Den Dachboden ausbauen – Worauf Sie achten sollten!

Den Dachboden auszubauen ermöglicht nicht nur ein Wohngefühl mit besonderer Perspektive, sondern ist auch eine günstige Möglichkeit, zusätzlichen Wohnraum zu schaffen.

Ein Dachboden eignet sich für ein Kinder- oder Jugendzimmer, das Büro oder für einen Hobbyraum. Selbst ein Schlafzimmer findet in der Regel Platz. Voraussetzung für all diese Möglichkeiten ist eine passende Dämmung. Ist die nicht vorhanden, sind Sommertage unerträglich heiß und Winternächte viel zu kalt. Zusätzlich können Fenstertausch oder Dachreparaturen anfallen. Eine wichtige Frage, die sich stellt: Ist der Speicher grundlegend für einen Dachausbau geeignet?

Ein einfaches Satteldach mit einer Dachneigung zwischen 35 und 55 Grad bietet besonders gute Voraussetzungen. Ist das Dach flacher geneigt, kann die Anhebung des Daches durch eine Erhöhung des Kniestocks die Lösung sein. 

Beim Ausbau des Dachbodens können Holzbalken und -pfosten gut in die Raumgestaltung eingebunden werden – das macht den neu entstandenen Wohnraum besonders gemütlich für die ganze Familie.

Der Fußboden im Dachgeschoss

Der Fußbodenaufbau im ausgebauten Dachboden sollte ein möglichst geringes Gewicht haben. Besonders "schlanke" Trockenestrich-Elemente lassen sich auch leicht verarbeiten.

In vielen Altbauten stellt die Holzbalkendecke besondere Anforderungen. Meist knarren die Dielen, Trittschall wird ungefiltert in die darunterliegenden Wohnräume weitergegeben. Wer vermeiden will, dass aus dem Wohntraum im Dachgeschoss ein Albtraum für die restlichen Hausbewohner wird, kommt an einer Schalldämmung nicht vorbei. 

Abhilfe schafft ein spezielles Wabendämm­system von Fermacell. Die Estrichwaben werden einfach ausgelegt und ihre Hohlräume mit einer Wabenschüttung aufgefüllt. Hierauf kommen dann die Gipsfaser-Estrichelemente, die mit einer aufkaschierten Trittschalldämmschicht aus Holzfasern oder Mineralwolle versehen sind. So lässt sich problemlos eine enorme Schalldämmung erreichen. Auf Betonböden können die Estrich-Elemente direkt verlegt werden. Unebenheiten werden im Bedarfsfall vorher mit einer Ausgleichsschüttung nivelliert.

Wohnfläche trotz Kniestock oder Drempel

Entscheidenden Einfluss auf die Wohnfläche unter dem Dach haben Faktoren wie ob der Kniestock 40 oder 80 cm beträgt und ob die Dachneigung 30 oder 45 Grad hat. Je größer die Fläche, auf der eine Stehhöhe von zwei Metern gegeben ist, desto einfacher lassen sich Räume unterbringen.

Je schneller man jedoch im ausgebauten Dachboden an die Dachschräge stößt, umso geschickter muss man den Dachbodenausbau planen. Wenn gar kein Kniestock – auch Drempel genannt – vorhanden ist, vermeidet eine Wand, die nach innen gezogen wird, „tote“ Ecken. Mit einer kleinen Seitentür ergibt sich dahinter Stauraum für seltener benötigte Gegenstände.

Endlich Sonne im ausgebauten Dachboden

Große Dachfenster sind das A und O für ein wohnliches Dachgeschoss. Besonders komfortabel: Elektrofenster. Alle Elektrokomponenten wie Steuersystem, Fenstermotor und Regensensor sind ab Werk integriert. Rollladen oder Außenmarkise können dazugeschaltet werden.

Entscheidet man sich beim Dachboden ausbauen für eine oder mehrere Gauben mit horizontalen Verglasungen vergrößert das den Raum. Im Umkehrschluss gelangt weniger Tageslicht ins Innere. Um dagegen zu wirken, lassen sich auch mehrere Fenster nebeneinander einbauen.

Wichtig ist nur, dass sich diese Fenster auf der gleichen Linie wie die der darunterliegenden Geschosse befinden – ansonsten entsteht ein krummes, äußeres Gesamtbild. Im Fensterrahmen verbaute Rollos schützen effektiv vor sommerlicher Hitze und sollten auf jeden Fall zur Ausstattung des Dachfeschosses gehören. 

Noch mehr Licht erhält man, wenn ein Teil der Wohnfläche zu einem balkonartigen Freisitz ausgebaut wird. Hierfür muss ein Fachmann die Dachstatik beurteilen, da ein Teil des Daches entfernt wird. Außerdem muss der Bodenbelag inklusive Unterkonstruktion dicht sein und Regenwasser abgeleitet werden.

In neuen Höhen

Der Ausbau des Dachgeschosses benötigt auch Strom- und Heizungsleitungen. Vorhandene Leitungen können ergänzt oder müssen ausgetauscht werden. Bei einem neuen Bad kommen Wasser- und Abwasserrohre hinzu.

Für den Zugang zum Dachboden ist in der Regel eine neue Treppe notwendig. Die alte Klappe mit Ausziehleiter hat ausgedient. Eine Wendeltreppe erfüllt diese Aufgabe wesentlich komfortabler und ist zudem platzsparend. Die neue Etage soll schließlich rundum begeistern.

 

Beim Ausbau des Dachgeschosses gibt es zahlreiche baurechtliche Vorschriften zu beachten. Unter anderem muss die Statik berücksichtigt werden. Mehr dazu sowie hilfreiche Praxistipps für den Dachbodenausbau gibt es auf der bächsten Seite.

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