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Denkmalschutz - Rechte und Pflichten

Eigentum verpflichtet, heißt es im Grundgesetz. Das trifft aufs Eigentum an einem Baudenkmal in besonderem Maße zu. Man saniert, renoviert und erhält es nicht nur für sich, sondern für die Allgemeinheit.

Das betreffende Gebäude gibt Zeugnis vom Leben früherer Generationen, auch wenn es nur eine Bauernkate und kein Schloss ist. Nicht alle unsere Vorfahren haben Hermelinmäntel getragen und aus goldenen Bechern getrunken. Darüber, ob ein Altbau ein Denkmal ist, entscheidet die Gesetzeslage des jeweiligen Bundeslandes, ein übergreifendes Rahmengesetz zum Denkmalschutz auf Bundesebene gibt es nicht.

Erwirbt man ein historisches Haus, weiß man gewöhnlich über seinen Status Bescheid. Ist das Objekt lediglich Teil eines Ensembles, einer Denkmalzone oder einer Gesamtanlage, etwa eines historischen Stadtbildes, genießt es zumindest hinsichtlich seiner äußeren Erscheinung Schutz. Im Zweifelsfall sollte man die Denkmallisten des jeweiligen Bundeslandes im Internet oder direkt bei der Unteren Denkmalbehörde vor Ort einsehen.

In einigen Bundesländern kann man allerdings zu seinem Stück Kulturgut kommen wie die Jungfrau zum Kinde. Denn wenn dort das „nachrichtliche“ anstatt des „konstitutiven“ Sys­tems gilt, sind automatisch alle Gebäude, auf die die im Gesetz genannten Eigenschaften zutreffen, Denkmäler. Der Eigentümer erfährt davon im ungünstigsten Falle erst an dem Tag, an dem sein Antrag beim Bauamt auf Veränderung, Erweiterung, Abriss oder Teilabriss abgelehnt wird. Ein Anfechten der Entscheidung im Ganzen oder in Teilen ist selten von Erfolg gekrönt. Kein Grund zur Verzweiflung – auf der Denkmalbehörde trifft man Expertinnen und Experten, bereit, jede Art von Hilfestellung zu leisten und verpflichtet, die wirtschaftliche Belastung für den Eigentümer in Grenzen zu halten.

Finanzhilfen für Besitzer von Baudenkmälern

Die Eingriffsrechte der Beamten reichen indes weit. Will man dunkle Kassetten-Decken unter einer helleren abgehängten Decke verstecken, muss man mit Einspruch rechnen. Und sie können zu Mehrkosten führen: güns­­tige Betondachsteine anstatt traditioneller Biberschwanzziegel gehen gar nicht, genauso wie Kunststoff-Fenster ohne Sprossen an einem Fachwerkhaus. So müssen Nachfertigungen der alten Holzfenster angefertigt werden. Um diese Ausgaben schultern zu können, sollte man alle verfügbaren Finanzhilfen in Anspruch nehmen. Auch hierzu – Zuschüsse aus Bundes- und Landesprogrammen und Steuer­erleichterungen – werden einem bereits die Denkmalschützer wichtige Tipps geben. Sie möchten schließlich, dass in und mit unseren historischen Häusern gelebt wird, denn nur ein bewohntes, genutztes Gebäude wird in Stand gehalten. Geschichte soll nicht nur bewahrt werden, sie soll auch weitergehen.

Weitere Informationen rund um Denkmalschutz:

Institutionen, Einrichtungen, Verbände, die mit Informationen sowie Rat und Tat Besitzern von Baudenkmälern Hilfe leisten.

  • Wichtigster Ansprechpartner ist die jeweils zuständige Untere Denkmalschutzbehörde. Adressen findet man über das entsprechende Landesamt, dieses wiederum über die Landesregierung. Direkter geht es über die Vereinigung der Landesdenkmalpfleger: www.denkmalpflege-forum.de
  • Die Denkmallisten aller 16 Bundesländer sind auf der privaten Website www.denkmalliste.org versammelt, Links zu den Landesämtern sowie Infos zur Gesetzgebung. Die Auskünfte sind natürlich nicht rechtverbindlich, bilden aber einen guten Ausgangspunkt.
  • Die Interessengemeinschaft Bauernhaus ist ein gemeinnütziger Verein, der Fachwissen sammelt, weitergibt und der vor allem Eigentümern von Denkmälern eine politische Stimme verschaffen will: www.igbauernhaus.de

Historische Baustoffe

Historische Baustoffe geben dem Bauwerk eine Geschichte: Zeitlos und dauerhaft haben historische Baumaterialien oft schon Jahrhunderte überdauert und ihre Stabilität und anhaltende Schönheit unter Beweis gestellt. So geben beispielsweise alte Eichenhölzer, Feldbrandziegel oder Zementfliesen einem Bau Charakter.

