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Badsanierung: Frischer Wind fürs alte Bad

Bei Badezimmern, die in die Jahre gekommen sind, hilft oft nur noch eine Badsanierung, um Anschluss an die Neuzeit zu gewinnen. Die Besitzer erhalten dadurch eine neue Portion Wellness im neuen Look.

In wenigen Schritten zum Wohlfühlbad

Wenn das vorhandene Bad außer Waschbecken und Wanne nur drangvolle Enge zu bieten hat, die räumlichen und finanziellen Möglichkeiten für eine Erweiterung aber vorhanden sind, kann es nur eines geben: Das Badezimer von Grund auf renovieren.

So wird aus einer Einheitslösung von anno dazumal ein komfortables Wohfühlbad, das den eigenen Bedürfnissen entspricht.

Wie geht man eine Badsanierung an?

Wie das neue Bad auszusehen hat, ist nicht nur eine Frage modischer Trends. Vor allem sollten die eigenen Bedürfnisse im Vordergrund stehen. Folgende Fragen können Sie sich vorab stellen:

  • Wie viele Personen haben welche Ansprüche?
  • Was erwarten wir von unserem Badezimmer? Wird ein großzügiger, übersichtlicher Raum gewünscht oder gibt es eine Vorliebe für versteckte Nischen und sichtgeschützte "private Eckchen"? 
  • Welche Funktionen soll das Bad nach der Badsanierung erfüllen?
  • Welche Farben mögen wir? Sind diese geeignet fürs Badezimmer und auch auf lange Sicht gern gesehen?
  • Soll eine bestimmte Atmosphäre im Bad angestrebt werden, z. B. mediterran-gemütlich oder puristisch-modern oder romantisch-nostalgisch?
  • Müssen spezielle Bedürfnisse von Kindern oder Senioren mit auf die Liste bei der Planung der Badsanierung?

Der Besuch einer Badausstellung zeigt die Vielfalt der Möglichkeiten, gibt ein Gefühl fürs Mach- und Finanzierbare und bietet Anregungen, für die individuelle Situation die optimale Lösung zu finden. Vielleicht entdeckt man dabei sein Faible für Objekte wie die Whirlwanne oder das Dampfbad, woran man andernfalls gar nicht gedacht hätte.

Da sowieso manche Wand fallen und womöglich eine neue eingezogen werden muss, Türen versetzt und Böden aufgerissen werden, kann man solche Ideen samt Vermaßung gleich in die Planung einbeziehen.

Ein anderes Beispiel ist die bodengleiche Dusche. Das notwendige Gefälle der Bodenfliesen in Richtung Ablauf kann bei einer grundlegenden Badsanierung problemlos mit berücksichtigt werden.

Tipp: Neue Armaturen und Waschtische

Bei der Badsanierung steht oft auch die Auswahl von neuer Badausstattung an. Welcher Waschtisch und welche Armatur ist dabei die Richtige? Lesen Sie hier mehr über verschiedene Armaturen!

Los geht's: Clever planen

Sobald die Bedürfnisse feststehen, zeichnet man am besten einen groben Grundriss des Ist-Zustands, inklusive Sanitärobjekten, Wasseranschlüssen, Türen und Fenstern, eventuell vorhandenen Dachschrägen und Nischen.

Mit guter Vorbereitung geht es nun in die Fachausstellung bzw. zum Sanierungsunternehmen.

Der Profi in der Badausstellung oder bei einem Online-Badplaner kennt die Marken und Produkte, die Tricks für kleine Bäder oder sonstige knifflige Grundrisse und steht auch hinsichtlich Farb- und Stilberatung kompetent zur Seite. 

Ausstellungen haben außerdem den Vorteil, dass dort viele Produkte und komplett eingerichtete Nischen live betrachtet und ausprobiert werden können: Schubladen öffnen, Armaturen bedienen oder in der Badewanne probeliegen.

