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Massivhaus oder Steinhaus bauen

Hinter einem Massivhaus verbirgt sich nicht etwa ein bestimmtes einheitliches Bausystem – zu groß ist dafür die Vielfalt der angebotenen Baumaterialien und Verarbeitungsweisen.

Früher waren Fertighaus und Massivbauweise zwei klar getrennte Bereiche. Die Fertigbaufirma fügte ruck, zuck aus Holzrahmen-Elementen das schlüsselfertige Haus zusammen. Im Massivbau mussten die Gewerke von Maurern, Zimmerleuten, Fliesenlegern, Sanitär- und Elektroinstallateuren koordiniert werden, Mauersteine über Wochen aufeinandergebaut werden. Heute werden Massivhäuser mit großen vorgefertigten Wandteilen auch schnell erstellt. Und ein individuelles Haus nach Wunsch ist absolut keine Frage der Bauweise oder des Baustoffs mehr.

Massivhaus und seine Wandbaustoffe

Ein Massivhaus oder Steinhaus entsteht aus mineralischen Baustoffen. Die Wandbausteine können ganz unterschiedlicher Art sein. Mit allen wichtigen auf dem Markt erhältlichen Steinen – Ziegel, Porenbeton, Leichtbeton oder Kalksandstein – sind die gesetzlichen Vorgaben zum Energiestandard beim Hausbau zu erfüllen. Auch ein Passivhaus oder ein Effizienzhaus nach den Vorgaben der KfW ist machbar. Wo ansprüchsvollere Einfamilienhäuser realisiert werden sollen, können im Stein integrierte Dämmschichten beispielsweise bei Ziegeln und Leichtbetonsteinen helfen. So ist eine einschalige Bauweise ohne außenliegende Zusatzdämmung möglich, Ausnahme ist hier seit jeher der Kalksandstein. Werden die exzellenten Dämmwerte des Passivhausstandards oder eines KfW-Effizienzhauses 40 verlangt, sind allerdings Wandstärken bis etwa 50 Zentimeter die Folge. Das kann klobig wirken und kostet Wohnfläche. Kombinationen aus Mauerwerk und Dämmstoff, meistens als Wärmedämmverbundsystem, geraten in solchen Fällen schlanker. So reicht in vielen Fällen sogar eine 17,5 Zentimeter dicke Wand aus, um das Haus zu tragen. Die Dämmschicht sorgt dann für sparsamen Energieverbrauch.

Wärmeschutz im Massivhaus

Die Hersteller begegnen den Anforderungen durch eine immer niedrigere Wärmeleitfähigkeit der Steine. Der Fortschritt ist aber mittlerweile an technischen Grenzen angelangt. Für die Berechnung zählen auch Details, etwa Wärmebrücken an Decken, Fensterlaibungen oder Balkonanschlüssen und die sorgfältige Ausführung. Wer einen hohen bis sehr hohen Wärmeschutz anstrebt, ist mit den Topmodellen der Hersteller gut bedient. Deren Wärmeleitfähigkeit liegt bei 0,06 bis 0,08 W/mK, je niedriger desto besser. Dazu werden bei Ziegeln die Kammern zwischen den immer dünneren Stegen mit dem mineralischen Dämmstoff Perlite oder mit Mineralwolle gefüllt. Auch Leichtbetonsteine verlagern die Wärmedämmung in die Wand. Ihre Hohlräume sind mit Mineralwolle oder Polyurethanhartschaum gefüllt. Allein Porenbeton kommt meist ohne Unterstützung aus. Für schlankere Wände bietet sich hier eine Kombination aus einem stabileren Stein und einer mineralischen Dämmplatte aus dem gleichen Material an. Bei Kalksandstein ist die Zusatzdämmung fest eingeplant, meist als Wärmedämmverbundsystem. Auch hier gibt es rein mineralische Lösungen durch die Kombination mit einer Mineraldämmplatte.

Schallschutz im Massivhaus

Spielt der Schallschutz die zentrale Rolle, zum Beispiel bei Trennwänden von Haus zu Haus, sind dagegen schwere Steine gefragt. Sie setzen durch ihre Masse dem Lärm mehr Widerstand entgegen. Achten sollte man darauf, ob passende winddichte Rollladenkästen, Spezialsteine für Fensterlaibungen und Deckenverkleidungen lieferbar sind. Schließlich ist Luftdichtheit oberstes Gebot und das gleiche Material für alle Wände verhindert Risse durch unterschiedliche Reaktionen auf Temperatur und Feuchtigkeit.

Massive Wände aus Kalksandstein

Mauersteine aus Kalksandstein sind relativ schwer. Das hat Vorzüge beim Schallschutz sowie bei der Druckfestigkeit. Außenwände benötigen eine Zusatzdämmung oder sind als zweischalige Konstruktion mit einer tragenden Wand und einer Vormauerschale ausgeführt. Geeignet für Keller, Außen- und Innenwände.

