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In sieben Schritten zum neuen Gartenhaus

Der Kauf eines Gartenhauses will gut geplant sein. Wir zeigen, was alles zu beachten ist und nicht vergessen werden darf.

1. Nutzungswünsche sammeln, Haustyp bestimmen

Am Anfang der Planung eines neuen Gartenhauses geht es zunächst darum, sämtliche Nutzungswünsche zu erfassen. Aus ihnen ergibt sich, welcher Gartenhaustyp in Frage kommt und wie groß das Haus sein sollte.

Hier ein paar gängige Überlegungen zur Anregung:

  • Soll das Gartenhaus lediglich dazu dienen, Gartengeräte und Werkzeuge unterzubringen oder soll es das "Wohnzimmer im Grünen" sein? Werden beide Funktionen gewünscht, kommt ein Gartenhaus mit extra Nebenraum in Frage, der von außen zugänglich ist.
  • Wird das Gartenhaus nur während der heißen Saison oder das ganze Jahr über genutzt? Im letzteren Fall benötigt es eine höhere Wandstärke, um die Wärme einer Heizung besser zu halten. Auch isolierverglaste Fenster und Türen sind dann ein Muss.
  • Soll im Gartenhaus übernachtet werden? Ein Gartenhaus als Gästehaus oder Refugium für Jugendliche benötigt mehr Platz für die Einrichtung. Manche Gartenhäuser haben einen "Schlafboden" auf einer zweiten Ebene. Große Modelle bieten mehrere Nebenräume und sind als Ferienhäuser für die ganze Familie nutzbar.
  • Werden Feste und Feiern im Gartenhaus stattfinden? Dann wäre evtl. ein Gartenhaus mit Terrasse oder Anbau das Richtige. Der Innenraum sollte groß genug für einen Tresen und genügend Sitzgelegenheiten sein.
  • Sollen Kübelpflanzen im Gartenhaus überwintern? Dann benötigt das Haus möglichst viele und große Fensterflächen, um ausreichende Belichtung zu bieten.

Dies sind nur einige der möglichen Nutzungen, viele weitere sind denkbar. Gartenhäuser werden häufig auch als Hobbyraum, Werkstatt, Atelier, Home Office und Kinderspielhaus genutzt. Überlegen Sie genau, welche Anforderungen ihr ideales Gartenhaus erfüllen muss.

2. Den idealen Standort fürs Gartenhaus finden

Häufig steht der Bauplatz für das neue Gartenhaus vom Start weg fest, weil das Grundstück bzw. die vorhandene Bebauung keine Alternativen zulässt. Wer jedoch in der glücklichen Lage, über genügend Platz zu verfügen, kann folgende Kriterien zur Standortbestimmung heranziehen:

  • Die Himmelsrichtung entscheidet darüber, wann die Sonne auf die Frontseite des Gartenhauses scheint. Überlegen Sie also, zu welcher Tageszeit Sie lieber in der Sonne bzw. im Schatten sitzen. Da die Sonne ab Mittag von Süden nach Westen zieht, gilt ein in diese Richtung ausgerichtetes Gartenhaus in vielen Fällen als optimal.
  • Haben Sie einen Gartenteich oder liegt das Grundstück an einem Gewässer? Das Gartenhaus sollte mindestens drei Meter Abstand dazu haben, um nicht durch Bodenbewegungen aufgrund gefrierenden Wassers im Boden oder Überschwemmungen bei Starkregen destabilisiert zu werden.
  • Stehen Bäume im Weg? Soll der Baumbestand erhalten werden, muss das Gartenhaus nicht nur in der Fläche, sondern auch in der Höhe passen. Bei der Wahl der Dachform kann es darauf ankommen! Flach- und Pultdächer kommen seltener in Konflikt mit starken Ästen als steile Satteldächer.

In jedem Fall zwingend ist das geltende Bau- bzw. Nachbarschaftsrecht. Einen Geräteschuppen können Sie nah an die Grenze bauen, ein Gartenhaus mit Aufenthaltsraum muss in aller Regel drei Meter Abstand halten. Näheres erfahren Sie bei der örtlichen Baubehörde.

3. Gartenhausstil wählen: modern oder klassisch?

Gartenhäuser gibt es in unzähligen Varianten und Stilrichtungen. Das Angebot war noch nie so umfangreich und vielgestaltig wie heute, so dass es oft nicht leicht ist, sich für ein Modell zu entscheiden. Zur Wahl stehen klassische und moderne Gartenhäuser, die sich im Design, aber auch in der Zahl der Fenster sowie in der Dachform unterscheiden, um nur die wichtigsten Unterschiede zu nennen.

