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Die richtige Kellerdämmung

Häufig entweicht zu viel teure Energie durch den Keller – das ist teuer und unnötig. Wir erklären die Kellerdämmung und bieten Anleitungen zum Selbermachen.

90% aller deutschen Haushalte weisen ein Defizit auf. Ihr Keller ist nicht gedämmt, insbesondere die Kellerdecke. Dabei kann eine Dämmung der Kellerdecke helfen, zwischen 5 und 10 % der gesamten Heizkosten einzusparen.

Bei den drastisch steigenden Preisen für Energie rentiert sich die Investition in die Dämmung umso mehr. Vor allem, weil eine Kellerdeckendämmung im Vergleich zu anderen Dämmungen günstig sowie schnell montiert ist und sofort einen effektiven Nutzen bringt.

Seit Jahrzehnten regeln gesetzliche Vorgaben die korrekte Wärmedämmung von Häusern. Doch in vielen Bestandsbauten geht noch Heizenergie verloren, da Altbauten geringere Standards als Neubauten einzuhalten haben. 

Die Energie verliert sich dabei vor allem an Stellen, an denen unbeheizte und beheizte Räume aufeinanderstoßen, wie z.B. von Keller und Eingangs- oder Wohnbereich. Sind Wände oder gar die Bodenplatte des Kellers nicht oder schlecht gedämmt, entweicht ein erheblicher Teil der aufgewendeten Heizenergie über das Erdreich.

Viele Besitzer gehen dennoch davon aus, dass Fassadendämmung und Dachdämmung ausreichen, um den Verlust der Energie einzugrenzen. Zwar machen diese Bereiche den größten Teil aus, doch ohne die korrekte Dämmung des Kellers geht immer noch zu viel Energie verloren.

Eine nachträgliche Dämmung des Kellers stellt kein Problem dar und ist zumeist sogar der Bereich, der die geringsten Kosten für eine Dämmung benötigt.

Bei der Kellerdämmung gibt es verschiedene Arten der Umsetzung, die sich nach der gewünschten Nutzungsform des Kellers richten. 

  • Kellerdeckendämmung, wenn der Keller nicht als Wohnraum genutzt werden soll
  • Kerndämmung, für Neubauten mit Hobby- oder Wohnkeller als Fertigkeller
  • Perimeterdämmung, für Wohn- und Hobbykeller
  • Innendämmung, falls eine Perimeterdämmung nicht machbar ist

Keller als Wohnraum nutzen

Neben dem Obergeschoss bietet sich in vielen Häusern das Untergeschoss als Ausbaureserve an. Ganz anspruchslos ist die Aufwertung zum Wohnraum allerdings nicht.

Häuser, die älter als 100 Jahre sind, besitzen unterirdisch in der Regel keinerlei Wärmeschutz und auch keine durchgehende Sockelplatte, dafür eventuell einen mit Ziegel ausgelegten Boden.

Doch auch die Keller jüngerer Gebäude mit einer Bodenplatte aus Beton sind normalerweise ungemütlich kalt, häufig auch feucht. Das muss aber nicht immer an undichten Wänden oder leckenden Rohren liegen.

Gar nicht selten ist falsches Nutzverhalten die Ursache: wird im Sommer tagsüber gelüftet, dringt feuchtwarme Luft ein, die Luftfeuchte kondensiert anschließend an den kühlen Wänden.

Kerndämmung für Fertigkeller

Bei der Kerndämmung wird die Dämmung zwischen der Innen- und Außenschale der Kellerwand eingebracht. Dadurch erreicht der Keller sehr gute Dämmwerte. Dämmung und Kellerwand bilden dabei einen dauerhaften Verbund. 

Perimeterdämmung für Wohnkeller

Soll der Keller Hobby- oder sogar Wohnräume bieten, muss er gedämmt werden. Und zwar nach Möglichkeit von außen, denn nur so bekommt man die Kellerwände richtig warm.

Dazu muss man sie freilegen, mit Spaten und Schaufel oder auch Minibagger, und mit einer neuen Abdichtung versehen, in Form von kunststoffmodifizierter Bitumen-Dickbeschichtung, von Bitumenbahnen oder von mineralischer Dichtschlämme.

