Wärmepumpe – nachhaltig heizen

Wärmepumpen wandeln Energie aus der Umgebung in Heizenergie um und sorgen so klimafreundlich für angenehme Raumtemperaturen.

Wärme will immer dahin, wo es kälter ist, das ist ein Naturgesetz. Mit einer Wärmepumpe aber kann man die Richtung umkehren, kann Umweltenergie aus dem Erdboden oder aus der Luft ins Haus befördern – zum Heizen.

Moderne Wärmepumpen nutzen je nach Gerätetyp die Energie aus der Umgebungsluft, der Erde oder dem Grundwasser, um Heizenergie zu erzeugen. Dadurch ist Heizen unabhängig von fossilen Energieträgern wie Öl oder Gas problemlos möglich. Das ist nicht nur nachhaltig und klimafreundlich, sondern schont auf Dauer auch den Geldbeutel. 

Zudem können Wärmepumpen mit Umkehrfunktion im Sommer auch zum Kühlen der Innenräume genutzt werden. Wer sich dann noch für ein Lüftungssystem entscheidet erhält somit ein komplettes Klimasystem für das Eigenheim. 

Wärmepumpen sind für Neubauten und Altbauten gleichermaßen geeignet und bereits mehr als jeder zweite Neubau wird in Deutschland mit einer Wärmepumpe ausgestattet. 

Förderung für Wärmepumpen

Seit Anfang 2020 wurde die Förderung für den Austausch alter Heizanlagen gegen neue, klimafreundliche kräftig aufgestockt. Auch wer sich für eine Wärmepumpe entscheidet, kann von den gestiegenen Fördersätzen profitieren – sowohl bei einer Umrüstung im Altbau als auch im Neubau. Denn sie nutzt regenerative Energie, zum Heizen und zur Warmwasserbereitung und kann damit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Je nach Einbausituation im Altbau können Hausbesitzer bis zu 45 Prozent der Investitionskosten vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (kurz BAFA) erstattet bekommen. Im Neubau sind es bis zu 35 Prozent der Gesamtkosten. Grundsätzlich können auch sogennante Umfeldmaßnahmen (z.B. der Einbau einer Fußbodenheizung) gefördert werden. 

Was kostet eine Wärmepumpe?

Die Kosten für eine Wärmepumpe variieren je nach Typ: 

  • Außenluft-Wärmepumpe: 12.000 – 14.000€ 
  • Erdwärmepumpe mit Sonde(n): Aggregat 9.000 – 11.000€, zzgl. 60 – 80 €/Meter Sondentiefe
  • Grundwasser-Wärmepumpe: Aggregat 9.000 – 11.000€, zzgl. 50 – 60 €/Meter Brunnentiefe inkl. Montage

Angaben: Verbraucherzentrale

Arten von Wärmepumpen

Wärmepumpen sind in zahlreichen Ausführungen erhältlich und die meisten funktionieren ähnlich: Sie sammeln Umweltwärme aus dem Erdboden, dem Grundwasser oder der Außenluft, und holen sie ins Haus. Die relativ bescheidenen Temperaturen von Erde, Wasser, Luft sind dabei kein Problem. Denn im Kühlkreis des Aggregats zirkuliert (wie auch in jedem Kühlschrank) ein Kältemittel, das nicht erst bei 100 Grad verdampft, wie Wasser, sondern bereits weit unterhalb dieser Marke.

Kommt es durch die Wandungen der Leitungen in Kontakt mit der Umweltwärme, nimmt es sie auf und wird dabei zu Dampf, das heißt: es geht vom flüssigen in den gasförmigen Zustand über. Gase aber kann man, anders als Flüssigkeiten, zusammenpressen, verdichten, wobei sie wärmer werden. Sogar richtig heiß, wenn der Druck hoch genug ist. Diese Hitze überträgt man nun einfach auf das Wasser im Heizkreis oder im Puffer- oder Warmwasserspeicher.

