Die richtige Kellerdämmung

Häufig ist ein Keller zu kalt oder ungemütlich. Erst eine ordentliche Dämmung schafft Abhilfe.

Feuchter Keller

Neben dem Obergeschoss bietet sich in vielen Häusern das Untergeschoss als Ausbaureserve an. Ganz anspruchslos ist die Aufwertung zum Wohnraum allerdings nicht.

Häuser, die älter als 100 Jahre sind, besitzen unterirdisch in der Regel keinerlei Wärmeschutz und auch keine durchgehende Sockelplatte, dafür eventuell einen mit Ziegel ausgelegten Boden.

Doch auch die Keller jüngerer Gebäude mit einer Bodenplatte aus Beton sind normalerweise ungemütlich kalt. Und feucht. Das muss aber nicht immer an undichten Wänden oder leckenden Rohren liegen.

Gar nicht selten ist falsches Nutzverhalten die Ursache: wird im Sommer tagsüber gelüftet, dringt feuchtwarme Luft ein, die Luftfeuchte kondensiert an den kühlen Wänden.

Perimeterdämmung

Soll der Keller also Hobby- oder sogar Wohnräume bieten, muss es gedämmt werden. Und zwar nach Möglichkeit von außen, denn nur so bekommt man die Kellerwände richtig warm.

Dazu muss man sie freilegen, mit Spaten und Schaufel oder auch Minibagger, und mit einer neuen Abdichtung versehen, in Form von kunststoffmodifizierter Bitumen-Dickbeschichtung, von Bitumenbahnen oder von mineralischer Dichtschlämme.

Isoliert wird mit Platten aus feuchte- und druckbeständigem Dämmstoff, zum Beispiel Schaumglas oder XPS, extrudiertem Polystyrol. Die Platten, zwischen 8 und 14 Zentimeter stark, werden dann entweder in die noch weiche Bitumenbeschichtung gedrückt, mit Bitumen-Kleber auf den Bahnen befestigt oder auf der durchgetrockneten Dichtschlämme mit mineralischem Mörtel angeklebt.

Sie sind auf Stoß und ohne Lücken anzusetzen, Kreuzfugen sind zu vermeiden. Auf den Dämmplatten selber wird eine Noppenbahn mit Filtervlies darüber angebracht, über die Niederschlagswasser direkt zum Drainagerohr geleitet wird.

Innendämmung

Wo indes Nachbarbebauung, Straßen oder Anbauten wie ein Wintergarten das Freilegen von außen verhindern, muss von innen abgedichtet und gedämmt werden. Die Fachleute streiten noch darüber, ob dazu das Untergeschoss erst vollkommen trocken sein muss.

Einige weisen darauf hin, dass das in vielen Fällen mit vertretbaren Mitteln nicht umzusetzen ist. Außerdem gibt es wasserdichte Folien für den Boden sowie Sperrputz oder Dichtschlämme, die auf nassem Untergrund verarbeitet werden können und anschließend die Nässe auf Dauer auf Abstand halten.

Die Nässe kann in der Wand bleiben, ohne dass die Bausubstanz Schaden nimmt, schließlich stehen manche Gebäude seit Jahrhunderten auf "nassen Füßen", von Zeit zu Zeit oder auch durchgehend. Allerdings muss auf einer feuchten und daher kalten Wand stärker gedämmt werden als auf einer trockenen.

Was ist der U-Wert?

Eine Maßeinheit für den Wärmeschutz eines Bauteils, ob Außenwand, Kellerwand oder Dach; gibt an, welche Wärmemenge durch einen Quadratmeter strömt, wenn die Temperaturdifferenz zwischen beiden Seiten genau 1 Grad Kelvin (entspr. 1 Grad Celsius) beträgt, Einheit W/(m2K); je kleiner, desto besser der Wärmeschutz.

Man errichtet hierzu mit Dämmstoffen hinterfütterte Vorsatzschalen aus Bauplatten oder verwendet Dämmplatten. Entweder diffusiondichte Verbundplatten aus Gipsbauplatten und Dämmstoff oder diffusionsoffene, rein mineralische Dämmplatten.

Als Dämmung verfügen die Verbundplatten über eine Schicht aus expandiertem Polystyrol- (EPS) oder Polyurethan-Hartschaum (PUR). Etwas teurer sind Platten aus Mineralschaum oder aus Kalziumsilikat. Dank ihrer offenporigen Struktur, ihrer "Kapillarität", können sie Feuchte aus der Raumluft aufnehmen und wieder abgeben, Kalziumsilikat-Platten sind zudem, weil alkalisch, schimmelresistent.

Egal welches Material man letztlich nimmt, es dürfen keine Hohlräume zwischen Isolierungen und Wand verbleiben. Der Boden kann mit Platten aus druckfestem XPS oder Polyurethan-Hartschaum gedämmt werden. Abhängig von den Plattendicken müssen unter Umständen Türblätter in der Höhe angepasst werden.

  • Diese Platten aus Steinwolle werden lediglich mit Mörtelkleber an der Decke befestigt. Foto: Deutsche Rockwool
  • Die Platte nimmt bis zu einem gewissen Grad Raumluftfeuchte auf und gibt sie wieder ab, wird die Luft zu trocken. Foto: Multipor
  • Soll der Keller nicht als Wohnraum genutzt werden, sollte man wenigstens die Kellerdecke dämmen. Foto: IVPU

Fehlertolerant

Selbst überzeugte Do-it-yourselfer sollten nur mit fachlicher Unterstützung an diese Arbeiten herangehen: exakte Planung und Ausführung sind erforderlich, soll die Dämmung lückenlos sein, frei von Wärmebrücken.

Wird der Keller aber vorerst weiter als Lager genutzt, reicht es, die Decke zu isolieren, was man in Eigenleistung vornehmen kann, mit Platten aus Mineralwolle oder EPS. Sie sind mit Nut-und-Feder-Systemen versehen und werden mittels mineralischem Mörtelkleber befestigt.

So werden zumindest im Erdgeschoss die Wärmeverluste eingeschränkt, der Boden ist endlich wieder fußwarm. Doch der echte Wertzuwachs ergibt sich naürlich nur mit einem umfassenden Wärmeschutz. Ein warmer Keller verzeiht es dann auch einmal, wenn im Sommer tagsüber die Fenster geöffnet werden.

News Renovierung