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Baurecht kennen und verstehen

Baurecht beginnt nicht erst beim Vertragswesen und endet nicht bei der Bauabnahme. Fachmännischer Rat ist vor, während und nach dem Bauvorhaben nötig. Ein sogenannter Baubegleiter kann auch in Bezug auf das Baurecht gute Dienste leisten.

Verträge, Leistungsverzeichnisse, Vereinbarungen

Das Bauvorhaben beginnt in der Regel mit dem Kaufvertrag für ein Grundstück. Doch bei diesem einen Vertrag bleibt es nicht. Es folgt ein Vertrag mit einem Bauunternehmen oder viele einzelne Verträge mit Handwerksfirmen für einzelne Gewerke. Wichtiger Vertragsbestandteil ist die Baubeschreibung und Leistungsbeschreibung, die die vereinbarten Details der Bauausführung regelt. Tipps und wichtige Hinweise finden Sie in unserem Beitrag Baubeschreibung und Leistungsbeschreibung.

Vertragsrecht rund um den Hausbau

Auf dem Weg zum eigenen Haus unterschreiben Sie neben einem Bauvertrag eine Menge Verträge. Achten Sie auf die feinen Unterschiede im Vertragsrecht. Grundsätzlich gilt wie generell bei allen Verträgen: Unterschreiben Sie nichts, was Sie nicht sorgfältig gelesen haben und – ganz wichtig! – was Sie nicht genau verstanden haben. Denn es gibt kein generelles Rücktrittsrecht. Zugeständnisse können Sie nur vor der Unterzeichnung erreichen.

Grundstückskaufvertrag: Zuerst benötigen Sie das passende Bauland. Hier müssen Sie einen Grundstückskaufvertrag abschließen. Laut Vertragsrecht erfolgt dies zwangsläufig beim Notar, der den Kaufvertrag verfasst und beurkundet. Die sogenannte Auflassung unterzeichnen Käufer und Verkäufer. Doch erst wenn die Rechtsänderung im Grundbuch eingetragen ist, haben Sie das Land im Besitz. Klären Sie die Bebaubarkeit der Parzelle unbedingt vor Abschluss des Kaufvertrags.

Kaufvertrag: Die Bau- und Leistungsbeschreibung gehört hier grundsätzlich zum Vertrag. Sie muss detaillierte Angaben zu Material, Menge und Qualität enthalten. Akzeptieren Sie keine ungenauen Angaben. Die Bezeichnung „ab Oberkante Kellerdecke“ bedeutet, dass weder Keller noch Bodenplatte beinhaltet sind. Achten Sie auf den Grad der Fertigstellung: zwischen „schlüsselfertig“, „fast fertig“, ”malerfertig“ etc. können Welten liegen. Der Vertrag muss auch Auskunft über die Festpreisgarantie geben, je länger sie ausfällt, desto besser für den Bauherrn. Abschlagszahlungen vor Einzug lässt der Gesetzgeber zu, aber an diesem Punkt lohnt sich Ihr Verhandlungsgeschick. Behalten Sie sich ein kostenloses Rücktrittsrecht für den Fall vor, dass Sie den Grundstückskauf doch nicht durchführen können oder eine beantragte Förderung nicht erhalten.

Architektenvertrag: Mit dem Architekten schließen Sie einen Werkvertrag, verlassen Sie sich nicht auf mündliche Vereinbarungen. Der Architekt muss sein „Werk“, also Ihr Haus, fehlerfrei erstellen, die Aufgabe des Bauherrn besteht in der Bezahlung dieser Leistung. Einen typischen Architektenvertrag kennt der Gesetzgeber nicht, am besten werden die Aufgaben so genau wie möglich formuliert. Die Honorarverordnung der Architekten teilt Gebäude in verschiedene Klassen ein, je nach Aufwand und Schwierigkeitsgrad. Die hier angegebenen Höchst- und Mindestsätze lassen aber noch genügend Spielraum für Verhandlungen. Treffen Sie mit dem Planer unbedingt Vereinbarungen über die Bauzeit und Fertigstellungstermin.

Handwerkervertrag: Wenn Sie einen Bauunternehmer oder Handwerksbetrieb mit einzelnen Arbeiten beauftragen, geschieht das mit einem Werkvertrag. Dieser lässt sich auf Basis des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) oder nach der Verdingungsordnung für Bauleistungen/Teil B (VOB/B) verfassen. Die Unterschiede liegen in den Gewährleistungsansprüchen, der Bauabnahme sowie der Fälligkeit der Zahlungen.

Zum Baurecht gehören aber auch die Themen Garantie, Gewährleistung und Haftung - mehr dazu finden Sie in unseren folgenden Kapiteln. Denn damit sind die ansprüche des Bauherrn begründet und notfalls auch durchsetzbar. Um sein gutes Recht im Baurecht durchzusetzen, müssen Bauherren aber alle Formalien einhalten.

Auch die Absicherung von Risiken gehört zum Baurecht. Der Bauherr ist in der Verantwortung und der Haftung, um sich abzusichern gibt es zahlreiche Versicherungen für Bauherren. Welche wofür wichtig ist, sollte angehenden Bauherren vor dem Hausbau wissen.

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