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Wärmedämmung an Fassade, Dach, Keller und mehr

Moderne Neubauten verfügen über bessere Wärmedämmung als Bestandsgebäude. Wir zeigen welche Möglichkeiten die moderne Wärmedämmung bietet und welche Dämmmaßnahmen wann sinnvoll sind. 

Wärmedämmung kurz und knapp

Welche Bauteile dämmt man am Haus?

  • Fassade
  • Dach
  • Keller
  • oberste Geschossdecke
  • Dachboden

Welche Aufgaben erfüllt die Wärmedämmung?

  • Schallschutz
  • Hitzeschutz
  • Brandschutz 
  • teilweise Schutz vor Nässe

Welche Werte und Informationen sind ausschlaggebend bei der Wärmedämmung?

  • Wärmeleitwert/U-Wert in W/(mK)
  • Wärmeleitstufe/Lambda-Wert
  • Baustoffklasse (B2 bis A1)
  • Form des Dämmstoffs (z.B. Matten, Platten, Granulat)

Welche Dämmstoffe gibt es?

  • Mineralwolle (Stein- und Glaswolle)
  • Styropor (z.B. EPS und XPS)
  • Polyurethan (PU)
  • Kalziumsilikat
  • Holzfaser
  • Zellulose
  • Kork
  • Hanf
  • Flachs
  • Jute
  • Seegras
  • Stroh 

 

Mit den heute verfügbaren Dämmstoffen kann man die geltenden Effizienzstandards ohne Weiteres erfüllen – ja sogar übertreffen. So lassen sich auf Dauer kräftig Energiekosten sparen.

Dabei hat die Dämmung mehr als nur den Wärmeschutz zur Aufgabe. Hinzu kommen:

  • Schallschutz
  • Hitzeschutz
  • Brandschutz 
  • und teilweise Schutz vor Nässe.

Der Wärmeschutz ist dabei besonders wichtig, wenn man moderne und umweltfreundliche Heizungssysteme, z.B. Wärmepumpen nutzen möchte, die mit niedrigen Vorlauftemperaturen arbeiten. Eine mangelhafte Wärmedämmung sorgt für hohe Energieverluste und somit für hohe Heizkosten. 

Im Sommer kommt der Hitzeschutz zum Tragen. Damit ganzjährig angenehme Temperaturen im Hausinneren herrschen, sollte für eine ausreichende Dämmung gegen Hitze gesorgt werden. Zudem leben Bewohner von gut gedämmten Häusern ruhiger, da Straßenlärm reduziert wird. 

Welche Wärmedämm-Maßnahmen gibt es?

Wärmedämmung lässt sich an zahlreichen Stellen im und am Haus umsetzen. Die gängisten Dämm-Maßnahmen sind:

Energetische Dämmung - viel hilft viel

Beim Dämmen, so Aribert Peters vom Bund der Energieverbraucher jüngst im Deutschlandfunk (28.09.2017), ist mehr wirklich mehr. Neben der so erzielten Energieeinsparung, mit der man die Öl- und Gas-Multis ärgern kann, ergibt sich ein weiterer schöner Effekt: Im Winter ist es in Nähe der Wände plötzlich viel besser auszuhalten als vorher, da die „Kältestrahlung“ entfällt, der Entzug von Wärme durch die kalten Mauern, typisch für unsanierte Gebäude der Wirtschaftswunderzeit. Fazit: Zeit für ein Wärmewunder. 

Sehr gute Dämmung: der Passivhaus-Baustandard

Der Passivhaus-Baustandard setze sich zwar durch, die entsprechenden Häuser würden jedoch nicht so genannt, stellt Architekt und Effizienz-Experte Dr. Burkhard Schulze Darup fest. Tatsächlich sind heute aufgrund strenger Energiespar-Vorschriften die Wärmeverluste von Neubauten so niedrig wie nie zuvor.

Zahlreiche Dämmstoffe stehen zur Wahl. Am häufigsten eingesetzt werden Platten aus expandiertem Polystyrol bzw. EPS, bekannter als „Styropor“. Ebenfalls zum Einsatz kommen Mineralwolle, entweder in Form von Glaswolle oder Steinwolle. EPS isoliert besser als Mineralwolle und ist relativ günstig, allerdings wenig druckbeständig und nicht sehr feuchteresistent.

