
Grundofen: Traditionell heizen
Der Grundofen, auch bekannt als Kachelofen oder Speicherofen, überzeugt seit Jahrhunderten durch seine effiziente Wärme und langanhaltende Heizleistung. Er sorgt auch heute noch für angenehme Wärme und viele Vorteile.
Jeder Grundofen ist ein individuelles Einzelstück, das jedem Wohnstil von klassisch bis modern angepasst werden kann. Da Schamottsteine als Wärmespeicher dienen, ist ein Grundofen sehr schwer und darf deshalb nicht auf einem schwimmenden Estrich oder auf einer Fußbodenheizung installiert werden.

Je nach den Gegebenheiten vor Ort kann die Speichermasse eines Grundofens entweder neben oder auf der Feuerkammer platziert werden. Diese Anordnung beeinflusst den Platzbedarf und teilweise auch die Heizcharakteristik.
Die Größe der Brennkammer lässt sich ebenfalls an die individuellen Bedürfnisse anpassen, wobei größere Kammern mehr Heizleistung ermöglichen, kleinere Kammern jedoch effizienter arbeiten können.
Ein mittelgroßer Grundofen benötigt in der Regel etwa zwei Stunden, bis er seine volle Heizleistung erreicht. Danach gibt er die gespeicherte Wärme langsam und gleichmäßig an den Raum ab – oft noch mehrere Stunden nach Erlöschen des Feuers. Bei sehr massiven Öfen kann die Aufheizzeit etwas länger dauern.
Moderne Grundöfen bieten Baufamilien verschiedene Kamintüren zur Auswahl. Je größer die Tür, desto schneller wird Wärme über die Glasfläche in den Raum abgegeben.
Öfen, die von einem separaten Raum aus befeuert werden, verfügen meist über kleinere Türen, während Raumteileröfen oft zwei große Glastüren besitzen. Auch Übereck- oder Panoramaverglasungen sind möglich, um Sicht und Strahlungswärme optimal zu nutzen.
Wie funktioniert ein Grundofen?

Ein Grundofen speichert Wärme in seiner massiven Bauweise und gibt sie über Stunden gleichmäßig an den Raum ab. Das heiße Heizgas aus der Feuerkammer durchströmt die Speichermasse, erwärmt die Ofenhülle und sorgt für angenehme Strahlungswärme. Das ist ideal für kalte Wintertage.
Moderne Öfen werden meist nur ein- bis zweimal täglich befeuert. Das Holz gibt seine Energie an die Speichermasse ab, die den ganzen Tag über Wärme abgibt. So bleibt der Raum behaglich warm, der Brennstoffverbrauch gering und eine Überhitzung vermieden.
Dank dieser Technik ist der Grundofen besonders energieeffizient und komfortabel – perfekt für Neubauten oder gut gedämmte Häuser.
Grundofen selbst bauen oder bauen lassen?

Ein Grundofen kann entweder selbst gebaut oder von einem Fachbetrieb montiert werden. Beim Selbstbau sind allerdings Kenntnisse über die Arbeit mit Mörtel, Schamottsteinen und Mauerwerk erforderlich, um später eine sichere Befeuerung zu garantieren. Zudem sollte ein Kamin zum Rauchabzug bereits vorhanden sein und es müssen dringend alle geltenden Vorschriften beachtet werden.
Die Vorteile des Baus durch einen professionellen Ofenbauer liegen auf der Hand: Die Profis wissen genau, worauf es beim Ofenbau ankommt und kennen alle baurechtlichen Vorschriften. Öfen aus Meisterhand sind technisch optimiert und mitunter sogar elektronisch geregelt. So kann sich die Wärmeenergie bei optimaler Effizienznutzung entfalten. Zugleich ist der Ofen sicher und jahrelang problemlos nutzbar.
Grundofen als Bausatz

Grundöfen kann man auch als Bausatz kaufen. Dabei erhalten Sie alle nötigen Teile in Einzelstücken und müssen den Ofen anschließend selbst zusammensetzen. Kenntnisse in der Verwendung von Mörtel und Dichtstoffen sind auch hier unbedingt nötig.
In jedem Fall ist die Bausatzvariante aber eine interessante Zwischenlösung für versierte Heimwerker, die die Kosten für den Ofenbauer sparen möchten. Wichtig ist, dass alle Teile des Bausatzes zertifiziert und in Deutschland zugelassen sind, sonst droht eine Nichtzulassung oder gar ein Abriss bei der Abnahme durch den Schornsteinfeger.
Tipp: Was kostet ein Grundofen?

