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Bungalow: Alles auf Augenhöhe

Der Bungalow ist eine beliebte Wohnform für Bauherren unterschiedlicher Altersgruppen. Die Bewohner schätzen das ebenerdige Wohnen sowie die Nähe zur Natur.

Beim Gedanken an Bungalows schwingt immer auch ein gewisser Luxus mit. Sie galten lange als das Domizil der Bessergestellten – sind jedoch heute ein beliebter Baustil für jedermann.

Dennoch, das Image wird der Bungalow wohl so schnell nicht loswerden, woran vor allem US-Filme und -Fernsehserien schuld sind. Während aber die ausladenden, amerikanischen Varianten meist Schrägdächer haben, denkt man in Deutschland beim Wort „Bungalow“ eher an ein Gebäude mitFlachdach, puristisch, im Stil der mittlerweile hundert Jahre alten klassischen Moderne.

Geprägt haben dieses Bild jedoch in erster Linie Sep Rufs Kanzlerbungalow in Bonn von 1963 sowie zahlreiche Exemplare, die auf Richard Neutra zurückgehen. Der aus Wien stammende Stararchitekte, lange in den USA tätig, hat in den Sechzigern hierzulande ganze Siedlungen aus solchen Bauten geplant.

 

Richard Neutra Haus in Wuppertal

Richard Neutra Haus Kemper Wuppertal des Stararchitekten erstrahlt im neuen "alten" Glanz. Foto: Frank Peterschröder/Schüco International KG

Diese Bungalows stehen stellvertretend für die Nachkriegsmoderne, die damals in ihrer Nüchternheit viele abschreckte. Inzwischen allerdings werden die noch erhaltenen Objekte, teils unter Denkmalschutz, hochgeschätzt und von Liebhabern aufwendig saniert.

Davon abgesehen findet die eingeschossige Bauweise allgemein immer mehr Freunde. 

Barrierefreiheit im Bungalow

Die wachsende Beliebtheit der Bauform Bungalow hat auch mit der demographischen Entwicklung zu tun, mit dem steigenden Altersdurchschnitt der Bevölkerung. Bauinteressierte um die 50 legen immer öfter Wert auf barrierefreies Wohnen, wenigstens aber auf eine barrierearme Wohnumgebung.

Der Bungalow bietet sie, in Kombination mit echter Privatsphäre. Entsprechend konsequent angelegt – ohne Stufen, ohne Podeste, mit breiteren Türöffnungen, mit schwellenlosen Übergängen zur Terrasse – ist er auch eine Option für Baufamilien, die auf den Rollstuhl angewiesen sind. 

Doch auch junge Familien mit Kindern schätzen den Komfort des Wohnens auf einer Ebene.

Vorteile eines Bungalows

Bungalows bieten viele Vorteile. Da sie ebenerdig gebaut werden, ist eine barrierefreie Gestaltung leicht umsetzbar. Deshalb entscheiden sich viele Senioren fürs barrierefreie Wohnen im Alter im Bungalow. Doch auch für körperlich eingeschränkte Personen und Familien, die an die Zukunft denken, sind Bungalows ideal.

Zudem ist ein Bungalow oftmals günstiger als andere Fertighäuser, was ihn zur optimalen Wahl für alle mit einem geringen Budget macht. Typisch für Bungalows sind große Glasfronten und Flachdächer. Somit sind die Räume lichtdurchflutet und bieten volle Raumhöhe für optimalen Komfort.

Außerdem können die Räume und somit der gesamte Grundriss eines Bungalows freier gestaltet werden als bei mehrstöckigen Häusern, da keine darüber- oder darunterliegenden Räume berücksichtigt werden müssen.

Nachteile eines Bungalows

Leider haben auch Bungalows ihre Nachteile. Zum einen muss das Grundstück eine ausreichende Größe haben, da alle Räume ebenerdig Platz finden müssen. Dadurch können sich die Kosten beim Grundstückskauf erheblich erhöhen.

Zum anderen können auch bei der Wärmedämmung Mehrkosten entstehen, da Außen- und Innenbereich vergleichsweise nahe beieinander liegen und die Außenwände eine größere Oberfläche aufweisen als bei klassischen Einfamilienhäusern.

