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Raumluft befeuchten – Vorteile für Allergiker

Aktive Luftbefeuchtung sorgt für ein gesünderes Raumklima. Egal ob Pollen, Milben oder Haustier-Allergie, wer die Raumluft befeuchtet, schafft Abhilfe!

Niesen, Hustenreiz, tränende Augen – Allergiker kennen es nur zu gut, wenn ihr Körper auf Hausstaub oder Blütenpollen reagiert. Aus dem Weg gehen kann man diesen Auslösern kaum, da sie  in der Wohnungsluft fein verteilt sind, sich auf glatten Flächen ansammeln und von dort bei jedem Schritt und jeder Bewegung wieder aufgewirbelt werden.

Weltweit belegt Hausstaub den ersten Platz der Allergien auslösenden Stoffe überhaupt. Betroffene reagieren entweder auf Milbenbestandteile oder auf Tierallergene. Die Beschwerden äußern sich neben häufigem Niesen auch in Form von Augenreizungen oder Asthma.

Ähnlich wie Pollen-Allergiker leiden Hausstaub-Allergiker unter luftübertragenen, allergieauslösenden Stoffen, sogenannten Allergenen.

Wann ist Raumluft zu trocken?

Die ideale Luftfeuchtigkeit in Innenräumen variiert zwischen circa 40 und 60 Prozent. Liegt sie deutlich daunter, wird die Luft zu trocken. Eine optimale Luftfeuchtigkeit herzustellen ist jedoch nicht ganz leicht, hängt sie doch von unterschiedlichen einzelnen Faktoren ab. Gerade für Allergiker ist ein angenehmes Raumklima jedoch entscheidend.

Pollen-Allergiker wissen, dass Regen, feuchte Luft und Windstille ihre Beschwerden lindert. Hausstaub-Allergiker hingegen haben in der trockenen Heizperiode häufig deutlich mehr Beschwerden als im Sommer. Oft wird dennoch zu Vorsicht mit Feuchtigkeit geraten, besser 30 oder 40 Prozent als 50 Prozent! Doch ist das richtig? 

Logischerweise kann nur der in der Luft vorhandene Anteil des Hausstaubes Beschwerden auslösen. Allerdings ist dieser Anteil nur schwer zu messen. 2016 wurde erstmals eine Studie veröffentlicht, die die effektiv eingeatmete Menge an Milbenallergen von 10 Personen über 24 Stunden während den üblichen Aktivitäten bestimmte.

Es wird deutlich, dass die eingeatmete Menge in allererster Linie von den Aktivitäten der Personen abhängig ist, die zur Staubaufwirbelung führen. So werden bei niedriger Aktivität (z.B. Schlafen) nur minimal Milbenallergene eingeatmet. Durch Bewegung kann die Konzentration der Allergene in der Atemluft um das mehr als Tausendfache ansteigen.

Somit ist die Staubaufwirbelung ausschlaggebend für die Beschwerden von Allergikern.

Eine andere Studie aus dem Jahr 2017 zeigt, dass Milbenbestandteile von einem Linoleumboden durch eine höhere Luftfeuchtigkeit weniger aufgewirbelt werden. Die Aufwirbelung nimmt um das rund Hundertfache kontinuierlich ab, wenn die Luftfeuchtigkeit von 10 Prozent auf 40 Prozent und 80 Prozent gesteigert wird.

Diese Erkenntnisse decken sich mit den Alltagserfahrungen von Allergikern und zeigen, weshalb Trockenheit Allergiebeschwerden verstärkt.

Wann ist die Raumluft nun also zu trocken? Häufig empfehlen Merkblätter Allergikern eine Obergrenze der Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent in der Wohnung einzuhalten. Teilweise nennen Empfehlungen eine Untergrenze zwischen 35 und 40 Prozent. Doch während drei Vierteln des Jahres wird diese Obergrenze in unseren Häusern überschritten – die Untergrenze in den Wintermonaten in der großen Mehrheit der Gebäude (in alten, vor allem aber in neuen Gebäuden) sogar weit unterschritten.

20 Prozent als monatlicher Durchschnittswert ist üblich geworden. Durch die Trockenheit nehmen die Allergiebeschwerden im Winter zu, da die Aufwirbelung von Hausstaub begünstigt wird.

