Mit Herz und hochgekrempelten Hemdsärmeln

Helena Russmann und ihr Mann steckten viel Leidenschaft in die Kernsanierung ihres Eigenheims, das bereits über 90 Jahre alt ist.

Freie Hand

"Es gibt nichts Schöneres, als die eigenen Vorstellungen in die Tat umzusetzen", schwärmt Helena Russmann. Gemeinsam mit ihrem Mann hat die 32-Jährige eine Doppelhaushälfte in Hannover kernsaniert.

Bei der Neuaufteilung der Räume hatten die jungen Bauherren freie Hand, da die meisten Wände herausgerissen und versetzt werden konnten. So wurde das alte kleine Bad im Obergeschoss komplett entfernt und in eines der anliegenden Schlafzimmer verlegt. Auf dem Spitzboden entstand ein vollwertiger neuer Raum. "Hier haben wir unser Homeoffice untergebracht. Außerdem dient der Raum als Gästezimmer", berichtet Helena Russmann mit leuchtenden Augen. Später, wenn die heute dreijährige Tochter größer ist, soll daraus ein Schlafzimmer mit Wohnbereich für den Nachwuchs werden. 

Die dreiköpfige Familie aus Niedersachen und ihre beiden Chihuahuas haben im neuen Haus viel Platz. Neun Zimmer verteilen sich auf 150m2.

Der Keller ist ebenfalls nutzbar und wartet mit fünf Räumen auf. Hier ist u. a. ein kleines Fotoatelier für die Projekte von Lukas Russmann untergebracht. Im Außenbereich lockt eine überdachte Terrasse an lauschigen Sommerabenden. 

  • Der Küchen- und Essbereich ist heute das Herzstück des Hauses. Fotos: Helena Russmann
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Lila Wolken: In diesem Spielzimmer tobt Iabella sich aus. Das Schlafzimmer der kleinen Tochter ist in einem separaten Raum untergebracht. Fotos: Helena Russmann
  • Man sieht es dem Gebäude nicht an, aber das Haus von Familie Russmann hat fast 70 Jahre auf dem Buckel. Es wurde 1927 gebaut und ist seit 1950 in Familienbesitz.Fotos: Helena Russmann

Throwback auf der Terrasse

In der gemütlichen Outdoor-Lounge schwelgt die junge Familie gerne mal in Erinnerungen. Das Haus blickt auf eine über 90-jährige Geschichte zurück. Es wurde 1927 gebaut und ist seit 1950 in Familienbesitz. Zuvor gehörte es bereits den Urgroßeltern des Hausherrn. "Das ganze Haus besteht aus vielen emotionalen und für uns sehr besonderen Schätzen", erzählt Helena Russmann.

Beim Umbau kamen viele alte "Schätze" zum Vorschein, darunter Briefe und Urkunden von den Urgroßeltern. So tauchten während der Sanierungsarbeiten etwa ein Lockenstab sowie ein Feldstecher aus den 30er Jahren der Ur-Oma auf. 

Original-Bauteile berücksichtigt

Bei der Kernsanierung war es den beiden Bauherren wichtig, den alten Charme des Hauses zu erhalten. Dafür wurden die alten Türen – inklusive der Flügeltüren zwischen Wohn- und Esszimmer – aufgearbeitet. Da die Original Backsteine noch gut erhalten waren, wurde eine Wand im Wohnzimmer freigelegt. Und auch die Heizungsanlage wurde erneuert. 

Die Familie steckte viel Leidenschaft in das Projekt. „Wir haben sechs Monate durchgepowert“, sagt Helena Russmann stolz. 30 Prozent der Bauarbeiten erledigten sie in Eigenleistung, den Rest übernahmen Profis. Großen Wert legten die jungen Bauherren auf eine offene Küche mit Kochinsel und direktem Essbereich. „Dafür haben wir eine Wand herausgebrochen“, sagt Helene Russmann.

  • Die alten Flügeltüren zwischen Wohn- und Esszimmer waren noch in gutem Zustand und wurden aufgearbeitet – dadurch bleibt der Charme des 90-jährigen Hauses erhalten. Fotos: Helena Russmann
  • Im Wohnzimmer sind die Original Backsteine des knapp 70-jährigen Gebäudes zu sehen. Dafür wurde extra eine Wand freigelegt. Fotos: Helena Russmann
  • Kaum zu glauben: Der Spitzboden diente vor der Renovierung lediglich Tieren einen Unterschlupf. Heute sind hier ein Gästezimmer und das Home Office untergebracht. Im Schlafzimmer sind die alten Balken nach der Kernsanierung sichtbar und sorgen für ein rustikal-gemütliches Ambiente. Fotos: Helena Russmann

Nerven aus Stahl

Im Mai 2016 begannen die Sanierungsarbeiten. Nicht immer lief alles wie am Schnürchen. So gab es zwischendurch einen Rohrbruch. "Deshalb haben wir alles bis in die letzte Kanalisation erforscht und ausgebessert", lacht Helena Russmann. Starke Nerven waren auch bei der Fertigstellung des Daches gefragt: "Unser damaliger Dachdecker hat uns oft im Stich gelassen. Wir hatten undichte Stellen, bei Regen kam es immer wieder zu Wasserschäden. Anfang August hatte er mit den Arbeiten begonnen – erst am kurz vor Weihnachten war er fertig."

Am Ende ging aber alles gut. Schon ein halbes Jahr nach Sanierungsbeginn konnte die Familie einziehen. "Zu diesem Zeitpunkt war der Umbau soweit fertig, dass wir mit unserem Baby dort leben konnten", blickt Helena Russmann zurück. Herzstück des Hauses ist heute die Küche mit dem Essbereich. "Hier spielt sich das ganze Leben ab", strahlt Helena Russmann. Bei der Ausstattung setzte sie auf eine rustikale, aber moderne Einrichtung. Auch hier war die Bauherrin mit viel Leidenschaft und Liebe fürs Detail am Werk. 

  • Bei der Einrichtung legt Helena Russmann großen Wert auf kleine Details. Ihren Stil bezeichnet die Hausbesitzerin als rustikal und modern zugleich. Fotos: Helena Russmann
  • Im sanierten Bad schufen sich die Bauherren eine kleine Wellness-Oase. Bei der Einrichtung achtete Helena Russmann auf jedes Detail. Fotos: Helena Russmann

Doch mit dem Einzug war der Umbau längst nicht abgeschlossen. "Es finden sich ständig neue Projekte." Als nächstes steht der Außenbereich auf der To-Do-Liste der jungen Mutter. Im Frühjahr beginnt die Familie mit der Gartengestaltung. Zwei ca. 15 Meter hohe Tannen wurden bereits gefällt. "Damit ist die Angst vor Sturmschäden endlich weg", so Helena Russmann. "Und die Tannen ragten schon ganz schön zum Haus hin." Dann kann es mit der Gartenplanung losgehen, sodass die Familie den Sommer bereits draußen genießen kann.

Tipp für andere "Häuslebauer"

Auf Instagram hält Helena Russmann ihre Haussanierung sowie die künftigen Projekte in Bildern fest. Interior Design ist ihre große Leidenschaft. Welche Tipps hat sie für andere „Häuslebauer“? „Definitiv sofort auf sein Bauchgefühl hören, wenn einem etwas komisch vorkommt oder man skeptisch ist.“ www.instagram.com/_beautiful_homeliving_

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