Bungalow: Vorteile und Nachteile auf einen Blick

Bungalow VorteileBungalow Nachteile
 
  • barrierefreie Gestaltung lässt sich leicht umsetzen
  • meist günstiger als zweistöckige Häuser
  • freie Raumgestaltung auf einer Ebene
 
 
  • großes Grundstück nötig
  • höhere Kosten für Wärmedämmung
 

 

Bungalow mit Voll- oder Teilkeller

Wer mehr Stauraum und die Haustechnik nicht im Erdgeschoss unterbringen möchte, entscheidet sich für einen Keller oder einen Teilkeller. Eventuell auch fürs flach geneigte Sattel- oder Walmdach – wenn der Bebauungsplan nicht ohnehin ein Schrägdach vorschreibt.

Der Bungalow Grundriss lässt sich recht frei gestalten, da man keinerlei statische Rücksichten auf Lasten und Wandverläufe darüber liegender Stockwerke nehmen muss. So lassen sich leichter großzügige, offene Wohn-/Ess-/Koch-Bereiche realisieren, mit Glasfronten zum Garten, ergänzt durch sichtgeschützte Rückzugsbereiche – Schlafzimmer, Arbeitszimmer, Bad.

Bungalow Grundrisse

Die Grundrissplanung bei einem Bungalow unterscheidet sich maßgeblich von der eines zweigeschossigen Gebäudes. Erfahren Sie mehr und lassen Sie sich von unseren Bungalow Grundrissen inspirieren. 

Kosten eines Bungalows

Die Kosten eines Bungalows hängen wie bei allen anderen Häusern von der Größe, der Bauweise, der Dachform und der Ausstattung ab. Die günstigsten Bungalows sind ab rund 200.000 Euro erhältlich. Mini-Bungalows oder Tiny Houses mit nur 30-50 Quadratmetern in Modulbauweise auch darunter – ab ca. 150.000 Euro.

Hinzu kommen die Kosten für das Grundstück, das für einen Bungalow in der Regel größer ausfallen muss als für ein mehrstöckiges Haus. 

Wollen Sie Ihr zukünftiges Zuhause als Fertighaus bauen, ist dies in der Regel nicht günstiger. Dennoch hat ein Fertighaus Vorteile: Es bietet schlankere Wände bei gleichem Energiestandard und überzeugt durch geprüfte Qualität, einen festen Preis und die Terminverbindlichkeit.

Zur Orientierung hier einige Bungalow Preisbeispiele: 

  • Der Bungalow Danwood Family 159 ist schlüsselfertig ab Oberkante Bodenplatte ab 226.600 Euro erhältlich (Stand Februar 2022). 
  • Der Bungalow myLife 200 von WeberHaus ist in der Ausbaustufe "Malerfertig" in der Ausstattungslinie Trendstyle ab 331.116 Euro zu haben (Stand April 2022).
  • Das Keitel Haus Bader wiederum kostet ab Oberkante Keller/ Bodenplatte 398.850 Euro (Stand 2018).

Bungalow mit Gründach

Zur Ablehnung der Ästhetik der Nachkriegsmoderne kam der Spott, wenn sich Schwächen der Konstruktion zeigten. "Es gibt zwei Arten von Flachdächern...", hieß es bald, "... die einen sind undicht, die anderen noch nicht.“

Klar ist, dass flache Dächer keine Fehler verzeihen ­– wie andere Dachkonstruktionen auch. Kleinste Lücken in der Abdichtung oder eine mangelhafte Ableitung des Regenwassers können zur Durchfeuchtung führen. Geht man aber mit Sorgfalt vor, halten sie so lange wie alle anderen. 

Die sächsische Firma Koschmieder Bau GmbH ist spezialisiert auf Wohnhäuser im Bauhaus-Stil und deswegen erfahren in Sachen Flachdach. Als zusätzlichen Schutz auch gegen die jetzt häufigeren Wetterextreme (Hitzewellen, Starkregen, Hagelschlag) empfiehlt Geschäftsführer Claus Koschmieder seinen Kunden dieDachbegrünung – die sich auch auf einem Bungalow je nach Statik umsetzen lässt.

Tipp: Flachdach, darauf muss man achten

Aufbau: 

Üblich ist das sogenannte Warmdach: Auf der Decke aus Beton oder einer Holzbalkenkonstruktion wird eine Dampfsperre verlegt, gegen die Luftfeuchte aus dem Wohnbereich, darauf eine Lage aus Dämmplatten, häufig eine sogennante PUR Dämmung aus synthetischem Hartschaum.