Grundöfen werden in vielen Variationen und zu vielen Preisen angeboten. Je ausgefeilter die Technik und je komplizierter der Aufbau, desto teurer. Grundofen Bausätze gibt es bereits ab 3.000 Euro bis 6.000 Euro. Größere und luxuriösere Grundöfen Bausätze können auch um die 10.000 Euro kosten. Hinzu kommen noch die Kosten für den Schornstein oder eine Schornsteinsanierung.
Profesionell gemauerte Grundöfen vom Ofenbauer kosten allein schon wegen der Arbeitszeit mehr als entsprechende Bausätze, dafür erhalten Sie jedoch auch ein Qualitätsprodukt, das über Jahre für wohlige und vor allem sichere Wärme sorgt.
Foto: Camina und Schmid
Wie groß ist die Heizleistung eines Grundofens?
Die Heizleistung des Grundofens variiert je nach Größe und Ausführung. Nach Angaben des Ofenspezialists Brunner werden je nach Ofenhülle Oberflächentemperaturen von 35 bis 50 Grad Celsius erreicht, was einer spezifischen Heizleistung von 150 bid 300 W/m2entspricht. Bei einem beispielhaften Ofen mit einer Oberfläche von 4 bis 7 m2 wird also kontinuierlich eine Heizleistung von 1.000 bis 2.000 W an den Raum abgegeben.
Warmluft-Kachelofen als Alternative

Der Warmluft-Kachelofen, der sich äußerlich kaum vom Grundofen unterscheidet, heizt schneller. Durch Öffnungen im Sockelbereich gelangt Luft zwischen Feuerraum und Kachelmantel. Sie erwärmt sich dort, steigt auf und gelangt über Lüftungsgitter oder -kacheln als Konvektionswärme zurück in den Wohnraum. Wird länger geheizt, gibt die Verkleidung zusätzlich Strahlungswärme ab. Über Warmluftkanäle lassen sich bei dieser Bauart auch benachbarte Räume mit beheizen. Sowohl moderne Grundöfen als auch Warmluft-Kachelöfen erreichen durch die gute Isolierung einen Wirkungsgrad von über 80 Prozent.
Der Wirkungsgrad kann mithilfe einer Abgas-Drosselklappe weiter erhöht werden. Die Klappe verhindert einen zu hohen Schornsteinunterdruck, der dazu führt, dass die heißen Gase zu schnell durch die Speichermasse fließen und sie somit weniger aufheizen.
Die Vorzüge des Grund- und des Warmluft-Kachelofens vereint der sogenante Kombiofen. Er liefert nach kurzer Zeit bereits Konvektions- und später langanhaltende Strahlungswärme. Durch einen frei stehenden Feuerraum wird Warmluft erzeugt, der über Luftgitter in den Raum strömt. Gleichzeitig leitet man die Heizgase durch die Kanäle eines Speicherblocks.
Tipp: Alles rund um den Kaminofen

In unserer Rubrik Kaminofen haben wir alle relevanten Aspekte zum Thema für Sie zusammengetragen:
Foto: Focus
Heizungsunterstützung in Grundöfen
Große Häuser lassen sich nicht allein mit einem Ofen beheizen: Eine Zentralheizung ist daher in nahezu allen Fällen zusätzlich zum Grundofen nötig. Um deren Energieverbrauch so gering wie möglich zu halten, bietet sich eine Heizungsunterstützung an, die direkt in den Grundofen eingebaut wird.
Ein Heißwasserwärmetauscher wird dabei in die Schamottsteine des Grundofens integriert und gibt die Wärme des Ofens an den Heizkreislauf ab. Dabei sind nur minimale Eingriffe in die Heizungsanlage nötig. Der Aufwand entspricht etwa der Installation eines zusätzlichen Heizkörpers und entlastet langfristig den Geldbeutel.
Elektronische Steuerung von Grundöfen
Moderne Grundöfen lassen sich elektronisch steuern. Eine elektronische Abbrandsteuerung regelt vollautomatisch das Schließen oder Nachregeln der Verbrennungsluft und gibt wertvolle Hinweise, falls das verwendete Holz zu wenig, zu feucht oder ungeeignet ist. Dadurch werden ein perfekter Wirkungsgrad und lange Gluthaltezeiten garantiert.
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