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Effizient bauen mit KfW 55

Wer energieeffizient baut, kann sich von der KfW Förderbank sein Effizienzhaus fördern lassen. Für das KfW 55 Effizienzhaus gibt es allerdings seit Januar 2022 keine Förderung mehr.

Leider hat das Bundeswirtschaftsministerium quasi wieder über Nacht Änderungen, überwiegend als Kürzungen, vollzogen. Seit 28. Juli 2022 gelten neue Bestimmungen, die wir hier kurz zusammenfassen.

Die Komplettsanierung zum Effizienzhaus wird nur noch im Rahmen einer Kreditvergabe mit Tilgungszuschuss gefördert (zu beantragen über die KfW), die reine Zuschuss-Variante (über die BAFA) entfällt komplett. Ebenfalls gestrichen wurde die Förderung zum Effizienzhaus 100 und der zusätzliche Bonus von 5 Prozent für den individuellen Sanierungsfahrplan iSFP. Aber auch die einzelnen Tilgungszuschüsse sind gesunken. So sollen die Fördertöpfe für mehr Antragsteller reichen.

Fürs Effizienzhaus beträgt der maximale Kredit pro Wohneinheit 120.000 Euro, der Tilgungszuschuss steigt mit der Effizienz:                                                           

Effizienzhaus 40max. 20 % Zuschuss48.000 Euro*     
Effizienzhaus 55max. 15 % Zuschuss42.000 Euro*     
Effizienzhaus 70max. 10 % Zuschuss30.000 Euro*        
Effizienzhaus 85max.   5 % Zuschuss24.000 Euro*        
Effizienzhaus Denkmalmax.   5 % Zuschuss24.000 Euro*     

Fürs Effizienzhaus EE (Erneuerbare-Energien Klasse) beträgt der maximale Kredit pro Wohneinheit 150.000 Euro:

Effizienzhaus 40 EEmax. 25 % Zuschuss67.500 Euro*   
Effizienzhaus 55 EEmax. 20 % Zuschuss60.000 Euro*    
Effizienzhaus 70 EEmax. 15 % Zuschuss45.000 Euro*    
Effizienzhaus 85 EEmax. 10 % Zuschuss37.500 Euro*    
Effizienzhaus Denkmal EEmax. 10 % Zuschuss37.500 Euro*    

* Mit einberechnet ist eine max. mögliche Zinsvergünstigung mit einem Subventionswert von etwa 15 Prozent. Dadurch, dass Zinsen für Kredite in 2022 stark gestiegen sind, bieten die günstigen, subventionierten Kredite der KfW wieder einen Vorteil - anders als in der Niedrigzinsphase.

Neue Regeln für Einzelmaßnahmen geplant ab 15. August 2022

Ab 15. August 2022 soll es für Einzelmaßnahmen nur noch den Tilgungszuschuss bei der BAFA geben, die Kreditvariante der KfW wird eingestellt. Zu den geförderten Maßnahmen zählen das Dämmen von Dächern, Wänden, Decken und Kellern, der Austausch von Fenstern, eine neue Lüftungsanlage, Sonnenschutzeinrichtungen oder digitale Systeme zur Energieverbrauchsoptimierung. 

Der jeweilige Tilgungszuschuss beträgt 20 Prozent bei einer maximalen Fördersumme von 60.000 Euro, also maximal 12.000 Euro.

Im Bereich der Heizung wird jegliche Förderung von gasbetriebenen Heizungsanlagen gestrichen, ein neuer Austauschbonus von 10 % für Gasheizungen kommt hinzu. Für Solaranlagen gibt's statt bislang 35 % jetzt nur noch 25 % Zuschuss.

Auch bei den Einzelmaßnahmen wird gekürzt:

Beispiel Fenstertausch: Bisher lag der Fördersatz bei bis zu 25 Prozent, jetzt reduziert auf maximal 20 Prozent. Renovierer  erhalten also noch maximal 12.000 Euro Zuschuss, statt bislang bis zu 15.000 Euro für einen Fensteraustausch.

Beispiel Wärmepumpe: Vor der Änderung gab es für den Einbau einer Wärmepumpe max. 50 % Förderung, also als Höchstsumme 30.000 Euro. Nach der neue Regelung sinkt der maximale Förderbetrag nun auf 24.000 Euro.

Beispiel Biomasseheizung: Hier erweisen sich die Kürzungen am drastischen: Statt bislang max. 33.000 Euro können ab Mitte August nur noch bis zu 12.000 Euro als Zuschuss beantragt werden.