Für Keller und Dächer empfehlen sich andere synthetische Hartschäume, aus extrudiertem Polystyrol (XPS) oder Polyurethan (PUR). Will man „monolithisch“ bauen, wählt man zum Beispiel Dämmziegel, mit Mineralwolle oder Perlit, mit einem Vulkangestein gefüllte Hochlochziegel.

In Sachen Ökobilanz dagegen überzeugen vor allem Dämmungen aus nachwachsenden Rohstoffen. Etwa solche aus Hanffasern, Flachsfasern oder Zellulose, letztere, weil sie aus Altpapier hergestellt werden.

Wärmedämmung – verbreitetes Misstrauen

Werden die gesetzlichen Vorgaben hinsichtlich der Wärmedämmung erfüllt, können "Häuslebauer" sich die KfW-Förderung sichern. Dennoch bleiben viele Bauherren (und Architekten) skeptisch. Dämmung sei brandgefährlich, führe zu Schimmelbefall, verhindere das Speichern von Sonnenwärme, sei zu teuer.

Nun sind aber Fälle brennender Dämmfassaden statistisch gesehen absolute Ausnahmen, und selbst die Feuerwehr sieht in der Verwendung von EPS im Einfamilienhausbau kein Problem. Schimmelbefall wird durch Wärmeschutz sogar verhindert. Er hält die Wände innen warm, sodass es kaum je zur Kondensation von Luftfeuchte auf den Oberflächen kommt.

Was die Speicherung von Sonnenenergie betrifft: Ungedämmte Wände aus Natursteinen, Vollziegeln oder Kalksandsteinen nehmen zwar im Winter die Energie der Sonnenstrahlen auf, sind sie jedoch schon vor Sonnenuntergang wieder los. Und ab da geht’s ins Minus.

Im Sommer wiederum wirkt der Wärmeschutz als Hitzeschild. Und wird das Bauen teurer, liegt das in erster Linie an horrenden Grundstückspreisen, allgemein gestiegenen Materialkosten sowie an den wachsenden Ansprüchen in Sachen Ausstattung. Knausere man jetzt beim Wärmeschutz, so Schulze Darup, habe man auf Dauer höhere Heizkosten als nötig.

Tipps und Infos

Experten hinzuziehen:

Bereits die Vielfalt der Dämmstoffe und der Formen, in denen sie vorliegen (Platten, Matten, Schüttungen, Einblasdämmungen für Hohlräume usw.) kann verwirren. Bei der Entscheidung für eine Bauweise und damit der Auswahl der Dämmung sollte man sich Unterstützung durch einen unabhängigen Energieberater holen (www.energie-effizienz-experten.de).

Er gibt Tipps zur Planung, stellt die Förderanträge, kann sogar die Baubegleitung übernehmen. Außerdem kontrolliert er zum Beispiel, ob die vertraglich vereinbarten Dämmstoffe eingebaut wurden, und ob die Luftdichtheitsschicht, welche die Dämmung vor der feuchtwarmen Raumluft schützt, korrekt ausgeführt wurde. Am Ende steht er bei der Abnahme zur Seite.

Kennwerte:

  • U-Wert: Maßeinheit für den Wärmeschutz eines Bauteils, gibt an, welche Wärmemenge durch einen Quadratmeter strömt, wenn die Temperaturdifferenz zwischen beiden Seiten genau 1 Grad Kelvin (entspr. 1 Grad Celsius) beträgt, Einheit W/(m2K); je kleiner, desto besser der Wärmeschutz; der U-Wert einer Passivhaus-Wand liegt i.d.R. zwischen 0,10 und 0,15 W/(m2K)
  • λ-Wert (Lambda-Wert): Wärmeleitzahl des Dämmstoffs, gibt an, wie viel Watt durch einen Kubikmeter strömt, herrscht zwischen den gegenüberliegenden Seiten ein Temperaturgefälle von genau 1 Grad Kelvin, Einheit W/(mK)

 

Wärmebrücken vermeiden

Gar nicht so wenige Bauherren sind immer noch der Meinung, ihre zukünftigen vier Wände müssten unbedingt „atmen“ können. Luftdicht zu bauen, wie es die Energieeinspar-Verordnung (EnEV) verlange, könne nicht gesund sein, weder fürs Haus noch für die Bewohner.