Luftfeuchtigkeit hilft bei Allergien

Geringere Staubaufwirbelung dank höherer Luftfeuchtigkeit

Eine höhere Luftfeuchtigkeit verringert Staubaufwirbelungen, da die Haftung von Staub auf glatten Böden oberhalb von 30 bis 40 Prozent Raumluftfeuchte rasch zunimmt. Außerdem steigt das Gewicht der Staubpartikel durch Wasserkondensation an. Dadurch kleben die Staubpartikel zusammen und sinken schneller wieder zu Boden.

Liegt die Luftfeuchtigkeit also über circa 40 Prozent, dann schlägt sie sich auch an Staub und Pollen nieder. Die Teilchen werden schwerer, verklumpen miteinander, werden dadurch noch schwerer und sinken viel schneller zu Boden. Dort haften sie auch besser und werden nicht mehr so leicht aufgewirbelt. Die Luftfeuchtigkeit reinigt also tatsächlich die Luft wie ein leichter Sommerregen im Freien. Allergiker können freier durchatmen.

Doch eine hohe Raumluftfeuchte bringt auch Nachteile mit sich: oberhalb von 60 Prozent Luftfeuchte wird das Wachstum von Schimmel gefördert und dessen Sporen können ebenfalls Allergien hervorrufen. Deshalb sollten Allergiker die Raumluft auf 40 bis 60 Prozent befeuchten und die Luftfeuchtigkeit mit einem digitalen Hygrometer besonders im Winter beobachten.

Denn im Winter fällt die Luftfeuchtigkeit in geheizten Räumen häufig weit unter 40 Prozent. Das ist jedoch ein lösbares Problem, denn mit einer aktiven Luftbefeuchtung lässt sich die Feuchte ganz einfach im Wohlfühlbereich zwischen 40 und 60 Prozent halten. Damit wird ein angenehmes Raumklima geschaffen.

Aktive Luftbefeuchtung

Zimmerpflanzen, vor allem großblättrige, sind natürliche und somit nachhaltige Luftbefeuchter. Sie erfordern jedoch auch eine entsprechende Pflege. Aktive Luftbefeuchter helfen dauerhaft, die gewünschte Raumluftfeuchte zu halten. Egal ob Einzelgeräte oder im Rahmen einer Lüftungsanlage. Vernetzt im Smart Home lässt sich die ideale Raumluftfeuchte kontrollieren und steuern.

In modernen Häusern mit Lüftungsanlage sind die idealen Werte ohne eine zusätzliche Luftbefeuchtung kaum zu erreichen. Deshalb gibt es spezielle Diffusionsluftbefeuchter, die eine optimale Luftfeuchte in den Wohnräumen ermöglichen. 

Eine Messung des Anteils der Allergene, die die Atemwege über die Raumluft erreicht, ist kompliziert und teuer. Deshalb sollten Sie lieber den Wahrnehmungen der Schleimhäute von Nase, Atemwegen und Augen vertrauen und die Raumluftfeuchte so anpassen, dass Ihre Beschwerden gelindert werden.

