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Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

Noch immer sind manche Bauherren in Sachen Lüftungstechnikskeptisch. Doch die hat sich längst bewährt, denn sie kann sowohl für ein gesundes Innenraumklima sorgen als auch Energie sparen. 

Technikfeindlichkeit – im Land der Ingenieure? Ja, die gibt es. Manche Haushersteller oder Architekten merken das, sobald sie ihren Bauherren eine Wohnungslüftung empfehlen. 

Die sei doch so laut, heißt es dann, noch dazu ein Stromfresser, verursache Zugerscheinungen, Lufttrockenheit, und dann seien diese Anlagen ja bekanntlich Virenschleudern.

Dass aber für die Corona-Ausbrüche in einer berühmt-berüchtigten Fleischfabrik in Nordrhein-Westfalen eine Umluft-Kühlanlage maßgeblich verantwortlich war, eine, die die Luft lediglich umwälzt, diese Information ist in der allgemeinen Aufregung schnell untergegangen.

Zentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung

Zentrale Lüftungsanlagen versorgen die Innenräume mit frischer Außenluft und entsorgen gleichzeitig die Abluft. Die Zentraleinheit mit Ventilatoren und Filtern (für Feinstaub, Pollen und Insekten) befindet sich auf dem Dachboden oder im Technikraum.

Hinzu kommen zwei separate Kanalsysteme. Das eine Kanalsystem saugt verbrauchte und geruchsbelastete Luft aus WC, Bad und Küche ab, während das andere Frischluft in Wohnzimmer, Kinderzimmer und Schlafzimmer leitet.

Die Frischluft gelangt dann durch Überströmöffnungen in die Ablufträume. Dank Wärmetauscher in der Zentraleinheit bleibt der Energieverlust gering. Im Wärmetauscher werden Frischluft- und Abluftstrom aneinander vorbeigeführt. Dabei vermischen sie sich nicht.

Dennoch kann die Wärme der Innenraumluft zu bis zu 90 Prozent auf die kalte Außenluft übertragen werden. Im Sommer funktioniert das System andersherum. Die angenehm kühle Außenluft der Nacht kann am Wärmetauscher vorbei direkt ins Haus geleitet werden („Sommer-Bypass“). 

Wartung und Reinigung der Lüftungsanlage

Lüftungsanlagen müssen regelmäßig gereinigt und gewartet werden:

  • 2-mal jährlich Reinigung der Filter
  • 1-mal jährlich Austausch 
  • 1-mal jährlich Reinigung der Kondensatwanne und des Wärmetauschers
  • Grundreinigung (Zentralgerät u. Kanäle): alle 8 bis 10 Jahre durch einen Fachbetrieb 

Für Passivhäuser is es zudem sinnvoll sind die so genannten Kompaktgeräte, die Warmwasserspeicher, Lüftungszentrale und Wärmepumpe zu vereinen. Je nach Bedarf wird die Wärme der Abluft auf die Frischluft übertragen oder von der Wärmepumpe "konzentriert", im Speicher eingelagert und zur Raumheizung sowie zur Brauchwasserbereitung genutzt.

Einige dieser Geräte können noch zusätzlich mit Solarkollektoren gekoppelt werden. "Reversibel" arbeitende Kompaktanlagen bieten noch mehr. Sie entziehen im Sommer der Zuluft die Wärme und tragen so wesentlich zur Raumkühlung bei.

Planung von Lüftungsanlagen

Ein zentrales System ist laut Fachleuten effizienter und dabei nicht zwangsläufig teurer als die dezentrale Lösung (Einzelgeräte, Be- und Entlüftung raumweise). Dazu muss die Luftdichtheit der Gebäudehülle gegeben sein und ein Nachweis über den Blower-Door-Test erbracht werden.

Die Auswahl der Anlage sollte nach EU-Energieeffizienzlabel mindestens Stufe D (Stufen derz. A+ bis G) entsprechen. Geräte der Klasse A+ haben einen negativen Bedarf, z. B.  minus 42 kWh/(m2a) und sind somit Wärmeretter. Wer einen Kaminofen plant, sollte die Regelung mit „Feuerstättenfunktion“ installieren (Anlage Typ „F“, vermeidet u. a. Unterdruck, der Abgase in die Räume ziehen könnte). Zudem sollte die Außenluftansaugung möglichst nicht auf der Straßenseite geschehen. 

Was kostet eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung?

Betrachtet man allein die Anlagentechnik, das heißt Zentralgerät und Kanäle, ohne Montage, ergibt sich für ein Einfamilienhaus ungefähr folgendes Preisspektrum (Quelle: Energieagentur Nordrhein-Westfalen, Verbraucherzentrale NRW):

  • Zentrale Abluftanlage ca. 3.500 Euro
  • Zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung – ca. 5.000 bis 8.000 € 
  • Kompaktgerät mit Be- und Entlüftungsanlage sowie Wärmepumpe ca. 16.400 Euro

Ursachen der Skepsis

Die Vorbehalte gegenüber Lüftungsanlagen erklären sich die Experten mit Eigenschaften, die inzwischen nicht mehr Stand der Technik sind, dazu mit Planungsfehlern. Lange etwa ließ sich die Leistung der Ventilatoren nur stufenweise einstellen.

Wird dann dauerhaft eine zu hohe Stufe gewählt, führt das tatsächlich zu enormem Stromverbrauch, zu Geräuschentwicklungen und Zugerscheinungen. Sowie im Winter zu Lufttrockenheit, mit den bekannten Folgen: die Augen brennen, die Atemwege trocknen aus und werden anfälliger für Infektionen.

Wurde das System zu groß ausgelegt, arbeitet es fast immer ineffizient. Wurde es zu klein geplant, muss es ständig seine Höchstleistung bringen, fällt dann vor allem durch Lautstärke und „Windstärke“ unangenehm auf. 

Luftqualität

Allesamt lösbare Probleme: Falsche Dimensionierung kann mit einer Planungssoftware vermieden werden, die hilft, die Technik exakt aufs Haus zuzuschneiden. Zum Standard gehören inzwischen Zentraleinheiten mit EC-Ventilatoren, ihre Leistung lässt sich stufenlos dem aktuellen Frischluftbedarf anpassen. Wie hoch der ist, erfährt die Anlage über Sensoren im Wohnbereich.

Die Luftfeuchtigkeit erfasst ein Hygrometer, VOC-Sensoren erschnuppern flüchtige organische Substanzen (engl.: Volatile Organic Compounds), zum Beispiel das problematische Formaldehyd. Noch mehr über die Luftqualität verrät allerdings der CO2-Sensor.

Der Mensch ist ein Verbrenner, er atmet Sauerstoff (O2) ein und reichert bei jedem Atemzug die Raumluft mit CO2 an. "Verbrauchte Luft" ist also solche mit einem hohen Kohlendioxidgehalt (ab 0,1 Volumenprozent oder 1000ppm, "parts per million", setzt Müdigkeit ein). 

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