Alles rund um den neuen Fliesenbelag

Ihr Bodenbelag lässt langsam nach? Wir zeigen was bei der Verlegung des neuen Fliesenbodens wichtig ist.

Aufbau des alten Bodens

Ausgangspunkt - Die Küche einer Wohnung in einem Gebäude der Jahrhundertwende. Es war nicht die erste Modernisierung. Die originale Oberfläche in Form von Massivparkett befand sich unter einem Aufbau aus Ausgleichsschüttung, Hartfaserplatten und schließlich PVC-Belag. Dieser hatte inzwischen sehr gelitten und der Boden insgesamt hing in der Raummitte beträchtlich durch. Er quittierte kräftiges Auftreten mit mehr oder weniger starkem Knarren und Gläserklirren in den Schränken. Die darunter liegende Balkenkonstruktion war aber noch intakt und tragfähig, weshalb sie so beibehalten werden konnte. Um das Knarren und Winden dauerhaft abzustellen, entschloss sich unser Bauherr zu einer Komplettsanierung. 

Leichter Fliesenbelag mit geringer Aufbauhöhe

Das Ziel war klar - Ein stabiler und tragfester Boden, auf dem ein hochwertiger terracotta-farbener Fliesenbelag verlegt werden sollte und das Ganze natürlich ohne massive Gewichtsbelastung und möglichst mit geringer Aufbauhöhe. Nur der Weg dorthin musste noch gefunden werden. Das Einfachste wäre natürlich gewesen, das alte Parkett zu belassen. Aber wie darauf aufbauen, ohne zu große Aufbauhöhen zu erhalten und ohne dass der Boden wieder bei Belastung nachgibt? Nach intensiver Recherche wurde unser Bauherr schließlich fündig. Eine Produktneuheit, die sämtliche Anforderungen hinsichtlich Aufbauhöhe, Stabilität und Gewicht erfüllt, sollte als Fundament für den neuen Fliesenbelag dienen.

Wabenplatten als Fundament für die Fliesen

Dabei handelt es sich um leichte Platten aus verzinktem Stahlblech, die eine spezielle Wabenstruktur aufweisen. In diese Wabenplatten wird System-Fließestrich gegossen, wodurch eine extrem stabile Armierung entsteht. Die je nach Anforderung in unterschiedlichen Stärken erhältlichen Wabenplatten, bestehen aus zwei miteinander verbundenen, strukturierten Stahlblechen. Mittels an den Platten angebrachter Biegelaschen lassen sich diese kinderleicht miteinander zu einer beliebig großen Fläche verbinden. Die Einzigartigkeit dieses neuartigen Bodenaufbaus liegt darin, dass er extrem flach, selbsttragend und leicht, dabei aber hoch tragfähig (Verkehrslast bis 500 kg/qm) ist und weitgehend gleich: Schlägt ein klassischer Estrichaufbau mit rund 130 kg pro Quadratmeter zu Buche, sind es bei diesem Verfahren gerade einmal rund 30 kg/qm (10-mm-Ausführung) – eine Gewichtsreduzierung um nahezu 80 Prozent.

Der Clou -
Durch die speziell geformte Wabenstruktur lassen sich die Wabenplatten auch als innovatives Komplettsystem zum Einbau einer Fußbodenheizung nutzen. In unserem Fall kam diese Variante aber nicht zum Einsatz, da keine Warmwasser-Zentralheizung vorhanden war. Natürlich lassen sich auf dem mit Wabenplatten erstellten Estrichboden sämtliche gängige Bodenbeläge wie Holz, Fliesen, Teppichboden o. ä. verlegen.

Bodensanierung bei begrenzter Aufbauhöhe

Wie bei Altbausanierungen häufig der Fall, war auch bei unserem Küchenboden nur eine geringe Aufbauhöhe möglich. Da sich mit dem Wabenplattensystem je nach Sanierungssituation unterschiedliche Höhen ohne Tragfähigkeitsnachteil realisieren lassen, war die niedrigste Aufbauhöhen-Variante von 10 Millimetern hier geradezu ideal. Denn die bestehenden Türen und Türstöcke sollten weiter verwendet werden und auch die Bodenhöhe der Küche sollte noch zu denen der angrenzenden Räume passen. Nun ist aber jedes Bauvorhaben individuell, weshalb auch in unserem Küchenobjekt vor der Plattenverlegung noch eine kleine Vorarbeit zu erledigen war: Durch das ausgeleierte Parkett in der Raummitte waren Bodenunebenheiten bis zu vier Zentimetern zu den Randbereichen zu verzeichnen, sodass diese erst noch mit einer Nivellierschicht aus speziellem Leichtmörtel ausgeglichen wurden. Auf diesem Untergrund konnten dann die Wabenplatten eine gleichmäßige Auflagenfläche finden. 

Hier gelangen Sie zur Schritt-für-Schritt Arbeitsanleitung.

Urlaubsflair mit mediterranen Fliesen

Bodenbeläge prägen Räume ganz erheblich. In unserem Beispiel verwandelten die großflächigen Fliesen aus Keramik im warmen, mediterranen Farbton mit ihren farblich perfekt abgestimmten Bordüren die ehemals nüchtern wirkende Küche in ein gemütliches Ambiente, das ebenso zum Verweilen wie zum Arbeiten und Genießen einlädt. Damit die Freude an diesem ansprechenden Boden auch Bestand hat, wurden vom Fliesenleger professionelle Kleber, Fugenmassen und Silikone eingesetzt, die speziell aufeinander abgestimmt sind und durch schnelle Aushärtung erfreulich geringe Wartezeiten für den Küchenaufbau mit sich bringen. Das Motto „Schnelligkeit am Bau” – hier also keine bloße Phrase!

Praxis Tipp – flache Fußbodenheizung

Weil die Aufbauhöhen und das zusätzliche Gewicht zu groß sind, wird in Altbauten auf den nachträglichen Einbau einer Fußbodenheizung oft verzichtet. Und damit auf angenehme Strahlungswärme und ein Wärmeverteilsystem mit niedriger Vorlauftemperatur, bestens geeignet zur Kombination mit einer neuen Heizanlage, besonders einer Wärmepumpe. In solch einem Fall wären die Wabenplatten eine Überlegung wert. Eine Heizschlange aus Fünf-Schicht-Verbundrohr wird einfach durch die Waben „gefädelt“. Anschließend werden die Platten mit dem systemeigenen Fließestrich vergossen, wobei eine Estrichüberdeckung von nur 5 mm notwendig ist – insgesamt 15 mm Aufbauhöhe inklusive Estrich. Die Wärmeleitfähigkeit des Stahlblechs ist so exzellent, dass schon nach 10 Minuten eine ideale, gleichmäßige Wärmeverteilung erreicht wird. Ist die Heizzentrale eine Wärmepumpe mit Umkehrfunktion, kann im Sommer gekühlt werden.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema: Fußbodenheizung

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