Mit Wasserleitungen bestens versorgt

Veraltete Wasserleitungen können zu undichten Stellen führen. Ein Austausch des Leitungssystems schafft Abhilfe.

Gesundheitliche Belastung

Bis 1973 war Blei ein beliebtes Material für Wasserleitungen. Allerdings wurden Bleirohre nicht grundlos durch bessere Materialien ersetzt. Blei gefährdet nicht nur die Gesundheit von Kindern und Säuglingen, sondern stellt auch für Erwachsene einen Risikofaktor dar. Ebenso wie Kupferleitungen, die Schäden der Niere, Leber oder des Immunsystems hervorrufen können.

Neben der Belastung durch Schwermetalle spielt die mikrobakterielle Verunreinigung eine Rolle. Kolibakterien lösen Darmbeschwerden aus und sind vor allem für jungen Menschen eine ernste Gefahr. Legionellen hingegen führen besonders bei älteren und geschwächten Personen zu schweren Lungenentzündungen. Derartige Bakterien befinden sich in Stagnationswasser, im Wärmespeicher oder in Biofilmen.

Mögliche Leitungsmaterialien

Entscheiden sich Renovierer für einen Austausch ihrer alten Wasserleitungen, stehen viele Möglichkeiten zur Verfügung. Anerkannte Verbände wie der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) testen die Materialien und damit deren Unbedenklichkeit.

Eine Zertifizierung ist nicht zwingend vorgeschrieben. Demnach sind Leitungen aus innenverzinntem Kupfer, Edelstahl, verzinktem Stahl oder Aluminium-Mehrschichtverbundrohre unbedenklich. Regelmäßige Wartungen schützen alle Leitungen, um eine Verunreinigung auszuschließen.

Auch Kunststoff biete viele Vorteile:

  • Das System rostet nicht, da keine Oxidation stattfindet
  • Die glatte Oberfläche verhindert Kalk- und Schmutzablagerungen
  • Scharfe Reinigungsmittel und Säuren richten keine Schäden an

Verbindung der Rohre

Zu den wichtigsten Komponenten eines Rohrsystems zählen die Verbindungsstücke. Sie sind maßgeblich für die Dichtheit und Langlebigkeit der Anlage zuständig. Veraltete Klebeverbindungen erhält man nicht mehr. Die neuen Varianten sind gepresst, gesteckt, gelötet oder geschoben. Wobei die Pressvariante am häufigsten angewandt wird.

Neue Leitungen können zudem störendes Rauschen verhindern. Dafür werden Schallschlucker installiert. Die verhindern eine Geräuschübertragung zwischen Wand und Rohr. Dadurch überträgt das Mauerwerk keine Geräusche mehr.

Probleme bei Wasserleitungen

Leitungssysteme leiden unter Rost-, Schmutz- und Sandpartikel, da diese den Rohren schwer zusetzen können. Über den Wassereingang am Gebäude gelangen sie ungehindert in den Privathaushalt. In der Installation entstehen aus den Teilchen elektrochemische Elemente. Die wiederum lösen eine sogenannte Punktkorrosion aus, bilden Rostknollen und führen zu Lochfraß.

Die eingeschwemmten Partikel verursachen außerdem Funktionsstörungen an Armaturen, Sanitäreinrichtungen und empfindlichen Geräten. Ein Trinkwasser-Schutzfilter verhindert solche Verschmutzungen - auch mikrobakterielle. Enthärtungsanlagen helfen bei stark kalkhaltigem Wasser und verhindern Kalkablagerungen in Leitungen, Armaturen und zum Beispiel Kaffeemaschinen.

  • Fachhandwerker stellen den Partikelfilter ein und ermöglichen eine reibungslose Funktionsweise. Foto: ZVSHK
  • Nicht dicht schließende Armaturen erhöhen nicht nur den Wasserverbrauch, sondern können auch verkeimen. Foto: ZVSHK
  • Verkalkte Wasserleitungen führen zu einem Druckverlust am Wasserhahn. Foto: Rohr-Doktor
  • Die vollautomatische Enthärtungsanlage liefert jederzeit optimales weiches Wasser. Foto: Judo

Wichtige Informationen für neue Wasserleitungen

  • Wasserdruck und Temperatur müssen berücksichtigt werden.
  • Ein Druckminderer schützt vor zu hohem Wasserdruck.
  • Dadurch wird auch ein Rückfließen, -saugen oder -drücken in die Anlage verhindert.
  • Die chemische Zusammensetzung des Leitungswassers muss beachtet werden.
  • Eine Wasserwertanalyse durch das städtische Wasserwerk liefert hilfreiche Informationen.
  • Viele Hersteller oder der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches geben einen umfangreichen Einblick.

News Renovierung