So finden Sie eine seriöse Fachfirma und attraktive Angebote

Hilfe von Fachfirmen ist in unterschiedlichsten Lebenslagen notwendig. Verbraucher kommen mit Fachfirmen häufig dann in Kontakt, wenn handwerkliche Arbeiten, die ein gewisses Know-how voraussetzen, durchgeführt werden müssen. Bevor die Arbeiten allerdings beginnen können, stellen sich zahlreiche Fragen, zu denen unter anderem die folgenden zählen: Wie erkenne ich einen seriösen Handwerksbetrieb? Was werden mich die Arbeiten kosten und was sagt eigentlich ein Kostenvoranschlag aus?

Im Folgenden haben wir wesentliche Informationen zusammengestellt, die auch Ihnen die Auswahl einer seriösen Fachfirma erleichtern können. Bedenken Sie dabei, dass eine sorgfältige Auswahl des Unternehmens eine bedeutende Basis dafür ist, dass Sie später mit den erbrachten Leistungen zufrieden sein können.

Seriöse Betriebe im näheren Umkreis

Der Begriff „Fachfirma“ verrät es bereits: Handwerksbetriebe und andere Unternehmen, die derart bezeichnet werden können, widmen sich in der Regel spezialisierten Fachgebieten, für die besondere Kenntnisse erforderlich sind. Diese Kenntnisse sollten die Unternehmen durch Qualifikationen nachweisen können. 

  • Qualifizierte Fachfirmen ausfindig machen

In Sachen Handwerk ist die Klassifizierung eines Betriebes als Meisterbetrieb wesentlich. Ein Meister ist ein Fachmann, der über langjährige Erfahrungen in seinem Beruf verfügt und unter anderem auch Nachwuchs ausbilden darf. Viele Handwerkskammern bieten im Internet einen speziellen Service an, mit dessen Hilfe man Handwerker nach unterschiedlichen Suchkategorien wie etwa Postleitzahl und Gewerke finden kann. Die Handwerkskammer Düsseldorf weist zudem darauf hin, dass Verbraucher auch direkt bei der Handwerkskammer nachfragen können, wenn sie prüfen möchten, ob es sich bei einem bestimmten Betrieb um einen eingetragenen Fachbetrieb handelt.

  • Kennzeichen für unseriöse Angebote

Unseriöse Anbieter können Sie oft schon an deren Akquisitionsmethoden und Werbemaßnahmen erkennen. Handwerker, die an Ihrer Tür klingeln und ihre Dienste anpreisen, sind in der Regel unseriös. Darauf weist auch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Bezug auf Dienstleistungen wie Schimmelpilzbeseitigung, Wärmedämmung und Dachbeschichtungen hin. Selbstverständlich können unseriöse Unternehmen auch andere Arbeiten anbieten. Werbematerial, das wahre Wunderleistungen zu geringen Kosten verspricht, ist ebenfalls ein Warnsignal: Seriöse Fachfirmen haben es in der Regel nicht nötig, überzogene Versprechungen zu machen. 

  • Informieren Sie sich über die Fachfirmen

Haben Sie zum Beispiel mithilfe der Handwerkskammer eine seriöse Fachfirma ausfindig gemacht, sollten Sie weitere Informationen über den Betrieb einholen. Manchmal kann es auch hilfreich sein, bei Freunden und Verwandten nach Empfehlungen zu fragen. Vergessen Sie allerdings nicht, bei besonderen Einsatzfeldern auf jeden Fall zu prüfen, ob die Mitarbeiter der jeweiligen Betriebe über die gängigen Zusatzqualifikationen bzw. Fortbildungen verfügen. 
 

  • Wahl einer Fachfirma in Ihrer Nähe

Natürlich messen Sie der Qualifikation des jeweiligen Betriebes die höchste Bedeutung bei. Dieses sollte Sie im Regelfall allerdings nicht davon abhalten, einen Betrieb in Ihrem näheren Umkreis zu wählen. Dies hält nicht nur, wie die Handwerkskammer Düsseldorf richtig bemerkt, etwaige An- und Abfahrtskosten gering, sondern gewährleistet auch einen Ansprechpartner vor Ort und ist sinnvoll, da somit die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass Sie in Ihrem Umfeld aussagekräftige Erkundigungen über den Betrieb einholen können.

Absicherung durch Kostenvoranschläge

Eine ganz zentrale Frage, die sich bei der Beauftragung von Fachfirmen stellt, ist diejenige nach den Kosten. Mitunter können Sie erst entscheiden, ob es sich lohnt, eine bestimmte Arbeit durchführen zu lassen, wenn Sie den finanziellen Aufwand genau kalkulieren können. Um eine solche Kalkulation auf die Beine stellen zu können, führt kein Weg an Kostenvoranschlägen vorbei. Diese sollten Sie sich immer schriftlich von den jeweiligen Betrieben erteilen lassen, damit Sie etwas in der Hand haben, wenn es um die spätere Rechnungsstellung geht. Aber Vorsicht: Auch bei Kostenvoranschlägen gilt es einiges zu beachten, damit diese wirklich eine Hilfe bei der Auswahl einer Fachfirma sein können.

  • Mehrere Kostenvoranschläge: Genaue Festlegung der Leistungen 

Holen Sie nur einen einzelnen Kostenvoranschlag ein, können Sie unter Umständen zwar prüfen, ob sich die beabsichtigte Investition lohnt, Sie können aber keine Aussage darüber treffen, ob das vorliegende Angebot eher günstig oder eher kostspielig ist. Holen Sie aus diesem Grunde immer mehrere Kostenvoranschläge unterschiedlicher Fachfirmen ein. Achten Sie hierbei darauf, dass Sie bei allen Angebotseinholungen die gleichen Leistungen und Rahmenbedingungen festlegen, um tatsächlich alle Angebote miteinander vergleichen zu können.


