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Von der Badewanne zur Dusche: So gelingt die Umrüstung

Die Umrüstung von einer klassischen Badewanne zu einer modernen Dusche gehört zu den häufigsten Sanierungsprojekten in deutschen Badezimmern. Vor allem in älteren Wohnungen und Häusern wünschen sich viele Bauherren und Renovierer eine ebenerdige Dusche, die den Komfort erhöht, den Platz optimal nutzt und den Alltag erleichtert. Doch der Umbau ist nicht nur eine optische Veränderung, sondern auch ein technisches Projekt, das sorgfältige Planung erfordert. Wer die Schritte und Kosten im Blick behält, kann das Badezimmer nicht nur funktional, sondern auch zukunftssicher gestalten.

Warum eine Badewanne zur Dusche umbauen?

Es gibt viele Gründe, die für eine Dusche sprechen. In kleinen Badezimmern schafft sie mehr Bewegungsfreiheit und lässt den Raum größer wirken. Auch für ältere Menschen und Familien mit Kindern ist der einfache Einstieg und die rutschfeste Oberfläche einer modernen Dusche ein großer Vorteil. Hinzu kommt, dass Duschen im Vergleich zur Badewanne meist weniger Wasser verbrauchen, was die Betriebskosten senkt und die Umwelt schont.

Darüber hinaus spielt der Trend zu minimalistischen, offenen Badezimmern eine Rolle. Walk-in-Duschen mit Glasabtrennung und bodenbündiger Gestaltung wirken modern, luftig und erhöhen oft auch den Immobilienwert.

Planung: Erste Schritte zur Umrüstung

Bevor die alte Badewanne ausgebaut wird, sollte genau geprüft werden, welche baulichen Voraussetzungen das Badezimmer bietet. Dazu zählen:

  1. Abfluss und Gefälle: Für eine bodengleiche Dusche ist ein Mindestgefälle zum Abfluss notwendig. Falls der Estrich angepasst werden muss, kann dies zusätzliche Kosten und Bauzeit verursachen.
  2. Wand- und Bodenaufbau: Die Wände müssen dicht und tragfähig sein, um Armaturen und Duschabtrennungen sicher zu montieren. Eventuell ist eine neue Abdichtung nach DIN 18534 erforderlich.
  3. Wasseranschlüsse: Häufig werden die vorhandenen Anschlüsse genutzt, doch je nach gewünschter Duschposition kann eine Verlegung nötig sein.
  4. Raumgröße und -layout: Soll die Dusche exakt an der Stelle der Badewanne eingebaut werden oder ist eine komplette Neugestaltung geplant?

Ein detaillierter Plan spart Zeit und vermeidet spätere Nacharbeiten.

Welche Dusche passt?

Der Markt bietet eine Vielzahl an Duschlösungen, die sich für den Umbau eignen. Besonders beliebt sind Walk-in-Duschen, die mit einer Glaswand abgetrennt werden und kaum Schwellen besitzen. Für ein modernes Raumgefühl eignen sich großformatige Fliesen, die nahtlos in die Duschfläche übergehen.

Nicht in jedem Bad lässt sich jedoch eine komplett bodengleiche Lösung realisieren – zum Beispiel, wenn die Aufbauhöhe nicht ausreicht oder der Abfluss nicht tiefergelegt werden kann. In solchen Fällen bieten niedrig aufgesetzte Duschwannen eine praktische Alternative. Sie ermöglichen ebenfalls einen komfortablen Einstieg und lassen sich in verschiedenen Größen und Designs wählen. Eine passende Duschwanne kann nicht nur funktional sein, sondern auch das Gesamtbild des Badezimmers aufwerten.

Kostenfaktoren beim Umbau

Die Gesamtkosten für den Wechsel von Badewanne zu Dusche hängen stark vom Umfang der Arbeiten ab. Für eine grobe Kalkulation können Bauherren mit folgenden Posten rechnen:

  • Demontage und Entsorgung der Badewanne: Je nach Aufwand ca. 600–1.000 €.
  • Anpassung von Abfluss, Estrich und Abdichtung: Kann zwischen 2.500 € und 4.500 € variieren, abhängig von der Bausubstanz.
  • Neue Dusche (Duschwanne, Abtrennung, Armaturen): Preise variieren stark – einfache Komplettsets beginnen ab ca. 800 €, hochwertige Walk-in-Lösungen kosten 2.000 € oder mehr.
  • Fliesenarbeiten und Malerarbeiten: Abhängig von Material und Fläche zwischen 30 € und 100 € pro Quadratmeter.
  • Handwerkerkosten: Installations- und Montagekosten belaufen sich meist auf 1.500 € bis 2.500 €.

Im Durchschnitt liegen die Gesamtkosten für eine Standard-Umrüstung bei 6.000 € bis 10.500 €.

Bei umfangreichen Modernisierungen, zum Beispiel mit neuer Elektrik oder komplettem Fliesentausch, können auch höhere Summen fällig werden.

Barrierefreiheit und Fördermöglichkeiten

Wer seine Badewanne durch eine ebenerdige Dusche ersetzt, kann in Deutschland unter Umständen staatliche Zuschüsse in Anspruch nehmen. Programme der KfW (z. B. „Altersgerecht Umbauen“) fördern den barrierefreien Umbau mit zinsgünstigen Krediten oder Zuschüssen. Auch Pflegekassen unterstützen häufig den Umbau, wenn er der Erleichterung der Pflege dient.

Damit die Dusche als barrierefrei gilt, muss sie bestimmte Kriterien erfüllen:

  • Schwellenfreiheit oder maximal 2 cm Einstiegshöhe.
  • Rutschhemmende Oberfläche (mindestens Bewertungsgruppe R 10).
  • Ausreichende Bewegungsfläche vor und in der Dusche (mindestens 120 × 120 cm).

Bei der Planung ist es daher sinnvoll, gleich an die Zukunft zu denken – auch wenn der barrierefreie Umbau aktuell nicht zwingend notwendig ist.

Gestaltung: Mehr als nur Funktion

Der Umbau bietet nicht nur die Möglichkeit, das Badezimmer funktionaler zu gestalten, sondern auch optisch aufzuwerten. Besonders gefragt sind derzeit:

  • Großformatige Fliesen für eine ruhige, moderne Optik.
  • Glasabtrennungen statt blickdichter Kabinen, um den Raum größer wirken zu lassen.
  • Integrierte Ablagen und Nischen in der Wand, die Stauraum schaffen und das Design aufwerten.
  • Hochwertige Armaturen mit Thermostat und Regenfunktion, die den Duschkomfort erhöhen.

Auch die Beleuchtung spielt eine Rolle: Indirektes Licht oder LED-Spots können die Dusche in Szene setzen und für ein wohnliches Ambiente sorgen.

Ablauf und Bauzeit

Der Umbau dauert in der Regel zwischen drei und sieben Tagen, abhängig vom Umfang der Arbeiten. Der Ablauf sieht typischerweise so aus:

  1. Demontage der Badewanne und Vorbereitung des Raums.
  2. Anpassung von Abfluss und Untergrund, inklusive Abdichtung.
  3. Einbau der neuen Duschfläche oder Duschwanne.
  4. Fliesen- und Malerarbeiten.
  5. Montage von Armaturen und Duschabtrennung.

Wer eine Komplettlösung aus einer Hand beauftragt, kann die Bauzeit verkürzen und hat einen festen Ansprechpartner.

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