7 Tipps für Allergiker

  1. Befeuchten Sie die Raumluft, wenn das Hygrometer wiederholt Werte unter 40 Prozent anzeigt, um Beschwerden zu lindern.
  2. Atmen Sie durch die Nase und pflegen Sie diese, denn die Nase dient als eine Art Filteranlage für Hausstaub und befeuchtet die Luft für die unteren Atemwege. Über die Hälfte des durch die Nase eingeatmeten Hausstaubes bleibt an der feuchten Schleimhaut haften und kann später geschnäuzt, verschluckt oder ausgehustet werden. Bei Mundatmung erreicht deutlich mehr Staub unsere Lungen.
  3. Das Selbstreinigungssystem der Bronchien kann Hausstaub in den unteren Atemwegen durch Aushusten oder Verschlucken wieder entfernen. Deshalb neigen Personen mit Mundatmung und Allergien stärker zur Schleimhautaustrocknung und profitieren doppelt von der Befeuchtung. 
  4. Reinigen Sie Oberflächen regelmäßig feucht und wählen Sie glatte, leicht feucht zu reinigende Böden und Mobiliar. Auch das regelmäßige Waschen und Wechseln der Bettwäsche wirkt sich positiv auf Allergiebeschwerden aus. 
  5. Staubaufwirbelungen sind unsichtbar, entstehen aber mit jeder Bewegung im Haus. Insbesondere Reinigungsvorgänge wirbeln viel Staub auf und sollten deshalb lieber an Nicht-Allergiker delegiert oder kurz vor dem Verlassen des Raumes durchgeführt werden. Staubsauger mit hochwirksamen HEPA-Filtern können zusätzlich helfen.
  6. Vertrauen Sie bei der "Messung" von Allergenen in der Luft auf die Reaktionen Ihrer Augen, Nase oder Bronchien.
  7. Werte zwischen 40 und 60 Prozent relativer Feuchte sind für Allergiker sinnvoll. Um diese zu erhalten, ist in Einfamilienhäusern meist eine Luftbefeuchtung durch Diffusions-Luftbefeuchter sinnvoll.

Gesundes Raumklima dank Luftbefeuchter

Die Luftfeuchtigkeit ist für ein wohngesundes Raumklima besonders wichtig. 

Raumluft im Kinderzimmer

Hätten Sie es gewusst? Die Haut von Babys und Kleinkindern ist u.a. deshalb so zart und beweglich, weil sie deutlich mehr Wasser enthält als die von älteren Kindern oder Erwachsenen. Der Vorteil: Die weiche Kinderhaut macht zum Beispiel Wachstumsschübe problemlos mit. Auf der anderen Seite trocknet sie aber auch leichter aus.

Diesen Effekt muss man im Auge behalten, denn die empfindliche Babyhaut reagiert auf das Raumklima. Ist die RaumluftimKinderzimmer zu trocken, kann es sein, dass Ihr Kind nicht den gesunden, erholsamen Schlaf bekommt, den es braucht. Stattdessen taucht es des nächstens hustend im elterlichen Schlafzimmer auf. 

Denn tockene Luft kann schnell Juckreiz verursachen, die Haut rötet und schuppt sich leicht. Sehr belastend wirkt das vor allem für Kinder, die zu Neurodermitis neigen, denn diese Hautkrankheit verschlimmert sich durch Austrocknung spürbar. 

Die fehlende Feuchtigkeit kann und sollte man in dieser Situation durch aktive Luftbefeuchtung zuführen. Dadurch lindert man nicht nur Hautbeschwerden, sondern eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit von mindestens 40 Prozent entlastet auch die Atemwege. Das ist wichtig, denn Babys und Kleinkinder reagieren sehr sensibel auf zu trockene Atemluft. 

Ein gesundes Raumklima ist bei Babys und Kleinkindern besonders wichtig. Hustenreiz durch Lufttrockenheit verhindert ungestörtes Durchschlafen. Zudem werden Krankheitserreger durch zu trockene Schleimhäute in Nase und Rachen weniger wirksam aus der Atemluft gefiltert und gelangen ungehindert bis in die Bronchien und die Lunge. Infektionen wie Bronchitis können die Folge sein.

Ausreichend feuchte Luft im Kinderzimmer ist also in vielfacher Weise hilfreich: Sie entlastet die Haut, beugt Infektionen vor und sorgt für den erholsamen Schlaf, den Kinder so nötig haben.

Gesunder Schlaf bei optimalem Raumklima

Wie viele Schäfchen oder andere Tiere zählen Sie so pro Nacht? Wenn es mehr sind, als Ihnen lieb ist, gehören Sie zu den 80 Prozent der berufstätigen Deutschen mit Schlafproblemen. Ursache ist dabei oft nicht (nur) Alltagsstress, sondern das falsche Raumklima im Schlafzimmer.

Tiefer, erholsamer Schlaf macht Sie in jeder Hinsicht fit für den nächsten Tag: Ihr Körper ruht sich aus, Muskeln und Organe erholen sich, und auch Ihr Gehirn sortiert und verarbeitet in Träumen das in den Stunden zuvor Erlebte. Wer sich so Nacht für Nacht auf neue Herausforderungen vorbereitet, der kann sie am Tag umso tatkräftiger anpacken.

