Klimatisierung: Kühle Oase

Die Klimatisierung von Innenräumen wird immer wichtiger, aufgrund des Klimawandels. Doch welche Maßnahmen zur Kühlung sind wirklich effizient?

Als Folge der globalen Erwärmung wird der Hitzestress zunehmen. Wohl dem, der in seinen eigenen Innenräumen kühle Erholung findet. Um auch in Zukunft im Sommer angenehm wohnen und erholsam schlafen zu können, ist es ratsam, die eigenen Innenräume zu klimatisieren. Selbst die nachträgliche Klimatisierung des eigenen Hauses ist kein Problem.

Klimatisierung von Innenräumen ist immer eine Kombination aus richtiger Bauweise und richtiger Technik.

Gut geplant werden wenigstens die eigenen Innenräume zur kühlen Oase.

  

Klimatisierung mit Sonnenschutz und Dämmung

Der Trend der letzten Jahrzehnte zu größeren Fenstern brachte automatisch größeren Hitzeeintrag in die Innenräume mit sich. Wo das noch nicht geschehen ist, sollte schleunigst eine gute Verschattung aller Süd-, Ost- und West-Fenster angebracht werden. Um die Klimatisierung der Innenräume zu unterstützen, eignen sich:

  • Rollläden
  • Außenjalousien
  • Raffstores
  • Markisen.

Wichtig ist, die Verschattung außenliegend anzubringen. Die Hitze gelangt gar nicht erst in die Innenräume und sie müssen weniger gekühlt werden.

Für Dachflächenfenster gibt es spezielle Rollläden an den Außenrahmen, die die Kippbewegung mitmachen. Beim Fenstertausch eignen sich am besten solche mit steuerbarer Außenverschattung um die Innenräume kühl zu halten.

Ebenso wichtig für kühle Innenräume ist, und das erstaunt viele, die es zum ersten Mal hören, die Außendämmung auf dem Dach und an der Fassade. Dämmung sperrt Wärme im Winter ein – und im Sommer aus. „Was gegen Kälte schützt, schützt auch gegen Hitze!“ ist eine alte Bauarbeiterregel. Die Dämmung auf dem Dach, am Besten oberhalb der Dachsparren, macht das Leben unter der Schräge oft erst erträglich und unterstütz alle weiteren Maßnahmen zur Klimatisierung der Innenräume.

Auch die Fassade sollte einen solchen Hitzeschild erhalten. Ungedämmte, massiv gemauerte Gebäude aus Vollziegeln, Beton oder Kalksandstein, „schlucken“ zwar tagsüber die Hitze, können sie aber nur in kühlen Nächten wieder abgeben. Ist es nachts zu warm, wie in den letzen Sommern, wird es in den Innenräumen schnell ungemütlich, die Kimatisierung muss mehr leisten.

Info-Adressen

Energetische Modernisierung wird finanziell gefördert, je geringer am Ende der C02-Autausch, desto großzügiger. Unter dem Strich machen sich damit auch ehrgeizige Maßnahmen rechnerisch innerhalb von 15 bis 25 Jahren bezahlt. Selbst heute, in Zeiten, in denen fossile Brennststoffe immer noch billig sind, zu billig.

  • www.kfw.de – die deutsche Förderbank: Kreditanstalt für Wiederaufbau
  • www.bafa.de – Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle
  • www.co2online.de – gemeinnützige Beratungsgesellschaft, unterstützt unter anderem vom Bundesumweltministerium, Infos zur Technik und zur Förderung
  • www.energie-effizienz-experten.de – Unabhängige, von der KfW und vom BAFA anerkannte Energieberater
  • www.verbraucherzentrale-energieberatung.de – Energieberatung der Verbraucherzentrale, online, telefonisch oder vor Ort
  • www.verbraucherzentrale.nrw – "Wärmepumpe - Wärme aus Erde, Luft und Wasser nutzen" unter Menüpunkt Energie/Heizen und Warmwasser

 

Kühlen mit der Lüftungsanlage

Viele Hausbesitzer und Bauherren sehen die Lüftungsanlage auch als Klimaanlage. Doch der Kühleffekt für die Innenräume ist bescheiden. Die bewegten Luftmengen sind zu gering. Zudem kühlen Lüftungsanlagen an heißen Tagen nur dann spürbar, wenn sie über einen Erdwärmetauscher verfügen.

Wärmepumpe mit Kühlfunktion

Die Funktionsweise von Wärmepumpen ist rasch erklärt:

  • Die Außenluft fließt über den Erdwärmetauscher ins Haus. Dabei handelt es sich um ein in der Erde verlegtes Rohr, in dem die heiße Außenluft vom kühleren Erdreich abgekühlt wird bevor sie in die Innenräume gelangt.
  • Außerdem kann man die – hoffentlich – kühle Nachtluft per Bypass am eigentlichen Wärmetauscher vorbeiführen.
  • Tagsüber dagegen entnimmt die kühlere Abluft der heißen Außenluft die Wärme.
  • Erdwärmepumpen mit Kühlfunktion nehmen über Heizschlangen, zum Beispiel der Fußbodenheizung, Wärme aus dem Innenraum auf und transportieren sie mittels Sonden in den Erdboden. Foto: Wärme +/Vaillant
  • Sanftes Heizen, sanftes Kühlen mit der Wärmepumpe. Graphik: Wärme +

