
Fassadensanierung: Schäden erkennen, Fassade erneuern und richtig beschichten
Die Fassade schützt das Haus vor Witterung und Feuchtigkeit. Risse, Abplatzungen, Algen oder beschädigte Fugen sollten deshalb nicht einfach überstrichen werden. In diesem Artikel zeigen wir, was bei der Sanierung wichtig ist und worauf es bei Putz, Holz, Klinker und Fassadenfarbe ankommt.
Wind, Regen, Hagel, UV-Strahlung und Temperaturschwankungen setzen jeder Hausfassade zu. Mit zunehmendem Alter können Risse, Abplatzungen, Verfärbungen oder Feuchteschäden entstehen. Bei Holzfassaden kommen beispielsweise Vergrauung, Rissbildung oder Fäulnis hinzu, bei Klinkerfassaden können vor allem die Fugen schadhaft werden.
Eine Fassadensanierung sollte deshalb nicht erst beginnen, wenn größere Schäden sichtbar sind.
Entscheidend ist zunächst, die Ursache eines Schadens zu klären. Feuchtigkeit kann beispielsweise über Risse, undichte Anschlüsse oder den Sockelbereich in die Konstruktion gelangen. Wird lediglich die Oberfläche überarbeitet, ohne die Ursache zu beseitigen, können die Schäden wieder auftreten.
Auch die energetische Qualität der Außenwand spielt bei einer Sanierung eine Rolle. Wenn ohnehin eine umfassende Erneuerung der Fassade ansteht, kann es sinnvoll sein, die Außenwand gleichzeitig energetisch zu verbessern.


Fassade vor der Sanierung genau prüfen
Welche Sanierungsmaßnahmen notwendig sind, hängt vom Zustand der Fassade, ihrem Aufbau und der Lage des Hauses ab.
Vor Beginn der Arbeiten sollte deshalb geprüft werden:
- Gibt es Risse oder Abplatzungen?
- Ist der Putz stellenweise hohl oder lose?
- Sind Fenster- und Türanschlüsse dicht?
- Gibt es Feuchtigkeitsschäden im Sockelbereich?
- Haben sich Algen, Flechten oder Moose gebildet?
- Ist der vorhandene Anstrich noch tragfähig?
- Wie stark ist die Fassade Sonne, Regen und Wind ausgesetzt?
- Gibt es konstruktiven Wetterschutz, etwa durch einen ausreichenden Dachüberstand?
Besonders wichtig ist der vorhandene Altanstrich.
Er bildet den Untergrund für die neue Beschichtung und muss deshalb ausreichend tragfähig sein. Einfach eine neue Farbe aufzutragen, obwohl die alte Beschichtung bereits abblättert oder kreidet, kann die Lebensdauer des neuen Anstrichs deutlich verkürzen.
Auch die unterschiedlichen Fassadenseiten sollten betrachtet werden. Eine Nordseite ist beispielsweise häufig weniger stark der Sonne ausgesetzt, während eine Süd- oder Westseite stärker durch UV-Strahlung und Witterung beansprucht werden kann.
Die richtige Fassadenfarbe für den Untergrund
Bei einer Fassadensanierung kommt es nicht allein auf den gewünschten Farbton an.
Entscheidend ist, welcher Untergrund vorhanden ist und welche Beschichtung darauf bereits besteht.
Je nach Untergrund kommen unterschiedliche Fassadenfarben und Beschichtungssysteme infrage. Besonders wichtig sind unter anderem Saugfähigkeit, Tragfähigkeit und Wasserdampfdurchlässigkeit. Auch die Lage des Gebäudes und die Sonneneinstrahlung können die Auswahl beeinflussen.
Interview mit Fassadenexperte Georg Arnds: Worauf es bei Fassadenfarbe und Beschichtung ankommt

Wir haben uns mit dem Fassadenexperten Georg Arnds, Technischer Berater bei der Brillux GmbH & Co. KG, unterhalten und erfahren, welche Fehler bei der Auswahl häufig gemacht werden und was bei Altanstrichen, Algenbefall, Wärmedämmung und dunklen Farbtönen zu beachten ist.
Wovon hängt die richtige Produktauswahl für eine Fassade grundsätzlich ab?