  • Prüfung der Kostenvoranschläge

Haben Sie alle Kostenvoranschläge von den kontaktierten Fachfirmen erhalten, müssen Sie in einem weiteren Schritt jeden einzelnen Kostenvoranschlag prüfen. Achten Sie dabei darauf, dass dem Angebot alle Leistungen zugrunde gelegt wurden, die Sie angegeben haben. Rein theoretisch kann es passieren, dass durch ein Missverständnis ein Posten unbeachtet bleibt und der jeweilige Kostenvoranschlag vor diesem Hintergrund dann nicht mit den übrigen vergleichbar ist. 

  • Unverbindliche vs. verbindliche Kostenvoranschläge

Sie sollten immer, wenn Sie die Kosten für die jeweilige Leistung genau kalkulieren möchten, einen verbindlichen Kostenvoranschlag bzw. einen Festpreis vereinbaren. Laut der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen können Unternehmen normale, unverbindliche Kostenvoranschläge nämlich zulässig um 15 bis 20 Prozent überschreiten. Die Verbraucherzentrale rät in diesem Zusammenhang zu einer Festhaltung von Leistungsabsprachen und Festpreis im Auftrag. 

  • Kosten für Kostenvoranschläge

Auch die Kostenvoranschläge können Kosten verursachen – dies ist besonders dann ärgerlich, wenn man mehrere Angebote eingeholt hat. Allerdings müssen Sie die Kosten für einen Kostenvoranschlag nur dann tatsächlich übernehmen, wenn der Anbieter die Erhebung derselben mit Ihnen vereinbart hat. Darauf weisen unter anderem die Stiftung Warentest sowie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hin. 

Auswahl eines Angebots

Die endgültige Entscheidung für das Angebot einer bestimmten Fachfirma fällen Sie am besten, indem Sie das Preis-Leistungs-Verhältnis beurteilen. Nach der Beauftragung eines Betriebes können Sie die übrigen Angebote anderer Fachfirmen absagen.

  • Preis-Leistungs-Verhältnis

Sind alle Kostenvoranschläge, die bei Ihnen eingegangen sind, vergleichbar, da sie die gleichen Leistungen berücksichtigen, können Sie mit einem Vergleich der Angebote beginnen. Achten Sie dabei unter anderem darauf, dass Sie Bruttobeträgen immer nur Bruttobeträge gegenüberstellen. Der Preis muss im Übrigen nicht das einzige Entscheidungskriterium bei der Wahl einer Fachfirma sein. Zwar haben Sie schon durch eine erste Auswahl nur seriöse Anbieter identifiziert, allerdings kann es auch zwischen diesen Anbietern noch Unterschiede zum Beispiel in Hinblick auf zusätzliche Serviceleistungen und Qualifikationen geben. Grundsätzlich sollten Sie zum Fachbetrieb, den Sie später auswählen, bereits bei der Einholung eines Kostenvoranschlages einen guten Draht aufgebaut haben. Positive Merkmale sind dabei eine gute Erreichbarkeit sowie eine schnelle Reaktion auf Ihre etwaigen Rückfragen.

  • Erteilung des Auftrages

Haben Sie ein Angebot erhalten, das Ihnen hinsichtlich der Kosten und Leistungen zusagt, können Sie den Auftrag der jeweiligen Fachfirma erteilen. Vergewissern Sie sich hierbei, dass der Betrieb den anvisierten Zeitraum für die Arbeiten auch jetzt noch einhalten kann, und halten Sie sicherheitshalber alle Vereinbarungen in einem Vertrag/Auftrag fest bzw. prüfen Sie Verträge genau, die Ihnen vorgelegt werden. 

  • Absage anderer Angebote

Der Fairness halber sollten Sie zudem alle Angebote von anderen Fachfirmen absagen, die Sie nicht annehmen möchten. Dies erleichtert nicht nur den Betrieben die Planung, auch Sie bleiben hierdurch sicherlich in besserer Erinnerung als Verbraucher, die keine Rückmeldung zum Angebot liefern. Dies kann für Sie von Vorteil sein, wenn Sie später doch einmal auf die Dienste des besagten Betriebes zurückgreifen möchten. 

Probleme bei der Auftragsabwicklung

Auch wenn Sie sich mit der Auswahl einer Fachfirma sehr viel Mühe gemacht haben, kann es wider Erwarten geschehen, dass es Probleme bei der Ausführung der Arbeiten gibt. Die möglichen Szenarien sind dabei vielfältig: Manchmal stellen Firmen Arbeiten nicht im vereinbarten Zeitraum fertig, ab und an wird erst während der Arbeiten ersichtlich, dass doch höhere Kosten zu erwarten sind, und bisweilen werden Leistungen nicht vollständig oder aber mangelhaft erbracht. Sie als Verbraucher müssen sich in vielen Fällen allerdings nicht alles gefallen lassen. Sollten sich tatsächlich einmal Probleme bezüglich der Leistungen einer Fachfirma ergeben, suchen Sie am besten unmittelbar Rat bei einer Verbraucherzentrale oder bitten Sie die zuständige Kammer um eine Schlichtung. Bei schwerwiegenden Fällen suchen Sie Unterstützung bei einem Sachverständigen und bei einem Anwalt.  


Holger Zechlin, Geschäftsführer der Evendo Consulting GmbH und Betreiber von emero.de, dem Portal für Bad- und Küchen-Armaturen 

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