Mit Flächenheizsystemen klimatisieren

Angenehmer ist allerdings die Klimatisierung mittels Kühldecken, wie bisher meist nur in Bürogebäuden üblich. Die Kühldecken sind von Leitungen durchzogen, in denen kaltes Wasser kursiert. An den so herabgekühlten Deckenelementen kühlt sich auch die aufsteigende warme Raumluft ab und sinkt langsam wieder zu Boden, ohne dass Zugerscheinungen auftreten. Mehr noch, die Elemente nehmen die Wärmestrahlung der hitzegeplagten Bewohner auf, ein Phänomen, das bisweilen fälschlich „Kältestrahlung“ genannt wird.

  • Mit Gipskartonplatten, die bereits die Heizrohre enthalten, lassen sich Systeme zur Flächenkühlung im Handumdrehen anbringen. Foto: Uponor
  • Wer sie aus dem Büro kennt, wird sich fragen, warum er den Komfort nicht auch zu Hause haben soll: Kühldecken. Foto: Uponor
  • Eine Trocken-Flächenheizung kann problemlos nachgerüstet werden – zur Klimatisierung der Innenräume. Foto: BVF
  • Angenehmes Raumklima bei extremen Außentemperaturen, dank Flächenkühlung: Die Villa in Dubai erhielt Beton-Fertigdecken mit Rohrleitungen, in denen zur Kühlung kaltes Wasser zirkuliert. Foto: Dennert Baustoffe

Innenräume kühlen können alle Flächenheizsysteme, wie

  • Fußbodenheizung
  • Wand- oder
  • Deckenheizung.

Dafür  müssen die Flächenheizsysteme an eine Wärmepumpe mit Kühlfunktion angeschlossen sein. Sie kann, anstatt zu heizen, im Sommer den Rückwärtsgang einlegen und die Innenräume kühlen. Die Wärme wird, wie oben beschrieben, nach draußen befördern, etwa in den Erdboden oder ins Grundwasser, dorthin, wo sie sie in der Heizperiode herholt.

Außenluft-Wärmepumpen haben es verständlicherweise schwer die Innenräume zu kühlen. Sie müssen hierfür über eine aktive Kühlfunktion verfügen, das heißt wie ein Klimagerät arbeiten.

Der Kühlleistung per Flächenheizung sind gewisse Grenzen gesetzt: die Oberflächen dürfen nicht zu kalt werden, sonst schlägt sich die Raumluftfeuchte auf ihnen nieder.

Tipp: Frühzeitig mit der Luftkühlung beginnen

Viel kann man selber bereits im Vorfeld für kühle Innenräume tun, indem man etwa nur nachts lüftet und tagsüber nicht nur verschattet, sondern dazu Fenster und Türen geschlossen hält.

Klimageräte bereits früh am Tag einschalten, wenn sie noch mit wenig Energieaufwand viel bewirken können.

Und bitte nicht übertreiben, sagen Mediziner, die Räume nicht zu stark herunterkühlen. Auch das sei Stress für den Körper. Dann kommt zur Heißzeit noch die Sommergrippe.

Klimageräte sind keine Dauerlösung

Als schnelle Hilfe gegen Saunatemperaturen in Innenräumen werden Klimageräte angepriesen. Monoblock-Geräte, mobile Einheiten auf Rollen, saugen die warme Innenraumluft ein. Ein Kältemittel, eine Chemikalie, die anders als Wasser bereits bei weit unter 100 Grad verdampft, entzieht ihr im Gerät durch das Verdampfen Energie. Die wird über einen Teil der angesaugten Luft per Schlauch nach draußen entsorgt, der andere Teil wird, gut heruntergekühlt, wieder in den Innenraum geblasen.

Allerdings entsteht so ein Unterdruck, der durch von draußen nachströmende warme Luft ausgeglichen wird. Die tatsächliche Kühlleistung ist folglich nicht sehr hoch, der Stromverbrauch dagegen schon.

  • Links ein einfaches Splitgerät, rechts die Multisplitanlage für mehrere Inneneinheiten. Foto: iStock/vladwel/MeggiSt
  • Zwei getrennten Kreisläufe machen das Split-Klimagerät so effizient. Foto: www.energie-lexikon

Effizienter, aber um einiges teurer, sind Splitgeräte: Innen wird warme Raumluft angesaugt, mit Kältetechnik herabgekühlt und wieder ins Zimmer geleitet. Die unerwünschte Wärme wird mit dem Kältemittel nach draußen in die Außeneinheit befördert, wo sie auf die Außenluft übertragen wird.

Bei Multi-Splitgeräten können mehrere Inneneinheiten ihre Wärme an ein Außengerät abgeben. Abgesehen vom Stromverbrauch der Klimageräte, der CO2-Emissionen mit sich bringt, bestehen für die Umwelt seit dem Verbot der FCKW-haltigen Kältemittel keine besonderen Gefahren mehr.

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