Die folgenden Arten von Wärmepumpen sind auf dem Markt erhältlich: 

  • Luft/Wasser-Wärmpeumpen wandeln die Energie aus der Umgebungsluft mithilfe eines Kältemittels in Wärme um, die dann dem Brauch- und Heizwasser zugeführt wird. So haben die Bewohner heißes Wasser und eine angenehme Raumtemperatur. 
  • Luft/Luft-Wärmepumpen hingegen nutzen die verbrauchte Raumluft als Wärmequelle und benötigen als einzige Art kein Kältemittel. Sie können bis zu 90 Prozent der Wärme aus der verbrauchten Raumluft zurückgewinnen und der Zuluft zuführen. 
  • Sole/Wasser-Wärmepumpen wiederum gewinnen die Wärme aus dem Erdreich. Dabei können entweder oberflächennahe Erdkollektoren oder Erdsonden, die bis zu 100 Meter unter der Erde liegen genutzt werden. 
  • Wasser/Wasser-Wärmepumpennutzen das Grundwasser als Wärmereservoir, da das oberflächennahe Grundwasser eine relativ konstante Temperatur über das Jahr aufweist. Dabei ist die Borhung zweier Brunnen von bis zu 20 Metern Tiefe nötig. 

Vor- und Nachteile der Arten von Wärmepumpen

Grundwasser-Wärmepumpen benötigen zwei Brunnen, einen Entnahme- und einen Rückspeise-Brunnen, um das Wasser aus der Tiefe zum Kühlkreis zu bringen. Erdwärmepumpen verfügen in der Regel über in den Erdboden versenkte Sonden, durch die eine Wärmeträgerflüssigkeit, die „Sole“, fließt und dort dem Boden Wärme entzieht. Die dann zum Aggregat geleitet wird. Außenluftgeräte saugen lediglich mit einem Ventilator Luft an und lassen sie am Kühlkreis vorbeiströmen.

Dank des geringeren Montageaufwands sind ihre Anschaffungskosten um einiges niedriger. Erdboden wie Grundwasser bieten allerdings eine weitaus höhere Energiedichte als Luft und dazu auch im tiefsten Winter um die 10 Grad plus. Entsprechend braucht hier das Aggregat weniger Strom, der Verdichter muss weniger „Druck machen“, um die gleiche Wärmemenge bereit zustellen.

Eine gute Erdwärmepumpe zum Beispiel kann im Jahresdurchschnitt mit einer Kilowattstunde Strom vier oder mehr Kilowattstunden Wärme erzeugen. Beziehungsweise: sie kann eine Jahresarbeitszahl – eine JAZ – von 4 oder darüber erreichen. Bei Luftwärmepumpen sind es dagegen meist um die drei Kilowattstunden, beträgt die JAZ plus/minus 3.

Art der WärmepumpeVorteileNachteile
Erd- oder Grundwasser-Wärmepumpe 
  • geringer Stromverbrauch
  • hohe Jahresarbeitszahl
 
 
  • höhere Anschaffungskosten
 
Luftwärmepumpe 
  • höherer Stromverbrauch
  • geringere Jahresarbeitszahl
 
 
  • niedrigere Anschaffungskosten
 

 

Wärmepumpen im Neubau

Zum Eigenheim gibt’s heute als Heizung oft gleich die Wärmepumpe mit dazu, sie hat den Gas-Brennwertkessel endgültig von Rang eins verdrängt. Meistens handelt es sich um eine Außenluft-Wärmepumpe, schnell zu installieren. Doch die hat eine Verwandte, die die Energie anstatt aus der – im Winter kalten – Umgebungsluft aus dem Erdboden holt, und die damit deutlich effizienter arbeitet.

Erdwärmepumpen sind zwar in der Anschaffung teurer und aufwendiger in der Montage, bieten aber die Möglichkeit, das Haus im Sommer auf energiesparende Weise zu kühlen. Über die Fußbodenheizung wird überflüssige Wärme aus den Räumen aufgenommen und in den Erdboden geleitet.