Georg Arnds: Entscheidend ist immer der Untergrund. Welche Eigenschaften bringt er mit? Vor allem die Saugfähigkeit ist die Ausgangsbasis. Je saugfähiger der Untergrund, desto diffusionsoffener, also atmungsaktiver, sollte die Farbe sein.
Welche typischen Fehler beobachten Sie bei der Auswahl von Fassadenfarben?
Georg Arnds: Ein häufiger Fehler ist die Wahl einer Farbe, die nicht zum Untergrund passt. Wird zum Beispiel auf einen mineralischen Kalkputz eine filmbildende Dispersionsfarbe aufgetragen, ist deren Wasserdiffusionswiderstand zu hoch.
Der saugfähige Untergrund kann wie ein Löschblatt Feuchtigkeit aufnehmen, die über Poren, Risse oder offene Anschlüsse eindringt. Kann diese Feuchtigkeit wegen des Films an der Oberfläche nicht mehr entweichen, verteilt sie sich im Untergrund. Langfristig kann das zu Schäden in Form von Abplatzungen führen.
Welche Rolle spielt die Lage des Hauses – in der Stadt, auf dem Land, in Wald- oder Küstennähe oder in windexponierter Lage?
Georg Arnds: Auf die Bindemittelwahl hat die Lage zunächst kaum Einfluss, denn jede Fassadenfarbe ist grundsätzlich wetterbeständig. Anders sieht es bei Häusern in Waldnähe, an Gewässern, am Hang oder in Senken aus.
Dort sollte das Anstrichsystem gegen Algen und Pilze schützen. Hersteller setzen dafür entweder chemische Zusätze oder spezielle Systeme ein, die auf natürliche Weise gegen Algen- und Pilzbefall wirken. Hierfür haben wir mit Brillux Secodur 920 eine neuartige Siliconharz-Fassadenfarbe im Sortiment, die genau für algen- und pilzgefährdete Fassadenflächen entwickelt wurde.
Beeinflussen auch Himmelsrichtung und Sonneneinstrahlung die Wahl der Farbe?
Georg Arnds: Ja, natürlich! Insbesondere wenn Buntfarbtöne zum Einsatz kommen. Besonders belastend für Fassaden ist die Kombination aus Sonne und Feuchtigkeit. Durch Sonneneinstrahlung dehnt sich die Fassade minimal aus. Dadurch entstehen Spannungen und feine Veränderungen in der Oberfläche, die sie anfälliger gegenüber Witterungseinflüssen machen können.
Hinzu kommt: Moderne, hochgedämmte Fassaden bleiben an der Oberfläche kühler, weil sie nicht mehr von innen „mitgeheizt“ werden. Dadurch bildet sich häufiger Tauwasser. Dieser Feuchtigkeitsfilm trocknet nur langsam ab und schafft ideale Bedingungen für Algen und Pilze.
Vor allem die Südseite ist einer starken Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Wer dort intensive Farbtöne wie zum Beispiel ein kräftiges Rot einsetzen möchte, sollte die Farbtonbeständigkeit der Fassadenfarbe berücksichtigen. Normen können dabei helfen, Fassadenfarben und Farbtöne mit der maximalen Farbtonbeständigkeit zu finden. Bei Brillux kann man sogar auf der Homepage die Farbtonbeständigkeit vieler Farbtöne durch den hinterlegten Fb.-Code (Farbbeständigkeitscode) erkennen.
Was macht Schlagregen mit einer Fassade?
Georg Arnds: Schlagregen ist meist weniger problematisch als häufig angenommen, weil das Wasser relativ schnell abläuft. Es entsteht nur ein dünner Wasserfilm, der rasch trocknet. Anders verhält es sich bei Tauwasserfilmen, die deutlich länger auf der Oberfläche bleiben.
Wie wichtig ist der vorhandene Altanstrich für die neue Beschichtung? Welche Prüfung kann man selbst vor einer Sanierung durchführen?
Georg Arnds: Der Altanstrich spielt eine zentrale Rolle, weil er den aktuellen Untergrund bildet. Deshalb muss er stabil sein und gut auf dem ursprünglichen Untergrund haften. Jede zusätzliche Schicht erzeugt außerdem neue Spannungen im System.
