
Ab in die Zukunft: Umbau altes Fertighaus
Ein 20 Jahre altes Fertighaus wurde zum „Galileo-Haus der Zukunft“ umgebaut. Entstanden ist ein visionäres Beispielhaus voller futuristischer Technik und Produktneuheiten. Es zeigt, wie sich Komfort, Energieeffizienz und Wohnraumoptimierung vereinen lassen.

Der Umbau beweist: Die Zukunft liegt nicht zwingend im Neubau, sondern in der intelligenten Umnutzung vorhandener Gebäude. Fertighäuser in Holzbauweise bieten dafür ideale Voraussetzungen dank weniger tragender Innenwände.
Aus einem repräsentativen Musterhaus, das 2006 sehr großzügig und barrierefrei gebaut worden war und von zwei Personen (und einer Pflegkraft) bewohnt werden sollte, wurde jetzt ein flexibles Familienhaus für bis zu sieben Personen. Das schont Ressourcen und schafft Wohnraum für deutlich mehr Menschen.
Für das „Galileo Haus der Zukunft“ wurde die Grundstruktur des bestehenden Hauses genutzt und an neue Bedürfnisse angepasst. Der ehemals klassische Zuschnitt wurde in flexibel nutzbare Zonen umgewandelt. Aus den zwei großen Zimmern im Erdgeschoss entstanden vier Zonen, die flexibel nutzbar sind.
Das Kinderzimmer lässt sich per Schiebetür erweitern. Im Untergeschoss entstand ein großzügiges Studio mit begehbarem Kleiderschrank. Am Umbau arbeiteten zig Handwerker mehrere tausend Stunden. Sie installierten rund 100 Steckdosen für die Technik, um das alte Gebäude smart zu machen. Auf 180 m² entstand ein modernes Mehrgenerationenhaus mit über 50 Neuerungen, die den Alltag in Zukunft erleichtern werden.
Räume lassen sich multifunktional belegen, Möbel sind modular, auf Rollen oder ein- und ausfahrbar. Statt fester Trennwände definieren Einbauelemente und Stauraummöbel Zonen und Nutzungen.
Mehrgenerationenwohnen

Die Geschossaufteilung berücksichtigt das Mehrgenerationenwohnen: So wurde das UG am Hang für Wahl-Großeltern transformiert. Im EG bietet das umgebaute Haus Platz für eine vier bis fünfköpfige Familie. Hier befindet sich mit dem multifunktionalen Livingbereich auch die Gemeinschaftsfläche für alle.
Ganz oben bietet ein Staffelgeschoss mit Sauna und Dachterrasse Raum für Kreativität, Wellness und gemeinschaftliche Aktivitäten.
Raumnutzung & Einrichtung

Multifunktionalität und Platzsuffizienz sind Kern des Wohnkonzepts. Gemeinschaftswohnen wird als Stärke gezeigt: Wahlfamilie statt Vereinzelung, geteilte Zonen, private Bereiche nach Bedarf.
Die Kombination aus Co-Living, Rückzug, Kommunikation und generationsübergreifender Unterstützung ist Teil des gestalterischen Konzepts. Eine Kochinsel auf Rollen, verschiebbare Möbel, ein Modul-Sofa und ein ausziehbarer Familientisch zeigen, wie flexibel Flächen nutzbar sind.
Das Eltern-Schlafzimmer wandelt sich temporär zum Sport- oder Arbeitsraum. Das Bett, eine innovative Schwörer-Konstruktion, fährt dort unter die Decke, um Platz für Fitness-Training oder Homeoffice freizugeben.
Die Küche verbindet Technik mit Wohnlichkeit. Der smarte Backofen erkennt die Speisen per Kamera und stellt die Programme, Temperatur und Kochdauer entsprechend ein. Beim intelligenten Kühlschrank beispielsweise schaltet die Tür bei Bedarf in den Transparentmodus (Insta View), sodass man den Inhalt begutachten kann, ohne dass Kälte beim Türöffnen entweicht. Das Kochfeld verschmilzt bei Nicht-Nutzung mit der Arbeitsplatte aus Mineralstoff, um Platzgewinn und klare Gestaltung zu vereinen.
Der superschmale Fernseher mit transparentem OLED-Bildschirm steht auf einem Standfuß vor dem Fenster und lässt den Blick nach draußen frei. Möbel lassen sich für jede Lebenslage neu arrangieren.
Energie & Ökologie

Ökologie zeigt sich im gesamten Projekt nicht als Zusatz, sondern als Grundprinzip. Natürliche Materialien ohne chemische Zusätze wie Holz, Kork, Seegras, Hanf sowie echte Heu- und Blütentapeten prägen das Ambiente. Schadstoffgeprüfte Bau- und Ausbaumaterialien sowie zertifizierte Farben sorgen für ein gesundes Innenraumklima.
Kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung, CO₂- und Feuchtigkeitsmonitoring sowie natürliche Tageslichtführung unterstützen Energieeffizienz und Wohlbefinden.
Die Eigenproduktion von Solarenergie wird in einem innovativen Ansatz vorgestellt: über Solarmöbel auf der Terrasse. Eine Solarbank mit Pflanzkasten, ein Solarschirm und ein Solartisch, dessen Tischplatte im idealen Winkel zur Sonneneinstrahlung gekippt werden kann, sind quasi kleine mobile Stromkraftwerke.
Besonderes Augenmerk galt dem Wasser: Die bodenebene Everstream-Dusche bereitet Wasser direkt im Nutzungsvorgang auf und hält es auf Temperatur. Nach drei Minuten Frischwasserzufuhr wird auf Wasserkreislauf umgeschaltet. Auch das Waschbecken fängt das Wasser auf und leitet es an die Toilette, die mit Grauwasser bestens funktioniert. Das Gäste-WC mit Biotoilette funktioniert komplett ohne Spülung.
Gesundheit & Sicherheit

Technologie tritt als Alltagsbegleiter auf – intuitiv, sprachgesteuert und nicht zum Selbstzweck. KNX-basierte Smarthome-Steuerung als offenes System, das mit neuen Features erweitert werden kann, Präsenzsensorik und Szenenautomationen erleichtern den Alltag. Sprachassistenten kommunizieren bidirektional, Gardinen öffnen sich automatisch, die kontrollierte Lüftung sorgt für konstant hervorragende Luftqualität.
Sicherheit umfasst smarte Schlösser mit Gesichtserkennung und einen Saugroboter, der mittels Kamera das Zuhause bei Abwesenheit überwacht. Eine gute Ausleuchtung mit LED-Strahlern für eine freundliche Grundbeleuchtung und dazu Akzentbeleuchtung unterstützt die Orientierung.
Gesundheit wird bis ins Detail gedacht: So überwacht das Bett in der Seniorenwohnung den gesunden Schlaf. Genauer: Der Bettrahmen überwacht Atem und Bewegung und schlägt im Notfall Alarm. Eine KI-Matratze passt Härte und Neigung an, erkennt Schnarchen und optimiert Schlafphasen. Der Toilettensitz misst EKG und Harnwerte, überträgt Daten ans Wand-Tablet und warnt bei Abweichungen.
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