Doch dass Luftaustausch durch eine intakte Außenwand möglich und notwendig ist, ist ein Mythos, der auf fehlerhafte Versuche des bekannten Mediziners und Chemikers Max von Pettenkofer (1818 – 1901) zurückgeht. Seit 1928 weiß man: Durch eine verputzte Ziegelmauer erfolgt weniger als ein Prozent des erforderlichen Luftwechsels. Der Mythos aber hält sich bis heute.

Luftdurchlässig sind gemauerte Wände nur unverputzt. Wird gemauert, egal ob mit Hochlochziegeln, Kalksandsteinen, Porenbeton- oder Betonsteinen, muss daher lückenlos Putz aufgetragen werden. Fugenlose Betonbauteile gelten als luftdicht und bieten automatisch Wärmeschutz.

Im Holzrahmen- und Holztafelbau muss dagegen abgedichtet werden mit

  • Dampfbrems- oder Dampfsperr-Folien
  • Baupapier oder Bauplatten
  • OSB-, Gipskarton-, Gipsfaser- oder Lehmbauplatten

An den Überlappungen bzw. den Fugen ist mit Tackern, Klebern, Fugenmasse, Dichtbändern oder Mörtel für den einwandfreien Abschluss zu sorgen.

So kompliziert wie es klingt, ist es leider oft auch. Besonders heikel sind die Übergänge zwischen den Bauteilen, zwischen Laibung und Fensterrahmen, zwischen Türlaibungen und Türzargen, von Giebelwand und Kniestock zum Dach, dann die Durchbrüche und Durchdringungen für Abgasrohre, Sani­tärleitungen, Strom- und Telekommunikationsanschlüsse. Auf dem Dach sind die Durchdringungen von Balken, Sparren und Pfetten durch Dachhaut und Wände anspruchsvoll.

Leider unterlaufen beim Abdichten immer noch häufig Fehler wodurch Wärmebrücken entstehen. Fachleute beobachteten, dass korrekt angebrachte Luftdichtheitsschichten beim Legen von Kabelverbindungen oder Sanitärleitungen wieder zerstört wurden. Außerdem werden Steckdosen in, statt vor die Luftdichtheitsschicht gesetzt.

Weitere Fehler treten bei den Dampfbrems-Folien auf, die mit ungeeigneten Klebebändern verbunden werden; die Klebestellen sind nicht staubfrei oder werden zu früh belastet.

Des weiteren befinden sich im Massivbau unverputzte Mauerabschnitte hinter Leitungen, weil der zweite Schritt vor dem ersten getan wurde. Roll­ladenkästen werden häufig fehlerhaft eingebaut oder sind bereits ab dem Werk gravierende Luftlecks. Manchmal wird das Abdichten auch schlicht vergessen.

Welche Arten von Wärmebrücken gibt es?

Die Wärme abstrahlende Außenfläche außen ist größer als die Wärme aufnehmende Wandfläche innen. Das ist etwa an allen Hausecken der Fall, verstärkt in Gauben und Erkern.

In einer ansonsten einheitlich aufgebauten Wand stecken Teile eines weiteren Baustoffs mit höherem Wärmedurchlasswert. Bekanntes Beispiel sind die Wände mancher Siedlungshäuser aus den 1950ern, in denen neben Ziegeln vereinzelt Schlackesteine vermauert wurden.

Konstruktive Details, die einen ansonsten guten Wärmeschutz durchbrechen, wie die berüchtigten Nischen für Heizkörper unter den Fenstern oder an Balkonen auskragende Stahlträger sind übliche Beispiele. 

Tipp: Blower Door Test

Bei geschlossenen Fenstern und Türen wird mittels einer Tür mit Gebläseeinsatz (engl. „Blower Door“) ein Über- bzw. ein Unterdruck von 50 Pascal im Haus erzeugt. Aus der Luftmenge, die das Gebläse zu diesem Zweck hinein- bzw. hinauspumpen muss, kann auf die Dichtheit der Außenhülle geschlossen werden: Es ergeben sich dabei die sogenannten n50-Werte.

Soll eine Lüftungsanlage eingebaut werden, sind strengere n50-Werte einzuhalten (n50 = 1,5 h-1 anstatt 3 h-1; siehe hierzu: www.luftdicht.info), die strengsten gelten für Passivhäuser (0,6 h-1). Eventuelle Lecks werden mit hochempfindlichen Windmessgeräten (Windfühlern) sowie mit Trockeneisnebel aufgespürt, der bei Überdruck außen undichte Stellen verrät. Ein zweiter Test ist ratsam, nach Abschluss auch der Elektro- und sonstigen -Installationsarbeiten, die gelegentlich die Luftdichtheitsschicht in Mitleidenschaft ziehen (Kosten: 400 – 800 €).