Selbst wenn der bestehende Anstrich noch einigermaßen haftet, bedeutet das nicht automatisch, dass er eine weitere Beschichtung dauerhaft tragen kann. Deshalb sollte die Tragfähigkeit sorgfältig geprüft werden.
Das lässt sich auch selbst testen: Mit einem Cuttermesser werden kreuzförmige Schnitte in die Fassade gemacht. Anschließend klebt man ein starkes Klebeband darauf, drückt es fest an und zieht es ruckartig, im 90° Winkel zum Untergrund, ab. So zeigt sich, wie tragfähig die Schichten darunter zueinander noch sind. Dieser Test sollte an mehreren Stellen erfolgen, weil jede Fassadenseite unterschiedlich beansprucht wird. Die Nordseite ist beispielsweise oft weniger stark bewittert.
Mit zunehmendem Alter beginnen Fassadenfarben oder Putze häufig zu kreiden. Streicht man mit der Hand darüber, bleiben Rückstände haften. Das ist ein normaler Abwitterungsprozess durch Sonne und Regen. Diese Kreideschichten müssen vollständig entfernt werden. Auch ein hochwertiger Tiefgrund dient nicht dazu, Kreidung zu verfestigen, sondern den Untergrund zu stabilisieren und die Saugfähigkeit auszugleichen – allerdings erst nach gründlicher Reinigung.
Gibt es Kombinationen von Alt- und Neuanstrichen, die man vermeiden sollte?
Georg Arnds: Langfristig problematisch kann die Kombination von Silikat- und Dispersionsfarben sein – unabhängig davon, in welcher Reihenfolge sie aufgetragen werden. Dispersionsfarben bilden einen Film. Silikatfarben dagegen besitzen ein mineralisches Bindemittel mit amorpher Struktur und bilden keinen Film. Sie sind insgesamt substanziell weniger fest als Dispersionsfarben.
Wird eine Dispersionsfarbe auf eine Silikatfarbe aufgetragen, muss die darunterliegende amorphe Schicht diesen Film dauerhaft tragen. Das kann zunächst funktionieren. Bei späteren Renovierungen kann die Belastung jedoch zu groß werden und ein Bruch innerhalb der Anstrichschichten entstehen.
Deshalb sollten Silikatfarben möglichst wieder mit Silikatfarben überarbeitet werden. Andernfalls muss der Untergrund sehr gründlich vorbereitet werden. Da Silikatfarben mit der Zeit häufig kreiden, muss diese sogenannte Edelkreidung vollständig entfernt werden. Anschließend sollte die Restschicht mit einem hydrosolhaltigen Tiefgrund auf Mikroemulsionsbasis behandelt werden, der tief eindringen kann. Ein pigmentierter Haftgrund reicht dafür meistens nicht aus.
Dispersions- und Silikonharzfarben gehören dagegen zur gleichen Gruppe und lassen sich problemlos wechselseitig überarbeiten.
Also muss man immer auf den Altanstrich Rücksicht nehmen?
Georg Arnds: Ja, man sollte den Altanstrich immer sorgfältig prüfen und auf seine Eignung für eine Überarbeitung bewerten. Seit vielen Jahren gibt es sogenannte Sol-Silikatfarben, die auch einen direkten Anstrich auf Dispersionsfarben ermöglichen. Brillux bietet ebenfalls eine solche Lösung an. Grundsätzlich ist das also möglich – ideal ist es jedoch nicht.
Eine Silikatfarbe gehört aus meiner Sicht auf einen verkieselungsfähigen Untergrund. Dort kann das Bindemittel Kaliwasserglas chemisch mit dem Untergrund reagieren und eine stabile Verbindung eingehen.
Wer die eigene Fassade renovieren möchte und die vorhandene Beschichtung nicht genau kennt, kann einfache Tests durchführen. Nach der Reinigung einer kleinen Fläche lässt sich die Saugfähigkeit prüfen. Eine hochwertige Dispersionsfarbe nimmt wenig Wasser auf, ein mineralisches System deutlich mehr.
