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Treppen: Planung, Sicherheit und Funktion

Eine Grundsatzentscheidung bei der Hausplanung: Platzierung, Grundriss und Funktion der Treppe.

Bei der Hausplanung ist die Treppe ein essenzieller Baustein, da sie kaum revidierbar bzw. nachträglich veränderbar oder dies nur mit viel Aufwand möglich ist. Zudem prägt die Optik und die Platzierung der Treppe den Raum maßgeblich. Letzlich spielt es auch eine Rolle, dass die Treppe lange halten muss.

Eine zentrale Entscheidung ist die Platzierung der Treppe: Im Flur oder Wohnbereich? Beide Optionen haben ihre Vorteile, die zumeist auch von den Wohngewohnheiten und -bedürfnissen der Familie abhängig sind.

Befindet sich die Treppe im Flurbereich, muss der „Personenverkehr“ ins und vom Obergeschoss nicht durch den Wohnraum. Das heißt, dass beispielsweise Kinder und ihre Freunde den kuscheligen Fernseh-Sofaabend der Eltern weniger stören.

Auch wer sich für eine einfache, funktionale Treppe entscheidet, wird diese weniger mitten im Wohnraum, als vielmehr im separaten Treppenhaus platzieren. Durch ein räumlich getrenntes Treppenhaus sind Erdgeschoss und Obergeschoss richtig getrennt, sodass es viel einfacher fällt, später daraus bei Bedarf zwei separate Wohneinheiten zu schaffen.

Treppe im Wohnzimmer

Möchten Sie hingegen gern die Kontrolle darüber behalten, wer mit wem wann wohin geht, dann bietet eine Treppe mitten im Wohnbereich dafür die besten Voraussetzungen. Alles offen heißt dann aber auch, man hört im Obergeschoss, was im Erdgeschoss passiert und umgekehrt. Auch die Wärme verteilt sich dann nach oben. Gleichzeitig muss dann umso mehr auf die Optik der Treppe geachtet werden, schließlich wirkt sie im Zentrum des Hauses wie ein Möbelstück. 

Was den Platzbedarf angeht, so spart der Verzicht auf ein separates Treppenhaus zwar Verkehrsfläche, andererseits benötigt man dafür wiederum Fläche im Wohnbereich, der je nach Treppenart unterschiedlich groß ausfällt. Doch den Platz unter der Treppe kann man zum Beispiel mit einem Treppenregal sinnvoll nutzen. 

Beliebt im Wohnraum sind Spindel- und Wendeltreppen, da sie wenig Platz benötigen und dekorativ aussehen. Ein Durchmesser von mindestens 200 cm sollte dem Komfort zuliebe eingehalten werden – Schränke und Sofas von einem Geschoss ins andere zu transportieren, macht auf einer Spindeltreppe aber nicht wirklich Spaß.

Allerdings mögen viele Hausbesitzer auch geradläufige Treppen mit ihrer puristischen Präsenz. Die Planung der Treppe nicht ausschließlich im Hinblick auf die Optik erfolgen und der Platzbedarf der Konstruktion nicht zwingend zugunsten der Wohnfläche minimiert werden.

Im Wohnraum ist die Treppe sehr präsent und muss dementsprechend gestaltet werden. Eine Treppe muss mit der Einrichtung harmonieren und gleichzeitig zeitlos sein, sonst ist zu schnell eine Treppenrenovierung nötig.. Deshalb sollte man auch auf die Materialien für Treppen achten. Ob Edelstahl oder Holz, Glas oder Stein, Materialkombinationen oder wie aus einem Guss – unzählige Designwünsche lassen sich mit Konstruktion und Gestaltung realisieren.

Von den Treppenarten gehören die Einholmtreppen zu den eleganten Lösungen, weil hier ein mittiger Einzel­träger die Stufen aufnimmt. Besonders beliebt in auf Design ausgelegten Häusern sind frei tragende Block­stufen­treppen mit Wandbefestigung, da hier die einzelnen Treppenstufen einen frei schwebenden Eindruck vermitteln. Wer es ausgefallen und hell mag, der entscheidet sich für Treppen mit Glasgeländer.

Treppengrundriss

Grundsätzlich unterscheidet man beim Treppengrundriss zwischen geradläufigen und gewendelten Anlagen. Gerade Treppen ändern ihre Richtung nicht, Podesttreppen um 90° oder 180°. Gewendelte Treppen erreichen die Veränderung der Laufrichtung durch die unterschiedliche Innen- und Außenbreite der Stufen. 

Treppenrenovierung

Sie planen die Renovierung einer alten Treppe und möchten mehr über die einzelnen Schritte wissen? Alle Infos finden Sie in unserer Rubrik Treppe renovieren. Foto: Kenngott Treppen

Treppenformen

Treppen werden entweder nach Bauart, nach Laufrichtung bzw. Form oder Material unterschieden. Bekannte Treppenarten sind die Spindeltreppe, die Wendeltreppe und die geradläufige Treppe

Wir haben alle wichtigen Infos zu den Treppenarten und Treppenmaterialien für Sie zusammengestellt. 

