
Plexiglas: Eigenschaften, Vorteile und Verarbeitung im Hausbau
Wer Wintergarten, Carport, Balkon oder DIY-Projekte plant, erfährt hier schnell, wann Plexiglas sinnvoll ist und wie man es richtig schneidet, bohrt und verarbeitet.
Was ist Plexiglas eigentlich?
Plexiglas ist ein transparenter Kunststoff aus Polymethylmethacrylat (PMMA) und wird häufig als Alternative zu Glas eingesetzt. Das Material ist leichter, bruchsicherer und deutlich einfacher zu bearbeiten.
Der Name Plexiglas® ist eigentlich ein Markenname. Allgemein spricht man auch von Acrylglas. Beide Begriffe werden im Alltag meist synonym verwendet.
Typische Eigenschaften:
- Lichtdurchlässigkeit bis etwa 92 %
- rund 50 % leichter als Glas
- deutlich bruchfester als normales Glas
- sehr UV- und witterungsbeständig
- gut sägen, bohren und formen
Deshalb wird Plexiglas häufig im Haus- und Gartenbereich eingesetzt: zum Beispiel für Überdachungen, Lichtkuppeln oder Sichtschutz.
Wofür Plexiglas im Haus und Garten genutzt wird

Plexiglas ist besonders interessant, wenn Transparenz, geringes Gewicht und einfache Verarbeitung gefragt sind.
Typische Anwendungen sind:
- Terrassen- oder Carportüberdachungen
- Wintergärten und Gewächshäuser
- Balkon- und Windschutz
- Lichtkuppeln und Oberlichter
- Möbel oder DIY-Projekte
- Vitrinen, Regale oder Abdeckungen
Im Vergleich zu Glas lässt sich das Material deutlich einfacher bearbeiten – auch mit Heimwerkerwerkzeug.
Die wichtigsten Vorteile von Plexiglas

Hohe Transparenz
Plexiglas lässt viel Licht durch und ist optisch fast so klar wie Glas. Die Lichtdurchlässigkeit kann bis zu 92 % betragen.
Geringes Gewicht
Das Material wiegt etwa halb so viel wie Glas. Dadurch lassen sich Konstruktionen leichter montieren.
Gute Witterungsbeständigkeit
Acrylglas ist UV-stabil und vergilbt normalerweise nicht, selbst bei langfristiger Sonneneinstrahlung.
Einfache Verarbeitung
Plexiglas lässt sich:
- sägen
- bohren
- fräsen
- kleben
- warm verformen
Das macht es ideal für DIY-Projekte und Renovierungen.
Plexiglas oder Polycarbonat: Was ist der Unterschied?
Viele transparente Kunststoffplatten im Baumarkt werden umgangssprachlich als „Plexiglas“ bezeichnet, obwohl sie aus anderen Materialien bestehen.
Der wichtigste Unterschied:
| Material | Eigenschaften |
| Acrylglas (Plexiglas / PMMA) | sehr klar, kratzfest, UV-beständig |
| Polycarbonat | extrem schlagfest, weniger kratzfest |
| PVC-Platten | günstiger, aber weniger langlebig |
Plexiglas richtig zuschneiden
Plexiglas kann mit üblichen Heimwerkerwerkzeugen bearbeitet werden.
Geeignet sind zum Beispiel:
- Stichsäge
- Kreissäge
- Bandsäge
Tipps für saubere Schnitte:
- niedrige bis mittlere Drehzahl wählen
- Schutzfolie möglichst drauf lassen
- Schnittkante mit Kreppband schützen
- Material gut fixieren
Zu hohe Drehzahlen können dazu führen, dass das Material durch Reibungshitze schmilzt.
Plexiglas kleben
Zum Verkleben werden spezielle Acrylglas-Klebstoffe verwendet.
Wichtige Schritte:
- Oberfläche reinigen (z. B. mit Isopropanol)
- Klebeflächen fett- und staubfrei halten
- Teile exakt fixieren
- Klebstoff sparsam auftragen
Da Plexiglas sehr transparent ist, können selbst kleine Staubeinschlüsse später sichtbar sein.
Plexiglas formen und verbiegen
Acrylglas gehört zu den thermoplastischen Kunststoffen.
Es wird weich, wenn es erwärmt wird.
Typische Temperaturen:
- Glasübergang: etwa 105 °C
- Formgebung: etwa 150–180 °C
Zum Erwärmen eignen sich:
- Backofen
- Heißluftgerät
- Infrarotstrahler
Danach kann die Platte über einer Form gebogen werden.
Plexiglas bohren
Auch Bohrungen sind problemlos möglich.
Wichtige Tipps:
- scharfen Metall- oder Acrylbohrer verwenden
- geringe Drehzahl wählen
- wenig Druck ausüben
- Material gut unterlegen
So lassen sich Spannungsrisse oder Ausbrüche vermeiden.
Hohlkammerplatten aus Plexiglas
Hohlkammerplatten sind besonders bei Wintergärten und Gewächshäusern verbreitet.
Ihre Vorteile:
- geringes Gewicht
- gute Lichtdurchlässigkeit
- bessere Wärmedämmung als einfache Platten
Viele Stegplatten bestehen allerdings aus Polycarbonat, da dieses Material besonders schlagfest ist.
Ist Plexiglas noch zeitgemäß (Stand 2026)?
Ja. Plexiglas gehört weiterhin zu den wichtigsten transparenten Kunststoffen im Bau- und DIY-Bereich.
Gründe dafür:
- langlebige UV-Beständigkeit
- gute Witterungsfestigkeit
- einfache Bearbeitung
- Recyclingfähigkeit von PMMA
In vielen Anwendungen wird Plexiglas heute gezielt mit Polycarbonat oder Glas kombiniert, um Stabilität und Transparenz optimal zu verbinden.
FAQ: Häufige Fragen zu Plexiglas
Ja. Acrylglas ist die allgemeine Bezeichnung für den Kunststoff PMMA. Plexiglas ist lediglich ein Markenname.
Plexiglas ist deutlich bruchfester als normales Glas, aber weniger schlagfest als Polycarbonat.
Hochwertiges Acrylglas ist UV-beständig und vergilbt normalerweise nicht, selbst nach längerer Nutzung im Außenbereich.
Die Dauergebrauchstemperatur liegt meist bei etwa –40 bis +80 °C. Bei höheren Temperaturen kann sich das Material verformen.
Ja. Mit Stichsäge, Kreissäge oder Bandsäge lässt sich Plexiglas gut bearbeiten. Wichtig sind eine moderate Drehzahl und eine stabile Fixierung.
Für stark belastete Dächer wird häufig Polycarbonat verwendet, weil es schlagfester ist. Plexiglas bietet dagegen meist bessere Transparenz und Kratzfestigkeit.
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