Zusätzlich hilft eine Lösemittelprobe: Wird eine Stelle mit Universalverdünnung beträufelt und dann beim Reiben mit dem Finger klebrig oder schmierig, handelt es sich nicht um eine mineralische Farbe. Dispersionsfarben lösen sich durch das Lösemittel an und werden in der Regel weich und klebrig.
Wer unsicher ist, ist mit einer echten Silikonharzfarbe meist gut beraten, weil sie sehr universell einsetzbar ist.
Wann ist ein Wärmedämmverbundsystem sinnvoll – und wann eher nicht?
Georg Arnds: Grundsätzlich ist die Dämmung einer Außenwand sinnvoll, weil sich damit viel Energie und Kosten sparen lassen. Problematisch wird es nur, wenn die Konstruktion des Hauses darunter leidet.
Entscheidend bleibt immer der konstruktive Fassadenschutz. Ein Farbanstrich ist lediglich etwa 0,2 Millimeter dick und soll das Gebäude dennoch über Jahrzehnte schützen. Mit ausreichendem Dachüberstand gelingt das deutlich einfacher.
In vielen Neubaugebieten entstehen heute Häuser mit bündiger Dachkante. In Kombination mit hochgedämmten Fassaden führt das häufig schon nach wenigen Jahren zu Algen- und Pilzbefall. Hier treffen zwei ungünstige Faktoren aufeinander: die dauerhaft kühle Oberfläche der Dämmfassade und der fehlende konstruktive Wetterschutz. Diese Belastung kann selbst eine hochwertige Beschichtung langfristig kaum vollständig kompensieren.
Welche Rolle spielen Diffusionsoffenheit und Feuchteregulierung?
Georg Arnds: Wärmedämmverbundsysteme auf Basis von Polystyrol oder Mineralwolle sind nicht dampfdicht, sondern diffusionsfähig. Natürlich reduziert jede zusätzliche Schicht die Diffusionsfähigkeit etwas, die physikalische Diffusion findet aber weiterhin statt.
Schimmel im Innenraum hat fast nie mit einer Wärmedämmmaßnahme zu tun. Ursache sind in der Regel Wärmebrücken, an denen sich auf der Innenseite Tauwasser bildet.
Bei Innendämmungen ist das Risiko für Wärmebrücken deutlich höher, weil beispielsweise Deckenanschlüsse oft nicht vollständig eingebunden werden können. Außendämmungen ermöglichen dagegen eine geschlossene Hülle um das Gebäude und reduzieren Wärmebrücken erheblich. Ein fachgerecht ausgeführtes Wärmedämmverbundsystem verursacht keine Schimmelbildung im Innenraum.
Außerdem erfolgt rund 98 Prozent des Luft- und Feuchteaustauschs über Fenster und Türen, nur etwa zwei Prozent über Diffusion durch die Wand, Decke und Boden. Dieser Effekt wird häufig überschätzt. Diffusion von innen nach außen findet vor allem im Winter statt, wenn die Innenluft wärmer ist als die Außenluft. Im Sommer kehrt sich dieser Prozess häufig sogar um.
Welche Farben und Oberflächen gelten als besonders langlebig?
Georg Arnds: Sehr langlebig sind vor allem reine Acrylat-Fassadenfarben und echte Silikonemulsionsfarben. Wichtig ist außerdem die Wahl der Pigmente. Besonders beständig sind anorganische Pigmente wie Eisenoxidpigmente.
Ein Kieselstein verändert sich über sehr lange Zeiträume kaum – ähnlich verhalten sich diese Pigmente. In Kombination mit einer hochwertigen Fassadenfarbe entsteht dadurch eine hohe Haltbarkeit.
Angesichts zunehmend feuchter Jahreszeiten sollte außerdem darauf geachtet werden, dass Beschichtungen möglichst auf natürliche Weise gegen Algen und Pilze wirken. Ergänzend kann ein chemischer Schutz sinnvoll sein.
Brillux bietet mit Secodur 920 beispielsweise eine Silikonharzemulsionsfarbe an, die natürliche Wirkstoffe gegen Algen und Pilze nutzt. Diese werden durch Sonnenlicht aktiviert.
Das ist eine Alternative zu klassischen fungiziden und algiziden Bioziden, die teilweise ausgewaschen werden können. So lässt sich der Schutz auch auf natürlichem Weg erreichen.