Nachdem die erste Planung der Badsanierung auf dem Papier bzw. im Computer steht, wird vor Ort überprüft, ob sie exakt so ausgeführt werden kann. Dafür kommt der Installateur oder ein Aufmaßtechniker ins Haus und überprüft die Maße, Anschlüsse, Wandbeschaffenheit und weitere essentielle Faktoren für eine erfolgreiche Badsanierung.

Wenn alles passt, kann der Vertrag unterschrieben werden und die Organisation beginnen.

Wurde die Planung durch eine Badausstellung des Großhandels gefertigt, bestellt Ihr Installateur nun dort die Produkte – auch die komplette Rechnung bekommen Sie am Ende von ihm. Die Badausstellungen arbeiten eng mit dem Fachhandwerk zusammen.

Entweder ist also von nun an der ausführende Handwerksbetrieb Ihr konstanter Ansprechpartner – oder, zum Beispiel beim Online-Badplaner, eine Art ‚Bauleiter‘ des Sanierungsunternehmens, der die Waren bestellt und die Handwerker koordiniert. Installateure, Trockenbauer, Elektriker, Fliesenleger und Maler werden entsprechend beauftragt und zeitlich getaktet.

Veränderung dank Teilsanierung

Die Sanitärindustrie hat den riesigen Markt der Bad-Modernisierer natürlich längst entdeckt und bietet eine umfangreiche Palette an Produkten, die sich bestens für die Badsanierung eignen – zum Beispiel auch für eine Teilsanierung, bei der es nur um bestimmte Bereiche des Bades geht.

Ein neuer Grundriss bzw. eine veränderte Anordnung der Elemente kann durch Installationswände recht einfach verwirklicht werden. Auch für eine neue Dusche muss nicht das ganze Bad neu gefliest werden, denn dekorative Wandverkleidungen aus Glas oder Acryl erobern aktuell den Renovierungsmarkt.

Mehr Ordnung, mehr Platz, mehr Komfort – die richtigen Produkte können selbst im kleinsten Bad Wunder wirken und ein neues Ambiente entstehen lassen. Ihr Badprofi kennt sie alle.

Lösungen für unterschiedliche Bedürfnisse

Im Familienbad sind folgende Elemente sinnvoll:

  • Sitzgelegenheiten
  • Einstiegshilfen zur Wanne
  • ein durch eine Schiebetür oder eine Zwischenwand separiertes WC
  • viel Stauraum

Für die Eigenständigkeit der Kinder kann z. B. ein höhenverstellbarer Waschtisch angedacht werden. Auch Doppelwaschtische mit Becken auf unterschiedlichem Höhenniveau, am besten noch herunterfahrbar, sind für alle Nutzer, Bedarfs- und Notfälle gerüstet.

Wird das Bad – zum Beispiel morgens – von mehreren Personen gleichzeitig genutzt? In diesem Fall ist ein Doppelwaschtisch ohnehin ratsam, mit großem Spiegel(-schrank) dazu.

Türen an Möbeln, Duschen etc. empfehlen sich als Schiebetür-Ausführung zugunsten der Bewegungsfreiheit. Der Badgrundriss sollte für eine entspannte Doppelbenutzung mindestens acht Quadratmeter umfassen.

Wer nicht viel Platz für das Bad im Haus erübrigen konnte, findet in Kombiwannen (Badewanne mit erweitertem Duschbereich und Glasabtrennung) sowie in den neuen wegklappbaren Duschwänden seine Favoriten.

Müssen Waschmaschineoder Wickeltisch integriert werden? Dann bieten sich gemauerte Nischen an.

Der Ausbau des Badezimmers

Anfang des letzten Jahrhunderts gelangte man oft nur über die Küche ins Bad. Wer heute aus diesen beiden Räumen ein großes Badezimmer machen kann, hat nicht nur Fläche satt, sondern zudem reichlich Tageslicht.

Man kann gegebenenfalls die Nische des ursprünglichen Badezimmers zu Sauna oder Dampfbad umfunktionieren. Oder einen vorhandenen Küchenbalkon als kleinen Freisitz für den morgendlichen tiefen Atemzug an der frischen Luft nutzen. Der hinzu gewonnene Raum kann auch mit einem Hometrainer aufgewertert werden, auf dem der Blick während des Trainings nicht auf Fliesen, sondern durchs ehemalige Küchenfenster nach draußen fällt.