Damit das funktioniert, braucht es allerdings mehr als eine gute Matratze und ein weiches Kissen. Auch das Raumklima muss stimmen. Neben Ruhe und Dunkelheit gehört gesunde, saubere und vor allem ausreichend feuchte Atemluft dazu. 

Denn zu trockene Luft im Schlafzimmer trocknet die Schleimhäute aus. Fehlt Feuchtigkeit in der Luft, dann trocknen die Atemwege aus und reagieren im wahrsten Sinne des Wortes gereizt. Lästiger Husten und ein raues Gefühl im Hals erschweren dann das Einschlafen, verhindern das entspannte Durchschlafen und können so die nächtliche Erholung empfindlich stören. Statt ausgeruht und frisch den Tag zu beginnen, schleppt man sich müde und unkonzentriert zur Arbeit. 

Vor allem in der Heizperiode ist trockene Luft in der Wohnung ein Problem, das uns sprichwörtlich bis in den Schlaf verfolgt. Hier gilt es rechtzeitig gegenzusteuern. Und das gelingt am wirksamsten mit einer aktiven Luftbefeuchtung. Ein Luftbefeuchter im Schlafzimmer schafft Abhilfe! Ein Diffussionsluftbefeuchter zum Beispiel sorgt für die optimale Raumluftfeuchte im Schlafzimmer – und so für eine rundum erholsame Nachtruhe sorgen.

Warum gute Luftfeuchte gut für Ihre Stimme ist

Wie wertvoll unsere Stimme ist, merken wir oft erst dann, wenn sie beeinträchtigt ist oder ganz ausfällt: Gespräche mit Familie und Kollegen gestalten sich mühsam, Telefonieren wird zum Problem. Und es sind nicht nur Erkältungen oder Überanstrengung, die den Stimmapparat beeinträchtigen. Heiserkeit bis hin zur Stimmlosigkeit können auch eine Folge von zu trockener Luft sein.

Warum das so ist, wird klar, wenn man sich das komplizierte Zusammenspiel von Kehlkopf, Stimmmbändern, Rachen und Mund deutlich macht, das zum Sprechen nötig ist. Alle beteiligten Körperpartien müssen dabei weich, glatt und beweglich sein, und das sind sie vor allem deshalb, weil sie ständig feucht gehalten werden.

Normalerweise regelt der Körper das ganz problemlos, indem er die Luft beim Einatmen befeuchtet. Das funktioniert nicht mehr, wenn die Raumluft zu trocken ist und beim Einatmen zu viel Feuchtigkeit von den Oberflächen des Stimmapparats aufnimmt. Trockene Stimmbänder, ein trockener Kehlkopf und ein trockener Rachen sind aber weniger beweglich. Dadurch wird die Stimme heiser, das Sprechen fällt schwerer.

Hier gilt es von vornherein ideale Verhältnisse für die Stimme zu schaffen, indem man die Atemluft aktiv befeuchtet, sodass sie Werte oberhalb 40 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit annimmt – vor allem im Winter, wenn die Heizung die Raumluft austrocknet und die Atemwege stärker von Erkältungserregern gefährdet sind.

Luftbefeuchtung gegen lästigen Hustenreiz

Beim Einatmen strömt die Luft nicht geradewegs in die Lunge. Zuerst wird sie an den Schleimhäuten in Nase und Rachen vorbei geführt und dabei erwärmt, gefiltert und bei Bedarf angefeuchtet. So ist sie für die empfindliche Lungenoberfläche ideal vorbereitet und kann dort den wertvollen Sauerstoff abgeben. Beim Ausatmen entweicht die vorher aufgenommene Feuchtigkeit aus dem Körper. Man sieht das sofort, wenn man gegen eine kühle, glatte Oberfläche haucht. 

Das alles funktioniert ganz problemlos, solange die Luft im Raum ausreichend feucht ist. Dann muss beim Einatmen so wenig befeuchtet werden, dass die Schleimhäute immer genug flüssigen Nachschub aus dem Körper bekommen. Anders ist es bei zu trockener Raumluft. Die Schleimhäute müssen dann deutlich mehr Feuchtigkeit abgeben und sind bald damit überfordert. 

