Energieeffizientes Dach durch Aufsparrendämmung

Aufgrund von Asbest, Nagetieren und schlechter Wärmedämmung musste eine energetische Sanierung durchgeführt werden. Die Hausbesitzer entschieden sich für eine Aufsparrendämmung des Pultdaches.

Als die weitläufige Villa mit dem wundervollen Blick auf den Bodensee 1968 in Konstanz gebaut wurde, dachte niemand über Energieeinsparung und Wärmedämmung nach. Die 220 Quadratmeter großen, versetzten Pultdächer mit ihrer asbesthaltigen Welldacheindeckung verfügten über keinerlei Dämmung.

Als dann schließlich auch noch Nagetiere auf dem Dachboden Probleme machten, entschied sich der Bauherr für eine umfassende Sanierung. Im Zuge der energetischen Sanierung durch eine Aufsparrendämmung wurde sowohl der Asbest entfernt, als auch die Energieeffizenz erhöht. 

Dachdämmung richtig planen und ausführen

Die Konstanzer Schütz & Co. GmbH erhielt den Auftrag zur Dachsanierung des knapp 50 Jahre alten Hauses. Nach der ersten Besichtigung zog Rüdiger Fischer, Dachdeckermeister und Inhaber des Betriebs, für die Planung einer optimalen Dachdämmung den Bauder Fachberater Günter Göttl hinzu.

Die beiden arbeiten seit Jahrzehnten zusammen. Göttl kennt Schütz Bedachungen als handwerklich sehr guten Betrieb „Hier stimmt bauphysikalisch alles, die Produkte sind gut bekannt und werden bestens verarbeitet.“ Innungsobermeister Fischer schätzt das Bauder Rundumpaket. „Ich bekomme für jedes Dach das passende Paket: kompetente Beratung mit optimaler Lösung auch bei schwierigsten Dachsituationen, alle Komponenten im System und jede Unterstützung bis zum Abschluss der Arbeiten.“ 

Bei der Suche nach einer guten Dämmlösung für das Konstanzer Einfamilienhaus ging es nicht nur darum, die aktuelle EnergieEinsparVerordnung wirtschaftlich und bauschadensfrei umzusetzen, sondern auch um die Auswahl eines effizienten Dämmstoffs und der passenden Dämmmethode.

Unter den asbesthaltigen Eternitplatten wurde das Dachgeschoss teilweise genutzt, eine Dachdämmung war nicht vorhanden. Die Dämmung der obersten Geschossdecke hätte zwar den Vorschriften der EnEV genügt, doch nicht dem Bauherrn und den Fachleuten. Gemeinsames Ziel war, mit der energetischen Sanierung alle Probleme, also Tiere, Asbest, Energieeinsaprung durch Wärmedämmung, Wohnkomfort und Optik zu lösen.

Energieeinsparung durch Aufsparrendämmung

Bei der Methode waren sich die Experten sofort einig: Auf den 220 Quadratmeter großen Dachflächen des flach gehaltenen Pultdachs lassen sich  mit einer Aufsparrendämmung im Vergleich mit einem nicht oder schlecht gedämmten Dach bis zu 40 Prozent Energie einsparen. Die Dämmung wurde mit dem Hochleistungsdämmstoff Polyurethan-Hartschaum durchgeführt.

Bei der Aufsparrendämmung handelt es sich um die bauphysikalisch beste Dämm-Methode, da über die gesamte Dachfläche eine geschlossene Haube aus Dämmelementen verlegt wird, die sowohl den Wohnraum darunter als auch die Dachkonstruktion schützt. Wärmebrücken durch Sparren und Zwischenwände gibt es im Vergleich zur Zwischensparrendämmung nicht. Daher ist die Aufsparrendämmung eigentlich immer einer Zwischensparrendämmung vorzuziehen.