  • Zu den klassischen Gartenhäusern zählen traditionelle Dachformen wie Satteldach und Walmdach. Die beliebten "Clockhouses" im englischen Stil haben im Dach einen zusätzlichen Ziergiebel. Häuser im modernen Stil haben Pult- oder Flachdächer, manchmal auch interessante Doppelpult- bzw. Stufendächer, die das Gartenhaus definitiv zum Hingucker machen.
  • Den Trend zu mehr Fensterfläche setzten moderne Gartenhäuser mit Flachdach, die in den letzten Jahren immer beliebter wurden. Mit ihren bodentiefen Fenstern ermöglichen sie den weiten Blick nach draußen, doch sind solche Fenster mittlerweile auch bei ansonsten klassischen Gartenhausmodellen zu finden. Dann gerne mit romantischen Fenstersprossen versehen.

  • Lounge-Gartenhäuser treiben den Mehr-Fenster-Trend auf die Spitze. Ihr supermodernes Design zieht auf jeden Fall die Blicke auf sich. Schmale Alu-Rahmen und Schiebetüren ermöglichen maximale Transparenz durch große, voll verglaste Wände auf einer, zwei oder auch drei Seiten. In diesen Gartenhäusern sitzt man fast wie draußen, aber dennoch vor der Witterung optimal geschützt.

Für welchen Stil man sich entscheidet, ist letztlich Geschmacksache. Mehr Ausblick bedeutet – je nach Standort – eventuell auch mehr Einblick. Ergänzend muss vielleicht an bestimmten Stellen ein Sichtschutz im Garten mit geplant werden.

4. Baugenehmigung checken, Fundament planen

Sowohl eine möglicherweise erforderliche Baugenehmigung als auch der Bau des Fundaments müssen rechtzeitig bedacht werden, damit es später nicht zu Verzögerungen oder Ärger mit den Behörden kommt.

Gartenhäuser sind „Bauten“ im Sinne des Baurechts und gelten meist als sogenannte „Nebenanlagen“.  Die Frage, ob Ihr geplantes Gartenhaus eine Baugenehmigung benötigt, ist nicht  ohne Kenntnis des Einzelfalls zu beantworten, da vielerorts unterschiedliche Gesetze und Verordnungen gelten. Allgemein lässt sich sagen:

  • Kleine Geräteschuppen können in aller Regel ohne Baugenehmigung errichtet werden.
  • Gartenhäuser mit Aufenthaltsraum brauchen grundsätzlich eine Baugenehmigung, sind jedoch unter bestimmten Umständen genehmigungsfrei ("verfahrensfrei") zu errichten.
  • Welche Umstände das sind, hängt von Ihrem Wohnort ab, sowie vom Standort, der Nutzungsart und von der Größe des Gartenhauses.

Die Details regeln die Bauordnungen der Bundesländer, die Gemeindeverordnungen und eventuell gültige Bebauungspläne. Lediglich in einer Kleingartenanlage braucht es nie eine Baugenehmigung, denn hier gilt das Bundeskleingartengesetz. In allen anderen Fällen ist eine Anfrage beim zuständigen Gemeindeamt unerlässlich und als formlose Vorabanfrage in der Regel kostenlos.

Das Fundament fürs Gartenhaus spielt mancherorts für die Baugenehmigung eine Rolle. Einige Landesbauordnungen schreiben nämlich vor, ob und wann ein Gartenhaus ein Fundament benötigt. Für einen stabilen Stand ist ein Fundament jedoch in der Regel erforderlich - mit zwei Ausnahmen:

  • Geräteschuppen mit wenig Stellfläche können auch auf verdichtetem Boden oder einer Kiesschicht errichtet werden.
  • Für kleine Gartenhäuser in Ständerbauweise reichen manchmal auch Einschlaghülsen aus.

Bei der Wahl des Fundaments haben Sie die Wahl zwischen verschiedenen Typen: Plattenfundament aus Wegeplatten, Streifen- oder Punktfundament, eine geschlossene Betonplatte oder das vergleichsweise schnell zu erbauende Schraubfundament.

Welches in Ihrem Fall das Richtige ist, hängt von der Bodenbeschaffenheit und der Größe des geplanten Gartenhauses ab. Lassen Sie sich beim Kauf vom Anbieter beraten, der in der Regel auch einen Fundamentplan zur Verfügung stellt.

Ein wichtiger Punkt bei der Planung des Fundaments sind evtl. gewünschte Zuleitungenfür Strom und Wasser. Bei geschlossenen Fundamentplatten aus Beton müssen Leerrohre bereits beim Bau integriert werden.

5. Preise vergleichen, Anbieter wählen

Steht einmal fest, von welcher Art und Größe das gewünschte Gartenhaus sein soll, geht die Suche los. Selbst wenn die Wünsche schon recht genau sind, ist das Angebot häufig unübersichtlich. Viele Anbieter haben sehr ähnliche Gartenhäuser im Programm, die sie zu unterschiedlichen Preisen anbieten.

Um zu einem realistischen Preisvergleich zu kommen, reicht ein einfacher Vergleich der Hauspreise keinesfalls aus. Man muss schon genau auf den Lieferumfang und die Details des jeweiligen Gartenhausmodells schauen, um die Unterschiede der Angebote zu erkennen.