Auf zu trockene Atemluft reagieren die Atemwege mit der gleichen Abwehrreaktion wie auf Staub oder zähen Schleim: Es entsteht Hustenreiz. Ein zweites Anzeichen ist Heiserkeit, die durch austrocknende und in der Folge weniger geschmeidige Stimmbänder entsteht. 

Diese Warnzeichen sollte man ernst nehmen und handeln, denn trockene Atemwege können die Luft weniger gründlich reinigen und sind auch selbst anfälliger gegen Krankheitserreger. Die wirksamste Gegenmaßnahme ist die aktive Luftbefeuchtung in Wohnräumen – dann entsteht gar nicht erst ein Feuchtigkeitsmangel in den Atemwegen.

Entspannter Blick und gesunde Augen

Wenn die Augen jucken oder brennen, wenn Schwellungen, Rötungen oder Fremdkörpergefühle auftreten, dann sind die Augen meist zu trocken. Heute leiden zunehmend mehr Menschen darunter. 

Ein wichtiger Grund dafür ist die Arbeit am Computer. Vor dem Bildschirm neigen viele Menschen dazu, über längere Zeit mit unbewegten Augen auf die gleiche Stelle zu schauen. Außerdem blinzelt man bei der Bildschirmarbeit seltener. Beides führt dazu, dass der dünne Film aus Tränenflüssigkeit, der das Auge schützt, nicht mehr häufig genug erneuert und nicht gleichmäßig verteilt wird. 

Dieses Problem verschärft sich dramatisch, wenn zugleich die Raumluft zu trocken ist. Das Auge verliert dann besonders schnell seine Feuchtigkeit. Der Flüssigkeitsfilm wird dünner oder trocknet sogar ganz ein. Die Folgen reichen von unangenehmen Reizungen über Bindehautentzündungen bis hin zu ernsthaften Augenschäden.

Das trockene Auge sollte man deshalb auf keinen Fall leicht nehmen, sondern rechtzeitig gegensteuern. Dabei helfen regelmäßige Arbeitspausen ein wenig, aber das Problem der trockenen Raumluft schafft man dadurch nicht aus der Welt. Hier hat sich die aktive Befeuchtung der Raumluft bewährt. Liegt die relative Luftfeuchtigkeit über 40 Prozent, dann verdunstet der Flüssigkeitsfilm auf dem Auge weniger schnell und es fällt deutlich leichter, ihn auf natürliche Weise zu erhalten.

Ausreichend feuchte Luft schützt vor Grippeviren

Zahlreiche Viruserkrankungen, allen voran die gefürchtete Grippe, verbreiten sich deshalb so schnell, weil die Erreger wortwörtlich bis in jede Ecke vordringen. Beim Husten oder Niesen geben Kranke unzählige Viren an die Umgebung ab, wo sie durch Luftbewegungen weit verteilt werden. Sie sind dabei in feinste Wassertröpfchen gehüllt, die von den Schleimhäuten der Erkrankten stammen.

Wie lange die Viren auf diese Weise gefährlich bleiben und wie weit sie transportiert werden, hängt von der Luftfeuchtigkeit im Raum ab. Ist die Feuchtigkeit ausreichend hoch, beträgt also mindestens 40 Prozent, dann trocknen die ausgehusteten Wassertröpfchen langsam ein. Dabei steigt die Konzentration der ebenfalls enthaltenen körpereigenen Salze allmählich an – bis die Salze die Viren abtöten.

Bei zu trockener Luft sieht es ganz anders aus: Die Wassertröpfchen verdunsten so schnell, dass die Viren nicht abgetötet werden können, sondern in eine Art Trockenstarre fallen. Werden sie so von anderen Menschen eingeatmet, können sie wieder aktiv werden und die Krankheit findet ein neues Opfer. 

Gerade zur typischen Grippezeit, wenn Innenräume durch die Beheizung austrocknen, ist deshalb eine aktive Befeuchtung der Raumluft so wichtig: Eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit verringert die Virenzahl. Zugleich hält sie die Schleimhäute in Nase und Rachen feucht, die eindringende Krankheitserreger dann leichter herausfiltern und unschädlich machen können.

