Dachterrasse - Rückzug nach oben

Moderne Architektur macht aus den bisher üblichen schmalen Balkonen inzwischen häufig großzügige Balkon-Terrassen. Aus gutem Grund.

"Auf den Balkon hänge ich höchstens mal ein Kleidungsstück zum Lüften, eigentlich könnten wir darauf verzichten“, hört man des Öfteren von glücklichen Haus-mit-Garten-Besitzern. Inzwischen werden Einfamilienhäuser aber oft nicht mehr nur mit einem Balkon, sondern gleich mit einer richtigen Balkon-Terrasse ausgestattet.

Wozu, fragt man sich da, wenn dort oben doch nur Pullover gelüftet werden, das Leben sich im Garten abspielt? Das ist allerdings recht kurzsichtig betrachtet, denn gerade dieser Zugewinn an Quadratmetern auf den „Freiluftflächen“ im Obergeschoss gibt ihnen endlich einen Sinn und macht das Haus auch auf Dauer zum Familienhaus.

Ebenen für Generationen

Sind die Kinder noch klein, wird man sich überwiegend mit ihnen zusammen im Garten und auf der unteren Terrasse aufhalten. Aber wer möchte wirklich immer mittendrin statt nur dabei sein, wenn der Nachwuchs dann im Grundschulalter durch den Garten tobt, „Pferdchen“ spielt oder sich mit Wasser-Pumpguns jagt.

Spätestens jetzt freut man sich über einen Rückzugsort, an dem man sich ausbreiten kann, ohne die Sonne missen zu müssen – und von wo aus man dennoch ein wachsames Auge auf die Umtriebe im Garten hat, sogar aus der Vogelperspektive.

Ein paar Jahre später tauscht man die Ebenen: Teenager freuen sich, wenn sie mit Freunden einen von den Eltern etwas abgeschotteten „Outdoor-Treffpunkt“ zuhause haben oder auch nur mit MP3-Player – oder gar ihren Hausaufgaben – in Ruhe unter freiem Himmel sitzen können. Im Gegensatz zu einem schmalen Balkon, der meist nicht einmal einer Gartenliege genug Platz bietet, geschweige denn einem einigermaßen sinnvoll dimensionierten Tisch mit mehreren Stühlen, hat eine Balkon-Terrasse oder gar eine Dachterrasse wahren Wohnwert. Ist gar eine Einliegerwohnung mit im Haus oder für später geplant, wo die Großeltern oder die erwachsenen Kinder wohnen? Dann machen mehrere Terrassen auf verschiedenen Ebenen erst recht Sinn.

Sehen und nicht gesehen werden

Abgesehen von solch praktischen Aspekten eines stressfreien Familienlebens ist es ein wahrhaft erhebendes Gefühl, die Abendstunden bei Kerzenlicht auf der Dachterrasse zu genießen. Auf gleicher Höhe mit so mancher Baumkrone und – in der entsprechenden Wohngegend – mit einem weiten, von Hecken, Zäunen und Gebäuden unberührten Blick.

Meist strahlt die Dachterrasse abends noch ein bisschen mehr Wärme ab, da hier nicht, wie auf der unteren Ebene, der Erdboden schnell abkühlt. Man ist den Sternen im wahrsten Sinne des Wortes ein Stückchen näher. Außerdem nimmt das Problem der mangelnden Privatsphäre mittlerweile nicht nur in Stadtgebieten und engen Reihenhaussiedlungen zu – hier ist die Dachterrasse übrigens schon seit einiger Zeit ein probates Mittel, um sich aus dem Gros herauszuheben und sich nicht immer auf den Teller schauen zu lassen.

Auch Wohngebiete, die mit Einfamilienhäusern bebaut sind, werden dichter. Soll der Garten nicht mit hohen, sonnenschluckenden Bäumen rundum bepflanzt werden, die die Blicke aus den Obergeschossen der umliegenden Häuser abfangen, dann lässt sich auf einer blickdicht umrandeten Terrasse auf dem Dach morgens – noch im Schlafanzug und ungeduscht – manchmal befreiter frühstücken als unten. Und noch ein guter Grund: Sie haben beispielsweise einen Südgarten, möchten aber gerne die Morgensonne oder den Sonnenuntergang auch noch genießen, obwohl das Grundstück keine Terrasse in dieser Himmelsrichtung zulässt. Es gibt viele Möglichkeiten, ein Haus so zu planen, dass dieser „Extra-Lieblingsplatz“ ganz oben mit dabei sein kann.

Gut abgedichtet

Für eine Terrasse sind weitaus höhere Lasten anzusetzen als für eine Zimmerdecke, da man davon ausgeht, dass bei Festen viele Personen dicht gedrängt auf einer Terrasse stehen. Daher werden Terrassen statisch dimensioniert.

Für eine Dachterrasse muss die Zimmerdecke der darunter liegenden Zimmer in diesem Bereich gedämmt werden. Auf der Dämmung wird ein Flachdachaufbau ausgeführt, der sicherstellt, dass kein Wasser in das darunter liegende Geschoss dringt. Natürlich muss die Freifläche im Obergeschoss keine Dachterrasse im klassischen Sinn sein – auch auf einer großzügig überdachten Gartenterrasse, auf einer dem Haus angegliederten Garage und ähnlichen Gebäudeteilen lässt sich ein solch erhöhter Sonnenplatz konstruieren.

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