Isoliert wird mit Platten aus feuchte- und druckbeständigem Dämmstoff, zum Beispiel Schaumglas oder XPS, extrudiertem Polystyrol. Die Platten, zwischen 8 und 14 Zentimeter stark, werden dann entweder in die noch weiche Bitumenbeschichtung gedrückt, mit Bitumen-Kleber auf den Bahnen befestigt oder auf der durchgetrockneten Dichtschlämme mit mineralischem Mörtel angeklebt.

Sie sind auf Stoß und ohne Lücken anzusetzen, Kreuzfugen sind zu vermeiden. Auf den Dämmplatten selber wird eine Noppenbahn mit Filtervlies darüber angebracht, über die Niederschlagswasser direkt zum Drainagerohr geleitet wird.

Innendämmung

Wo indes Nachbarbebauung, Straßen oder Anbauten wie ein Wintergarten das Freilegen von außen verhindern, muss von innen abgedichtet und gedämmt werden. Die Fachleute streiten noch darüber, ob dazu das Untergeschoss erst vollkommen trocken sein muss.

Einige weisen darauf hin, dass das in vielen Fällen mit vertretbaren Mitteln nicht umzusetzen ist. Außerdem gibt es wasserdichte Folien für den Boden sowie Sperrputz oder Dichtschlämme, die auf nassem Untergrund verarbeitet werden können und anschließend die Nässe auf Dauer auf Abstand halten.

Die Nässe kann in der Wand bleiben, ohne dass die Bausubstanz Schaden nimmt, schließlich stehen manche Gebäude seit Jahrhunderten auf "nassen Füßen", von Zeit zu Zeit oder auch durchgehend. Allerdings muss auf einer feuchten und daher kalten Wand stärker gedämmt werden als auf einer trockenen.

Was ist der U-Wert?

Eine Maßeinheit für den Wärmeschutz eines Bauteils, ob Außenwand, Kellerwand oder Dach; gibt an, welche Wärmemenge durch einen Quadratmeter strömt, wenn die Temperaturdifferenz zwischen beiden Seiten genau 1 Grad Kelvin (entspr. 1 Grad Celsius) beträgt, Einheit W/(m2K); je kleiner, desto besser der Wärmeschutz.

Bei der Innendämmung des Kellers errichtet man mit Dämmstoffen hinterfütterte Vorsatzschalen aus Bauplatten oder verwendet Dämmplatten. Entweder diffusiondichte Verbundplatten aus Gipsbauplatten und Dämmstoff oder diffusionsoffene, rein mineralische Dämmplatten.

Als Dämmung verfügen die Verbundplatten über eine Schicht aus expandiertem Polystyrol- (EPS) oder Polyurethan-Hartschaum (PUR). Etwas teurer sind Platten aus Mineralschaum oder aus Kalziumsilikat. Dank ihrer offenporigen Struktur, ihrer "Kapillarität", können sie Feuchte aus der Raumluft aufnehmen und wieder abgeben, Kalziumsilikat-Platten sind zudem, weil alkalisch, schimmelresistent.

Egal welches Material man letztlich nimmt, es dürfen keine Hohlräume zwischen Isolierungen und Wand verbleiben. Der Boden kann mit Platten aus druckfestem XPS oder Polyurethan-Hartschaum gedämmt werden. Abhängig von den Plattendicken müssen unter Umständen Türblätter in der Höhe angepasst werden.

Selbst überzeugte Do-it-yourselfer sollten nur mit fachlicher Unterstützung an diese Arbeiten herangehen: exakte Planung und Ausführung sind erforderlich, soll die Dämmung lückenlos sein, frei von Wärmebrücken.

Kellerdeckendämmung

Eine nachträgliche Dämmung der Kellerdecke ist vergleichsweise günstig und einfach umsetzbar. Nach dem Abschluss der Kellerdeckendämmung werden Sie einen kurzfristigen und einen langfristigen Effekt feststellen:

  • Der kurzfristige besteht darin, dass es im Haus deutlich weniger Zug gibt und der Fußboden über dem Keller deutlich wärmer ist.
  • Langfristig gesehen können Sie sich über eine geringere Heizkostenrechnung freuen, wodurch Sie die Investition in die Kellerdeckendämmung schnell amortisiert. 

