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Dacheindeckung als Schieferdach

Ein Schieferdach gilt als besonders attraktiv für die Dacheindeckung. So einfach wie heute war die Montage mit dem langlebigen Naturstein noch nie.

Was ist Schiefer?

Schiefer ist ein Urgestein, das über 400 Millionen Jahre alt ist. Schon lange wird er als Wetterschutz für Fassaden und Dächer genutzt. Moderne Design-Formate sowie eine Trendwende hin zu natürlichen Baustoffen sorgten für ein wahres Comeback des Schiefers.

Die Herkunft von Schiefer ist auf eine Zeit zurückzuführen, als weite Teile des Kontinents noch Meer waren. Hier wurde Tonschlamm zunächst zu Tonstein verdichtet und durch Verschiebungen an die Erdoberfläche gepresst. Die Tonsteinschichten falteten sich durch seitlichen Druck auf. Zu finden ist der Naturstein Schiefer sowohl in Europa als auch in Asien und Amerika.

In Deutschland beispielsweise werden pro Jahr etwa 2,7 Millionen Quadratmeter Schiefer als Schieferdach eingedeckt, Tendenz steigend.

Im Langzeitvergleich ist die Lebensdauer von Schieferdächern doppelt so lang wie die anderer hochwertiger Eindeckungen. Ob im Neubau oder bei einer Sanierung: Der Naturstein ist langlebig und macht auch optisch etwas her. Eine Dacheindeckung mit Schiefer ist also optimal für Bauherren, die sich ein ansprechendes und langlebiges Naturdach wünschen.

Wo wird in Deutschland Schiefer abgebaut?

In Deutschland ist vor allem der hochwertige Moselschiefer bekannt. Aus den Tiefen der Eifel wird der Schiefer aus Bergwerken abgebaut. Förderkörbe werden rund 200 bis 400 Meter tieg unter die Erde geschickt, wo Bergbau-Fachleute mit dem Abbau von Schiefer beschäftigt sind. Im Bergwerk Katzenberg beispielsweise erstrecken sich über 30 Kilometer lange unterirdische Strecken und Stollen.

Mittlerweile setzen viele Manufakturen, wie auch Rathscheck Schiefer, moderne Computer- und Schneidetechniken ein, um Schiefer abzubauen. Aus dem tonnenschweren Naturstein entsteht nach Verarbeitung in den Manufakturen anschließend ein dünner Deckstein.

Da der Naturstein spaltbar ist, kümmern sich Fachleute um die Spaltung des Schieferblocks mit Spalteisen und Hammer. Ein Zurichter schneidet den Schieferstein anschließend auf das gewünschte Maß zu und stanzt Löcher für die Dachnägel ein, damit der Schiefer als Dacheindeckung genutzt werden kann. So entsteht die Basis für ein Schieferdach.

Woher kommt guter Schiefer heute – und was macht den Unterschied aus?

Schiefervorkommen gibt es in vielen Teilen der Welt. Aber nur die wenigsten Schiefer eignen sich für den Einsatz am Bau. Besonders reiner Schiefer – wie wir ihn für Dach- oder Fassadenbekleidungen oder auch als Fliesenbelag benötigen – ist seltener zu finden.

Die Meeresablagerungen bestanden über weite Strecken nicht nur aus reinem Tonschlick, denn andere Partikel und Erze wurden über Flüsse eingeschwemmt. Zusammen in Kontakt mit Wasser und Luft könnten manche Schiefersteine deshalb sogar rosten. Bekannte Schiefer Produzenten wie Rathscheck Schiefer haben qualitativ besonders hochwertige Vorkommen in Nordspanien und in der Eifel

Allerdings ist selbst dort nicht jeder Schieferblock als Baumaterial verwendbar. Wichtig ist bei der Produktion die Premium-Selektion: Nur etwa zehn bis 15 Prozent des abgebauten Gesteins landen später tatsächlich auf einem Dach oder an einer Fassade.

Ökologischer Naturstein Schiefer

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Schiefer punktet vor allem als Naturprodukt, so auch der deutsche Moselschiefer. Der Naturstein besteht aus ökologisch, unbedenklichen Inhaltsstoffen und wird nur einmal bearbeitet. Bei Moselschiefer wird hierfür Ökostrom eingesetzt. Energieaufwendige Brennvorgänge oder den Zusatz chemischer Bindemittel gibt's hier nicht.

Aus dem Grund hat Schiefer einige Vorteile gegenüber anderen Baustoffen, die aus verschiedenen Mineral-Komponenten und mit hohem Energieeinsatz hergestellt werden müssen.

Weitere Vorteile des Natursteins Schiefer:

  • Naturstein Schiefer benötigt keine besondere Pflege
  • Nutzungsdauer liegt bei über 100 Jahren
  • Keine Entsorgungsprobleme

Verschiedene Schieferformate

Neben den klassischen Formen des Natursteins, sind heute auch neu entwickelte Formate sowie moderne Techniken präsent. Entscheidet man sich für eine Bogenschnitt- oder Universal-Deckung kommen vor allem gleichgroße Schiefersteine aus einer Serienfertigung zum Einsatz. Diese sind bei der Dacheindeckung insgesamt schneller und einfacher zu verlegen. 

Schiefer in rechteckigen Formaten und verschiedenen Größen ziehen die Blicke auf sich, sowohl als Dacheindeckung, als auch an modernen Fassaden. Moderne Verarbeitungstechniken und die Umsetzung neuer Designs werden zunehmend beliebter, auch bei einigen kreativen Architekten. Dies bestätigt auch Dirk Ackermann, der Geschäftsführer des Schiefer-Fachverbandes in Deutschland.

