Fördermittel für Sanierer

Die Politik greift Eigentümern, die ihr Haus energetisch zukunftsfit machen, mit Fördergeldern unter die Arme.  Das bringt nicht nur die Energiewerte, sondern auch die Finanzierung schneller in den grünen Bereich. Zweiter Förderschwerpunkt ist der barrierefreie Umbau.

40 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland entfallen auf den Gebäudesektor. Bei Neubauten sorgen die Vorgaben der Energie-Einspar-Verordnung (EnEV) für ein Mindestmaß an Energieeffizienz. Im Altbau dagegen ist man darauf angewiesen, dass Hausbesitzer die Notwendigkeit einer energetischen Sanierung erkennen. Um ihre ökologischen Ziele zu erreichen, schafft die Politik finanzielle Anreize über Förderprogramme.

Attraktiver Klassiker

Bis 2020 werden jährlich weitere 300 Millionen Bundesmittel für das KfW-Förderprogramm „Energieeffizient Sanieren“ lockergemacht. Damit werden die Investitions- wie auch die Tilgungszuschüsse aufgestockt. Neu dazu kam ab 1. März 2013 ein Ergänzungskredit, der die Finanzierung von Heizungsanlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien unterstützt.

Die höchsten Beträge fließen für Hausbesitzer, die sich für die Komplettsanierung ihrer Immobilie zu einem KfW-Effizienzhaus entschließen. Als Bezugsgröße dienen die Vorgaben der EnEV 2009. Das KfW-Effizienzhaus 100 ist gleichbedeutend mit dem im Neubau verlangten Mindest-Energiestandard. Bei den Förderstufen wird berücksichtigt, dass dieses Niveau im Altbau wesentlich schwerer zu erreichen ist, weshalb die Standards KfW-Effizienzhaus 115, 100, 85, 70 sowie 55 gefördert werden. Ein KfW-Effizienzhaus 115 darf energetisch also 15 Prozent „schlechter“ sein als der geforderte EnEV-Standard in einem vergleichbaren Neubau, ein KfW-Effizienzhaus 55 wiederum muss diesen um 45 Prozent übertreffen. Einen speziellen Status genießt das KfW-Effizienzhaus Denkmal. Obwohl es wie ein KfW-Effizienzhaus 115 gefördert wird, sind die Ansprüche niedriger.

Zuschüsse bis 25 Prozent

„Energieeffizient Sanieren“ bietet zwei Programmvarianten. In der Kreditvariante gibt es ein zinsvergünstigtes Darlehen von bis zu 75.000 Euro je Wohneinheit. Dazu kommen Tilgungszuschüsse, wenn das entsprechende KfW-Effizienzhaus-Niveau nachgewiesen wird. Diese reichen von 2,5 Prozent des Zusagebetrags (bei Stufe 115) bis 17,5 Prozent für ein Effizienzhaus 55. Wer die Sanierung ohne Kredit finanzieren möchte, wählt die Zuschussvariante. Dann beträgt die Geldspritze zehn Prozent der förderfähigen Investitionskosten (maximal 7.500 Euro) für Stufe 115 und erhöht sich auf bis zu 25 Prozent (maximal 18.750 Euro) bei einer Sanierung zum Effizienzhaus 55.

Auch Einzelmaßnahmen wie Dämmung von Wänden, Dächern und Geschoss-
decken, die Erneuerung von Fenstern und Haustüren oder Investitionen in Lüftungs- oder Heizungsanlagen sind förderfähig. Die maximale Kredithöhe liegt bei 50.000 Euro je Wohneinheit. In der Zuschussvariante kann mit zehn Prozent der förderfähigen Investitionskosten, maximal 5.000 Euro, gerechnet werden.

Beratung durch Experten

Wird der Förderantrag für ein KfW-Effizienzhaus 55 oder für ein denkmalgeschütztes Haus gestellt, ist die energetische Fachplanung und Baubegleitung durch einen Sachverständigen zwingend vorgeschrieben. In allen anderen Fällen der energetischen Sanierung ist es dem Bauherren freigestellt, ob er sich den Expertenrat holt. Immer wird dafür im Programmbereich „Baubegleitung“ ein Zuschuss gewährt: 50 Prozent der förderfähigen Kosten bis maximal 4.000 Euro.

Alles für den Klimaschutz

Im Programm „Erneuerbare Energien Standard“ werden Investitionen in Fotovoltaikanlagen unterstützt. Zum 1. März 2013 wurde außerdem der bereits erwähnte Ergänzungskredit im Programm „Energieeffizient Sanieren“ gestartet, der den Fokus ebenfalls auf die erneuerbaren Energien richtet. Bis zu 50.000 Euro Darlehen je Wohneinheit können in Kombination mit Investitionszuschüssen aus dem „Marktanreizprogramm“ des BAFA in Anspruch genommen werden. Gefördert werden beispielsweise der Einbau von thermischen Solarkollektoren, Biomasseanlagen wie Pelletöfen oder Scheitholzkessel oder Wärmepumpen. Die Zuschüsse, die über das „Marktanreizprogramm für Erneuerbare Energien“ beantragt werden können, liegen derzeit bei mindestens 1.500 Euro für thermische Solarkollektoranlagen, 1.400 Euro für Biomasseanlagen sowie 1.300 Euro für Wärmepumpen. Besonders innovative oder besonders effiziente Maßnahmen oder auch Maßnahmenkombinationen, wie beispielsweise Pellets plus Solar, werden zudem mit Extra-Boni belohnt. Darüber hinaus gibt es beim BAFA Zuschüsse für den Einbau von Mini-Blockheizkraftwerken bis 20 kW elektrischer Leistung im Gebäudebestand. So werden Anlagen mit 1 kW, die sich besonders gut für Ein- und Zweifamilienhäuser eignen, mit 1.500 Euro gefördert.

Barrierefreier Umbau

Nicht immer sind energetische Fragen der treibende Faktor für Sanierungen.
Ältere wollen oder müssen ihr Eigenheim so umgestalten, dass sie auch bei körperlichen Beeinträchtigungen den Alltag ohne fremde Hilfe bewältigen können. Im KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen“ werden deshalb barrierereduzierende Maßnahmen im Bestand durch zinsvergünstigte Kredite von bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit gefördert. Hier schließt sich der Kreis, an dessen Anfang das „KfW-Wohneigentumsprogramm“ steht. Über dieses Förderangebot kann jeder, der eine Gebraucht­immobilie zur Eigennutzung erwirbt, einen Kredit von bis zu 50.000 Euro erhalten. Bis zu fünf tilgungsfreie Anlaufjahre erleichtern die Investition, die ganz im Sinne der Politik ist. Schließlich ist Wohneigentum ein anerkanntes und wichtiges Standbein der Altersvorsorge.

(Stand: 18.4.2013)

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