Der iSFP-Bonus (individuelle Sanierungsfahrplan) in Höhe von 5 Prozent auf die Basisförderung entfällt auch für die Einzelmaßnahmen.

Ab 22. September 2022 neuer Förderbonus

Ab dem 22. September 2022 soll zusätzlich ein Bonus für ein Worst-Performing-Building kommen. Darunter fallen bestehende Gebäude, die zu den schlechtesten bezüglich ihrer Energieeffizienz gehören, was den deutschlandweiten Gebäudebestand angeht.

Neue Förderung für den Neubau in drei Stufen

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) der KfW wird neu geregelt. Das betrifft insbesondere die Zuschüsse im Neubaubereich, wo die Anpassungen 2023 im Förderprogramm "Klimafreundliches Bauen" münden werden.

Bei der BEG Förderung für den Neubau ist ein dreistufiges Förderprogramm vorgesehen, das Bauherren unterstützt, die ökologisch bauen und zukunftsfähige Neubauten realisieren.

1. Stufe: Budget gedeckelt auf eine Milliarde Euro (2022)

Die BEG-Neubauförderung, die am 24. Januar 2022 aufgrund der enormen Antragsflut unvermittelt gestoppt wurde, wurde fortgesetzt. Seit 20. April 2022 konnten für das Effizienzhaus 40 Plus, 40 NH und 40 EE wieder Anträge gestellt werden. Allerdings war die Antragsflut so groß, dass innerhalb weniger Stunden das Budget ausgeschöpft war und das Förderprogramm wieder gestoppt wurde.

Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck hatte dem Programm dieses Mal von vornherein ein Limit gesetzt: Bei einer Milliarde Euro war Schluss. Damit es für möglichst viele Antragsteller reicht, wurden die Fördersätze auf die Hälfte reduziert. Bauherren erhalten nur noch die Kreditvariante mit Tilgungszuschuss, nicht mehr den reinen Investitions-Zuschuss.

 max. Kreditbetrag Tilgungszuschussmax. Förderung
Effizienzhaus 40 NH*150.000 Euro12,5 %18.750 Euro
Effizienzhaus 40 EE**150.000 Euro10,0 %15.000 Euro
Effizienzhaus 40 Plus150.000 Euro12,5 %18.750 Euro

*NH: eine vom Bund anerkannte Nachhaltigkeitszertifizierung durch BNK, DGNB, NaWoh
**EE: ein Einsatz von mehr als 55 Prozent erneuerbarer Energien

Zusätzlich gefördert wird die Baubegleitung:

 max. förderfäh. Kostenmax. Zuschuss
Baubegleitung10.000 Euro  50 %

Nicht mehr gefördert:

Effizienzhaus 55 Förderung seit 24.1.2022 eingestellt
Effizienzhaus 40Förderung seit 24.1.2022 eingestellt

Gas: Zwar können die Effizienzhausstufen auch mit gasbetriebenen Wärmeversorgern (Gas-Brennwert, gasbetriebenen Kraft-Wärme-Kopplung, Gas-Warmlufterzeuger) erreicht werden, allerdings sind diese dann nicht förderfähig.

2. Stufe: Nach Ausschöpfung des Budgets (2022)

Sobald die Milliarde "verbraucht" ist, wird das Programm seit 21. April 2022 unter anspruchsvolleren Bedingungen fortgesetzt, endet aber automatisch zum 31. Dezember 2022.

Effizienzhaus 40 NH150.000 Euro12,5 %18.750,00 Euro

Förderung gibt's nur noch in Verbindung mit dem Qualitätssiegel für nachhaltiges Bauen (QNG).

Das Qualitätssiegel "Nachhaltiges Gebäude" ist ein staatliches Gütesiegel für Gebäude, mit dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat als Siegelgeber und akkreditierten Zertifizierungsstellen als Vergabestellen.

3. Stufe: BEG Förderung für den Neubau (ab 2023)

Ab Januar 2023 startet ein neues umfassendes Programm „Klimafreundliches Bauen“ mit einer noch stärkeren Ausrichtung auf nachhaltiges Bauen:

  • das QNG wird weiter entwickelt
  • die Treibhausgasemissionen über das Gebäudeleben hinweg stärker berücksichtigt

Förderung Sanierung wird fortgesetzt

Nicht betroffen ist übrigens die Bundesförderung von Einzelmaßnahmen in der Sanierung, die über die BAFA läuft – dazu gehört etwa der Heizungstausch, Fassadendämmung oder neue Fenster.

