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Wände streichen leicht gemacht

Wer sich nach einer schnellen Lösung für die Wandgestaltung sehnt, der greift häufig zu Pinsel und Farbe. So geht Wände streichen richtig. 

Klassische Wandfarben sind in der Regel Dispersionsfarben. Diese gibt es in verschiedenen Nassabriebsklassen, die wiederum für verschiedene Einsatzgebiete geeignet sind.

Zum Streichen von großen Flächen empfiehlt sich die Verwendung von Farbrollen. Dabei gilt es zu beachten, dass kurzflorige Rollen für glatte Untergründe und langflorige für raue Untergründe geeignet sind. Wer die klassische Raufasertapete überstreicht ist mit einer langflorigen Farbrolle am besten bedient. Diese gibt es aus Lammfell oder synthetischen Fasern.

Eva Brenner: Wände richtig streichen – Teil 1

Diese Fehler sollte man beim Wändestreichen vermeiden: Eva Brenner im Interview.

Übergänge und Ecken lassen sich am bequemsten mit einem Pinsel streichen. Diese gibt es in eckig oder rund. Am besten geeignet sind sogenannte Heizkörperpinsel. Einige Hersteller bieten mittlerweile auch kleine Rollen für Ecken an. Diese verfügen dann über einen kleinen Schutz an der Seite, damit keine Farbe auf die andere Wand gelangt. 

Zur Dosierung der richtigen Farbmenge benötigt man ein Abstreifgitter, das in den Farbeimer gehängt wird. Außerdem müssen der Fußboden sowie Ecken und Türrahmen gründlich mit Malerkrepp abgeklebt werden. Kreppband ist auch eine einfache Möglichkeit, um Muster, wie beispielsweise Streifen oder Dreiecke an der Wand zu realisieren. 

Materialliste

  • Wandfarbe (Dispersionsfarbe, Kalkfarbe, etc.)
  • Pinsel
  • Farbrolle
  • Abstreifgitter
  • Folie oder Malervlies zum Schutz des Fußbodens
  • Malerkrepp zum Abkleben
  • evtl. Leiter
  • evtl. Verlängerungsstab für Farbrolle

Untergrund überprüfen und vorbereiten

Vor dem Aufbringen der Wandfarbe, sollte die Beschaffenheit des Untergrundes sorgfältig überprüft werden. Dazu spritzen Sie ein wenig Wasser auf den vorhandenen, trockenen Farbbelag. Bleibt ein dunkler Fleck an der Wand sichtbar, sollte für die Haltbarkeit des Neuanstrichs zunächst eine Grundierung aufgetragen werden. 

Bleibt an einem dunklen Tuch Putz, sandiger oder kreidiger Abrieb zurück, muss auch hier die Wand zunächst grundiert werden. Lassen sich mit dem Fingernagel oder einer Drahtbürs­te einige Millimeter mühelos abkratzen, ist der Untergrund nicht tragfähig.

Eva Brenner: Wände richtig streichen – Teil 2

Das sollte man beim Grundieren beachten: Eva Brenner im Interview.

Wände streichen – Anleitung

Streichen ist leichter als man denkt. Mit diesen Tipps klappt es sicher.

  1. Schützen Sie Boden und Möbel mit einer Folie vor Farbspritzern.
  2. Bessern Sie Risse und Löcher in der Wand aus.
  3. Rühren Sie die Wandfarbe gut um.
  4. Streichen Sie die Kanten zwischen Decke und Wand mit einem Pinsel.
  5. Benutzen Sie nun die Rolle, um die großen Flächen zu streichen. Arbeiten Sie dabei von oben nach unten und achten Sie auf die Streichrichtung. Am besten verteilen Sie die Wandfarbe erst horizontal und danach, ohne neue Farbe aufzunehmen vertikal auf der Wand.

Tipp: Profis streichen „Nass in Nass”, d. h. sie rollen die angrenzende Fläche immer so, dass der bereits gestrichene Bereich noch nicht getrocknet ist.

Auf der nächsten Seite hat TV-Innenarchitektin einige Profitipps fürs Wändestreichen parat.

Tipps von TV-Innenarchitektin Eva Brenner

Häufige Stolperfallen beim Wände streichen

Jeder hat vermutlich schon mal Wände gestrichen – und festgestellt, dass es gar nicht so einfach ist. Was sind die größten Stolperfallen? "Man sollte davor auf jeden Fall abdecken – egal ob man sprüht oder streicht."

Auch das Abkleben der Wände sei entscheidend, um gut Streichen zu können, so der Profi. "Viele kleben die Wände vor dem Streichen nicht vernünftig ab und versuchen dann hinterher, die bereits getrocknete Farbe von Stellen entfernen", sagt Eva Brenner.

Ansonsten sollte man sich vor dem Streichen die Beschaffenheit der Wandoberfläche genau ansehen. Ist die Wand saugfähig oder muss man noch einen Tiefgrund auftragen? "Letzteres ist in der Regel nicht der Fall, wenn eine Wand bereits zuvor farbig gestrichen wurde", erklärt Eva Brenner. "Aber eine verputzte Wand muss zunächst natürlich grundiert werden, bevor der endgütige Anstrich folgt."

Das richtige Werkzeug

Es gibt Pinsel, Rollen und Sprühsysteme. Welches Werkzeug ist wann am besten geeignet? Natürlich hängt die Auswahl zunächst von der Größe des jeweiligen Projektes ab. Grundsätzlich gilt: "Das Werkzeug muss im Verhältnis zur Größe des Projektes stehen – und dementsprechend natürlich auch der Anschaffungspreis", betont Eva Brenner.

Für Ausbesserungsarbeiten reicht ein Pinsel oder eine Rolle. "Eine große Wand hingegen lässt sich angenehm sprühen."

Richtig grundieren

Bei der Grundierung ist auf die richtige Farbe zu achten. "Wenn man zum Beispiel mit Silikatfarben arbeitet, muss auch eine Silikat-Grundierung verwendet werden", erklärt Eva Brenner. 

Kommt hingegen Dispersions- oder Latexfarbe zum Einsatz, trägt man einen Acrylgrund auf. "Das ist sehr wichtig, damit der Aufbau der Wand stimmt", unterstreicht die Expertin in Sachen Wände streichen.

Mittlerweile gibt es eine große Bandbreite an atmungsaktiven Silikatfarben, die auch für Allergiker geeignet sind. "Damit wird nicht nur die Umwelt, sondern auch der eigene Wohnraum positiv beeinflusst", so Eva Brenner.

Wände streichen in Eigenleistung

Welche Tipps haben Sie für Hausbesitzer, die in Eigenleistung streichen? "Wenn man sich in Eigenleistung an Farbe herantraut, sollte man sich den Luxus erlauben, vorher eine große Wandfläche zu streichen, bevor man sich entscheidet", empfiehlt Farbexpertin Eva Brenner. Schließlich liegt das Thema Farbe nicht jedem.

"Also lieber erst einmal nur eine Farbprobe kaufen – die gibt es meistens in kleinen Gebinden. Zu Hause dann ein, zwei Quadratmeter streichen und erst auf sich wirken lassen, bevor man sich entscheidet."

Bei der Entscheidung sollten auch der Lichteinfall, der Bodenbelag, die Raumgröße sowie die Möbel berücksichtigt werden. "Diese Faktoren kann man als Laie vorab weniger gut einschätzen", meint Eva Brenner. "Deshalb lieber einen Probeanstrich anbringen und gegebenefalls nochmals darüber streichen, bevor man eine Entscheidung fällt."

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