Wärmedämmung Brandschutz – Interview

Fassadendämmung und Hausbrände werden immer wieder in einem Zusammenhang genannt. Dabei werden auch Behauptungen aufgestellt, die falsch sind. Wir wollen es genau wissen und haben bei einem Experten aus der Branche nachgefragt.

Albert Klein ist Produktmanager für WDVS und Putze bei Brillux. Das Unternehmen bietet neben Lacken, Farben und Putzen auch Wärmedämm-Verbundsysteme an.

Nein. Und gleich vorneweg: Wer für eine gute Dämmung seiner Hauswände sorgt, handelt richtig und klug. Schließlich muss der Energieverbrauch von Gebäuden möglichst niedrig gehalten werden, um einerseits die zukünftigen Energiekosten zu deckeln, andererseits um den eigenen CO2-Ausstoß zu senken und damit einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Von einem WDVS, egal ob aus EPS oder Mineralwolle, geht keine direkte Brandgefahr aus, da die eingesetzten Materialien nicht selbst entzündlich sind. Vielmehr darf sich jeder selbst die Frage stellen, wo die ihm bekannten häufigsten Brandherde/Brandursachen liegen.

Nein. Ist das WDV- System fachgerecht und regelkonform angebracht und wird auch über die Jahre gehegt und gepflegt, bietet es ausreichenden Schutz.

Ja. Neben der jeweiligen Landesbauordnung gibt es eine Verarbeitungsnorm, verschiedene technische Richtlinien, Herstellerangaben und letztendlich die Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung. Diese wird vom DIBt (Deutsches Institut für Bautechnik) nur ausgegeben, sofern das System auf Herz und Nieren geprüft und positiv bewertet wurde. Der Fachhandwerker muss das System eines Herstellers als Ganzes einsetzen, er darf sich nicht selbst Einzelteile zusammensetzen.

Es gibt Alternativen. Wer auf Styropor verzichten möchte, kann ein WDVS mit Mineralwolle wählen. Lassen Sie sich die Materialien und das System von Ihrem Verarbeiter erklären.

Mein Tipp ist: Rauchgase sind sehr gefährlich, daher sind Rauchmelder auch im Einfamilienhaus dringend anzuraten. In allen Schlaf- und Kinderzimmern sind Rauchmelder ein absolutes Muss.

Welcher Dämmstoff ist der richtige für mich?

Bei der Vielzahl an Dämmstoffen, die es auf dem Markt gibt, fällt eine Entscheidung für das passende Material oft schwer. Je nach Verwendungszweck, nach der Art der Belastungen, denen das Material im verbauten Zustand ausgesetzt ist, sucht man sich das passende aus.

Verpackung bzw. Lieferschein nennen den Wärmeleitwert, der der betreffende Dämmstoff zugeordnet wird. Die Einteilung erfolgt in 5er-Schritten, 035, 040, 045 usw., meist finden sich Zahlen zwischen 020 und 070. Diese Einordnung beruht auf dem λ-Wert (Lambda-Wert) des Materials, der Wärmeleitzahl.

Der Wärmeleitwert gibt an, wieviel Watt durch einen Kubikmeter des Stoffes strömen, herrscht zwischen den gegenüberliegenden Seiten ein Temperaturgefälle von genau einem Grad Kelvin; Einheit ist W/(mK).

Über das Brandverhalten gibt die „Baustoffklasse“ gemäß DIN 4102-1 Auskunft: A1 = nicht brennbar; A2 = wie A1, mit geringem Anteil brennbarer Bestandteile; B1 = schwer entflammbar (Mindestanforderung für Häuser mit mehr als zwei Vollgeschossen); B2 = normal entflammbar (Mindestanforderung für Häuser mit bis zu zwei Vollgeschossen).

Dämm-Experte Prof. Dr. Helmut Weber gibt weitere Tipps, worauf Bauherren bei der Wahl des Dämmstoffes achten sollten und welche Kriterien dabei besonders wichtig sind.

Warum ist die Wahl des Dämmstoffs so wichtig?

Die Freude über eine Wärmedämmung hält nur dann an, wenn die Dämmung zuverlässig, robust und langlebig ist. Wer also bei der Wahl des Dämmstoffes nur auf den Einkaufspreis des Materials achtet, rechnet zu kurz.