Das geht natürlich nur, wenn klar ist, wo die bisherige Küche einen neuen Platz findet – oder noch besser, wenn sie nicht mehr gebraucht wird, weil zwei Wohnungen zusammengelegt werden.

Eine andere Variante ist die Ausdehnung über die Hausgrenzen hinaus. Bäder grenzen häufig an Garage oder Carport. Mit Durchbrüchen und Ummauerungen entstehen so schnell großzügige Räume.

Selbstverständlich müssen dann Heizung, Fensterauschnitte und Wärmedämmmaßnahmen besonders gut geplant werden. Manchmal reicht auch der Anbau eines Erkers, in dem die Badewanne oder wenigstens die Dusche Platz finden und so den übrigen Raum entlasten.

Sobald die ursprünglichen Hausgrenzen überschritten werden, geht jedoch nichts ohne Baugenehmigung. Etwas weniger aufwendige Maßnahmen, um Bäder dennoch groß herauskommen zu lassen, sind angrenzende Zimmer oder die Abstellkammern, die „vereinnahmt“ werden.

Tipp: Das Bad sanieren mit einer Sauna

Auch eine Sauna kann man bei der Badsanierung einplanen. So holen Sie sich entspannte Wellness-Stunden direkt ins eigene Zuhause. Lesen Sie hier mehr zur Dampfsauna oder der Infrarotkabine!

Gestaltungsvarianten bei der Badsanierung

Ganz egal, wo und wie das neue Bad entsteht, durch die Technik der Vorwandinstallation ist im Innenbereich nahezu jede Gestaltungsvariante umsetzbar.

WCs, Wanne, Duschen und Waschtische können damit unabhängig vom Verlauf der Raumwände aufgestellt und angebracht werden. Die umgebenden Wände lassen sich bei Bedarf in Leichtbauweise einfach und zügig errichten und müssen mit speziell für Feuchträume geeigneten Gipsfaserplatten beplankt werden.

Badvergrößerungen erfordern in der Regel die Anpassung bzw. neue Ausrichtung des bestehenden Heizsystems. Mit Hilfe eines Fachplaners oder Heizungsfachmanns lässt sich sagen, ob man eine komfortable Fußbodenheizung verlegen lassen kann oder ob einzelne Heizkörper sinnvoller sind. Außerdem muss geklärt werden, ob die alte Heizungsanlage den Zusatzbedarf „schafft“ oder das Warmwasser unter Umständen knapp werden könnte.

Auswahl der Materialien bei der Badsanierung

Die Wohlfühlatmosphäre eines Bads wird vor allem durch eine durchdachte Badausstattung erreicht. Wichtiger als Designernamen ist die Auswahl der Materialien wie Holz, Fliesen oder Glas, die sich an den persönlichen Vorlieben ausrichtet.

Holz oder Fliesen, Kork oder Linoleum an Böden und Wänden, Putz oder Glasbausteine an Wänden, Keramik oder Glasplatten für die Objekte.

Hier sind Fantasie und Geschmack keine Grenzen gesetzt! Die Aufteilung in intimere und offenere Bereiche, für die sich Vorwandinstallationen oder frei stehende Heizkörper als Raumteiler einsetzen lassen, machen das Bad zum Erlebnisort.

Originelle Akzente werden am besten durch gewisse Extras gesetzt. Sei es die Badewanne auf einem Podest, als Ecklösung frei im Raum stehend oder unter Dachflächen oder Gaubenfenster. Oder eine ungewöhnliche Platzierung des Waschtischs sowie Farbe, Größe und Verlegungsart der Fliesen.