Steinhaus aus Ziegel

Ziegel haben eine lange Tradition. Hergestellt aus Ton und Lehm werden heute zur besseren Wärmedämmung porenbildende Stoffe wie Sägemehl, Zellulose oder Polystyrol beigemischt. Wird der Ziegel gebrannt, hinterlassen sie feinste Poren. Dadurch dämmt das Material besser. Reicht die Wärmedämmung der mit Luft gefüllten Kammern nicht aus, sind die Steine mit Perlite oder Mineralfaser gefüllt. Ziegel puffern Luftfeuchte gut ab, Putz und Farbe sollten dann aber ebenfalls diffusionsoffen sein. Für Keller, Außenwand und als Ziegeldecke.

Wandsteine aus Porenbeton

Porenbeton ist der leichteste aller Wandsteine und einfach zu bearbeiten. Eine zusätzliche, innenliegende Wärmedämmung ist nicht nötig. Das Gemisch aus Quarzsand, Zement, Kalk und Aluminiumpulver als Porenbildner wird per Dampf gehärtet und bildet unzählige feine Poren. Der Lärmschutz ist etwas geringer. Für Keller, Außenwände und Massivdach geeignet.

Massivbau mit Leichtbeton

Leichtbetonsteine bestehen aus Zement und einem Zuschlag aus Bims oder Blähton. Sie bieten bei gutem Wärmeschutz einen guten Schallschutz. Eine hohe Wärmedämmung wird durch innenliegende Dämmschichten zum Beispiel aus Polystyrol erreicht. Für Keller, Außen- und Innenwände geeignet.

Was sind Lambda und U-Wert?

Wärmeleitfähigkeit: Dieser mit dem Zeichen Lambda abgekürzte Wert gibt unabhängig von der Dicke an, wie gut oder wie schlecht ein Material Wärme leitet. Je kleiner der Wert, desto besser. Die Einheit: Watt/Meter x Kelvin Temperaturunterschied (W/mK).

Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert): Die wichtigste Kennzahl im Zusammenhang mit dem Wärmeschutz eines kompletten Bauteils (etwa einer Wand bestehend aus Putz, Dämmung, Mauerwerk und Innenputz) ist der U-Wert. Dieser Wert zeigt, wieviel Wärme durch einen Quadratmeter zum Beispiel der Außenwand verloren geht. Gut sind demnach möglichst niedrige Zahlen. Der Wert wird angegeben in Watt pro Quadratmeter Bauteil sowie der Temperaturunterschied in Kelvin: die Abkürzung dafür istW/(m²K). 

Massiv, aber schnell

Kaum jemand ist heute noch bereit, länger als unbedingt nötig auf sein Haus zu warten. Unternehmen, die aus Überzeugung massiv bauen, bieten oft genug alle Gewerke aus einer Hand an.

Auch beim massiven Hausbau selbst gibt es große Fortschritte: Die Mauersteine sind größer geworden, Mörtel wird sparsam eingesetzt, dank des Dünnbett-Verfahrens. Oder es wird gleich das Trockenmauer-Verfahren angewendet. Große Fertigteil-Wandelemente kommen per Kran auf die Baustelle oder gar komplett fertige, massive Wohnmodule.

Pro Massivhaus wird auch gern der Brandschutz ins Feld geführt. Als weiterer Vorteil werden die Unterhaltungskosten genannt, die laut Statistik bei den massiven Baustoffen gering sind. Weitere gute Argumente für den Massivbau sind die Tragfähigkeit, Stabiliät und Widerstandsfähigkeit des Mauerwerks.

Steinhaus als Wertanlage

Bei Finanzdienstleistern werden hochwertige Steinhäuser gern gesehen. Die Banken schätzen die Werthaltigkeit und damit den Wiederverkaufswert von Massivhäusern und bewerten sie bei der Beleihung entsprechend großzügig.

Rücklagen für die Instandhaltung

Unabhängig von der Bauweise empfihelt es sich generell, rechtzeitig Rücklagen für die Instandhaltung des Hauses zu bilden. Wie viel Sie zurücklegen müssen, sagt Ihnen die Peter’sche Formel: Zunächst multiplizieren Sie die Baukosten mit 1,5. Anschließend teilen Sie das Produkt durch Wohnfläche und Nutzungsdauer.

Für Massivhäuser setzen Sachverständige eine Nutzungsdauer von 80 Jahren an. Den errechneten Betrag sollten Sie je m² Wohnfläche im Jahr zur Seite legen.

Berechnungsbeispiel: Die Baukosten für ein Einfamilienhaus mit 200 m² Wohnfläche betragen 200.000 Euro. Das heißt 200.000 Euro mal 1,5 und dann geteilt durch 80 ergibt 3.750 Euro Rücklage pro Jahr.

Quelle: Massiv mein Haus

Massivhaus selbst gebaut

Plansteine mit äußerst geringen Maßtoleranzen lassen sich auch von ungeübten Bauherren erarbeiten, die schon beim Rohbau Eigenleistung einbringen wollen. Es gibt ganze Systeme, die speziell für Selberbauer entwickelt wurden - so genannte Bausatzhäuser.

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