Denn moderne Dämmmaterialien können deutlich mehr als im Winter vor Kälte zu schützen. Materialien mit hoher Wärmekapazität bilden z.B. einen wirkungsvollen Puffer vor der Sommerhitze.

Gleichzeitig können Dämmstoffe den Schallschutz durch ihre offene Faserstruktur verbessern. Weisen sie einen diffusionsoffenen Charakter auf gleichen sie Feuchtigkeitsschwankungen aus und schaffen ein gesundes Raumklima. Zudem müssen die Materialien robust sein und z.B. als WDVS an der Fassade auch mal mechanischen Belastungen zum Beispiel durch einen Fahrradlenker standhalten.

Darüber hinaus sollte man den Aspekt der Entsorgung nicht außer Acht lassen, auch wenn viele Dämmstoffe ein Häuserleben lang halten. Natürliche Dämmstoffe z.B. werden später nicht zu Sondermüll, sondern können einfach recycelt oder umweltschonend verwertet werden. So entstehen keine hohen Entsorgungskosten.

Was sind die Kriterien zur Auswahl beim Dämmstoff?

Bauherren sollten sich nicht allein auf das Kriterium der Dämmeigenschaft beschränken, sondern auch die Aspekte 

  • Sicherheit
  • Nachhaltigkeit und
  • Ökologie berücksichtigen.

Dann ist es entscheidend, darauf zu achten, welcher Dämmstoff für den jeweiligen Anwendungsbereich am besten geeignet ist. Wenn ich etwa das Dach dämmen möchte, ist ein guter Hitzeschutz sehr wichtig. Und da gibt es enorme Unterschiede.

Wirkt sich Dämmstoff auf die Innenraumluft aus?

Sind dampfdiffusionsoffene bzw. natürliche Dämmstoffe gesünder? Das Thema Wohngesundheit sollte man auch bei der Wahl des Dämmstoffes berücksichtigen. Achten Sie auf anerkannte bauökologische Zertifizierungen und internationale Gütesiegel. Damit haben Bauherren die Sicherheit, dass sie sich um Schadstoffemissionen keine Gedanken machen müssen. Dies ist bei Innendämmungen von besonderer Wichtigkeit.

Die Vorzüge natürlicher Dämmstoffe zeigt sich übrigens nicht nur in einem gesunden Raumklima, sondern auch beim Verarbeiten: Natürliche Materialien sind sehr hautfreundlich und jucken und kratzen nicht – wie einige klassische Dämmstoffe.

Hilft der Dämmstoff gegen Pilze, Algen und Brand?

Mangelhafter Brandschutz und die langfristig einsetzende, unschöne Veralgung der Putzfassade wirken abschreckend und verunsichern Bauherren. 

Das Risiko eines Pilz- und Algenbefalls ist auf Fassaden, die mit Dämmstoffen mit hohen Wärmespeicherkapazitäten gedämmt wurden geringer. Durch die gute Wärmespeicherung wird die energetische Unterversorgung der Oberfläche reduziert und es entsteht an der Außenwand des Hauses weniger Tauwasser – und das brauchen die Algen zum Wachsen. 

Achten Sie bei der Entscheidung für einen Dämmstoff auf die einschlägigen Brandschutz-Bestimmungen der jeweiligen Landesbauordnung (LBO) und der übergeordneten Musterbauordnung (MBO).

Was muss noch beachtet werden?

Man sollte sich von den Anforderungen der Energieeinsparverordnung leiten lassen. Es ist also wichtig, dass man sorgfältig plant, welche Maßnahmen benötigt werden, um die gewünschte Energieeinsparung zu erreichen. Ein Energieberater kann wertvolle Hilfe leisten. 

Dämmung von Schräg- und Flachdach

Über ein ungedämmtes Dach gehen bis zu 25% der Wärme eines Hauses verloren. Somit ist die Dachdämmung eine der wichtigsten Maßnahmen zur Einsparung von Energie. 

Je nach Dachform und Gegebenheiten vor Ort kommen verschiedene Methoden in Frage. 

