Präzision und „Bellezza“

Vom Baum zum Haus: Die Rubner Gruppe liefert Holzhäuser aus einer Hand. Dabei vereint das Südtiroler Unternehmen mitteleuropäische Verlässlichkeit mit italienischen Design-Ansprüchen.

Wald als Wirtschaftsfaktor

300 Millionen Bäume stehen in Südtirols Wäldern. Die Hälfte der Fläche der nördlichsten italienischen Provinz wird von Wald bedeckt. Es ist nicht zu übersehen: Wald prägt das Landschaftsbild Südtirols. Das sieht nicht nur schön aus, sondern ist auch ein wichtiger ökologischer und wirtschaftlicher Faktor für die Region. Denn Bäume reinigen die Luft, beeinflussen das lokale Klima und liefern einen wichtigen Rohstoff: Holz. Wer hier aufwächst, kommt früher oder später damit in Berührung. 

Leidenschaft für Holz

Bei Familie Rubner geht die Holzbautradition und die Verbundenheit zu Wald und Holz mehr als 90 Jahre zurück. 1926 legte Josef Rubner Senior den Grundstein der Rubner Gruppe, als er in Kiens das erste mit Wasserkraft betriebene Sägewerk baute.

Heute wird die Rubner Gruppe in dritter Generation geführt, die vierte steht bereits in den Startlöchern. Die Leidenschaft für Holz ist geblieben. Präsident Peter Rubner und sein Sohn Michael Rubner teilen eine Vorliebe für Balsamico-Essig.

Was das mit Holz zu tun hat? Sehr viel. Denn der Sirup aus spät gelesenen weißen Trauben lagert mehrere Jahre zusammen mit Balsamessig und Wein in verschiedenen Holzfässern. Die unterschiedlichen Holzarten verleihen dem Balsamico dabei seinen Geschmack und seine Farbe. „Die Reihenfolge der Holzarten – von Eiche bis Maulbeere – spielt eine wichtige Rolle“, erklärt Peter Rubner im so genannten Balsamico-Raum. 

Grünes Bewusstsein schärfen

Die besondere Kammer ist das Schmuckstück im neuen, von Rubner gebauten dreistöckigen Einfamilienhaus von Michael Rubner. Das Besondere: Das Holz stammt aus dem eigenen Wald.

Rubner verwendet 90 % der Rohmasse aus einem Radius von 100 km. Alle Produkte werden mit Holz aus eigenen Wäldern in Mittewald oder aus anderen zertifizierten Wäldern der Alpenregion hergestellt. Die Wälder werden dabei nachhaltig bewirtschaftet. Das heißt, es wächst mehr Holz nach, als gerodet wird.

„Die Veränderung von der Wegwerfgesellschaft hin zu einer Kreislaufwirtschaft, die so wie in der Natur alles Material immer wieder verwenden kann, wird beim Bauen nur mit Holz gelingen“, ist Peter Rubner überzeugt.

Holz In The City

Nicht nur in ländlichen Gegenden, sondern zunehmend auch in Städten wächst der Wunsch nach Holzbauwerken, die gesunde Wohnräume bieten. Die Vorteile von Holz: es ist leicht, stabil, wärmedämmend, Kohlenstoff speichernd und nachwachsend. Ein erneuerbarer Stoff also, der sich für den Hausbau bestens eignet. Auch mehrgeschossige Wohnbauten etwa in Innenstädten, wo Baufläche knapp und teuer ist, sind möglich. 

Die Häuser in Holzbauweise lassen sich im Nachhinein beliebig erweitern und umgestalten. Denn Holz ist anders als etwa Beton sehr flexibel. Dabei muss es nicht zwingend der „Holz-Look“ sein. Der natürliche Werkstoff lässt sich vielseitig mit anderen Materialien wie Aluminium, Glas oder Putz kombinieren. 80 % der Bauherren wählen eine Putzfassade.

