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Kaminofen – Feuer und Flamme

Das Knistern des Holzfeuers, der Duft des eingelagerten Holzes und das Züngeln der Flammen: Feuer hat den Menschen seit jeher fasziniert. Doch ein moderner Scheitholz­ofen kann mehr.

Stilvoll, romantisch und gemütlich, das sind die Eigenschaften, die man einem Kaminofen zuschreibt, der mit Scheitholz befeuert wird. So verwundert es nicht, dass sich Kaminöfen seit jeher vor allem in repräsentativen Zimmern, wie dem Wohnzimmer, dem Eingangsbereich oder der Bibliothek befanden.  

Aber auch in Zeiten einer Zentralheizung hat der Scheit­holz-Kaminofen über seine ästhetische Funktion hinaus eine Daseinsberechtigung: Er kann, wenn er wasserführend ist, bis zu drei Räume beheizen und zudem die Warmwasserproduktion unterstützen.

Funktionalität und Heizungsunterstützung

Scheitholz-Kaminöfen sind sowohl ökonomisch als auch ökologisch gesehen eine reizvolle Alternative zu Ölheizungen oder Brennwertheizungen. Sie verfügen heutzutage über eine hocheffiziente Verbrennungstechnik, die nur wenige Schadstoffe freisetzt. Üblicherweise kommt ein Holz­ofen zusätzlich zur Zentralheizung zum Einsatz, kann aber auch als eigenständige Heizung genutzt werden. 

Bei einem Scheitholzofen können Sie zwischen zwei Varianten wählen: einem einfachen Kaminofen, der allein durch Wärmestrahlung den Raum auf wohlig war­me Temperaturen bringt, oder einem wasserführenden Kaminofen, der an das zentrale Heizungssystem angeschlossen wird und Warmwasser produziert.

Für diese Zwecke ist ein Wärmetauscher eingebaut, der das Wasser im zentralen Heizsystem immer erhitzt, wenn der Ofen in Betrieb ist. Dadurch wird die Heizung deutlich entlastet, was sich auch in der Heizkostenabrechnung niederschlägt.

 

Tipp: Was kostet ein Kaminofen?

Bei einem einfachen Kaminofen sind die Anschaffungskosten gering. So sind manche Modelle schon ab 150 Euro erhältlich und Bund und Länder gewähren im Rahmen ihrer Förderprogramme oft auch noch attraktive Zuschüsse. Bedenken Sie jedoch, dass zu den Anschaffungskosten weitere Kosten für Einbaumaßnahmen, die Installation von Lagervorrichtungen und für Wartung bzw. Reinigung hinzukommen können. Wasserführende Kaminöfen sind in der Anschaffung deutlich teurer. Doch die höheren Kosten amortisieren sich bereits nach wenigen Jahren.

Welcher Kamin ist der richtige für mich?

Zahlreiche Design-Varianten und Befeuerungsmöglichkeiten machen die Wahl des richtigen Modells nicht leicht. Ein Schornsteinfeger hilft bei der Eingrenzung.

Er macht genaue Angaben zur Genehmigung und den erforderlichen Bedingungen. Früher oder später muss man ihn ohnehin hinzuziehen, da eine Abnahme des Kamins ohne Schornsteinfeger nicht möglich ist. In der Regel ist die Vorbesprechung kostenlos. Die Feuerstätte muss zudem nach DIN EN 13240 zugelassen sein und das CE-Zeichen tragen.

Wichtig ist, dass die Leistung des Kamins sich nach der Wohnfläche, der Gebäudeart sowie dem Energie- beziehungsweise Dämmstandard des Hauses richtet. Schließlich soll die Heizleistung angenehm wirken und nicht das Gefühl eines aktiven Vulkans vermitteln. Bei einem Altbau mit mittlerem Dämmstandard rechnet man mit 1,2 kW Heizleistung pro zehn Quadratmeter Wohnfläche während bei einem Neubau mit guter Wärmedämmung 0,7 kW ausreichen. 

Zur Befeuerung werden meist Holz oder Pellets verwendet – der Kostenaufwand für das Brennmaterial bleibt entsprechend gering. Allerdings schwanken die Preise und ein vorsorglicher Kauf in den Sommermonaten – vor allem im Juni und Juli – garantiert geringere Ausgaben. 

