Feuchtigkeit und Schimmel im Haus

Feuchte in der Bausubstanz ist eine ernste Sache. Stahlträger und Betonbewehrung können korrodieren, Schimmelbefall wird begünstigt, der nicht nur eine Gesundheitsbelastung ist. Säurebildende Schimmelpilze können die Bausubstanz angreifen. In Holzbauten wirkt der Echte Hausschwamm zerstörerisch. Als erstes aber bleibt immer die Energieeffizienz auf der Strecke. Denn feuchte Wände dämmen in etwa so gut wie nasse Socken.

Ursachen für feuchte Wände

Ein Rohrbruch oder ein Defekt der Waschmaschine werden in der Regel schnell entdeckt und behoben. Sehr viel tückischer ist die ganz normale Luftfeuchte, die durch Atmen, Kochen, Baden, Duschen ansteigt. Wird vor allem in den modernen, nach Vorschrift luftdicht gebauten Häusern nicht ordentlich gelüftet, kondensiert sie an kühlen Bauteilen und schafft dort optimale Wachstumsbedingungen für Schimmelpilze.

Altbauten erwischt es typischerweise, wenn lediglich die Fenster ausgetauscht wurden. Der eingekerkerten Luftfeuchte bleibt gar nichts anderes übrig, als sich innen an den noch immer recht kühlen, weil ungedämmten Außenwänden niederzuschlagen. Also keine halben Sachen: Schnellstens sollte die Dämmung der Außenhülle nachgeholt werden. Zur Belohnung werden sich die Heizkosten weiter verringern.

Hat die Luftdichtheitsschicht Lecks, gelangt warme Raumluft in die Dämmschicht und durchfeuchtet diese. Baufeuchte, mit Putzen, Mörteln, Beton oder Dispersionsfarben ins Haus gekommen, muss in den ersten zwei bis drei Jahren nach Einzug „weggeheizt“ werden, was aber oft nicht geschieht. In Altbauten ziehen oft sogenannte Mauersalze das Wasser an (siehe Kasten).

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Drückendes Wasser

Von außen dringen Niederschläge durch undichte Dächer und Fassaden, undichte Fenster. Vor allem das Untergeschoss aber ist gefährdet, mal mehr – von „drückendem Wasser“ –, mal weniger, von der ganz normalen Bodenfeuchte sowie Sickerwasser („nicht drückendes Wasser“). Von unten kann Wasser dank Kapillarkraft durch die Mauern bis ins Erdgeschoss steigen.

Mauersalz

Eng verbunden mit der Feuchtebelastung ist die Gefährdung der Bausubstanz durch Salze, vor allem Sulfate und Nitrate. Sie können aus Düngemitteln oder Streusalzen stammen, die ins Grundwasser und mit ihm ins Gemäuer gelangt sind oder sind Überbleibsel aus archaischeren Zeiten, in denen die Architektur vor den Ausscheidungen von Mensch und Tier nicht sicher war. Im Wasser gelöst, sind sie zumindest für das Mauerwerk ungefährlich – beim Auskristallisieren aber dehnen sie sich aus und zerstören die Poren, was zu den bekannten Abplatzungen führt, oder sie zeigen sich als Ausblühungen. Außerdem ziehen sie Wasser an, auch das in der Raumluft enthaltene („hygroskopische Feuchte“). Eigens entwickelte Sanierputze (WTA-Zertifikat!) jedoch bilden so große Poren aus, dass ihnen die Kristalle nichts anhaben können.

Feuchtigkeit im Keller – Maßnahmen

Je älter der Keller, desto mangelhafter ist in der Regel die Abdichtung – wenn überhaupt vorhanden. Die in den Wänden aufsteigende Nässe kann man nun durch Kapillarsperren aufhalten, in Form von Injektionen mit Paraffin, Silikonharzlösungen oder mittels eingelegter Folien. Gegen seitliche Belastung hilft nur Freilegen der Außenwand. Es folgen Säuberung, Grundierung, eventuell Auftragen eines Ausgleichsputzes, dann eine rissüberbrückende Beschichtung, meist Bitumen, gegebenenfalls eine druck- und wasserfeste Dämmschicht. Eine Dränschicht führt Niederschläge ab, darüber hinaus sollte unterhalb des Fußpunktes eine Dränage geschaffen oder die bestehende erneuert werden. 

Ist ein Gebäude von außen nicht zugänglich, muss innen abgedichtet werden. Prinzipiell wird so wie außen vorgegangen, wobei die eigentliche Sperre meist mit Dichtungsschlämme, Bitumen, Flüssigkunststoffen oder Dichtungsbahnen hergestellt wird. Ob starre oder flexible Beschichtungen zu wählen sind, ist nach Situation zu entscheiden. Da die Wand dahinter nicht austrocknen und daher kalt bleiben wird, ist eine Wärmedämmung, etwa mittels Kalziumsilikatplatten, sinnvoll. Sonst wird sich weiter Luftfeuchte niederschlagen. Schimmelresistente Kalkputze und Kalkfarben können den Abschluss bilden.

Feuchteschäden erkennen

Schon beim Verdacht auf Feuchteprobleme sollte man unbedingt eine Fachkraft für Bautenschutz beauftragen. Die findet auch versteckte Schäden und empfiehlt die passenden Maßnahmen. Mitglieder des „Bundes der Energieverbraucher“ können schon einmal selber loslegen: sie leihen sich die „Anti-Schimmel-Box“ aus, die Feuchtigkeitsmesser, Infrarot Thermometer und Messprotokoll enthält (siehe www.energieverbraucher.de).

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