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Baustelle ist mehr als Rohbau und Richtfest

Die Baustelle muss organisiert und gesichert werden. Doch beim Hausbau wird nicht nur gearbeitet, sondern auch gefeiert. Beispielsweise beim Richtfest.

Rituale, Feste und Feierlichkeiten auf der Baustelle

Ob ein Richtfest durchgeführt wird, ist den Bauherren und dem Bautrupp auf der Baustelle überlassen. Organisieren muss es in den allermeisten Fällen der Bauherr. Nicht alle, aber einige halten an dieser Tradition fest, werden den Grill an und geben Getränke aus. Haben Kunde und Bautrupp ein enges Verhältnis feiern sie auch eher das Richtfest. Manche Bauherren kommen täglich auf die Baustelle und verfolgen interessiert jeden Schritt, andere seltener. In der Regel führt ein Bauleiter regelmäßige Treffen zur Abstimmung auf der Baustelle durch.

Kontrolle des Baufortschritts

Die Baustelle ist der zentrale Ort des Geschehens für den Hausbau. Bauherren haben in vielfältiger Weise mit dem Bauablauf zu tun. Es geht um die Organisation und Sicherheit, aber auch regelmäßige Besuche, um den Baufortschritt zu verfolgen und Details abzustimmen. Aber auch gefeiert wird: vom ersten Spatenstich über die Grundsteinlegung bis zum Richtfest. Und mit der Schlüsselübergabe sollte die Bauphase dann auch abgeschlossen sein.

Bauablauf genau geplant

Alles im Griff auf der hat der künftige Hausbesitzer nur, wenn alle Beteiligten streng nach seinem Plan arbeiten. Eine genaue Vorstellung vom Bauablauf auf der Baustelle und eine ausgeklügelte Termin- und Kostenplanung helfen, den schnellen Umzug ins Eigenheim zu verwirklichen.

Große Freude herrscht bei Baufamilien, wenn das Richtfest stattfindet. Dann wird es zwar immer noch einige Zeit dauern, bis Umzug über die Bühne gehen kann. Aber das Gröbste ist geschafft: der Rohbau steht.

Zeit ist Geld auf der Baustelle

Kapital ist ein kostbares Gut: Das weiß jeder Bauherr, bevor er mit dem Hausbau loslegt. Dass Zeit ebenso kostbar sein kann, stellen viele erst im Laufe ihres Abenteuers Hausbau fest. Denn klar ist: Wenn Planung und anschließende Ausführung auf der Baustelle nicht mehr übereinstimmen, ist die finanzielle Schieflage meist nicht weit, und der Hausbau wird zum riskanten Unternehmen. 

Dass das kein Einzelfall ist, wissen Fachleute bereits seit einiger Zeit. Experten schätzen, dass neun von zehn konventionell gebauten Einfamilienhäusern wegen Termin- und damit Kostenüberschreitung teuer nachfinanziert werden müssen. Dabei muss der Bauherr die Zeche für Bummeleien auf der Baustelle nicht selten aus eigener Tasche begleichen. 

Handwerker

Andere hingegen, die sich auf der Baustelle tummeln, profitieren sogar davon, wenn der Zeit- und Kostenrahmen letztendlich größer als geplant ausfällt. Beispielsweise Handwerker: Nichts zerrt mehr an den Nerven und am Budget des künftigen Hausbesitzers als das Warten auf die Fachhandwerker. Allerdings zählt solches Verhalten von Seiten der Baupartner nicht zwangsläufig zum Bauherren-Schicksal. Wer an der Schraube Bauvertrag richtig dreht, kann das Baustellen-Leben zu seinen Gunsten beeinflussen.

Vorbereiten der Baustelle

Eine Baustelle muss vorbereitet werden. Denn auch Nebensächliches, wie das Toilettenhäuschen, will akribisch geplant sein. Gleiches gilt auch für andere Angelegenheiten, beispielsweise Baustrom und Bauwasser. Falls der Bauherr sich darum kümmern muss, sollte er rechtzeitig beim Energieversorgungsunternehmen beziehungsweise der Gemeinde anfragen. Damit die Baustelle baureif wird, müssen selbstverständlich auch Sträucher, Bäume und sonstiges Grün, das im Weg stehen könnte, entfernt werden. Und schließlich sollte die Sicherheit der Baubeteiligten oberste Priorität haben. Im Klartext: Strom-, Telefon- oder sonstige Freileitungen müssen verlegt, abgeklemmt oder gesichert werden.

Verantwortlich für die Baustelle

Schön, wenn jemand dem Bauherrn Aufgaben abnimmt. Doch das hängt vom Baupartner ab, also davon, ob Sie sich für eine Immobilie vom Bauträger, ein Fertighaus oder ein Architektenhaus entschieden haben. Wer mit einem Bauträger oder Fertighaus-Hersteller zusammenarbeitet, erhält in der Regel eine Festpreisgarantie für einen bestimmten Zeitraum. Ein Festpreis für die schlüsselfertige Immobilie bedeutet immer eine solide Grundlage für Ihre Kostenplanung.

