Dachgeschosswohnungen sind nicht nur wegen des Ausblicks über die Dächer einer Stadt sehr beliebt. Dieses Beispiel zeigt auch die anderen Vorteile.

Dachbodenausbau – Dem Himmel so nah

Zwischen Maschsee und Stadtwald, zehn Minuten entfernt von der Hannoveraner Innenstadt, hat sich Familie Habbel ihr neues Zuhause eingerichtet. Die Dachwohnung des Lehrerehepaars kann man getrost als etwas Besonderes bezeichnen – denn so viel Himmel wie hier gibt es in den eigenen vier Wänden selten.

Als das fünfgeschossige rote Backsteinhaus in der Südstadt von Hannover 2008 modernisiert und die Wohneinheiten in Eigentumswohnungen umgewandelt wurden, fand auch der bis dahin nicht ausgebaute 230 Quadratmeter große Dachboden seine Eigentümer. Nach ihrem Wunsch wurde der Dachrohling in zwei separate Einheiten geteilt. Es entstanden eine größere Wohnung mit cirka 96 Quadratmetern für den Eigenbedarf und eine kleinere mit rund 64 Quadratmetern zum Vermieten. Beide Wohnungen, deren Ausbaukosten rund 1.500 Euro pro Quadratmeter betrugen, sind jedoch so konzipiert, dass sie bei Bedarf ohne großen Aufwand zusammengelegt werden könnten.

Fast wie Urlaub
Das große Mehrfamilien-Eckhaus, in dem sich das neue Zuhause von Dagmar und Peter Habbel befindet, wurde 1937 erbaut und fügt sich in die damals typische Randbebauung deutscher Städte ein. Da es eine städtebauliche Voraussetzung ist, die abgewalmte Hausecke nicht mit Gauben oder Dacheinschnitten zu verändern, musste ein baurechtlicher Kompromiss für die neue Dachgeschosswohnung gefunden werden. Dieser besteht in einer großzügigen Verglasung, durch die nicht nur zusätzlicher Raum gewonnen werden konnte, sondern die sich auch als unverhofft positives Lichtgeschenk entpuppte, denn aus der ehemals dunklen Dachbodenecke ist ein heller, offener Küchenbereich mit modernem Küchentresen und Esstisch entstanden. „Wenn wir beim Frühstück am Küchentisch über die Dächer Hannovers und die Parksilhouette im Hintergrund gucken, ist das einfach toll“, schwärmt die Hausherrin und ergänzt: „Es fühlt sich fast ein bisschen nach Urlaub an.“

Wohnen und arbeiten mit Weitblick

Aber nicht nur die Dachecke wurde großzügig verglast, die Besonderheit dieser Wohnung zeigt sich vor allem im Wohn- und Arbeitsbereich. Hier fungieren nämlich lange Lichtbänder an den Dachschrägen als Tageslicht- und Frischluftquelle. Und dank des tollen Ausblicks übernehmen sie quasi auch die Aufgabe einer Wanddekoration: Sie setzen Akzente, sorgen für Farbe und Abwechslung im Raum. Für die Lichtbänder, die jeweils vom Fußboden bis zum Scheitelpunkt des Satteldaches reichen, wurden Schwingfenster, von denen einige per Funk-Fernbedienung steuerbar sind, Klapp-Schwing-Fenster und die Dachfenster bis zum Fußboden verlängernde feststehende Zusatzelemente von Velux verbaut. Sie sorgen für ausreichend Frischluft und somit für ein angenehmes und gesundes Raumklima. Dank der elektrisch betriebenen Hitzeschutz-Markisen an den Dachfenstern  bleiben Sonne und Hitze im Sommer zwar draußen, genügend Tageslicht fällt trotzdem ein. Im Wohnbereich hat Familie Habbel außerdem eine kleine Galerie einbauen lassen, die über eine leichte, sich harmonisch ins Gesamtbild einfügende Stahltreppe zu erreichen ist und als zusätz-
licher Arbeitsbereich genutzt wird.

Fließende Übergänge

Der Schlafraum ist auf Wunsch der Bauherren lediglich mit einem maßgefertigten Faltelement von der übrigen Wohnfläche abgetrennt. Das Ergebnis: ein großzügiger, offener Raumeindruck. Dieses Konzept zieht sich durch die gesamte Wohnung. So sind auch zwischen Arbeitszimmer und Küche Verglasungen, und auch der Übergang vom Schlafzimmer zum Bad ist fließend. Im Badezimmer selbst entsteht der großzügige Raumeindruck durch Glaselemente und -schiebetüren, die die einzelnen Badbereiche voneinander trennen.

Positive Energiebilanz

Für kuschelige Wärme an kühlen Tagen sorgt eine Fußbodenheizung unter dem schönen Eichenparkett. „So konnten wir auf Stellfläche für Heizkörper verzichten“, freut sich Peter Habbel. Ebenfalls im Fußboden integriert ist eine Lüftungsanlage mit ökonomisch wertvoller Wärmerückgewinnung – störende Rohrführungen konnten so vermieden werden. Auf Frischluft nach Bedarf durch die großzügigen Dachflächenfenster möchten die glücklichen Bewohner trotzdem nicht verzichten. Die Gasetagenheizung wird mit modernster Brennwerttechnik betrieben, der Warmwasserspeicher zusätzlich durch eine Solaranlage unterstützt – ein eindeutiges Plus für Geldbeutel und Energiebilanz.

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