Tipp: Dämmstoff-Siegel

Eine Entscheidungshilfe bei der Wahl des Dämmstoffs bieten Umweltzeichen wie das „pure life“-Siegel. PU-Dämmstoffe, die mit diesem Siegel gekennzeichnet sind, erfüllen die sehr strengen stofflichen Kriterien und Emissionsanforderungen des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung, besser bekannt als Wilhelm-Klauditz-Institut (WKI), an die Innenraumluftqualität und sind gesundheitlich unbedenklich. Mehr Infos zu diesem Siegel und zu dem gesundheitsverträglichen und nachhaltigen Kunststoff Polyurethan erhalten Sie unter www.daemmt-besser.de.

Kellerdämmung

Auch bei der Kellerdämmung gibt es verschiedene Möglichkeiten. Dabei kommt es unter anderem auf die Nutzung des Kellers an. Soll er als zusätzlicher Wohnraum genutzt werden? Dann muss auch die Dämmung dementsprechend dimensioniert werden.

Grundsätzlich lässt sich die Kellerdämmung in folgende Arten unterscheiden:

  • Kerndämmung
  • Kellerdeckendämmung

Fassadendämmung

Da die Fassade einen großen Teil der Haushülle ausmacht ist ihre Dämmung besonders wichtig, um große Wärmeverluste zu vermeiden. Die Art und Weise der Fassadendämmung hängt dabei maßgeblich davon ab wie die Fassade aufgebaut ist und wie sie verkleidet wird. 

EPS, Hartschaum aus expandiertem Polystyrol, meist „Styropor“ genannt ist preisgünstig und wird mit am meisten verwendet, vor allem für Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS). Sie bestehen aus starren Dämmplatten, die mit Mörtelkleber und Dübeln auf der bestehenden Wand befestigt werden, gefolgt von einem Unterputz, in den ein Armierungsvlies gegen Spannungsrisse eingelegt wird, sowie abschließend dem Oberputz. Daneben kommen vorwiegend Mineralwolle- oder Holzfaserplatten zum Einsatz. Je nach Material dürfen es 20 bis 30 Zentimeter sein.

Häuser mit zweischaligen Außenwänden erhalten eine Kerndämmung. Man füllt den Luftspalt zum Beispiel mit Flocken aus Glas- oder Steinwolle oder mit Granulat aus EPS oder Perlit, einem feuchtebeständigen, im Ofen geblähten Vulkangestein. Die Flocken werden maschinell in den Hohlraum eingeblasen, Granulate geschüttet.

WDVS: Wärmedämm-Verbundsystem

Das Wärmedämm-Verbundsystem, kurz WDVS, ist wohl das am meisten genutzte System zur Fassadendämmung im Neubau. Dadurch entsteht eine luftdichte Haushülle, die extrem energiesparende Häuser und Passivhäuser ermöglicht. 

Wärmedämm-Verbundsysteme gibt es seit 1958, sie halten bis zu 60 Jahre. Da man jedoch anfangs zwei bis vier Zentimeter für ausreichend hielt, herrscht mittlerweile Nachholbedarf. Ist die Dämmschicht noch intakt und haftet sie einwandfrei an der Wand, kann man mittels spezieller Kleber sowie Dübel eine weitere Lage aufbringen.

Auch bei zweischaligen Wänden mit vorhandener Kerndämmung lohnt sich das zusätzliche WDVS. 

Nachhaltige Fassadendämmung

Nachhaltigkeit ist ein viel benutzter Begriff, dem häufig sehr unterschiedliche Bedeutungen zugeschrieben werden. Egal in welchem Zusammenhang – es handelt sich immer um einen ganzheitlichen Ansatz. Bezogen auf die Fassadendämmung spielen neben ökologischen Kriterien auch ökonomische und soziale Aspekte eine Rolle.

Da sich durch jede Verbesserung im Bereich der Wärmedämmung Energie einsparen lässt, kann prinzipiell jede Dämmung als nachhaltig gelten. Wie eine energetische Sanierung im Einzelfall am meisten Sinn ergibt, muss von Gebäude zu Gebäude entschieden werden, erklärt Albert Klein, Produktmanager für WDVS und Putze bei Brillux.

Mit Wärmedämm-Verbundsystemen, oder kurz WDVS, steht Hausbesitzern ein effektives Fassadendämmsystem zur Verfügung. Ein WDVS besteht aus mehreren Komponenten, als Dämmstoff kommen verschiedene Materialien infrage. Der Klassiker unter den Dämmstoffen ist expandiertes Polystyrol, kurz EPS bzw. landläufig als Styropor bezeichnet, dem häufig unterstellt wird, nicht ökologisch zu sein. Doch ein genauer Blick auf das Material zeigt, dass es zu 98 Prozent aus Luft und nur zu zwei Prozent aus Erdöl besteht.