Wie dick muss die Kellerdeckendämmung ausfallen?

Die Dicke der Kellerdeckenisolierung sollte immer von der Höhe des Raumes selbst abhängen. Es lohnt sich nicht, die Dämmung besonders dick zu machen, wenn Sie dadurch im Keller kaum noch aufrecht stehen können.

Allerdings lohnt sich eine Dämmung erst ab sechs Zentimetern Dicke. Bei weniger Dicke ist der Kosten/Nutzen Faktor der Dämmung eher gering und wird deshalb nicht den gewünschten Effekt erzielen. Und je dicker Sie die Kellerdeckendämmung anlegen können, desto besser wird diese funktionieren. Ab zwölf Zentimetern erzielen Sie den besten Effekt. Vorausgesetzt, Sie können die Kellerdecke entsprechend tieferlegen.

Rechnen können Sie in der Regel übrigens mit ca. 2.000 bis 3.000 Euro Kosten, die Sie in eine vernünftige Kellerdeckendämmung investieren müssen.

Weitere Vorteile der Kellerdeckendämmung

Eine Kellerdeckendämmung bringt neben der Einsparung von Energie noch weitere positive Effekte mit sich. Sie bauen durch die Dämmplatten automatisch einen Brandschutz ein.

Besonders Dämmmaterial aus Steinwolle ist schwer entflammbar. Selbst wenn diese Wolle Feuer fängt, glimmt es zunächst lediglich und entwickelt dabei nicht einmal Rauch. Der Besitzer hat daher Zeit, das Feuer zu löschen, ohne von Flammen umgeben zu sein.

Und sollten Sie Ihren Keller gerne als Partykeller verwenden, sich aber an der Lautstärke stören, die im Wohnbereich besteht, erhalten Sie durch die Dämmung einen Lärmschutz, der den Geräuschpegel aus dem Keller deutlich senkt. Nutzen Sie zugleich Wohnbereich und Partykeller, sollte sich also niemand gestört fühlen.

Optik der Kellerdecke

Die Sorge, die Kellerdecke wird durch eine Dämmung verunstaltet, ist unberechtigt. Moderne Dämmplatten sind ohne Probleme mit Wandfarbe zu überstreichen und können daher in das Gestaltungs- bzw. Farbkonzept des restlichen Kellers integriert werden. 

Weiterhin besteht auch immer die Möglichkeit, das Dämmmaterial mit Holzplatten oder Gipsplatten zu verkleiden und diese dann zu streichen.

Anleitung: Kellerdecke selber dämmen

Vorbereitung des Untergrunds

Bevor Sie die Dämmplatten an der Kellerdecke befestigen, müssen Sie prüfen, welche Beschaffenheit die Decke besitzt. Ist sie komplett eben oder weist sie Unebenheiten auf? Geht die Farbe ab oder sandet die Decke gar? Zur ersten Überprüfung nutzen Sie einfach Ihren Finger und fahren mit diesem die Decke entlang. 

Bleiben Farbspuren an Ihrem Finger zurück oder kalkt diese aus, müssen Sie die Decke vor dem Anbringen der Dämmung auf jeden Fall grundieren. Sandet oder platzt die Farbe, sollte der Untergrund bearbeitet werden, in dem Sie die Decke mit einer Stahlbürste abbürsten, bevor Sie anschließend den Haftgrund auftragen.

Achten Sie darauf, dass die Decke vor der Weiterverarbeitung von jeglichem Schmutz und Unreinheihten befreit ist.

Dämmplatten direkt verkleben

Die direkte Verklebung der Dämmung mit der Kellerdecke bringt nur Vorteile. Vor allem durch die Möglichkeit, die Dämmplatten direkt zusammensetzen zu können und somit Wärmebrücken zu vermeiden. Arbeiten Sie Stoß auf Stoß ohne Lücken.

Generell sollten Sie darauf acht geben, keine Wärmebrücken enstehen zu lassen, weil diese sonst Ihre gesamte Dämmung relativ zwecklos machen bzw. die Dämmung nicht ihr volles Potenzial erreichen kann.

