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Solarthermie im Denkmalschutz

In Niedersachen wurde ein altes Bauernhaus nach einer energetischen Sanierung mit einem modernen Heiz- und Solarsystem ausgestattet.

Im niedersächsischen Nordkehdingen hat die Solar-Technologie bauliche Hürden überwunden: Ein altes Bauernhaus wurde nach energetischer Kernsanierung mit einem modernen Heiz- und Solarsystem von Paradigma ausgestattet. Und das, obwohl das Gebäude unter Denkmalschutz steht.

In nur zwei Jahren wurde in Zusammenarbeit mit dem Anlagen-Planer und Diplomingenieur Dietrich Beitzke eine clevere Lösung für das Objekt gefunden und umgesetzt.  

Das 1862 errichtete Bauernhaus steht unter Denkmalschutz. Deshalb waren strukturelle Eingriffe grundsätzlicher Natur bei der Sanierung verboten. Trotzdem waren umfangreiche Maßnahmen nötig, um dem neuen Besitzer ein echtes Zuhause nach heutigen energetischen Standards zu schaffen.

Mithilfe des Architekten Franz Voigtländer aus Köln wurden zunächst die Wohnräume schnell und unkompliziert modernisiert. Durch den Einsatz eines Extra-Raums wurde der Wohnbereich von dem alten, traditionellen Scheunenteil für Vieh, Heu und landwirtschaftliches Gerät getrennt. Dieser Raum dient jetzt als „Luftpuffer“ für die optimale Hüllflächentemperierung. Im nun separierten Wohnbereich wird die produzierte Wärme effektiv gehalten.

Zur energetischen Kernsanierung gehörte zudem die Dämmung der Fußböden und der ersten Geschossdecke. Das 900 Quadratmeter große Reetdach wurde dabei von Hummel-, Hornissen- und Mäusenestern befreit. Die ursprünglichen Fenster hingegen wurden aus Denkmalschutzgründen erhalten.

Gasbrennwertheizung plus Solarthermie

2018 standen die Bauherren dann vor den entscheidenden Fragen in Sachen Heizungsmodernisierung: Welches Heizsystem ist im Sinne der besten Hydraulik und Warmwasserversorgung für ein altes Gebäude wie das Bauernhaus geeignet? Und kann ein Konzept mit Solartechnologie unter dem Faktor Denkmalschutz überhaupt realisiert werden?

Planer Dietrich Beitzke aus Aachen bewies an dieser Stelle seine Expertise für Hydraulik und Heizungssysteme. „Nach Ansicht der Pläne des Architekten und meinen Berechnungen zum Heizwärmebedarf, den ich hier mit maximal 24 Kilowatt ermittelte, habe ich geprüft, ob der Einsatz von Solarthermie möglich ist und sich lohnt“, erläutert der Anlagen-Planer.

Aufgrund seiner detaillierten Analyse entschied er sich klar zugunsten der Solarthermie und für den Einsatz einer bivalenten Heizungsanlage. Für den 280 Quadratmeter großen Wohnbereich über zwei Geschosse wurde die alte Ölheizung durch eine moderne Gasbrennwertheizung von Paradigma ersetzt.

Ausgeführt hat die Arbeiten der Handwerksbetrieb H. Kaiser aus Balje. Dafür musste der Anschluss vom Versorger zum Haus ab der Hauseinführung bis zur Gasheizung im Heizraum in der Scheune neu gelegt werden. In den Wohnräumen wurden größtenteils Flächenheizungen (Fußbodenheizung) verbaut. Drei neue Kachelöfen sorgen zudem für eine gemütliche Strahlungswärme. Das Heizvolumen ist gut kontrollierbar und der Verbrauch überdurchschnittlich umweltfreundlich. 

Solarthermie zur Warmwasseraufbereitung und Heizungsunterstützung

Die Planung und Installation der Solaranlage entwickelte sich dann in den Jahren 2018/2019 zum Kernstück der Heizungssanierung. Die Besonderheit bestand darin, dass am denkmalgeschützten Objekt selbst nichts verändert werden darf. So war es auch nicht wie üblich möglich, das Dach für die Installation der Anlage zu nutzen.

Auch für einen erfahrenen Planer wie Dietrich Beitzke, der selbst seit 2010 überzeugter Besitzer einer Paradigma-Anlage in Kombination mit Solar ist und vor allem in der Verlegung und Kombination mehrerer Paradigma-Anlagen keine Schwierigkeiten sieht, eine Herausforderung.

Es musste eine passgenaue Alternative für das alte Bauernhaus her. Und Beitzke hatte die Idee: Die 15 Quadratmeter große Solaranlage wurde wie ein „Bock“ auf Holzbalken aufgezogen. Das Konstrukt, gestützt mit Punktfundamenten im Boden, wurde dem Hausdach in Sonnen-und Neigungsausrichtung angepasst.

Durch ein unterirdisch gelegtes Schutzrohr entstand die Verbindung von der externen Anlage zur der Heizungsanlage in der Scheune. 35 Meter Entfernung überbrückt die Leitung, ohne die Funktion der Hydraulik einzuschränken.

Die Solaranlage, die freistehend neben dem Haus errichtet wurde, umfasst drei der Hochleistungskollektoren des Paradigma Typs Aqua Plasma 19/50. Der Pufferspeicher Aqua Expresso ergänzt die Anlage mit einer Frischwasserstation, die ein Fassungsvermögen von 1000 Litern mitbringt und so optimal für die Versorgung eines Bauernhauses dieser Größe geeignet ist. Die Regulierung der Systemelemente übernimmt die multivalente Kompaktheizzentrale Paradigma Energy Vario.

Mehrwert für den Hausherrn und für die Umwelt

Rückblickend sind alle Beteiligten mehr als zufrieden mit der Projektumsetzung. Vor allem der neue Hausherr berichtet von den immensen Vorteilen des zweiteiligen Heizsystems. Im Alltag merkt er vor allem den Mehrwert der neuen Raumaufteilung und Strahlungswärme der modernen Kachelöfen: „Das ist ein ganz besonderes Wohlgefühl, das aufkommt, wenn man mit einem Kachelofen einheizen kann.“

Selbst der zuständige Schornsteinfeger ist begeistert, denn die neuen Kachelofen-Modelle heizen so rückstandsarm, dass pro Heizsaison nicht mehr als eine Asche-Entsorgung von Nöten ist.

Abgesehen von den persönlichen Vorlieben, stellt sich aber auch der finanzielle Vorteil als enorm heraus. Die Solaranlage deckt heute ein Fünftel des Wärmebedarfs des Bauernhauses ab. Über den Sommer bleibt die Gasheizung sogar komplett aus. Das Solardach hat als neuer Carport für seinen kleinen Traktor zudem eine doppelte Funktion.

Das bisherige Fazit des Hausherrn steht fest: „Die Investition in das solar unterstützte System hat sich für mich auf jeden Fall gelohnt – und für die Umwelt auch!“

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