Doch wie sollten die sehr komplexen, schwierigen Übergänge an First und Traufe gelöst werden? Hierfür kam extra der Bauder Anwendungstechniker aus Stuttgart auf die Baustelle, um sich das Problem genau anzusehen. Mit seiner großen praktischen Erfahrung in Sachen Dachdämmung auf vielen schwierigen Dächern konnte er helfen, die richtige Lösung zu finden. Denn eine Wärmedämmung funktioniert nur dann wie gewünscht, wenn sie keine Schwachstellen zulässt.

So funktioniert eine Aufsparrendämmung

Für die Aufsparrendämmung mit Polyurethan-Hartschaum wurde auf der Holzschalung zunächst als luftdichte und gleichzeitig dampfbremsende Schicht die Dampfsperrbahn BauderTEC KSD DUO geplant. Darauf dann das Dämmelement BauderPIR PLUS in der Dicke von 140 mm. Im Bereich der Anschlüsse wurden Dampfsperre und Dämmung vom Dach in die Fassade bis 60 cm über den Dachboden hinweg nach unten fortgeführt, denn auch die Pfostenriegelkonstruktion des Hauses war ohne Dämmung.

Dieses Vorgehen bei der Dachdämmung brachte nicht nur beste wärmebrückenfreie energetische Ergebnisse, sondern eine völlig neue, hochmoderne Optik des Daches durch die Verkleidung mit Aluminiumverbundplatten.

Aufsparrendämmung und Zwischensparrendämmung im Vergleich

Grundsätzlich gibt es drei Methoden, um ein Dach zu dämmen. Die Aufsparrendämmung, wie in diesem Renovierungsbeispiel gezeigt, zeichnet sich dadurch aus, dass eine durchgehende Dämmschicht ohne Unterbrechung über das gesamte Dach aufgebracht wird. Vorteile sind, dass Wärmebrücken vermieden werden und man bezüglich der Dämmstoffdicke nicht durch die Sparrentiefe beschränkt ist.

Bei der sogenannten Zwischensparrendämmung hingegen werden die Bereiche zwischen den Sparren gedämmt. Je nach gewünschte Dämmstoffdicke müssen die Sparren daher oft verstärkt werden, als es rein statisch notwendig wäre. Darüberhinaus entstehen durch die Sparren Wärmebrücken, was die Dämmwirkung eeinträchtigen kann. Die dritte Methode ist die Kombidämmung, bei der die Zwischensparrendämmung um eine Aufsparrendämmung ergänzt wird. Mit dieser Methode werden die Schwachpunkte der Zwischensparrendämmung verringert und eine schlankere Dachkonstruktion ermöglicht. 

Verlegung der Dampfsperrbahn

Nachdem die asbesthaltigen Wellplatten entfernt waren, begannen die Schütz-Mitarbeiter mit der Verlegung der Elastomerbitumen-Dampfsperrbahn auf der Holzschalung. Dafür beließen sie die Abziehfolie auf der Unterseite der Bahn als Trennlage, nur die Nahtstreifen wurden abgezogen. Bei dauerhaft schönem Sommerwetter konnten die Längsnähte der Bahn schnell und einfach kaltverklebt werden. 

Die Kopfstöße wurden versetzt mit einer Überlappung von rund zehn Zentimetern verschweißt. Die Auswahlmöglichkeit gefällt den Handwerkern. „Die variable Nahtverklebung der Dampfsperre ganz nach Bedarf erlaubt uns auf dem Dach eine flexible und sichere Verlegung bei jedem Wetter.“

Die Bahn wurde mit Kartuschenkleber sorgfältig an Massivbauteile angeschlossen, Details an Kamin und anderen Durchdringungen wurden mit Spezial-Klebeband sicher verklebt, die neuen Fenster mit PMK-Streifen luftdicht eingebunden – alle Zubehörmaterialien stammen aus dem Bauder-System. So entstand eine rundum geschlossene Abdichtung für eine perfekte Dachdämmung.