Nachgefragt: Tipps von einem Facharzt

Dr. med. Walter Hugentobler, pensionierter Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, verrät uns im Gespräch, warum trockene Raumluft ein oft unterschätztes Problem ist und erklärt, warum Luftbefeuchtung sinnvoll ist.

Wie wirkt sich die Luftfeuchtigkeit auf das menschliche Organsystem, insbesondere auf die Atemwege, die Haut und die Augen aus?

Die menschlichen Organsysteme sowie der Atemtrakt, die Haut und die Augen müssen bestimmte Aufgaben erfüllen, egal wie feucht oder trocken die Luft ist. Der Atemtrakt ist dafür zuständig, dass die Atemluft mit 100-prozentiger Feuchte in den Lungenbläschen ankommt und muss somit jedes Prozent fehlender Luftfeuchtigkeit aus der Luft ausgleichen. Nase, Mund, Rachen und Bronchien konkurrieren dabei mit der Luft selbst, die ebenfalls nach Sättigung, sprich nach 100 Prozent Feuchtigkeit strebt. Sie nimmt die Feuchte überall auf, wo sie, in welcher Form auch immer, vorhanden ist.

Im Wohnbereich ist häufig der Mensch die einzige Feuchtequelle. Dadurch werden Nase, Rachen und Bronchien jedes Anwesenden bei einer Luftfeuchtigkeit von unter 20 bis 30 % bis zur möglichen Dekompensation gefordert. Darüber ist die Atemluft umso staubiger, je trockener sie ist. Deshalb belasten Trockenheit und Staub die Funktionen des Atemtrakts insbesondere im Winter aufgrund der trockenen Heizungsluft. 

Kann man die Nase als Klimaanlage und Filter für die Lungen ansehen?

Der Mensch kann die großen Feuchte- und Temperaturschwankungen im Freien nur deshalb überstehen, da die Nase als eigene, leistungsfähige Klimaanlage agiert. Sie reinigt die Atemluft grob, erwärmt sie und feuchtet sie an. Grundsätzlich ist die Nase auch den Anforderungen der trockenstaubigen Raumluft im Winter gewachsen, allerdings trifft dies tatsächlich nur auf Personen zu, deren Nase perfekt und optimal funktioniert – sprich zwei Drittel der Bevölkerung.

Nasen mit abweichender Geometrie oder verstopfte Nasen schaffen es nicht, ihre Funktionen zu erbringen. Der Körper stellt auf Mundatmung um. Die beiden häufigsten Nasenbeschwerden überhaupt sind Verstopfungsgefühl und Trockenheit und betreffen bei weitem nicht nur Allergiker. Beispielsweise kennen diese Beschwerden auch Personen mit vorgeschädigter Nasenschleimhaut (z.B. durch wiederholte Infekte), Raucher und viele Senioren. Trockene Heizungsluft bedeutet für diese Personengruppen zusätzlichen Stress, denn die Schleimhaut kann geschädigt werden und dadurch anfälliger für Infektionskrankheiten sein. Aufgrund von steigender Allergiezahlen und trockenerer Innenräume gewinnt die Problematik immer mehr an Bedeutung. 

Wie wirkt sich die Raumluftfeuchte auf Oberflächen, Viren, Bakterien und Pilze aus?

Bakterien, Viren und Pilzbestandteile nennt man Mikroben. Sie sind raumfüllend, sprich in extrem hoher Anzahl in allen Räumen vorhanden. Jeder Mensche gibt Krankheitserreger als „trockene“ oder „feuchte“ Aerosole in die Raumluft ab und streift sie unbewusst auf Oberflächen ab. Durch Bewegungen (sog. Turbulenzen)  wie z.B. Mischlüftung, Herumgehen oder Reinigungsarbeiten können diese Krankheitserreger wieder von Oberflächen aufgewirbelt werden. 

