor-Ort-Beratung. Es führt auf seiner Website lediglich die Adressen der von ihm anerkannten Energieberater auf, macht keine Aussagen über deren Qualifizierung: www.bafa.de – weiter über die Menüpunkte 'Energie' und 'Energiesparberatung' zu 'Beratersuche'.

Die dena, die Deutsche Energie-Agentur GmbH, hat im Internet eine eigene Datenbank eingerichtet, in der die Berater ihre Schwerpunkte und Referenzen nennen können: www.zukunft-haus.info/experten.

Das DEN oder Deutsche Energieberater Netzwerk ist demgegenüber ein eingetragener Verein. Seine Mitglieder verpflichten sich gemäß ihrer Satzung zur Unabhängigkeit. Auf der Website www.den-ev.de findet sich eine recht detaillierte Suchmaske.

Energieberater als Begleiter

In der Tat hat es eine energetische Rundum-Modernisierung in sich – eine neue Heizung, Austausch der Fenster, ein besonders dicker Mantel aus Dämmstoff gehören dazu. Allerdings ist dieses Komplettpaket nicht überall notwendig.

Vor überzogenen Erwartungen und vorm Geldverbrennen bewahrt den Eigentümer ein fähiger Energieberater, der sich im Gestrüpp der Paragraphen auskennt, die Maßnahme plant und dafür sorgt, dass die Geschichte fehlerfrei über die Bühne geht.

Erfahrene Kräfte haben eine regelrechte Haus-Typologie im Kopf, können schon nach einem kurzen Blick einiges zu Baujahr, Bauweise und Schwachstellen sagen. Anschließend sehen sie sich eventuell vorhandene Pläne und Unterlagen an, untersuchen das Objekt vom Keller bis zum Dach, fertigen notfalls mit der Wärmekamera eine Thermografie an, die verrät, wo überall die Wärme verloren geht.

Forderungen der EnEV, der Energie-Einspar-Verordnung

Die häufigsten Schwachstellen sind Dach und Keller. Nicht von ungefähr fordert die EnEV im Falle des Eigentümerwechsels zuerst die Dämmung der 'obersten Geschossdecke', also der Böden von nicht ausbaufähigen Dachräumen, ferner die Dämmung aller durch unbeheizte Räume verlaufenden Heizungs- und Warmwasserleitungen. Das ist natürlich nur ein Bruchteil des Machbaren.

Wo der Dachraum begehbar und ausbaufähig ist, steht Dämmung der Schrägen an. Dämmung der Kellerdecke von unten wäre der nächste Punkt, gegebenfalls die der Kellerwände von außen (Perimeterdämmung).

Ein Energieberater wird auf Basis aller Informationen mehrere Vorschläge zum Vorgehen machen sowie je einen Förderplan aufstellen, kennt er doch die möglichen Finanzhilfen. Last, but not least kümmert er sich um den Antrag auf Förderung seiner eigenen Dienstleistung.

Finanzielle Förderung durch die KfW

Die KfW fördert die Begleitung der Modernisierungsmaßnahmen durch einen Sachverständigen mit einem eigenen Programm. Es gilt nun, einen gprüften Energieberater zu finden, der ersten von den Herren über die Fördertöpfe anerkannt wird und der zweitens sein Können nachweisen kann. Der sich nicht im Wochenendseminar qualifiziert, sondern eine intensive, in die Tiefe gehende Weiterbildung abgeschlossen hat, wie sie zum Beispiel die Bayerische Architektenkammer anbietet. Schließlich muss er in der Lage sein, das Haus als Ganzes zu betrachten.

Förderung

Finanzielle Förderung erfolgt sowohl druch den Bund als auch durch manche Länder und Kommunen. Kennt der Energieberater ebenso die lokalen Geldquellen, kann er den optimalen Fördercocktail zusammenstellen. Zur eigenen Orientierung dienen dem Hausbesitzer vorab diese Seiten im Internet: www.foerderbank.de des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, www.thema-energie.de der dena, der Deutschen Energie-Agentur, daneben www.energiefoerderung.info des BINE Informationsdienstes, www.bauförderer.de der Verbraucherzentralen sowie die von Unternehmen der gesamten Baubranche unterhaltene Website www.foerderdata.de.

 

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