Entsprechend seinem Standort Südtirol, wo zwei unterschiedliche Kulturen verschmelzen, vereint Rubner mitteleuropäische Verlässlichkeit mit südländischem Flair. „Die italienische Bellezza“, wie Stefan Rubner, Vizepräsident der Rubner Gruppe, es ausdrückt. „Der Sinn für Design und Innovation in Verbindung mit der Sorgfalt und Präzision von Qualitätsarbeit hat uns zur Nummer eins in Italien gemacht.“ 

Ingenieurholzbau bis nach Asien

25.000 Projekte hat das Ingenieurholzbau-Unternehmen Rubner Holzbau mit Produktionsstandorten in Ober-Grafendorf (A), Brixen und Calitri (I) sowie Niederlassungen in Augsburg (D) und Chassieu (F) bereits umgesetzt. Zum Portfolio gehören nicht nur Privathäuser, sondern auch individuelle Großbauten wie Einkaufszentren, Hotels, Bildungseinrichtungen und Sportzentren.

Rubner Holzbau ist weltweit tätig. In der Karibik entstand beispielsweise ein Fünf-Sterne-Resort. „Hier wollten natürlich alle Monteure hin“, schmunzelt Stefan Rubner. Sogar einen Flughafen hat Rubner Holzbau jüngst auf den Philippinen errichtet. Der Mactan Cebu International Airport ist der erste Flughafen Asiens mit einem Tragwerk und einer Dachkonstruktion komplett aus Brettschichtholz. Hier war perfektes Timing gefragt. Schließlich wurden die einzelnen, werksseitig vorgefertigten Bauteile von Ober-Grafendorf über den Rhein-Main-Donau-Kanal und Antwerpen auf die Philippinen verschifft. 

  • In der Karibik entstand beispielsweise ein Fünf-Sterne-Resort. Foto: Rubner Haus
  • Bei der Montage war perfektes Timing gefragt: Schließlich wurden die Bauteile von Kiens in die Karibik transportiert. Foto: Rubner Haus
  • Auch auf den Malediven waren die Monteure von Rubner Haus schon tätig. Foto: Rubner Haus
  • Ein Musterbeispiel für modernen Holzbau: der Mactan Cebu International Airport. Foto: IDA Hong Kong

Lückenlose Wertschöpfungskette im Holzbau

Einer der Vorteile der Rubner Gruppe: Das Unternehmen liefert alles aus einer Hand und deckt mit 1.500 Mitarbeitern an 19 Standorten die fünf Geschäftsfelder Holzindustrie, Ingenieurholzbau, Objektbau, Holzhausbau und Holztüren ab. Schnitt- und Konstruktionsrahmenholz kommen aus dem eigenen Sägewerk, hinzukommen Massivholzplatten, Brettschichtholz und komplexe Leimholzstrukturen bis hin zu Türen, Fenstern, schlüsselfertigen Einfamilienhäusern und Großprojekten in Holzbauweise.

Die Türen und Fenster aus eigener Produktion werden schon im Werk gemeinsam mit Installationen in gedämmte Wände, Dächer und Decken eingebaut. Dadurch ist eine schnelle Montage möglich. Bei den einzelnen Projekten werden die Architekten von Anfang an einbezogen, um auch individuelle Grundrisse und spezielle Kundenwünsche zu erfüllen.

Die 5 Geschäftsbereiche der Rubner Gruppe

  • Rubner Haus / Holzius: hat sich auf den Bau individueller Ein- und Mehrfamilienhäusern aus Holz spezialisiert
  • Rubner Holzbau: Planung, Fertigung und Montage von Holzbaukonstruktionen für verschiedene Nutzungen 
  • Rubner Objektbau: Machbarkeitsstudien, Fachplanungen, Projektmanagement, Haustechnik, Gebäudeautomation
  • Rubner Türen: produziert jährlich rund 30.000 maßgeschneiderte Haus-, Innen- und Funktionstüren aus Echtholz
  • rhi Rubner Holzindustrie / Nordpan: Schnittholzprodukte, Konstruktionsrahmenholz KRH, Naturholzplatten

Holz und Technik

Das heißt, ein Rubner-Haus entsteht im Rahmen einer einzigen Wertschöpfungskette. Türen, Böden, Fenster, ja sogar Möbel sind möglich. Rubner garantiert eine hohe Qualität. Die individuellen Haus- und Wohnungseingangstüren aus Echtholz von Rubner Türen zum Beispiel sind schall- und brandschutzsicher. Als Dämmmaterial wird Kork verwendet. Der umweltfreundliche Werkstoff ist schalldämmend, atmungsaktiv und gleichzeitig undurchlässig für Flüssigkeiten.