Von der Planung zur Nutzung

Tipps zur Badsanierung

Für eine Badsanierung mit Grundrissänderung ist es sinnvoll, einen Architekten zu Rate zu ziehen. Folgende Schritte sind zu beachten:
• Architekten suchen
• Raumplanung (Grundrissänderung, Statik)
• bei Anbauten Bauantrag stellen
• gewünschte und notwendige Ausstattung festlegen
• genaue Grundriss- und Raumplanung mit Nischen, Fenster- und Türausschnitten
• Fachplanung (Heizung, Sanitärinstallation, Elektroinstallation)
• Fliesenauswahl
• Angebote der verschiedenen Gewerke einholen
• Abriss und Deinstallation des „alten“ Bads
• Fußboden als wasserdichte Wanne sowie Maurerarbeiten
• Fenster und Türen setzen
• Fußbodenaufbau, Elektro-, Sanitär- und Heizungsinstallation
• Gegebenenfalls Budgetkontrolle und Anpassung
• Estrich, Gipser, Fliesenleger, Maler
• Anbringen der Sanitärkeramik, Heizkörper, Armaturen, Spiegel, Licht
• Möblierung und andere Einrichtungsgegenstände
• Wasser marsch!

Kleines Bad renovieren: Ein Beispiel

Auch kleine Bäder kann man durch eine gut durchdachte Raumaufteilung geschickt renovieren. Hier zeigen wir Ihnen ein Beispiel:

Nachdem das 1950er-Jahre-Haus in Münster für die Mutter allein schon einige Zeit lang einfach zu groß war, übernahm die frisch verheiratete junge Frau das Familiendomizil. Das Bad war freundlich und funktional, aber wirklich schön und zeitgemäß natürlich nicht mehr. Gewünscht waren ein moderner, dabei aber wohnlicher Look des Badezimmers und die maximale Platzausbeute der leider nur sechs Quadratmeter – möglichst sogar mit einer separaten Dusche zusätzlich zur Badewanne.

Geschickt akzentuiert

Durch geschickte Planung konnte die neue Badewanne vor dem vergrößerten, bodentiefen Fenster quer und somit an der Längswand eine Dusche platziert werden. Mit zwei Rückenschrägen und Mittelablauf ist die Wanne für zwei Badende konzipiert, sodass das Bauherrenpaar den Logenplatz am Fenster mit Blick in den Garten nun in der bequemen Wanne entspannt zusammen genießen kann.

Der alte Heizkörper wurde entfernt und durch eine innovative elektrische Flächenheizung in Kombination mit einem modernen Badheizkörper ersetzt. Ein farbneutrales, jedoch interessantes Fliesendesign – Metrofliesen vertikal verlegt – bestimmt jetzt das zeitgemäße Ambiente, trendstarke Design-Keramik und die moderne Form- und Farbgebung der Armaturen tun ihr Übriges.

Helle Farben, unter anderem ein freundliches Blau, die gemütlich edle Ausstrahlung des Holzwaschtischs und Pflanzendekorationen vermitteln den gewünschten wohnlichen Charakter. Mehr Licht durch die Vergrößerung des Fensters sowie Schiebetüren bei Dusche und Zimmertür wandeln die vorher gefühlte Enge des Raums in großzügige Bewegungsfreiheit.

Stauraum ohne Enge im kleinen Bad

Um noch mehr Tiefe im Raum zu erreichen und interessante Kontraste zu schaffen, fiel die Wahl auf schwarze Armaturen und Accessoires, die mit dem modernen Gestell des Waschtischs gemeinsame Sache machen. Neue Installationen, wie beispielsweise der Spülkasten, finden in der Vorwand ihren Platz.

Die Vorwand wird zum architektonischen Highlight und zugleich praktischer Ablagefläche durch die Nutzung der vollen Raumlänge. Sogar in der neuen bodengleichen Dusche mit modern weiß gerahmter Glasabtrennung steht sie für das Abstellen von Shampoo und Co. zur Verfügung. Überall im Bad plante man clever: So dient die Türzarge als Stauraum, indem ein Apothekerauszug integriert wurde.

Ein Traum im kleinen Bad mit Dusche, Wanne und Stauraumlösungen auf sechs Quadratmetern? Ja. Das geht. Gut!

Weitere Inspirationen der Badsanierung

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