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Vom Pferdestall zum Wohnhaus

Historischer Hof wird zum Traum-Zuhause: Gelebte Geschichte auf dem Hof Leising

Der Hof Leising in Münster blickt auf eine lange Geschichte zurück – seine Ursprünge reichen bis ins Jahr 900. Viele Menschen verbinden den Hof noch heute mit seiner ehemaligen Besitzerin, der legendären „Tante Hermine“, die das Anwesen 1930 übernahm und hier jahrzehntelang lebte.

Als Susanna und Peter erfuhren, dass ein Teil des historischen Hofes verkauft werden sollte, zögerten sie nicht lange. Gemeinsam mit anderen Käufern und den Erben erwarben sie einen besonderen Teil des Anwesens: den alten Pferdestall.

Der denkmalgeschützte Bau stellte das Paar vor große Herausforderungen – aber auch vor eine einmalige Chance. 

Originale Holzbalken aus dem 18. Jahrhundert, historische Fachwerkkonstruktionen und Sandsteinblöcke mit sakraler Vergangenheit prägen bis heute das Gebäude. Sie erzählen die Geschichte des Hofes und machen das Haus zu einem außergewöhnlichen Wohnort.

Historische Tenne wird zum Wohnraum

Die größte Herausforderung bei der Sanierung bestand darin, den ursprünglichen Charakter des Gebäudes zu bewahren. Der Pferdestall war ursprünglich eine typische Tenne – eine große, offene Durchfahrt mit landwirtschaftlicher Nutzung.

„Man brauchte viel Vorstellungskraft, um sich diesen Raum als Wohnbereich vorzustellen“, erinnert sich Susanna.

Der denkmalgeschützte Charakter des Gebäudes bedeutete außerdem, dass nicht einfach neue Fenster in die historische Fassade eingebaut werden durften. Stattdessen entschieden sich die Bauherren für indirekte Fensterlösungen, die Tageslicht ins Innere bringen, ohne die ursprüngliche Architektur zu verändern. 

Abends erzeugen diese Öffnungen eine besonders stimmungsvolle Lichtwirkung.

Handwerkliche Sanierung mit viel Liebe zum Detail

Die Restaurierung des Pferdestalls erforderte echtes Spezialwissen. Zimmerleute, die auf Fachwerkbau spezialisiert sind, restaurierten die historischen Holzbalken und integrierten sie in das neue Wohnkonzept.

Viele Bauteile wurden individuell gefertigt oder direkt vor Ort angepasst. Selbst für die Küche reiste ein befreundeter Schreiner rund 500 Kilometer aus Ettlingen an. Das Ergebnis sind maßgefertigte Möbelstücke mit versteckten Schubladen und cleveren Stauraumlösungen.

Auch Nachhaltigkeit spielte bei der Sanierung eine zentrale Rolle. Viele Materialien wurden wiederverwendet:

  • historische Fachwerkbalken
  • Sandsteinblöcke aus alten Gebäuden
  • Holz aus früheren Dachkonstruktionen

Sogar einige Möbelstücke entstanden aus den alten Dachbalken des Gebäudes.

Natürliches Farbkonzept für historische Räume

Das Farbkonzept des Hauses ist bewusst zurückhaltend. Susanna und Peter entschieden sich für gedeckte Naturtöne, die perfekt mit den alten Holzbalken und dem historischen Fachwerk harmonieren.

Alle Wände wurden mit einer mineralischen Silikatfarbe gestrichen. Diese ist diffusionsoffen, besonders langlebig und verbessert das Raumklima – ideal für denkmalgeschützte Gebäude.

Ein Detail überraschte Susanna besonders:
„Mir war vorher gar nicht klar, wie viele verschiedene Weißtöne es gibt. Als der Maler die Probeanstriche an die Wand setzte, war ich völlig überrascht.“

Lichtdesign als zentrales Gestaltungselement

Ein besonderes Highlight des Hauses ist das Lichtkonzept. Dieses stammt von der Tochter des Paares, die als Innenarchitektin und Lichtdesignerin arbeitet.

Warmtonige Beleuchtung betont die historischen Holzbalken, während Spots im Boden einzelne Bereiche gezielt in Szene setzen. Jede Zone des Hauses besitzt ihre eigene Lichtstimmung.

Peter beschreibt es so:
„Abends, wenn das Licht die alten Balken streichelt, fühlt es sich an, als würde das Haus Geschichten flüstern.“

Maßgefertigte Einrichtung für ein einzigartiges Zuhause

Die Räume des ehemaligen Pferdestalls folgen keiner klassischen Architektur. Deshalb wurde ein Großteil der Einrichtung individuell angefertigt

Vom maßgeschneiderten Stauraum bis zum gemütlichen Hundeschlafplatz im Wohnzimmer – jedes Detail wurde speziell für das Haus geplant. 

Selbst im Gästebad wurde auf kreative Lösungen gesetzt: Hinter dem Waschbecken ersetzt eine besonders robuste Farbe die klassische Fliesenwand.

Leben im Grünen

Auch der Außenbereich spielt eine wichtige Rolle. Susanna ist leidenschaftliche Gärtnerin und hat rund um den Hof einen Garten geschaffen, der zu jeder Tageszeit neue Lieblingsplätze bietet.

Je nach Sonnenstand lassen sich unterschiedliche Sitzplätze nutzen – ein Konzept, das den Garten fast wie eine kleine Urlaubswelt wirken lässt.

Lieblingsplatz unter dem Dach

Das Dachgeschoss ist heute Susannas persönlicher Rückzugsort. Ursprünglich als Atelier geplant, bietet der Raum heute einen spektakulären Blick über die umliegenden Felder.

Hier beobachtet sie morgens Rehe und Pferde in der Landschaft – bei einer Tasse Kaffee. Für Peter hat das Dachgeschoss ebenfalls seinen Reiz: Auf dem gemütlichen Sofa schaut er hier gerne Fußball über den Beamer.

Ein Zuhause mit Vergangenheit und Zukunft

Der Umbau des Pferdestalls zeigt, wie historische Gebäude mit viel Respekt vor der Vergangenheit neu interpretiert werden können.

Susanna und Peter ist es gelungen, die Geschichte des Hofes zu bewahren und gleichzeitig ein modernes, nachhaltiges Zuhause zu schaffen.

Der ehemalige Stall ist heute weit mehr als ein Wohnhaus – er ist ein Ort voller Erinnerungen, handwerklicher Qualität und persönlicher Geschichten.

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