Wer vor dem Kauf des Wärmespenders bereits das Brennmittel festlegt, verkleinert die Auswahl an Kaufoptionen und erleichtert sich die Entscheidung. Denn auch das Befeuern mit Gas stellt eine Option dar. Wer ohnehin mit Gas heizt, hat bereits die besten Voraussetzungen für ein Gasmodell. Auch ein elektrischer Kamin sollte nicht von vornherein ausgeschlossen werden, da er keine Baugenehmigung erfordert und fast den gleichen Effekt erzielt wie eine Holzalternative – allerdings sind die laufenden Kosten höher.

Wird die Feuerstelle nur abends genutzt, weil tagsüber die Bewohner nicht zu Hause sind, ist die schnelle Wärme­abgabe ein wichtiges Kriterium. Diese Erwartungen erfüllt ein kostengünstiger Kaminofen ebenso wie ein ummauerter Heizkamin oder ein hochwertiger Warmluft-Kachelofen. 

Für Mieter ist der Kaminofen erste Wahl. Er ist vergleichsweise leicht, kann auf allen nicht brennbaren Untergründen, wie Fliesen oder feuerfesten Unterlagen, aufgestellt werden und macht auch einen Umzug problemlos mit. Dazu erreichen moderne Kamin­öfen mit Wirkungsgraden von über 80 Prozent eine hohe Energieeffizienz. 

Wer seine Feuerstätte intensiv nutzen möchte, um auch in der kalten Jahreszeit die Zentralheizung zu entlasten, sollte das Angebot von gut Wärme speichernden Kachel- oder Grundöfen genauer prüfen. Als Alternative zur fest eingebauten Feuerstätte bietet sich in diesem Fall auch ein Dauerbrand-Kaminofen mit automatischer Abbrandregelung an oder ein Pelletofen, der sich je nach Außentemperatur einen bis mehrere Tage lang selbsttätig aus dem integrierten Vorratsbehälter bedient.

Wenn Sie sich für einen Scheitholzkamin­ofen entscheiden, hat das viele Vorteile. Holz ist im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen ein nachwachsender Rohstoff und stets verfügbar, sodass Scheitholz- und Pellet­öfen in punc­to Umweltfreundlichkeit vorne liegen.

Wie die Anschaffungskosten, so sind auch die Kosten für das Brennmaterial und die Kilowattstunde beim Scheit­holz­ofen niedrig. Allerdings muss man beim Scheitholzofen selbst Holz nachlegen, wohingegen ein Pelletofen automatisch befeuert wird.

Die Verbrennung des Holzes ist klimaneutral, da nur so viel CO2 freigesetzt wird wie bei der natürlichen Verrottung des Rohstoffs. So ist die CO2-Bilanz des Scheitholzofens gut, die des Pelletofens aber sogar noch besser. 

Offener oder geschlossener Kamin?

Ein offener Kaminbietet hautnah das Spiel der Flammen, aber seine Heizleistung hält sich in Grenzen. Er setzt nur 15 bis 30 Prozent der Energie des Brennstoffs in spürbare Wärme um, der Rest verschwindet durch den Abzug. Zudem muss er beaufsichtigt werden, solange er in Betrieb ist.

Effektiver arbeitet dagegen der sogenannteHeizkamin, ein Heizeinsatz hinter Glas mit selbsttätig schließender Glastür, in einem Rahmen, der einem klassischen Kamin nachgebildet wird. Die Atmosphäre bleibt gewahrt und die Effektivität der Wärmequelle steigt enorm – auf einen Wirkungsgrad von bis zu 70 Prozent. Herzstück ist ein verschließbarer Heizeinsatz aus Gusseisen oder Stahl mit feuerfesten Keramikglastüren. Es gibt Modelle, die sowohl mit offenen als auch geschlossenen Türen betrieben werden können.

Einen deutlich höheren Wirkungsgrad besitzen hingegen geschlossene Kamin- und Kachelöfen. Schwere Modelle mit viel Speckstein- oder Keramik-Speichermasse sind dann die richtige Wahl, wenn der Kaminofen auch die Heizung entlasten soll.

Das Funktionsprinzip des Warmluftkachelofens ähnelt dem des Heizkamins: An einem Heizeinsatz aus Metall mit Brennkammer erhitzt sich die Kaltluft und strömt zurück in den Raum. Lüftungs- und Strahlungswärme (Konvektion und Radiation) stehen etwa im Verhältnis 70 zu 30. Das Verhältnis von Strahlungs- zu Lüftungswärme ist abhängig von der Bauweise. Strahlungswärme wird als angenehmer empfunden, sie erwärmt direkt den Körper, nicht die Luft.