Im Bemusterungszentrum in Kiens können sich künftige Hausherren die verschiedenen Modelle ansehen. Die Türen verbergen sich dabei hinter Vorhängen, die dem Kunden auf Knopfdruck zu passender Musik präsentiert werden. 

Die Holztüren stehen Panzertüren aus Metall in puncto Einbruchhemmung in nichts nach. Im eigenen Werk werden die Bauelemente geprüft. Hierbei spielen etwa Einbruchschutz und sogar Erdbebensicherheit eine Rolle. Im Labor werden entsprechende Situationen simuliert. So werden etwa die Tricks von Einbrechern nachgeahmt.

Die oft heimelige Holz-Optik täuscht: Denn die robusten, pflegeleichten Holztüren, die warm und behaglich wirken, werden zusätzlich mit modernster Technik wie digitalen Türspionen oder elektronischen Verriegelungssystemen mit Fingerscan ausgerüstet. Rubner kombiniert Tradition und langjähriges Know-how mit fortschrittlicher Technik. 

  • Rubner Türen produziert jährlich rund 30.000 maßgeschneiderte Haus-, Innen- und Funktionstüren aus Echtholz. Foto: Rubner Türen
  • Die Holztüren stehen Panzertüren aus Metall in puncto Einbruchschutz in nichts nach. Foto: Rubner Türen

Rubner Spaceship

Vor dem Hauptsitz der Rubner Gruppe ist ein Ufo gelandet. Selbstverständlich aus Holz. Beim „Spaceship“ handelt es sich um eine zukunftsfähige Neuinterpretation des traditionellen Blockbausystems. Es veranschaulicht die fortschrittliche Architektur mit Holz.

Im Fokus standen u. a. die Minimierung des Energieverbrauchs. So klimatisiert ein Treibhaus am Heck als Wärmequelle den Wohnraum mittels einer natürlichen Belüftung. In die Dachkonstruktion integrierte Photovoltaik-Paneele versorgen die aktiven Systeme mit der notwendigen Energie.

Das „Raumschiff“ ist also eine Art selbstversorgender Organismus und zeigt die Möglichkeiten von Holz in Kombination mit moderner Technik. Das Objekt wurde von Rubner Haus in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Institut für Design (IED) in Turin entwickelt und gebaut. Im April wurde es erstmals im Rahmen des Fuorisalone der Mailänder Designwoche präsentiert.

  • Ein Treibhaus klimatisiert als Wärmequelle den Wohnraum mittels natürlicher Belüftung. Foto: Rubner Haus
  • Das „Spaceship“ ist eine zukunftsfähige Neuinterpretation des traditionellen Blockbausystems. Foto: Renzo Wellinger
  • Mit dem "Spaceship" unterstreicht Rubner seinen Anspruch, die Zukunft fest im Blick zu haben. Foto: Renzo Wellinger

Durchatmen

Nachhaltigkeit und gesundes Wohnen sind ein zentrales Versprechen. Der Vollholzhaushersteller der Rubner-Gruppe, holzius, bietet leim- und metallfreie Vollholzelemente für Wohnhäuser. Massive Wand- und Deckenelemente aus Nadelholz werden mit einem einzigartigen und patentierten Konstruktionssystem durch Gratleisten in Schwalbenschwanzform miteinander verbunden.

Auch gedämmt wird mit Holz, genauer gesagt mit gepresster Holzwolle, die auf den Außenwänden ebenfalls ohne Leim fixiert wird. Dadurch werden eine gesunde Umgebung und ein behagliches Raumklima gewährleistet.

Umdenken

Die individuelle Holzbauweise ist also nicht nur gemütlich, sondern auch nachhaltig, flexibel und optisch ansprechend. Es ist eine Investition, die sich nicht nur persönlich bezahlt macht. Denn in Zeiten der Klimaerwärmung sind Umdenken und Handeln gefragt. Bei Rubner ist man jedenfalls für die Zukunft gerüstet.

Vorurteil widerlegt

Selbst Stahl gegenüber hat Holz einen Vorteil: Holz brennt kontrolliert. Das heißt, der Punkt, an dem eine Konstruktion dem Feuer nicht mehr standhält, lässt sich besser berechnen. „Die Stabilität des Gebäudes sinkt im Brandfall nur langsam und im Vergleich zu anderen Baustoffen vor allem abschätzbar“, erklärt Stefan Rubner. 

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