Beim Husten, Sprechen und Atmen gibt jeder Mensch kleinste Schleim- und Speichel-Tröpfchen in die deutlich trockenere Raumluft ab. Große, schwere Tröpfchen fallen nach kurzer Flugzeit auf Oberflächen, kleine Tröpfchen hingegen schweben meist stundenlang in der Raumluft und werden durch Luftströmungen im gesamten Raum oder Gebäude verteilt. Dabei durchlaufen die infektiösen Tröpfchen einen Verdunstungsprozess: Sie „verdampfen“ förmlich in der Raumluft. Deshalb hängt das Schicksal dieser Mikroben auch wesentlich von der relativen Raumluftfeuchtigkeit ab. 

In Experimenten zeigte sich, dass Mikroben im mittleren Feuchtebereich zwischen 40 und 60 % innerhalb kurzer Zeit inaktiv werden. Bei höherer sowie auch bei niedrigerer Luftfeuchtigkeit überleben Viren und Bakterien mindestens einige Stunden, doch vermutlich sogar tagelang.

Das liegt daran, dass die Aerosol-Tröpfchen bei mittlerer Raumluftfeuchte innerhalb weniger Sekunden mehr als 90 Prozent ihres Volumens verlieren und dadurch auf rund die Hälfte schrumpfen. Folglich steigt die Konzentration von Salzen, Eiweißen und anderen darin enthaltenen Bestandteilen stark an. Die um das rund 13-fache konzentrierten Aerosolbestandteile machen die enthaltenen Viren und Bakterien inaktiv.

Bei einer Raumluftfeuchte unterhalb von 40 Prozent hingegen, trocknen die Aerosole vollständig aus, sodass die Viren und Bakterien in den trockenen Überresten konserviert werden und infektiös bleiben. Bei erneuter Einatmung der trockenen Substanzen nehmen diese in den feuchten Atemwegen erneut Wasser auf und gehen in Lösung. Anschließend können die Erreger einen erneuten Infektionsprozess starten. 

Inwiefern werden die Übertragungswege der Mikroben, insbesondere auf dem Luftweg, durch die Luftfeuchtigkeit beeinflusst?

Eine hohe Luftfeuchtigkeit fördert grundsätzlich alle Vorgänge, die Staub aus der Luft entfernen und auf den Oberflächen festhalten, was in Experimenten untersuchbar und quantifizierbar ist. Die Ergebnisse spiegeln meist auch Alltagserfahrungen wider. Beim Reinigen von verstaubten Oberflächen sprüht man Wasser auf die Oberflächen oder wischt den Staub zumindest mit einem feuchten Tuch auf. Andernfalls gelangt der aufgewirbelte Staub in die Atemwege und kann Niesattacken und Hustenanfälle auslösen.

Besonders Pollen-Allergiker sind mit den wohltuenden Auswirkungen steigender Luftfeuchtigkeit vertraut. Eine höhere Luftfeuchtigkeit lässt Pollen an den Blütenständen und auf den Oberflächen "festkleben" und verhindert ihren Übertritt in die Luft. Personen mit Hausstauballergien profitieren daher von einer hohen Luftfeuchtigkeit in Innenräumen, denn sie hält die Allergene auf den Oberflächen fest, und die Allergen-Konzentration in der Luft nimmt ab.

Dient eine aktive Luftbefeuchtung also der Gesundheit der Bewohner?

Trockene Heizungsluft schafft jedes Jahr wieder ideale Voraussetzungen für die epidemische Verbreitung der Grippe- und Erkältungserreger in Innenräumen. Die Verbreitung wird auch dadurch unterstützt, dass wir im Winter praktisch alle Kontakte in Innenräumen pflegen und die Raumluft miteinander teilen. Erkältungen haben somit keinen ursächlichen Zusammenhang mit der kalten Winterluft, sondern mit einer „Feuchtigkeits-Lücke“ im winterlichen Raumklima.

Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und fast 100 Prozent ist während der Heizperiode in Innenräumen nahezu nicht existent. Nur eine aktive Befeuchtung kann Abhilfe schaffen. Dazu sollte die Gebäudetechnik, verbunden mit einem entsprechenden hygienischen Kontroll- und Wartungsaufwand, auf die Befeuchtung ausgelegt werden. Der zusätzlichen Investitionsaufwand kann leicht durch gesundheitliche Schäden und Krankheitskosten gerechtfertigt werden.

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