
Klinkerfassade sanieren: So gehen Sie bei Reinigung, Fugen und Dämmung richtig vor
Wer seine Klinkerfassade rechtzeitig saniert, spart oft hohe Folgekosten, verbessert den Wärmeschutz und erhält den Wert des Hauses langfristig.
Klinkerfassaden gelten als äußerst langlebig und robust. Trotzdem entstehen im Laufe der Jahre Schäden durch Feuchtigkeit, Frost, verschlissene Fugen oder falsche Reinigungsmethoden. Besonders ältere Häuser profitieren deshalb von einer fachgerechten Sanierung.
Dieser Artikel zeigt, wie Sie eine Klinkerfassade sanieren können, welche Maßnahmen sinnvoll sind und wann sich zusätzlich eineenergetische Sanierung lohnt.

Wann muss man eine Klinkerfassade sanieren?
Nicht jeder Fleck oder kleine Riss bedeutet sofort eine komplette Fassadensanierung. Viele Schäden lassen sich frühzeitig und vergleichsweise günstig beheben.
Typische Anzeichen für Sanierungsbedarf sind:
- bröckelnde oder ausgewaschene Fugen,
- feuchte Stellen an der Innenwand,
- Risse im Mauerwerk,
- Moos- oder Algenbefall,
- weiße Ausblühungen auf den Klinkern,
- lockere oder beschädigte Steine,
- erhöhte Heizkosten bei älteren Gebäuden.
Vor allem die Fugen gelten als Schwachstelle einer Klinkerfassade. Werden sie undicht, kann Feuchtigkeit hinter die Vormauerschale gelangen und dort langfristig Schäden verursachen.
Wie kann ich eine Klinkerfassade sanieren?
Welche Maßnahme sinnvoll ist, hängt vom Zustand der Fassade ab. In vielen Fällen reicht eine Teilsanierung aus.
1. Fugen erneuern
Die Fugensanierung gehört zu den häufigsten Arbeiten an älteren Klinkerfassaden.
Dabei werden beschädigte Fugen entfernt und neu verfugt. Das verhindert, dass Wasser in das Mauerwerk eindringt.
Wichtig ist ein möglichst erschütterungsarmes Arbeiten, damit die Klinker nicht beschädigt werden. Fachbetriebe nutzen dafür meist spezielle Fräs- oder Schneidtechnik.
Eine professionelle Neuverfugung hält häufig mehrere Jahrzehnte.

2. Einzelne Klinker austauschen
Rissige oder abgeplatzte Steine sollten ersetzt werden, bevor Feuchtigkeit eindringen kann.
Dabei müssen Farbe, Format und Oberflächenstruktur möglichst genau zum bestehenden Mauerwerk passen. Besonders bei älteren Gebäuden kann die Beschaffung passender Klinker aufwendig sein.

3. Klinkerfassade reinigen
Viele Fassaden wirken älter, als sie tatsächlich sind. Oft genügt bereits eine schonende Reinigung.
Kann ich eine Klinkerfassade mit einem Hochdruckreiniger reinigen?
Ja — aber nur vorsichtig und mit niedrigem Druck.
Zu hoher Druck kann die harte Schutzschicht der Klinker sowie die Fugen beschädigen. Dadurch nimmt die Fassade später mehr Feuchtigkeit auf und verschmutzt schneller erneut.
Empfohlen werden:
- niedriger Wasserdruck,
- ausreichend Abstand zur Wand,
- keine rotierenden Fräsköpfe,
- vorherige Prüfung der Fugen,
- Reinigung von oben nach unten.
Von aggressivem Sandstrahlen raten viele Fachleute heute ab, weil dabei die Oberfläche der Klinker dauerhaft geschädigt werden kann.
Bei starken Verschmutzungen kommen stattdessen häufig Niederdruckverfahren oder spezielle Softwash-Reinigungen zum Einsatz.
Klinkerfassade imprägnieren: sinnvoll oder nicht?