Beim Hausbau in Eigenregie mit dem Architekten und Handwerkern werden die einzelnen Arbeiten auf der Baustelle durch  Bauausschreibungen vergeben. Sie erfolgen auf der Grundlage sogenannter Leistungsverzeichnisse, in denen alle Bauleistungen - entsprechend den einzelnen Gewerken - erfasst sind. Solche Bauausschreibungen sind die Grundlage für die Angebote der Bauunternehmer.

Fertigstellung

Um die Fertigstellungstermine mit den Handwerkern überhaupt vereinbaren zu können, brauchen Sie einen konkreten Ablaufplan für die Erstellung der einzelnen Gewerke. Ein solcher Plan lässt sich mit Hilfe professioneller Zeitplaner für Architekten und Bauherren vergleichsweise einfach erstellen. Mit einem ausgeklügelten Baukalender ist anschließend gewährleistet, dass geplante Termine eingehalten werden und der Neubau so in möglichst kurzer Zeit und damit preisgünstig fertiggestellt wird. 

Baustelle: Schritt für Schritt

Der Bauablauf im Detail hängt davon ab, ob sich der Immobilienerwerber für einen selbst organisierten Hausbau oder ein Fertighaus bzw. ein Haus vom Bauträger entscheidet. Je nach Vertragsgestaltung muss sich der Bauherr nicht selbst um jede Einzelheit kümmern, sondern Fachleute übernehmen bestimmte, vorher festgelegte Arbeiten.

Ablauf beim Hausbau sieht in groben Zügenfolgendermaßen aus:

• Grundstückssuche und Grundstückskauf

• Bauplanung mit dem Architekten oder einem anderen Dritten

• Baupartner auswählen und Verträge über die Errichtung des Hauses abschließen

• Baugenehmigung einholen

• Versicherungen abschließen, z. B. Bauwesen- und Bauherrenhaftpflichtversicherung

• Baustelle vorbereiten

• Bauausführung vom Rohbau bis zum Innenausbau

• Bauabnahme und Schlüsselübergabe

• Einzug in neue Zuhause

Baustellenordnung: Neuer Leitfaden der Berufsgenossenschaft

Zusammen mit dem Netzwerk Offensive Gutes Bauen aktualisierte die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) ihren Leitfaden für die Erstellung einer Baustellenordnung und wird damit auch der aktuellen Gesetzgebung gerecht. Der Leitfaden richtet sich insbesondere an Bauherrinnen und -herren sowie Bau- und Projektleitungen größerer Bauvorhaben. Er ist ein elementares Werkzeug, um Verhaltensregeln für eine sichere Arbeit am Bau von Anfang an zu planen und festzulegen.

Arbeitsschutz ist am wirksamsten, wenn er von Beginn an mitgedacht und gut geplant wird“, so Bernhard Arenz, Leiter der Hauptabteilung Prävention der Berufsgenossenschaft BAU. „Die Baustellenordnung unterstützt die Kommunikation, Koordination und Zusammenarbeit auf der Baustelle. Mit unserem Leitfaden zu ihrer Erstellung geben wir eine wichtige Hilfe für sichere Abläufe auf der Baustelle an die Hand.“

Die Baustellenordnung ist ein wichtiges Medium, um alle Akteurinnen und Akteure, aber auch Besucherinnen und Besucher über die Regelungen zum Verhalten und zur Zusammenarbeit auf der Baustelle zu informieren – als eine Art Hausordnung. Sie kann zudem bei Einweisungen oder Unterweisungen eingesetzt werden. Der Leitfaden dient als Handlungshilfe zu ihrer Erstellung und ist zugleich ein Themenkatalog für die Gestaltung einer partnerschaftlichen, sicheren und koordinierten Zusammenarbeit aller Beteiligten auf Baustellen. Zudem können damit Lösungen und Regelungen baustellenbezogen geplant und abgestimmt werden.

Der Leitfaden wird gemeinsam von der Berufsgenosenschaft BAU und dem Netzwerk Offensive Gutes Bauen herausgegeben. Die Handlungshilfe wurde an die aktuelle Gesetzgebung und veränderte Normen angepasst. Zudem wurde der Themenkatalog überarbeitet, zum Beispiel bei brandschutzrechtlichen Fragen.

Der Leitfaden für die Erstellung einer Baustellenordnung umfasst aber auch noch weitere Aspekte wie Arbeitsmittel, Sicherheitsthemen, Hilfe und Verhalten bei Unfällen, Transport und Lagerung, Schutzmaßnahmen gegen Abstürze. Die Offensive Gutes Bauen hat den neuen Leitfaden als nationaler Qualitätsstandard verabschiedet. Er konkretisiert die Praxishilfe „Gutes Bauen: Der Check für Bauherren und KOMKO-bauen“. Die Offensive Gutes Bauen ist ein Netzwerk unter dem Dach der Initiative Neue Qualität der Arbeit des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Der Leitfaden für die Erstellung einer Baustellenordnung kann über den Bestellservice für Publikationen der Initiative Neue Qualität der Arbeit bezogen werden. Die Onlineversion ist über folgenden Link erhältlich: Leitfaden für die Erstellung einer Baustellenordnung

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