Inwiefern beeinflussen dunkle Farben die Haltbarkeit der Fassade?
Georg Arnds: Dunkle Farbtöne wie Anthrazitgrau mit einem Hellbezugswert von nur sechs Prozent absorbieren einen Großteil der Sonnenenergie und wandeln sie in Wärme um. Dadurch entstehen hohe thermische Spannungen in der Bausubstanz.
Bei hochgedämmten Fassaden wird die Wärme kaum nach innen abgeführt. So entstehen große Temperaturunterschiede innerhalb des Systems – mit Oberflächentemperaturen von bis zu 70 Grad und deutlich kühleren Bereichen im Inneren. Diese Spannungen belasten die Beschichtung erheblich.
Spezielle Pigmente können die Aufheizung zwar etwas reduzieren, vollständig vermeiden lässt sie sich aber nicht.
Hinzu kommt, dass ältere Fassadensysteme bereits über Jahrzehnte der Witterung ausgesetzt waren. Dunkle Farbtöne sind deshalb grundsätzlich möglich, allerdings sollte man keine vergleichbare Lebensdauer wie bei hellen Pastelltönen erwarten. Bei hellen Farbtönen wird ein Großteil der Sonnenstrahlung reflektiert, was die thermische Belastung deutlich reduziert.
Georg Arnds: Der überwiegende Teil aller Reklamationen ist handwerklich bedingt. Das zeigt, wie wichtig die fachgerechte Ausführung ist.
Im Verhältnis zu Fassaden- und Innenfarben werden deutlich zu wenig Tiefgründe und Grundierungen verarbeitet. Dabei regulieren sie die Saugfähigkeit des Untergrunds, verfestigen ihn und verhindern ein zu schnelles Trocknen der Beschichtung. Eine saubere Filmbildung ist entscheidend für die Langlebigkeit einer Fassadenfarbe.
Wird in direkter Sonne gearbeitet, trocknet die Farbe zu schnell. Die Filmbildung wird gestört und die Beschichtung ist später weniger widerstandsfähig gegenüber Witterungseinflüssen. Deutlich bessere Bedingungen herrschen bei schattigem Wetter, moderaten Temperaturen und wenig Wind. Die Ausführung hat deshalb großen Einfluss auf die Haltbarkeit einer Fassade.

Neu einkleiden: Welche Möglichkeiten gibt es?
Soll die Fassade nicht nur repariert, sondern grundlegend neu gestaltet werden, kommen verschiedene Bekleidungen infrage. Eine Möglichkeit ist eine vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF). Dabei wird die Fassadenbekleidung nicht direkt auf das Mauerwerk aufgebracht, sondern auf einer Unterkonstruktion befestigt. Zwischen Dämmung und Bekleidung befindet sich eine Hinterlüftungsebene.
Für die sichtbare Bekleidung stehen zahlreiche Materialien zur Verfügung, darunter Holz, Schiefer, Faserzement, Metall oder keramische Elemente. Auch unterschiedliche Formate, Farben und Oberflächen lassen sich kombinieren.
Eine neue Fassadenbekleidung kann damit nicht nur den Witterungsschutz verbessern, sondern auch die Architektur eines älteren Hauses deutlich verändern.

Fassade verputzen und streichen
Bei einer Putzfassade beginnt die Sanierung mit der Prüfung des vorhandenen Putzes. Lose oder hohle Bereiche müssen entfernt und repariert werden. Risse sind hinsichtlich ihrer Ursache und Tiefe zu beurteilen. Ein einfaches Überstreichen reicht bei größeren oder konstruktiv bedingten Rissen nicht aus.
Edelputze bieten unterschiedliche Strukturen, Körnungen und Farbtöne. Je nach System entstehen eher glatte oder deutlich strukturierte Oberflächen.
Vor einem neuen Anstrich muss der Untergrund sauber, trocken und tragfähig sein. Kreidende Schichten und lose Bestandteile müssen entfernt werden. Je nach Untergrund kann anschließend eine Grundierung erforderlich sein.
Wichtig: Ein neuer Anstrich ersetzt keine Schadenssanierung. Wenn Feuchtigkeit über einen undichten Anschluss, Risse oder den Sockel in die Fassade gelangt, muss zunächst die Ursache behoben werden.