Die Förderungen im Bereich des Gebäudebestandes bleiben also zunächst unverändert bestehen – sowohl bei den Einzel- als auch bei den systematischen Maßnahmen. Das betrifft auch das KfW-Förderprogramm zur energetischen Sanierung von bestehenden Immobilien zum Effizienzhaus.

Effiziente Neubauten mit KfW 55 fördern lassen

Bei der Planung von Neubauten stellt sich für Bauherren die Frage, welchen Grad an Energieeffizienz der Neubau erreichen soll. Umweltfreundlich und nachhaltig bauen möchte jeder, wäre da nicht der Kostenfaktor.

Die Förderung durch die KfW Förderbank (KfW) ist für viele Bauherren der Anreiz, eine höhere Energieeffizienz zu erreichen. Für eine besonders hohe Effizienz bei Neubauten ist die Förderung nach dem Konzept KfW 55 die richtige Wahl.

Was wird gefördert?

Grundsätzlich richtet sich die Höhe der potenziellen Förderung durch die KfW nach dem Grad der zu erreichenden Energieeffizienz. Zugrunde liegt die Relation zwischen dem Neubau und einem Referenzhaus, bei dem ein Optimum in puncto Energieeffizienz angenommen wird. Im Vergleich hierzu erreicht ein entsprechend geförderter Neubau eine Effizienz von 55 Prozent.

Die Anforderungen für die KfW-55-Förderung sollten individuell mit einem Fachmann durchgesprochen werden. Dieser zeigt Bauherren individuell auf, welche Maßnahmen sich im Rahmen der Förderung konkret umsetzen lassen und den Neubau energetisch bereichern. Zu den typischen Bauvorhaben, die im Rahmen der Förderung KfW 55 umgesetzt werden, gehören:

  • Einbau einer Pelletheizung
  • Einbau einer zeitgemäßen Brennwerttechnik
  • Solare Heizungsunterstützung
  • Wärmepumpen mit Erdsondenbohrung
  • Wärmepumpen mit Flächenkollektoren

Die Aufstellung ist nicht abschließend. Auch für die Gebäudehülle des Neubaus lassen sich im Rahmen der Förderung attraktive Maßnahmen oberhalb der Standardanforderungen des Gesetzgebers umsetzen. Wichtig ist, mit einer Energiebedarfsberechnung und weiteren etablierten Methoden Klarheit auf dem Weg zur individuell besten Förderung zu schaffen.

Wie wird gefördert?

Das Modell KfW 55 stellt die erste von drei Förderstufen dar. Grundsätzlich umfasst die Förderung den Abschluss spezieller Baukredite, die mit sehr guten Konditionen einhergehen. Den effektiven Jahreszins veröffentlicht die KfW jeweils auf ihrer Webseite. Nachdem die Zinsen für einen Baukredit generell extrem günstig sind, ist der Tilungszuschuss das attrative Lockmittel der KfW. Beim Effizienzhaus 55 gewährt die KfW einen Tilgungszuschuss von 18.000 Euro je Wohneinheit bei einem max. Gesamtkredit von 120.000 Euro (Stand 24.1.2020).

Da es sich lediglich um die erste von drei Förderstufen handelt, sollten Bauherren in der ersten Planungsphase des Neubaus die eigenen Stufen überblicken. Hierbei helfen offizielle Informationen zum Thema Energieeffizienz und ein Überblick, mit welchen Kosten und konkreten Fördermitteln eine Umsetzung auf höherem Niveau denkbar wäre. Neben den reinen Baukosten, die bei energetisch besseren Maßnahmen anfallen, sollte der Spareffekt für Nebenkosten in den Folgejahren nach Einzug in den Neubau berücksichtigt werden.

Weitere Fördermodelle rund um die eigene Immobilie

Die KfW-Förderung ist die bekannteste Art, einen Baukredit zu günstigeren Konditionen abzuschließen. Bei der Konfiguration eines Hauses online oder der konkreten Planung mit einem Architekten sollte das Thema Kreditförderung unbedingt zur Sprache gebracht werden. Im fachkundigen Gespräch zeigt sich schnell, welche Formen der Förderung individuell sinnvoll sind. Es gilt den Mittelweg zwischen finanziellen Möglichkeiten und Energiebewusstsein zu finden.

Dies gilt wie bei KfW 55 nicht alleine für Neubauten, vielmehr hält die KfW Förderbank weitere Fördermodelle für die Modernisierung und Sanierung von Bestandsimmobilien bereit. Bevor hier in eine energiebewusste Zukunft investiert wird, ist das individuelle Förderpotenzial jedes Mal abzuklären.

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