  • Vergleichen Sie nur Endpreise, also die Summen, die sich mit allem nötigen Zubehör ergeben. Oftmals wirkt der angegebene Preis sehr günstig, doch ist z.B. kein Holzboden enthalten, der für mehrere hundert Euro dazu gekauft werden muss.
  • Vergleichen Sie Details und Qualitätsmerkmale, z.B.  Raumhöhe, Höhe der Türen, Wandstärke und Tiefe des Dachüberstands.
  • Große Qualitätsunterschiede zeigen sich bei Fenstern:  Isolierglas oder nur Echtglas? Dreh- und kippbar oder "feststehend"? Mit Gummidichtungen und Aluminium-Wasserschenkeln oder ohne?

Es sind oft die kleinen Dinge, die für die Langlebigkeit, Bequemlichkeit und Pflegeleichtigkeit am Ende eine große Rolle spielen. Ein gutes Preis-Leistungsverhältnis verspricht in der Regel der Einkauf beim Hersteller, da im Preis keine Kosten für Zwischenhändler enthalten sind. Sie produzieren klassische und moderne Gartenhäuser selbst und bieten gelegentlich auch alle Dienstleistungen rund ums Gartenhaus aus einer Hand: vom Bauantragsservice bis zum Aufbau.

6. Logistik: DIY oder Aufbauservice?

Gartenhäuser aus Holz werden in der Regel als Bausatz in einem oder mehreren großen Packstück geliefert. Dank der einfachen Elemente- oder Blockbohlen-Bauweise mit Nut- und Federsystem ist der Aufbau solcher Häuser auch für Nicht-Profis gut machbar.

Wie das dann vor sich geht? Die Spedition wird die Packstücke zum vereinbarten Termin so nahe wie möglich am künftigen Bauplatz abladen. Je nach örtlicher Situation werden Sie selbst auspacken und die Hölzer und Materialien zum Bauplatz transportieren müssen. Für den Aufbau legen die Anbieter einen Aufbauplan und die nötigen Kleinmaterialien bei, jedoch keine Werkzeuge. Planen Sie die Logistik vom Eintreffen der Spedition bis zum Aufbau vorab möglichst genau.

  • Das Fundament muss vor dem Aufbau komplett und trocken sein.
  • Wer vor hat, hölzerne Blockbohlen vor dem Aufbau zu streichen, muss auch das dafür nötige Zwischenlager und die Modalitäten des Streichens und Trocknens planen. Dies ist jedoch nicht zwingend, viele Gartenhauskäufer streichen ihr Haus auch erst nach dem Aufbau.
  • Der Aufbau per DIY ist in der Regel zu zweit gut schaffbar, mehr helfende Hände sind von Vorteil.
  • Besorgen Sie Planen, um das noch ungeschützte Holz im Fall von Regen bzw. während längerer Unterbrechungen vor Feuchtigkeit zu schützen.

  • Für den Anstrich (Imprägnierung, Lasur oder Deckfarbe) des Gartenhauses ist deutlich mehr Zeit einzuplanen als für den Aufbau selbst

Keine Lust oder Zeit zum selber bauen? Dann beauftragen Sie doch einen Montage-Service, wie er von den Herstellern und anderen Anbietern von Gartenhäusern angeboten wird. Das bedeutet zwar Mehrkosten, spart jedoch viel Arbeit und Zeit. Erfahrene Montage-Teams haben Routine und schaffen den Aufbau in kürzester Zeit.

Es gibt auch Hersteller, die weit mehr anbieten als nur den Aufbau, z.B. auch den Fundamentbau, Imprägnierung und Endanstrich. Sprechen Sie Ihre Wünsche vor dem Kauf genau ab, inklusive der anfallenden Zusatzkosten.

7. Gesamtkosten vorab ermitteln

Sobald Sie sich für ein Gartenhausmodell und einen Anbieter entschieden haben, können Sie genau ermitteln, wie hoch die Gesamtkosten des Projekts ausfallen werden. Berücksichtigen Sie alle anfallenden Posten vom Fundamentbau bis zur Fertigstellung.

Häufig sind das die folgenden Posten:


  • Der Preis des Gartenhauses
  • Zubehörkosten:  Dachdeckungsmaterialien, Regenrinnen, weiteres Zubehör?
  • Die Kosten des Fundaments (Material, Maschinenmiete, evtl. Dienstleisterkosten)
  • Anschlüsse: Verkabelung und Steckdosen, Rohre, Dienste eines Fachelektrikers, falls erforderlich.
  • Kostenpauschale eines eventuell beauftragten Montageteams
  • Anstrich: Imprägnierung, Farben und Lasuren
  • Kosten eines zusätzlichen Bodenbelags, falls gewünscht.
  • Heizung? Kosten der Heizkörper, bei Kaminöfen auch Gebühren des örtl. Schornsteinfegers.
  • Ersteinrichtung: neu anzuschaffende Möbel und Beleuchtung.  


Da die Einzelfälle sehr unterschiedlich ausfallen, ist diese Checkliste nicht abschließend zu verstehen.

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