Klimabilanz mit Holz verbessern

Zum Bau- und Werkstoff Holz gibt es keine Zukunftsalternative. Insbesondere dann nicht, wenn man beim Renovieren auch das Klima schonen möchte. Die neue Initiative HolzProKlima trägt die Fakten zusammen: Hausbesitzer denken immer nachhaltiger und nutzen verstärkt natürliche Bau- und Werkstoffe, allen voran Holz.

Ökologische Vorteile

Beim Umbauen und Modernisieren setzen längst 75 Prozent der Bauherren den ältesten Baustoff der Welt ein: Holz. Jüngst stellte das Marktforschungsunternehmen BauInfoConsult als Ergebnis einer Umfrage bei 180 Planern fest, dass beim Holz bis zum Jahr 2016 ein markantes Wachstum von rund 8,5 Prozent realistisch ist. Lars Schmidt vom Bundesverband Säge- und Holzindustrie Deutschland e.V. (BSHD) überrascht diese Prognose nicht: "Für Holz sprechen die vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten und die ökologischen Vorteile insbesondere gegenüber anderen energieintensiveren Baumaterialien. Technologische Neuerungen in der Holzverarbeitung eröffnen dem Rohstoff immer breitere Einsatzmöglichkeiten." Schmidt freut, dass die positiven Eigenschaften immer mehr Bauherren bekannt werden. Relativ unbekannt dagegen sei den Verbrauchern immer noch, welche enormen Potenziale Holz für den Ressourcen- und vor allem den Klimaschutz habe. Und auch die Politik vernachlässige die Rolle von Holz und Holzprodukten bislang sträflich, wenn es um die Anerkennung seiner Klimaleistungen gehe.

Holz als Treibhausgasfänger

Zehn Verbände der Holzwirtschaft haben genau deshalb eine Initiative gestartet, deren Name Programm ist: HolzProKlima. Dr. Peter Sauerwein, Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Holzwerkstoffindustrie (VHI), hat die Initiative mitbegründet. Er erklärt die grundlegende Bedeutung von Holz und seiner Verwendung für den Klimaschutz: "Stellen Sie sich vor, Wissenschaftler würden eine Art CO2-Fänger erfinden: ein Verfahren, das das klimaschädliche Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) ununterbrochen aus der Luft holt und zu einem Material verfestigt. Und noch besser: Dieses Material besäße ideale Eigenschaften, um überall auf der Welt als Werk- und Baustoff zu dienen. Das wäre eine wissenschaftliche Sensation, wenn es diese Super-Entdeckung nicht schon längst gäbe: nämlich das Holz. Das wollen wir jetzt in Erinnerung rufen."

Substitutionseffekt

Es ist nicht nur das Holz der lebenden Bäume in unseren Wäldern, das enorm viel CO2 bindet. Egal ob als Schnittholz, als Spanplatte, als Schrank oder Kiste: alle Holzprodukte speichern während ihres Produktlebenszyklus CO2 und geben ihn erst wieder ab, wenn die Holzfasern nicht mehr aufbereitet und recycelt werden können sondern der Energiegewinnung dienen. In einer aktuellen Studie des Johann-Heinrich-von-Thünen-Instituts wird diese CO2-Bindungsfähigkeit mit eindrucksvollen Zahlen belegt. Holzprodukte haben in Deutschland im Jahr 2011 nachweislich rund 105 Mio. Tonnen CO2 gebunden. Das entspricht der fünffachen Menge der Gesamtemissionen Berlins oder knapp 15 Prozent der Treibhausgasemissionen in der Bundesrepublik. Ein großer Teil dieser Mengen kommen neben der Speicherwirkung durch die Holznutzung durch den "Substitutionseffekt" zustande: Holz ersetzt oftmals Materialien wie Metall, Zement oder Stahl, die wesentlich mehr Energie bei ihrer Herstellung verbrauchen, aber gleichzeitig kein CO2 binden – sich also negativ auf das Klima und die Umwelt auswirken.

Jeder Einzelne gefordert

Aber auch die "kleinen Zahlen" der Holz-Statistik verblüffen. Eine Zimmertür, bestehend aus 10 kg Holz, bindet rund 19 kg CO2, neue Badezimmermöbel 150 kg CO2, ein Parkettboden aus 125 kg Holz bringt es auf ein Äquivalent von 240 kg CO2 und eine neue Einbauküche 300 kg CO2. Ein Niedrigenergie-Holzhaus aus 43.900 kg Holz bindet Kohlenstoff in einer Größenordnung von mehr als 80 Tonnen CO2 (siehe Grafik). Jeder Bauherr und Hausbesitzer kann also tatkräftig mithelfen, mit Holzprodukten die Klimabelastung zu senken – natürlich auch in anderen Lebensbereichen. Weitere praxisnahe Anregungen hierzu gibt es unter www.holzproklima.de im Abschnitt "Was jeder Einzelne tun kann".

Kohlendioxid-Zähler

Auf der Startseite der neuen Webpräsenz www.holzproklima.de ist ein CO2-Zähler installiert, der unaufhörlich tickt und plakativ veranschaulicht: So viele Tonnen CO2 werden durch den Einsatz von Holzprodukten in Deutschland vermieden. 2011, im Internationalen Jahr der Wälder, waren es 105 Mio. Tonnen CO2. Ein Vergleich verdeutlicht die Bedeutung dieser Zahl: Durch Erneuerbare Energien – seit Jahren in aller Munde – sparte Deutschland 2011 rund 127 Mio. Tonnen CO2 ein. Also höchste Zeit, sich auch die enorme Klimaschutzwirkung durch Holzprodukte von der OSB-Platte über Holzfenster bis zur Firstfette genauer anzuschauen.

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