Wartung und Pflege einer Fassade
Wie das Dach sollte auch die Fassade regelmäßig kontrolliert werden. Besonders wichtig sind:
- Fenster- und Türanschlüsse
- Durchdringungen der Fassade
- Sockel- und erdberührte Bereiche
- Risse und Abplatzungen
- Algen, Moose und Flechten
- Fugen und Anschlussbereiche
- mechanische Beschädigungen
Verschmutzungen lassen sich je nach Oberfläche mit geeigneten Reinigungsverfahren entfernen. Dabei sollte die Oberfläche nicht unnötig stark beansprucht werden. Ein zu hoher Wasserdruck kann beispielsweise Putz oder Fugen beschädigen.
Bei dauerelastischen Fugen handelt es sich um Wartungsfugen. Sie müssen deshalb regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf erneuert werden.
Holzfassade sanieren und pflegen

Holzfassadenverändern ihr Erscheinungsbild im Laufe der Zeit. Unbehandeltes Holz vergraut durch UV-Strahlung und Witterungseinflüsse. Das ist zunächst ein natürlicher Vorgang und nicht automatisch ein Schaden.
Entscheidend ist der konstruktive Holzschutz: Wasser sollte möglichst schnell ablaufen können, und die Konstruktion muss ausreichend vor dauerhafter Durchfeuchtung geschützt sein.
Bei beschichteten Holzfassaden können Risse, Abplatzungen oder beschädigte Anstriche dazu führen, dass Feuchtigkeit in das Holz eindringt. Solche Stellen sollten rechtzeitig ausgebessert werden.
Eine Holzfassade sollte regelmäßig auf Risse, Dellen, Harzaustritte und andere Beschädigungen kontrolliert werden. Wie häufig ein neuer Anstrich erforderlich ist, hängt unter anderem von Holzart, Konstruktion, Beschichtung und Witterungsbeanspruchung ab.
Bei einer deckenden Beschichtung muss der vorhandene Anstrich vor einer Erneuerung entsprechend vorbereitet werden. Lose Farbschichten werden entfernt, die Oberfläche wird angeschliffen und anschließend neu beschichtet.

Klinkerfassade: Fugen kontrollieren und Schäden erkennen
Klinker und andere keramische Verblendsteine sind widerstandsfähige Fassadenmaterialien. Die eigentliche Keramik benötigt in der Regel wenig Pflege. Anders sieht es bei den Fugen aus: Sind sie gerissen, ausgewaschen oder beschädigt, kann Feuchtigkeit in die Konstruktion gelangen.
Eine Klinkerfassade sollte deshalb regelmäßig auf beschädigte Steine und Fugen kontrolliert werden. Auch Ausblühungen, Algen und Verschmutzungen können sichtbar werden.
Weiße Ausblühungen bestehen häufig aus Salzen, die mit Feuchtigkeit an die Oberfläche transportiert werden. Leichte Ausblühungen lassen sich vielfach trocken mit einer Bürste entfernen. Auf aggressive Säuren sollte ohne fachliche Beurteilung verzichtet werden, da sie die Oberfläche und Fugen schädigen können.
Bei einer stärkeren Verschmutzung sollte das Reinigungsverfahren an das Material und den Zustand der Fassade angepasst werden.
Auch hier gilt: Nicht möglichst aggressiv reinigen, sondern so schonend wie möglich.
Sind Fugen großflächig beschädigt oder einzelne Steine gerissen, kann eine fachgerechte Sanierung erforderlich sein. Wie dabei vorgegangen wird und wann eine Klinkerfassade neu verfugt werden sollte, erklären wir ausführlich im Beitrag Klinkerfassade sanieren
Wann sollte ein Fachbetrieb ran?
Eine Fassadensanierung ist mehr als ein neuer Anstrich.
Sobald Putz großflächig beschädigt ist, Feuchtigkeit in die Konstruktion eindringt, Risse auf eine mögliche Bewegung des Bauwerks hindeuten oder die Außenwand energetisch saniert werden soll, sollte zunächst eine fachkundige Bestandsaufnahme erfolgen.
