Als Innenarchitektin kennt sie sich bestens aus mit moderner Raumgestaltung. Und so war es für Frauke Reymann gleichermaßen Beruf und Berufung, dem Stadthaus in Hamburg-Harburg ein neues Innenleben zu schenken. Die 140 Jahre alte Arztvilla überrascht nun mit luftiger Leichtigkeit.

Umbau-Beispiel: Arztvilla in Hamburg-Harburg

Ursprünglich 1872 erbaut und in den 1930ern durch Um- und Anbauten noch einmal verändert, verfügt das stattliche Haus über den ganz besonderen Charme altehrwürdiger Gemäuer. Doch wenn man wie Familie Reymann nach etwas Besonderem sucht, bietet das großzügige Gebäude viel Freiraum für frische Wohnideen. „Vor allem der Kontrast zwischen außen und innen, zwischen Alt und Neu, hat uns gereizt“, so die Hausherrin. Ihr Mann, Holger Reymann, ergänzt: „Von Anfang an waren wir auch von der großzügigen Wohnfläche begeistert. Hier ist nichts beengt, es gibt genügend Platz, unsere Wohnideen auszuleben. Und unsere Tochter freut sich natürlich riesig über so viel Raum zum Toben und Spielen.“ Die Voraussetzungen für ein gleichermaßen exklusives wie individuelles Zuhause waren mit dem Erwerb dieses Praxis- und Wohnhauses also geschaffen. Zwischen Kauf und Einzug lagen dann neun Monate umfangreicher Umbau- und Modernisierungsarbeiten. Ein lohnenswerter Aufwand.

Während sich die Hausherrin im Untergeschoss des Bürgerhauses ein Büro und Atelier eingerichtet hat, wurde das cirka 150 Quadratmeter große Obergeschoss zu einem wahren Wohntraum für die Familie. Bei der Modernisierung der Räumlichkeiten lag das Augenmerk vor allem darauf, Licht in die dunklen Gemäuer einziehen zu lassen. Dies gelang mit hellen Farben für Wände und Ausstattung und durch das Öffnen der Dachflächen. So kam sogar Licht in die schattig gelegenen Räume im hinteren Teil des Hauses – ein großer Zugewinn an Wohnqualität. Dafür sorgte auch das Entfernen verschiedener Leichtbauwände, sodass aus kleineren größere Räume entstanden.

Wellnessbad mit schlauem Beleuchtungssystem

Wo beispielsweise früher ein kleines Badezimmer und die alte Küche waren, befindet sich heute ein 17 Quadratmeter großer Wellnessbereich – inklusive frei stehender Badewanne, bodengleicher Dusche und Sauna. Für eine angenehme Beleuchtung in der innen liegenden und somit fensterlosen Wohlfühloase sorgt ein ausgeklügeltes Beleuchtungssystem aus verschiedenen Kunstlichtlampen und einem Tageslicht-Spot von Velux mit Designelement des britischen Designers Ross Lovegrove. Dieses spezielle Dachfenster leitet das Tageslicht innerhalb einer hoch reflektierenden Metallröhre durch den unbewohnbaren Dachstuhl und versorgt das sonst fensterlose Badezimmer über diesen Lichttunnel mit Tageslicht. Tritt das Licht im Badezimmer aus dem Tunnel an der Decke aus, trifft es auf ein für den Designer Ross Lovegrove typisches, kegelförmiges Deckenelement, mit dem sich der Lichteinfall indi-viduell ausrichten lässt – effektvolle Lichtreflektionen inklusive. Selbstverständlich sind im Deckenauslass der Lichtröhre versteckt Leuchtmittel installiert – so kann das edle „Designfenster“ auch am Abend und in der Nacht als Deckenleuchte genutzt werden. 

Einladendes Wohnambiente

Moderne Behaglichkeit – so könnte man das Wohnmotto der Hausbesitzer bezeichnen – findet sich auch in der neuen, von der Bauherrin selbst entworfenen Wohnküche der Stadtvilla. Dort, wo einst ein recht ungemütliches Esszimmer war, laden heute 25 lichtdurchflutete Quadratmeter mit moderner Küchenzeile, einem granitverkleideten Mittelblock und einem schönen Essbereich ein zum gemeinsamen Schlemmen mit Familie und Freunden. Das sich direkt anschließende farbenfrohe Loungezimmer komplettiert die Wohn-Ess-Kombination auf perfekte Weise und bietet so ein überaus gemüt-liches und gleichermaßen zeitgemäßes Wohnambiente.

Ungehinderter Ausblick

Vom Luxus-Bad gelangt man direkt in das großzügige Schlafzimmer. Auch hier wurden im Zuge der Umbaumaßnahmen Leichtbauwände entfernt, sodass sich der ehemals verwinkelte dunkle Raum nun großzügig und hell präsentiert. Wand- und Bodenbeläge wurden erneuert und helle, warme Farben hielten Einzug. Zwei Flachdach-Fenster sorgen für viel Tageslicht, Frischluft und einen ungehinderten Blick in den Himmel. „Durch den Lichteinfall von oben können wir viel länger auf künstliches Licht verzichten“, freut sich Holger Reymann. Und seine Frau ergänzt: „Abends vom Bett aus in den Sternenhimmel zu sehen, ist einfach unglaublich gemütlich.“ Per Funksteuerung lassen sich die Fenster bequem bedienen, ein Regensensor schließt die Fenster automatisch bei den ersten Tropfen. Für angenehme Temperaturen an heißen Sommertagen sorgen obendrein die solarbetriebenen Hitzeschutz-Markisen an den Fenstern. Raffiniert: Die Markisen stoppen die Sonnenstrahlen vor der Fensterscheibe, was den Wärmeeinfall deutlich reduziert. Dank des durchsichtigen Netzstoffes der Markisen kommt dennoch genügend Tageslicht in den Raum.

Mit Mini-Kraftwerk

Für Wohlfühl-Temperaturen im Haus sorgt eine Fußbodenheizung. Sie ist – ebenso wie die Warmwasserbereitung – angeschlossen an ein modernes Mini-Blockheizkraftwerk im Keller der Villa. Die gleichzeitige Erzeugung von Wärme und Strom reduziert den Energieverbrauch um rund ein Drittel, den CO2-Ausstoß um mehr als 50 Prozent. Überschüssiger Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist. Somit ist nicht nur die Wohnatmosphäre, sondern auch die Ökobilanz dieses alten Bürgerhauses inzwischen einfach traumhaft.

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