Lagerung des Scheitholzes

Zum Beheizen des Ofens sollten Sie nur luftgetrocknetes Holz mit einem Wassergehalt von höchstens 20 Prozent verwenden. Kommt das Holz frisch aus dem Wald, enthält es 45 bis 60 Prozent.

 Ein Kilogramm luftgetrocknetes Holz hat einen durchschnittlichen Energiegehalt von 4 Kilowattstunden (kWh) – sodass sich schon mit ca. 2,5 Kilogramm Holz ein Liter Heizöl – und damit rund 3,2 Kilogramm CO2 – einsparen lässt.  Eine wirksame Entlastung des Heizetats setzt allerdings eine moderne, effiziente Feuerstelle voraus.

Das Holz muss vor seinem Einsatz circa ein bis zwei Jahre gelagert werden, denn nur dann kann der Ofen die maximale Heizleistung erreichen. Im Haus sollte immer die Menge an Holz bevorratet werden, die Sie zum Einheizen für einen Tag benötigen. Der Keller eignet sich auf­grund hoher Luftfeuchtigkeit nicht als Lagerungsort.

Optimal ist die Aufbewahrung direkt neben dem Kaminofen in einem Kaminholzkorb, einem Kaminholzregal oder einem in die Wand integrierten Holzfach, allerdings erst, wenn das Holz bereits getrocknet ist. So beugen Sie Schimmelpilzbefall vor und haben lange Zeit Freude an Ihrem Scheitholzkamin.

Tipp: Heizen mit Holz

Alle Infos zu Holz als Brennstoff finden Sie in unserem Beitrag zum Thema Heizen mit Holz

Ein wasserführender Kamin entlastet die Heizung, was zusätzlich Geld spart. Der integrierte Heizwasser-Wärmespeicher speist die Energie in das Heizsystem. Verwendet man nur Holz aus der Region, heizt man besonders ökologisch, da weite Transportwege eine hohe Abgasbelastung durch die Lieferfahrzeuge generieren.

In der novellierten Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) wurden erstmals auch für Einzelraum-Feuerungsanlagen Grenzwerte für Feinstaub und Kohlenmonoxid festgesetzt. Kamine und Kachelöfen, die heute in Deutschland angeboten werden, erfüllen die Anforderungen. Lassen Sie sich beim Kauf eines neuen Ofens die Einhaltung der geplanten gesetzlichen Vorgaben schriftlich bestätigen.

Viele Öfen, auch neuerer Bauart, produzieren dennoch immer noch Feinstaub, wie die Deutsche Umwelthilfe beklagt. Ursache sind Bedienungsfehler, wie zu feuchtes oder schadstoffbelastetes Holz, aber auch eine Drosselung der Luftzufuhr und somit eine unvollständige Verbrennung. Achten Sie auf optimale Verbrennungstechnik, einen raumluftunabhängigen Betrieb, einen Partikelfilter sowie eine intelligente Regelung.

Heizleistung und Wirkungsgrad

Heizleistung und Wirkungsgrad beschreiben, kurz gesagt, die Effizienz eines Ofens. Wirkungsgradverluste resultieren aus einer unvollständigen Verbrennung und Abgasverlusten. Das heißt, je heißer die Rauchgase in den Schornstein abziehen, desto weniger Wärme kann dem Raum zugeführt werden.

Während beispielsweise offene Kamine nur einen Wirkungsgrad zwischen 10 und 20 Prozent erreichen, bewegt sich die Spanne bei Kaminöfen laut Herstellerangaben zwischen 70 und deutlich über 80 Prozent, bei Kachelöfen bis zu 90 Prozent.

Die Heizleistung muss auf die räumlichen Gegebenheiten zugeschnitten werden. Gerade in gut gedämmten Neubau besteht die Gefahr einer Überdimensionierung. Integrierte Feinstaubfilter im oberen Bereich des Feuerraums sorgen für eine umweltschonende Verbrennung.

Bei den Ofenmodellen mit innovativer Technik muss der gesamte Abgasstrom Filter aus Schaumkeramik passieren, wobei ein Großteils des enthaltenen Staubs herausgefiltert wird. Der Gesetzgeber gibt einen Grenzwert von 75 Milligramm Staub pro Kubikmeter vor, neueste Technik kann das deutlich unterbieten. Die Filter wirken sich übrigens auch positiv auf den Holzverbrauch aus.