Eine Imprägnierung kann sinnvoll sein, wenn die Fassade stark der Witterung ausgesetzt ist.
Dabei dringt ein wasserabweisendes Mittel in die Oberfläche ein. Regenwasser perlt anschließend besser ab, während die Diffusionsfähigkeit des Mauerwerks erhalten bleibt.
Vorteile einer Imprägnierung:
- geringere Wasseraufnahme,
- weniger Algen- und Moosbildung,
- zusätzlicher Frostschutz,
- langsamere Verschmutzung.
Wichtig: Eine Imprägnierung ersetzt keine Reparatur beschädigter Fugen oder Steine.
Kann man eine Klinkerfassade streichen?
Ja, grundsätzlich kann man eine Klinkerfassade streichen. Allerdings sollte dieser Schritt gut überlegt sein.
Klinker sind ursprünglich wartungsarm und müssen normalerweise nicht gestrichen werden. Ein Anstrich verändert nicht nur die Optik, sondern auch das Feuchteverhalten der Fassade.
Besonders geeignet sind:
- matte, saugfähige Klinker,
- diffusionsoffene Silikonharzfarben,
- mineralische Fassadenfarben.
Problematisch sind dagegen:
- glasierte Klinker,
- bereits imprägnierte Oberflächen,
- feuchte oder beschädigte Fassaden.
Vor dem Streichen sollte immer geprüft werden, ob die Oberfläche tragfähig und ausreichend saugfähig ist.
Welche Maßnahmen gibt es, um eine Klinkerfassade energetisch zu sanieren?
Gerade bei älteren Häusern lohnt es sich oft, die Fassadensanierung mit einer energetischen Modernisierung zu kombinieren.
Dadurch lassen sich Gerüstkosten bündeln und Fördermöglichkeiten besser nutzen.
Häufige Maßnahmen zur energetischen Sanierung:
- Kerndämmung bei zweischaligem Mauerwerk
Viele ältere Klinkerhäuser besitzen einen Hohlraum zwischen Tragwand und Vormauerschale.
Dieser Zwischenraum kann häufig nachträglich mit Dämmstoff verfüllt werden. Die sogenannte Einblas- oder Kerndämmung gilt als vergleichsweise kostengünstige Maßnahme. - Wärmedämmverbundsystem mit Klinkerriemchen
Dabei wird eine Außendämmung aufgebracht und anschließend mit Klinkerriemchen verkleidet.
Optisch bleibt der typische Klinkercharakter erhalten, während sich der Wärmeschutz deutlich verbessert. - Kombination mit Fenster- oder Dachsanierung
Energetische Maßnahmen wirken am besten als Gesamtkonzept. Häufig werdenFassadendämmung, neue Fenster und Dachsanierung miteinander kombiniert.
Welche Förderungen gibt es für die Sanierung einer Klinkerfassade?
Energetische Sanierungen können in Deutschland über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)gefördert werden.
Förderfähig sind unter anderem:
- Fassadendämmung,
- Kerndämmung,
- energetische Einzelmaßnahmen,
- Sanierung zum Effizienzhaus.
Voraussetzung sind meist bestimmte energetische Mindeststandards sowie die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten.
Vor Beginn der Arbeiten sollte immer geprüft werden, welche Förderprogramme aktuell verfügbar sind.
Was kostet es, eine Klinkerfassade zu sanieren?
Die Kosten hängen stark vom Zustand der Fassade und vom Umfang der Arbeiten ab.
Typische Richtwerte:
| Maßnahme | Typische Kosten |
|---|---|
| Fassadenreinigung | ca. 8–30 €/m² |
| Fugensanierung | ca. 35–80 €/m² |
| Einzelne Klinker ersetzen | ca. 25–150 € pro Stein |
| Imprägnierung | ca. 8–18 €/m² |
| WDVS mit Klinkerriemchen | deutlich höher, je nach Aufbau |
Bei denkmalgeschützten Gebäuden oder Sonderformaten können die Kosten höher ausfallen.
Fazit: Klinkerfassade sanieren lohnt sich meist
Klinkerfassaden gehören zu den langlebigsten Fassadensystemen überhaupt. Schäden entstehen meist zuerst an Fugen oder durch Feuchtigkeit.
Wer Probleme frühzeitig behebt, verhindert größere Folgeschäden und erhält den Wert des Hauses langfristig.
Besonders sinnvoll ist es, eine Fassadensanierung mit energetischen Maßnahmen zu kombinieren. Dadurch lassen sich Energiekosten senken und mögliche Förderungen besser nutzen.
FAQ zur Sanierung von Klinkerfassaden
Eine fachgerecht gebaute Klinkerfassade kann 80 bis weit über 100 Jahre halten. Häufig müssen lediglich die Fugen nach mehreren Jahrzehnten erneuert werden.
Ja. Einzelne beschädigte Steine lassen sich in der Regel austauschen, ohne die komplette Fassade zu erneuern.
Nein. Klinker gelten zwar als pflegeleicht, sollten aber regelmäßig kontrolliert werden — insbesondere Fugen und Anschlüsse.
Meist nicht. Sandstrahlen kann die Oberfläche der Klinker beschädigen und die Wasseraufnahme erhöhen.
Vor allem bei älteren Häusern mit schlechter Dämmung oder ohnehin anstehenden Fassadenarbeiten lohnt sich die Kombination mit energetischen Maßnahmen.
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