Die Haube mit PIR-Hochleistungsdämmstoff

Die Aufsparrendämmung ist die schützende Dämmhaube für das ganze Haus. Am einfachsten lässt sie sich mit selbsttragenden, formstabilen leichten PU-Wärmedämmelementen umsetzen. BauderPIR besitzt mit der Wärmeleitstufe (WLS) 023 die beste Dämmleistung bei geringster Dicke, ist schimmelresistent, formaldehydfrei und allergikerfreundlich.

Aufgrund der geringen Dämmstoffdicke bleiben Dachdetails schlank, die PU-Elemente lassen sich problemlos mit der Handsäge bearbeiten. Dank des geringen Gewichts der Dämmelemente wird die Dachkonstruktion nur minimal belastet und muss im Gegensatz zu schweren Dämmstoffen nicht teuer statisch verstärkt werden. 

  • Die variable Nahtverklebung der Dampfsperre ganz nach Bedarf erlaubt uns auf dem Dach eine flexible und sichere Verlegung. Foto: Bauder
  • Alle Zubehörmaterialien rund um die Dachdämmung und -abdichtung stammen aus dem Bauder-System. Foto: Bauder
  • Die Dampfsperrbahn wurde mit Kartuschenkleber sorgfältig an Massivbauteile angeschlossen. Foto: Bauder
  • Details an Kamin und anderen Durchdringungen wurden mit Spezial-Klebeband sicher verklebt. Foto: Bauder

Der hochstabile Polyurethankern ist beidseitig mit einer Deckschicht aus Aluminium versehen. Oberseitig ist zusätzlich eine Polymerbitumenbahn aufkaschiert, die eine äußerst robuste zweite wasserführende Ebene bildet. BauderPIR PLUS ist hagelschlaggeprüft, das heißt, selbst bei defekter Eindeckung schützen die Dämmplatten das Dach zuverlässig vor Hagel und Starkregen und halten das Haus bereits in der Bauphase trocken und sicher.

Dank der umlaufenden Nut- und Feder-Verbindung konnten die leichten 1,20 mal 1,80 Meter großen Platten schnell und wärmebrückenfrei verlegt werden. Nach dem Verkleben der Stöße mit Hilfe der zehn Zentimeter breiten selbstklebenden Horizontal- und Vertikalüberlappungen war die gedämmte Fläche dann sofort winddicht und regensicher. 

Sicher im System

Nach der Verlegung von zwei bis drei Dämmstoffreihen wurde die Aufsparrendämmung zur statischen Lastabtragung entsprechend der Berechnung mit Systemschrauben sicher durch Konterlatte und Dämmstoff hindurch in die Sparren eingedreht. Mit Nageldichtstreifen sorgte das Schütz-Team im Bereich der Durchschraubungen für zusätzliche Sicherheit.

Alle Fugen, die beim Anpassen der Dämmelemente, bei Durchbrüchen und Anschlüssen entstanden, wurden sorgfältig mit PU-Montageschaum ausgeschäumt und abgeklebt. Auf den Dachlatten konnten dann die neuen asbestfreien Wellplatten verschraubt werden.

Erfolgreiche Dachsanierung durch Aufsparrendämmung

  • So sah das Dach vor der Sanierung durch eine Aufsparrendämmung aus. Foto: Bauder
  • Nach der Aufsparrendämmung ist das Dach asbestfrei und modern. Die Villa erstrahlt in neuem Glanz. Foto: Bauder

Bei bestem Wetter arbeiteten vier Schütz-Mitarbeiter rund acht Wochen lang am Dach. Im Zuge der Sanierungsarbeiten wurden im waagrechten Giebelstreifen des versetzten Pultdachs neue Fenster eingebaut.

Mit der hochwertigen Aufsparrendämmung, den neuen Wellplatten und Aluminium-Profilen sowie den großflächigen Aluminiumverbundplatten an den Fassaden war ein hochmodernes Haus im Neubau-Standard mit guter Wärmedämmung sowie großer Energieeinsparung entstanden. Der hochzufriedene Bauherr schätzt den durch die Aufsparrendämmung neu gewonnen, hervorragenden Wohnkomfort. Dank Wärmedämmung hat sich das Raumklima im Haus deutlich verbessert.

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