Optik des Kaminofens

Von der Optik her sind die Modelle der unterschiedlichen Scheitholz-Kamin­­öfen vielseitig: angefangen beim klassischen Kachelofen bis hin zum minima­listischen Designobjekt, das für ein Flammenspiel aufgrund seiner schlichten Zurückhaltung die optimale Bühne bietet.

Ein Scheitholzkamin kann frei stehend oder frei hängend im Raum installiert oder eingemauert werden. Als Verkleidung bieten sich wärmeleitende Materialien wie Kacheln, Stahl oder Naturstein an. Gerade ein Kaminofen mit Schamott-, Speck- oder einem anderen Naturstein wie Granit kann hervorragend Wärme speichern, um diese dann nach und nach an den Raum abzugeben.

Allerdings unterscheiden sich Öfen mit Schamott-, Speck- und Naturstein in der Pflege, Temperaturabgabe und im Preis deutlich von den Mitbewerbern. Lassen Sie daher von einem Experten zunächst eine individuelle Bedarfsanalyse anfertigen

Kamin vom Fachhändler

Ein Fachhändler garantiert gut verarbeitete Produkte, leistet kompetente Beratung sowie professionellen Service – von der Standortwahl über die fachgerechte Installation bis hin zur Wartung. Hersteller sollten eine mehrjährige Garantie auf das reibungslose Funktionieren und auf die Verfügbarkeit der Ersatzteile garantieren.

Vor der Installation müssen Schornstein und Ofen für eine funktionierende Abgasführung aufeinander abgestimmt werden. Im Idealfall plant man den Kaminofen beim Umbau von Beginn an mit ein. Die Heizleistung muss natürlich auf die Größe des Raumes abgestimmt werden. Nicht zuletzt soll der Ofen die Einrichtung harmonisch ergänzen, daher steht eine fast unendliche Vielfalt an Modellen zur Verfügung.

Das Brennholz

Viele Besitzer betreiben eine sogenannte Holzwirtschaft und beziehen frisch geschlagenes Holz vom Förster oder Landwirt. Dieses muss noch gesägt, gespalten und gelagert werden, bis es eine Restfeuchte von unter 25 Prozent erreicht.

Je nach Baumart und Lagerort kann das ein bis zwei Jahre dauern. Kaminfertiges Holz ist bei regionalen Brennholzanbietern oder im Baumarkt erhältlich. Hier liegt der durchschnittliche Preis seit Jahren bei etwa 100 Euro pro Raummeter. Diese Holzmenge entspricht in etwa dem Heizwert von rund 200 Litern Heizöl.

Gaskamin

Gaskamine sind eine komfortable Alternative zu klassischen Kaminöfen. Sie spenden Wärme und ein authentisches Flammenbild auf Knopfdruck, teilweise lassen sie sich sogar per Fernbedienung oder Smartphone steuern. 

Schiedel bietet z.B. den mit dem RedDot-Design-Award ausgezeichneten Gaskamin Kingfire. Kunden können zwischen drei Fronten wählen und profitieren von dem praktischen Kombi-System bei dem Kamin und Schornstein eins sind. Durch das Gasofen-/Abgas-Komplettsystem werden in den darüberliegenden Geschoss lediglich 36x36cm Fläche benötigt und die Installation ist einfach.

Ohne Anheizphase bietet der Gaskamin in kürzester Zeit 100% Wärmeleistung und lässt sich mittels Thermostatfunktion steuern. 

Dekokamin: Ethanol-Kamin

Eine weitere Möglichkeit, sich einen Kamin ins Heim zu holen, ist der Ethanol Kamin. Dieser benötigt weder einen Schornstein, noch eine Genehmigung, sondern kann überall im Haus aufgestellt werden. Die Verbrennung von Ethanol bietet weiterhin den Vorteil, dass keine Rückstände entstehen. Beachten muss man allerdings, dass ein Ethanol Kamin keineswegs dieselbe Heizleistung wie ein mit fossilen Brennstoffen betriebener Kamin erbringt.

Allein dadurch, dass ein Ethanol Kamin Kohlenstoffdioxid und Wasser produziert, muss dort, wo der Kamin aufgestellt ist, ständig gelüftet werden. Zudem knistert der Ethanol Kamin nicht, weil darin kein Holz verbrannt wird. Der Ethanol Kamin ist daher ein reiner Dekokamin und sollte nur als ein solcher angeschafft werden.

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