Auch bei einem Wärmedämm-Verbundsystem ist eine fachgerechte Planung und Ausführung wichtig. Fehler bei Untergrundvorbereitung, Anschlüssen, Dämmung oder Armierung können die Funktion und Dauerhaftigkeit des gesamten Systems beeinträchtigen.
Wer lediglich einen intakten Anstrich erneuern möchte, kann die Arbeiten grundsätzlich selbst durchführen. Die Auswahl des passenden Beschichtungssystems sollte aber immer vom vorhandenen Untergrund ausgehen. Ist dieser nicht eindeutig zu beurteilen, ist die Beratung durch einen Fachbetrieb sinnvoll.
Fassadengestaltung und GEG: Wann wird Dämmung relevant?
Die häufig noch anzutreffende Aussage „Wer mehr als zehn Prozent der Fassade erneuert, muss die Fassade dämmen“ ist zu pauschal.
Nach dem derzeit geltenden Gebäudeenergiegesetz bzw. Gebäudemodernisierungsgesetz gelten bei Änderungen an bestehenden Außenbauteilen Anforderungen an deren Wärmedurchgangskoeffizienten (Stand: September 2026). Die 10-Prozent-Grenze bezieht sich dabei auf die Fläche der jeweiligen Bauteilgruppe. Werden beispielsweise Außenwände erneuert, bekleidet oder wird der Außenputz erneuert, nennt Anlage 7 des GEG für Wohngebäude einen maximalen U-Wert von 0,24 W/(m²K). Unter bestimmten Voraussetzungen bestehen Ausnahmen beziehungsweise Erleichterungen, etwa wenn die technisch mögliche Dämmschichtdicke begrenzt ist.
Deshalb sollte bei einer größeren Fassadensanierung vor Beginn der Arbeiten geprüft werden, welche energetischen Anforderungen im konkreten Fall gelten.
Schnelle Antworten auf wichtige Fragen
Eine Fassadensanierung ist sinnvoll, wenn Risse, Abplatzungen, Feuchtigkeitsschäden, beschädigte Fugen oder andere Schäden auftreten. Vor der Sanierung sollte die Ursache geklärt werden.
Typische Anzeichen sind Risse, Abplatzungen, lose Putzstellen, Algen- und Pilzbefall, beschädigte Fugen oder Feuchtigkeit im Sockelbereich. Auch Fenster- und Türanschlüsse sollten auf Schäden und Undichtigkeiten kontrolliert werden.
Die passende Fassadenfarbe hängt vor allem vom vorhandenen Untergrund und Altanstrich ab. Auch Saugfähigkeit, Witterungsbeanspruchung, Sonneneinstrahlung und die gewünschte Oberfläche spielen eine Rolle.
Nicht grundsätzlich. Vor einem neuen Anstrich muss geprüft werden, ob der vorhandene Altanstrich tragfähig und für eine Überarbeitung geeignet ist. Kreidende, lose oder nicht ausreichend haftende Schichten müssen entsprechend vorbereitet oder entfernt werden.
Wenn eine Fassade umfassend erneuert wird, kann die Kombination mit einer energetischen Verbesserung der Außenwand sinnvoll sein. Welche Anforderungen gelten, hängt unter anderem vom Umfang und Aufbau der geplanten Baumaßnahme ab.
Eine Putzfassade sollte regelmäßig auf Risse, Abplatzungen, Verschmutzungen, Algen, Moose und Schäden an Anschlüssen kontrolliert werden. Je nach Zustand können Reinigung, Putzausbesserung, Grundierung und ein neuer Anstrich erforderlich sein.
Eine Holzfassade sollte regelmäßig auf Risse, Dellen, Harzaustritte und beschädigte Beschichtungen kontrolliert werden. Bei beschichteten Oberflächen sind je nach Holzart, Beschichtung und Witterungsbeanspruchung regelmäßige Pflege- und Erneuerungsarbeiten erforderlich.
Klinker selbst ist sehr widerstandsfähig und pflegearm. Kontrolliert werden sollten vor allem die Fugen und einzelne beschädigte Steine. Verschmutzungen, Algen und Ausblühungen können je nach Art und Stärke der Verschmutzung schonend entfernt werden.