Die Platten sind leicht angeschrägt und werden wie Puzzleteile nach Plan so eingebracht, dass sich ein Gefälle von mindestens zwei Prozent hin zu den jeweiligen Entwässerungspunkten, zu den Gullys ergibt. Auf die Dämmschicht folgt eine Abdichtung in Form von Bahnen aus Polymer-Bitumen, EPDM-Folie (Ethylen-Propylen-Dien-Monomere) oder auch flexiblen Polyolefin-Folien (FPO).

Das Unternehmen Koschmieder Bau GmbH im sächsischen Limbach-Oberfrohna bevorzugt die FPO-Bahnen. Sie werden mit dem Heißluftföhn miteinander verbunden, nicht wie die Bitumenbahnen mit dem Propangasbrenner, komplizierte Anschlüsse an Flachdachfenster und Lichtkuppeln lassen sich so einfacher und sicherer herstellen. 

Entwässerung: 

Die Entwässerung muss auf Starkregen eingestellt sein. Erfolgt sie innen, müssen die Rohre schall- und auch wärmegedämmt sein, da es sonst zur Kondensation an den Rohrwandungen kommen kann. Bei der Dimensionierung der Abläufe und der Notabläufe richtet sich die Koschmieder Bau GmbH nach der DIN 1986-100, zuzüglich eines „gewissen Sicherheitsaufschlags für den Klimawandel.“ 

Dachbegrünung: 

Für die sogenannte „extensive“ Begrünung mit anspruchslosen, pflegeleichten Pflanzen reicht eine eher dünne Substratschicht. Das extensive Gründach kann man sich selber überlassen.

Anders die „intensive“ Dachbegrünung, sie stellt einen regelrechten Dachgarten dar, benötigt mehr Substrat und bringt in Herstellung und Pflege mehr Aufwand mit sich. Die Abdichtung unterhalb des Aufbaus muss in jedem Fall durchwurzelungsfest sein. Auch auf flach geneigten Dächern lässt sich eine Begrünung umsetzen.

Wichtig: Eine Dachbegrünung entlastet das öffentliche Abwassersystem, in Kommunen mit gesplitteten Abwassergebühren (Schmutzwasser und Niederschlagswasser werden unterschieden) zahlen Hausbesitzer daher weniger. Eine Solarstromanlage auf einem Gründach kann aufgrund der kühlenden Wirkung der Bepflanzung höhere Erträge bringen als auf einem konventionellen Flachdach. 

Wartung: 

Empfohlen wird die regelmäßige Wartung des Flachdachs durch einen Fachbetrieb, einmal jährlich. 

Eine Dachbegrünung trägt wesentlich zur Verlängerung der Lebensdauer einer Dachabdichtung bei. Besonders die „intensive“, anstatt der „extensiven“, also der echte Dachgarten, mit dickerer Substratschicht. Mit einem Gründach schafft man außerdem Lebensraum für Insekten und Vögel.

Bepflanzung und Substrat sind dazu Sickerfläche und Regenspeicher, sind darüber hinaus Hitzeschutz im Sommer und kühlen ebenso die Umgebung. Und sie nehmen CO2 auf. Mit einer Solarstromanlage on top schließlich wird die Energiebilanz weiter verbessert, der ökologische Fußabdruck des Bungalows insgesamt noch weiter verkleinert.

Bungalow braucht kein Flachdach

Auch wenn Bungalows oftmals mit einem Flachdach ausgestattet werden, ist das Flachdach keineswegs als einzig mögliche Dachform festgelegt. Ganz im Gegenteil, viele andere mögliche Dachformen wie Satteldach oder Zeltdach kommen ebenso in Frage und werden oft realisiert.

Das Schrägdach wird dabei nicht ausgebaut und in der Regel nur als Speicher genutzt. Alternativ entstehen hohe Decken. Ein Schrägdach kann später je nach Situation ausgebaut werden, wohingegen bei einem flachen Dach als Option für mehr Raum die Aufstockung bleibt.

Mehr zum Thema Bungalow sowie Beispiele für ebenerdiges Wohnen:

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