Die unterschiedlichen Deckarten

Zwei Beispiele:

Die Schiefersteine weisen eine quadratische Gundform auf. Der universelle Naturstein kann je nach gewünschter Deckrichtung gedreht werden. Somit kann in alle Richtungen mit einer einzigen Steinform eingedeckt werden. Es entstehen interessante Akzenturierungen auf dem Dach oder an der Fassade.

Bei diser Deckart handelt es sich um quadratische Steine, die seitlich mit einem Bogenschnitt versehen sind. Je nachdem, in welche Richtung der Bogen zeigen soll (rechts oder links), entsteht eine Rechtsdeckung (Bogen links) oder Linksdeckung (Bogen rechts). Hierfür werden jeweils unterschiedliche Schieferformate benötigt. An bestimmten Stellen kann diese Deckart mit anderen Formaten kombiniert werden.

Eine Dachsanierung wird staatlich gefördert

Ausführliche Informationen zum aktuellen Stand der Förderung bei Sanierung haben wir in einem Beitrag zur Neuregelung der Bundesförderung für Sie zusammengestellt.

Tipp: Dachreinigung statt Sanierung

In einigen Fällen reicht eine professionelle Dachreinigung aus, um eine Sanierung zu verhindern oder zumindest noch etwas zu verzögern. Lesen Sie in unserem Beitrag alles über die Dachreinigung. Foto: Idee Media

Schnelle Dacheindeckung mit Schiefer

Seit Jahrhunderten hat sich an der Verlegemethode für Dachschiefer kaum etwas geändert. Traditionell werden Schieferplatten von geschulten Schieferdeckern mit Nägeln auf einer vollflächigen Unterkonstruktion befestigt.

Beim Rathscheck Schiefer-System kommen Metall-Tragprofile zum Einsatz. Sie werden quer zu den Sparren montiert – ähnlich wie bei besonders günstigen Eindeckungen mit einfachen Dachsteinen – und sind deutlich stabiler als die herkömmlichen Nadelholzlatten. Für den richtigen Abstand und die nötige Stabilität sorgen Verbinder mit Edelstahlclips.

Darin werden die rechteckigen Schiefersteine nur noch wind- und wetterfest fixiert. „Ein gewaltiger Zeitvorteil bei der Montage”, betont Rathscheck-Geschäftsleiter Frank Rummel. Handwerker benötigen für die Eindeckung weniger als ein Drittel der Zeit – ohne Spezialwerkzeuge oder spezielle Ausbildung. Das Satteldach eines durchschnittlichen Einfamilienhauses ist damit in der Regel in zwei Arbeitstagen eingedeckt.

Tipp: Förderung für die Eindeckung mit Schiefer

Bei einer Dachsanierung in Verbindung mit einer energetischen Verbesserung können private Immobilienbesitzer verschiedene Fördermöglichkeiten nutzen. 20 Prozent der Gesamtinvestition gibt es vom Finanzamt im Rahmen der Einkommensteuer zurück, wenn die Sanierung nach Paragraf 35c des Einkommensteuergesetzes erfolgt. Auskunft erteilen die Finanzämter oder Ihr Steuerberater.

Alternativ verhilft seit Anfang 2021 die „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ zu Zuschüssen und günstigen Krediten, Info-Hotline: 08 00/01 15 00. Rathscheck Schiefer fördert die Dachsanierung mit Schiefer mit einem Einmalbonus. Infos: www.schiefer.de oder Tel: 0 26 51/955 110.

Was kostet ein Schieferdach?

Mancher Hausbesitzer überlegt, zu künstlich hergestellten Produkten zu greifen, da sie allgemein als preiswerter gelten. Das lässt sich bei genauerer Betrachtung durchaus widerlegen!

Viele Hausbesitzer wird es verblüffen: Ein Dach aus Naturschiefer ist bei Sanierung oder Neubau kaum teurer als eines aus Faserzement – hält dafür aber fast doppelt so lange, verblasst nicht und setzt im Altersstadium keine Fasern frei.

Im Rahmen einer wissenschaftlichen Ausarbeitung nahmen Studenten der Hochschule Koblenz unter Leitung des Wirtschaftswissenschaftlers Bernhard Böffgen die Gesamtkosten für die Sanierung eines Einfamilienhausdaches detailliert unter die Lupe. Dabei wurden Handwerker-Rechnungen von mehreren hundert Dachsanierungen in Deutschland ausgewertet.

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Berücksichtigt wurden die kompletten Ausgaben einer Sanierungsmaßnahme – vom Gerüstbau und der Entsorgung des Altdaches über neue Dämmung und Isolierung bis zur Entwässerung und Neueindeckung.

Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Dachfläche kamen die Studenten beim Faserzementdach auf einen durchschnittlichen Gesamtpreis von mehr als 28.000 Euro. Nur knapp vier Prozent mehr errechneten sie für eine Neueindeckung mit Naturschiefer.

Unter baubiologischen und ökonomischen Gesichtspunkten – Schiefer ist ein reines Naturprodukt und hält häufig 100 Jahre und länger, Faserzement wird künstlich hergestellt und muss nach 40 bis 50 Jahren saniert werden – ist Schiefer sogar die weitaus günstigere Wahl.

Schieferdach mit Solarpaneelen

Auch modulare Solarpaneele lassen sich problemlos auf Schieferdächern integrieren. Hier erfahren Sie mehr, wie viel Strom Sie erzeugen, wenn Sie sich für ein Schieferdach mit Solarpaneelen entscheiden.

Hier finden Sie weitere Beiträge zum Thema Schieferdach:

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