Nach der Vorbereitung des Untergrundes, also die Decke, können Sie sich an das Verlegen der Dämmplatten begeben. Die einfachste und schnellste Variante ist die direkte Verklebung der Dämmplatten mit der Decke. Sie benötigen dazu folgendes Material:

  • Zahntraufel
  • Klebespachtel
  • Mörteleimer
  • Rührquirl
  • Dämmplatten
  1. Beginnen Sie mit dem Anrühren der Spachtelmasse und halten Sie sich beim Anmischen an die Angaben des Herstellers. Nutzen Sie einen Rührquirl und bearbeiten Sie die Masse solange, bis keinerlei Klumpen mehr vorhanden sind.
     
  2. Je nach dem, wie die Decke beschaffen ist, müssen Sie die Spachtelmasse anders auf die Dämmplatte auftragen. Bei einer ebenen Decke tragen Sie die Masse vollflächig auf die Platte auf. Es darf keine Spachtelmasse an die Seiten der Platte gelangen! Anschließend durchkämmen Sie die aufgetragene Masse mit einem Zahntraufel (10 x 10 mm).

    Sollte die Decke Unebenheiten aufweisen, nutzen Sie die sogenannte Punkt-Wulst-Verklebung, um eine Ausgleichung herbeizuführen. Tragen Sie zunächst eine geschlossene Linie Spachtelmasse auf den Rand der Dämmplatte auf. Auf die Mitte wiederum tragen Sie mehrere Kleckse auf. Zur Orientierung: Es muss soviel Spachtelmasse aufgetragen werden, dass später ca. 40 % der Plattenfläche mit dem Untergrund verklebt sind.
     
  3. Nach dem Auftragen der Spachtelmasse auf die Dämmplatte kleben Sie die Platten im Verbund an die Decke, wobei keine Kreuzfugen entstehen dürfen. Damit keine Druckstellen zurückbleiben, drücken Sie die Platten mit einem flachen Werkzeug fest an.
     
  4. Lassen Sie den Spachtel etwas trocknen, bevor Sie die Platten gegebenenfalls überstreichen.

Kellerdeckendämmung mit Lattenkonstruktion

Ist das direkte Ankleben der Dämmplatten z.B. aufgrund der Beschaffenheit der Decke nicht möglich, können Sie die Dämmung auch in eine Lattenkonstruktion integrieren.

Bedenken Sie dabei nur, dass Sie damit automatisch eine Deckenabhängung vornehmen und die Decke anschließend deutlich niedriger ist als zuvor. Sie benötigen folgendes Material und Werkzeug:

  • Zahntraufel
  • Klebespachtel
  • Mörteleimer
  • Rührquirl
  • Dämmplatten
  • Bohrmaschine
  • Dübel
  • Schraube
  • Reibebrett
  • Zahntraufel
  • Klebespachtel
  • Mörteleimer
  • Rührquirl
  • Dämmplatten
  • Dampfsperrfolie
  • Latten für Lattenkonstruktion
  • Deckenverkleidung (Paneele, Gips- oder Holzplatte)
  1. Dübeln Sie die erste Reihe Latten parallel zueinander an die Decke. Der Abstand zwischen den Latten muss so groß sein wie die Dämmplatten, die Sie anschließend in die Freiräume hineindrücken. Die Zwischenräume müssen bis zur Unterkante der Latte gefüllt werden.
     
  2. Als nächstes verlegen Sie die Konterlattung, in dem Sie die weiteren Latten quer zur ersten Reihe verlegen. Füllen Sie danach wieder alle Zwischenräume mit dem Dämmmaterial aus.
     
  3. Sofern die Kellerdecke unter einem unbeheizten Raum liegt, wie bspw. einer Garage, legen Sie noch Dampfsperrfolie aus. Diese verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit in die Dämmschicht.
     
  4. Um die Dämmung zu verkleiden, schrauben Sie Holzplatten oder Gipsplatten an die Latten. Die Platten können Sie anschließend überstreichen, damit Sie weniger auffallen.

Dämmung von Rohren im Keller

Wenn im Keller Rohrleitungen verlaufen, sollten auch diese gedämmt werden. Dafür bieten die Hersteller spezielle Rohr-Dämmprodukte. Diese werden um die Rohre gestülpt und vermeiden so Energieverluste.

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