Treppe und Wohnflächenberechnung

Treppen mit mehr als drei Steigungen werden bei der Wohnflächenberechnung nicht berücksichtigt. Eine Treppe hat mehr als 3 Steigungen, wenn man mehr als 3 Schritte benötigt, um sie zu begehen. Hierbei spielt es keine Rolle, wo die Treppe im Grundriss platziert ist.

Schallschutz bei der Treppe

Bei Treppen handelt es sich um ein individuell geplantes, sicherheitsrelevantes und daher beratungsintensives Bauteil. Eine fachkundige Beratung befasst sich nicht nur mit dem Design der Anlage und ihrer optimalen Platzierung im Raum, sondern geht auch auf Bequemlichkeit, Sicherheit und – nicht zuletzt – auf den Schallschutz ein.

Erst wenn alle Details mit dem Bauherrn geklärt sind, kann die Treppe nach Maß konstruiert werden. Neben der Beratung und Konstruktion sollte man auch beim Einbau der Treppe auf Fachhandwerker setzen.

Gehgeräusche entstehen, weil sich der Trittschall von den Treppenstufen über Wände und Decken in benachbarte Räume überträgt. Obwohl die Bauausführung einer Treppe der Norm (in diesem Fall der DIN 4109) entspricht oder sogar die Empfehlungen für den erhöhten Schallschutz erfüllt, kommt es in Einzelfällen immer wieder zu Reklamationen der Bewohner, die Treppe sei zu laut.

Fachleute erklären den scheinbaren Widerspruch damit, dass zum einen die Norm veraltet sei, also nicht mehr dem Stand der Technik entspräche, zum anderen bei der Trittschallmessung tiefe Schwingungen, in diesem Fall unter 100 Hertz, vernachlässigt würden. Gerade diese tiefen Frequenzen empfindet das menschliche Gehör als besonders störend.

Die Lösung liegt in schwingungsarmen Konstruktionen mit möglichst wenigen Befestigungspunkten und einer serienmäßigen Schalldämmung zwischen Holmen und Trittstufen. Für besonderen Trittschallschutz sorgt eine zusätzliche Entkopplung der Decken- und Wandauflager. Die Entkopplung von Treppen erfolgt üblicherweise durch die elastische Lagerung aller Befestigungspunkte, wobei Entkopplungselemente unterschiedlicher Härte einsetzbar sind.

Je weicher das Material, desto besser ist die schalldämmende Wirkung. Bei weichen Elementen ist jedoch eine sichere Begehbarkeit aufgrund der erforderlichen Materialstärke nicht mehr gewährleistet. Außerdem können bei den eingesetzten Materialien (z. B. Gummi) Härtetoleranzen von bis zu zehn Prozent vorkommen. Aus diesem Grund setzt man z. B. im Unternehmen Fuchs-Treppen auf Sylomer®, ein Werkstoff, der sich bereits bei der Schwingungsisolierung von industriellen Anlagen bewährt hat.

Die Unternehmensgruppe Treppenmeister befasst sich in wissenschaftlichen Untersuchungen umfassend mit dem Thema Trittschall von Holztreppen. Der Schallprüfstand in Jettingen ist nach eigenen Angaben die weltweit größte Messeinrichtung für akustische Untersuchungen von kompletten Treppen. In Zusammenarbeit mit anerkannten Hochschulen und Prüfanstalten wurden neue, realitätsnahe Mess­methoden für Treppen entwickelt und daraus Erkenntnisse für einen besseren Trittschallschutz gewonnen.

Hier können die Wissenschaftler der FH Stuttgart unter optimalen Bedingungen und mit modernsten Messmethoden das Schwingungsverhalten von Treppen untersuchen. Mit dem so genannten „Treppenmeister-Schallschutzpaket“ bieten die Hersteller eine Verankerungsmethode, mit der überdurchschnittliche Trittschalldämmwerte erreicht werden.

Bei Trittschall handelt es sich um Körperschall, der durch direkte Schwingungseinleitung in die Wände entsteht. Solche Geräusche werden innerhalb des Hauses oder in benachbarten Häusern als sehr störend wahrgenommen. Die Messgröße für Schallbelastung und Schallschutzwerte lautet Dezibel, abgekürzt dB. Ein Gespräch entspricht ca. 50 dB, Straßenverkehr ca. 70 dB. 

Die DIN 1409 legt für normalen Schallschutz einen Grenzwert von 53 dB, für erhöhten Schallschutz 46 dB fest. Bei Doppel- und Reihenhäusern gilt der erhöhte Schallschutz als allgemein aner­kannte Regel der Technik und damit als privat­rechtliche Anforderung.

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