Ob und wie gut das Erdreich vor Ort als Wärmequelle geeignet ist, darüber kann man sich vorab online im Geothermie-Kataster des jeweiligen Bundeslandes informieren. Liefert jedoch der Untergrund genug und wurde das Aggregat einigermaßen exakt aufs Haus zugeschnitten, hat man eine verlässliche Heiztechnik mit niedrigen Betriebskosten. Ein regelmäßiger Blick auf den Wärmemengenzähler und den Stromzähler wird trotzdem nicht schaden.

Wärmepumpen im Vergleich mit Öl- oder Gasheizungen

Das neue Klimaschutzgesetz verteuert Öl und Gas, weil Maßnahmen zur spürbaren Verringerung des CO2-Ausstoßes insbesondere auch beim Heizen beschlossen worden sind. Unmissverständlich wird klargestellt, dass fossile Energieträger wie Öl und Gas keine Zukunft mehr haben und nach und nach vom Markt verschwinden sollen.

Die „Überzeugungsarbeit" dafür geht wie oft überdie Kosten. Belastet werden sowohl Heizöl als auch Gas mit einer neuen Abgabe je kalkulierter Tonne CO2, die bei der Verbrennung entsteht.Diese zusätzliche CO2-Abgabe startet 2021 mit Kosten von 25 Euro/Tonne CO2 und erreicht fünf Jahre später bereits ein Niveau von bis zu 65 Euro/Tonne CO2.

Die Entwicklung ab 2027 ist noch offen. Experten sehen den tatsächlichen Preis einer Tonne CO2 jedoch bei rund 180 Euro. Je nachdem, wie der Klimawandel zu diesem Zeitpunkt „spürbar ist“ und welche Parteien die Bundesregierung stellen, könnte es zu einem weiteren deutlichen Sprung der Zusatzabgabe kommen. Derzeit kalkulierbar sind bei einem durchschnittlichen jährlichen Verbrauch von 2.500 Liter Heizöl insgesamt Zusatzkosten von nahezu 2.000 Euro bis 2026.

Diese Zusatzkosten fallen bei Wärmepumpen viel geringer aus, da sie nur einen Bruchteil des CO2s produzieren, das fossile Brennstoff erzeugen. Für den Klimaschutz und die ganz persönliche Energiewende im Privathaushalt ist die Reduzierung der CO2-Emissionen durch den Tausch der alten Heizung gegen eine modern Wärmepumpe oft die beste und wirtschaftlichste Methode. Weg von fossilen und hin zu erneuerbaren Energieträgern – das ist nicht nur wichtig für den Klimaschutz, sondern auch den eigenen Geldbeutel.

Wärmepumpen werden massiv gefördert und bezuschusst. Wärmepumpen-Technologien, die auch im Baubestand eingesetzt werden können, spielen dabei die entscheidende Rolle.

Was muss zusätzlich bedacht werden?

Wärmepumpen gewinnen zwar Umweltwärme, laufen allerdings im Normalfall mit Netzstrom, der neben Solar- und Windkraftanlagen eben aus dem Kohle-, dem Gas- oder dem Atomkraftwerk stammt. Und gerade im Winter, wenn sie besonders gefordert sind, steigt der Anteil der CO2- lastigen Kohle- und Gas-kWh am Strommix. Auch deswegen ist eine hohe Jahresarbeitszahl wichtig: geringerer Stromverbrauch heißt weniger CO2-Emissionen.

Die Effizienz des Systems hängt ebenso vom Wärmebedarf des Gebäudes ab. Hat es wegen fehlender Dämmung zu hohe Wärmeverluste und müssen die Heizkörper noch mit 70 Grad heißem Wasser versorgt werden, ist das Aggregat schnell überfordert und muss eventuell öfter den elektrischen Heizstab im Wasserspeicher dazuschalten. Nur mit umfassender Modernisierung kann man der Technik ordentliche Arbeitsbedingungen schaffen: mit einer Außendämmung, neuen Fenstern und dem Einbau einer Fußbodenheizung, die mit Vorlauftemperaturen von um die 35 Grad betrieben wird.

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