Wer historische oder denkmalgeschützte Bauwerke renoviert, kommt zudem um die Verwendung historischer Baustoffe nicht herum.

Viele Materialien altern in Würde. Wir zeigen Ihnen eine Auswahl an Baumaterialien mit Geschichte. Diese historischen Baustoffe finden gern bei Neubauten oder in der Renovierung wieder Verwendung.

Feldbrandsteine

Bauen mit Feldbrandsteinen hat in Europa eine jahrtausendealte Tradition: Schon die Römer fertigten in Feldbrandziegeleien aus Ton stabile Bauziegel, die Methode hat sich in den darauffolgenden Jahrhunderten kaum geändert. Feldbrandziegel sind extrem dauerhafte Bausteine mit einer guten Isolierwirkung. Durch ihre Unregelmäßigkeit und Individualität tragen sie zur historischen Wirkung eines Gebäudes entscheidend bei.

Feldbrandsteine kann man "gebraucht" aus Abbruchhäusern kaufen, in diesem Fall sollten sie vor der erneuten Vermauerung von Mörtelresten gereinigt werden oder bereits gereinigt sein. Mittlerweile kann man im auf historische Baustoffe spezialisierten Markt allerdings auch "nachgemachte" Feldbrandziegel kaufen – "historisch" ist in diesem Fall vielleicht nicht ganz korrekt, aber in jedem Fall günstiger.

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Historische Tür

Türen gehören zum "Gesicht" des Hauses dazu. Ein Fachwerkhaus mit einer modernen Kunststofftür würde wohl niemand als korrekt restauriert bezeichnen. Historische Türen sind meist aus stabilen Hölzern gefertigt und lassen sich aufarbeiten. Oft genügen schon ein kräftiger Schliff und ein neuer Anstrich oder eine neue Lasur.

Aber selbst wenn das Türholz substantiell beschädigt ist, beispielsweise durch Feuchtigkeitseinflüsse morsch geworden, kann die Tür oft noch gerettet werden. Holzpartien können partiell ausgetauscht und durch "neue" historische Hölzer ersetzt werden. Insbesondere für historische Eichenhölzer gibt es ein breites Angebot.

Historische Kamine

Kamine waren früher die einzige Möglichkeit zum Heizen im Winter. In vielen alten Häusern sind daher Kamine eingebaut, leider in höchst unterschiedlichen Zuständen. Kamine verrußen mit der Zeit, auch leidet das Mauerwerk mit den Jahren durch Ruß und Hitze.

Historische Kamine können jedoch restauriert werden, bei nicht allzu komplizierten Aufbauten auch von Heimwerkern. Feuerfeste Schamottsteine kann man im Fachhandel kaufen und die beschädigten oder unansehnlichen Teile des Kamins austauschen. 

Gußofen

Offenes Feuer gewünscht, aber kein Kamin vorhanden? Sollte kein Kaminschacht im Haus vorgesehen sein, kann behagliche Atmosphäre auch mit einem Gussofen erzeugt werden. Neu oder gebraucht im Handel erhältlich, sorgen Gussöfen für bullige Wärme.

Die dazugehörigen Ofenrohre können, im Gegensatz zu Kaminen, von fachkundigen Heimwerkern selbst verlegt werden. Die Anlage muß allerdings vom Schornsteinfeger abgenommen werden, sonst besteht die Gefahr einer Kohlenmonoxyd-Rauchgasvergiftung.

Zementfliesen

Zementfliesen sind die historischen Vorfahren unserer heutigen gebrannten Keramikfliesen. Ursprünglich aus Frankreich und dem Mittelmeerraum stammend, werden sie Schätzungen zufolge bereits seit der Antike verbaut, im großen Stil kamen sie im 19. Jahrhundert zum Einsatz.

Zementfliesen werden im Unterschied zu modernen Fliesen nicht gebrannt, sondern lediglich durch hydraulische Pressung aus Zement, Wasser und Farbstoffen für das Dekor hergestellt. Zementfliesen liegen im Trend: Sie wirken weniger steril als ihre gebrannten Nachfahren und sind individueller.

Für Bauwerksrestaurateure sind Zementfliesen ein Glücksfall: Die individuell gemusterten Fliesen lassen sich meist rekonstruieren und neu herstellen, wenn auch nicht ganz preiswert.

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