Außerdem gehört zu einer seriösen Bewertung auch der Energieaufwand für die Herstellung eines Dämmstoffs. EPS schneidet in den einschlägigen Ökobilanzierungen sowohl bei der Flachdach- als auch bei der Fassadendämmung sehr günstig ab. Mit seiner niedrigen Wärmeleitzahl und geringer Rohdichte handelt es sich bei Styropor also um einen technisch sehr gut geeigneten Wärmedämmstoff.

Und auch beim Thema Wiederverwertung gibt es große Fortschritte: „Aktuell wird erprobt, wie EPS im großen Stil in einen kompletten Kreislauf eingebettet werden kann, also altes Styropor wieder zu neuem wird“, berichtet Dämmstoff-Experte Albert Klein. Selbstverständlich gibt es Alternativen zu EPS, wie Holzfaser, Nutzhanf oder Schafwolle. Allerdings muss auch hier der komplette Herstellungsprozess betrachtet werden. Denn kommt es in der Folge beispielsweise zu landwirtschaftlichen Monokulturen, kann dies ebenfalls negativ bewertet werden.

Neben der Dämmung sollte man auch die Putzschicht betrachten. Putze und Farben werden bei Brillux nur optional und objektbezogen mit einem bioziden Filmschutz ausgerüstet. An nicht geschützten Fassaden können sich früher oder später Algen ausbreiten, was eine optische Beeinträchtigung darstellt. Nur mit konstruktivem Fassadenschutz wie großen Dachüberständen ist dieses Problem langanhaltend zu lösen, erklärt der Fachmann Albert Klein.

Eine Dämmung muss auch rentabel sein. Investiert ein privater Hausbesitzer in die Aufbesserung seiner Immobilie, so achtet er zwangsläufig auf die Amortisation seines finanziellen Aufwands. Und insbesondere bei der Vermietung wird auf die Rentabilität geschaut: Sinkt der Energieverbrauch, reduzieren sich die Nebenkosten – Wohnwert und Immobilienwert steigen –, davon profitieren Mieter und Vermieter. Da EPS, nicht wie viele andere Dämmmaterialien, auch in geringer Dicke ausgeführt werden kann, ist es preislich günstiger und punktet bei den Verarbeitungskosten. Zur ökonomischen Bewertung gehört zudem die lange Lebensdauer eines WDVS. Wenn das System regelkonform ausgeführt und anschließend regelmäßig gepflegt wurde, hält es so lange wie das Gebäude selbst.

Wohnungen mit einem guten Raumklima und ohne Schimmel zu einem günstigen Preis zu schaffen – das ist der soziale As- pekt der Dämmung. Auch wenn innerhalb einer Familie beispielsweise das Haus für die Nachkommen erhalten und modernisiert werden soll, fließt der Aspekt der sozialen Verantwortung mit ein.

Um für sich und sein Gebäude stets die optimale Lösung zu finden, rät Albert Klein renovierungswilligen Hausbesitzern, vor jeder Maßnahme das Gespräch mit einem Energieberater und Verarbeiter suchen.

Wärmedämmung mit Mineralwolle

Mineralwolle - sprich Steinwolle oder Glaswolle – ist ein langjährig erprobter und bis heute beliebter Dämmstoff. Die möglichen Einsatzgebiete sowie die Vor- und Nachteile von Mineralwolle lesen Sie in unserer Rubrik Dämmen mit Mineralwolle.

Dämmschutz von Innen

Zeigt das Haus eine erhaltenswerte Sichtfachwerk- oder Stuckfassade, wird statt von außen, an der Fassade von innen isoliert. Auch die Innendämmung muss individuell ans Gebäude angepasst werden: Ist sie zu stark, kühlt die Wand dahinter zu sehr aus, Feuchte, durch zum Beispiel Schlagregen eingedrungen, entweicht nicht oder zu langsam. Je nach individueller Bausituation werden mineralische Materialien wie Kalziumsilikatplatten oder Lehm-Schilf-Matten eingesetzt oder auch XPS-Hartschaum-Matten zur Wärmedämmung verwendet.

Hier finden Sie alle weiteren Beiträge zum Thema Wärmedämmung rund ums Haus:

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